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Palästina-Nachrichten · 1934-12-31 · Heft 18 (31.12.1934) · p. Seite 5

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Journal
Palästina-Nachrichten
Volume
1 (1934)
Issue
Heft 18 (31.12.1934)
Date
1934-12-31
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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Außenhandel Die Verschiffungen — Bis zum 16.12.34 wurden ungefähr 1 Mill. Orangenkisten verschifft; das ist etwas mehr als bis zur gleichen Vorjahreszeit. Die Konkurrenz der Nachbarn Aegypten Jaffa (Palnews). — Wie berichtet wird, ha* das ägyptische Handels- und Industriedepartment an das Finanzministerium die Forderung gerichtet, die Citrusexportpramien, für die bisher £E 22 000 ausgeworfen sind auf £E 56 000 zu erhöhen. Nach der Eingabe des Handels- und Industriedepartments ist in diesem Jahre mit einem Export von 800 000 Kisten zu rechnen, so daß die Erhöhung der Exportprämien unerläßlich ist. Die ägyptischen Cilrusfrüchte können nach der Denkschrift mit ausländischen ohne Staatszuschüsse nicht konkurrieren. Auf die handelspolitische Bedenklichkeit dieser ägyptischen Orangen Exportprämierungsmethoden, braucht kaum besonders hingewiesen zu werden. Sie bilden einen Bestandteil der rigorosen egoistischen ägyptischen Handelspolitikk den benachbarten Ländern des Nahen Ostens gegenüber. Aegypten exportiert in großem Maßstab nach den benachbarten Ländern, hindert zugleich aber den Import aus diesen Ländern durch prohibitive Zölle, und macht darüber hinaus dem Export der Nachbarländer auf den anderen Märkten durcri Exportprämien Konkurrenz. Auf diese Weise exportierte Aegypten (nach der ägyptischen Statistik) in den ersten 7 Monaten 1934 nach Palästina für LE. 242 000, nahm aber nur für LE. 70 000 palästinensische Waren auf. Es muß darauf hingewiesen werden, daß Palästina handelspolitisch Aegypten gegenüber in keiner Weise durch die Mandatsbestimmungen gebunden ist. - Palästina hatte es — wie das Syrien im Verlaufe dieses Jahres getan hat — durchaus in der Hand, Aegypten notfalls durch Kampfmaßnahmen zu einer günstigeren Behandlung palästinensischer Waren zu zwingen. Wenn das palästinensischerseits unterlassen wird, so sprechen dabei jedenfalls andere Rücksichten als solche auf die Mandafsbestimmungen rrnt. Türkei Jaffa (Palnews). — Wie aus Istanbul gemeldet wird, gedenken die zuständigen türkischen Stellen, die geplanten Orangenstandardisierungsmaßnahmen noch in diesem Jahr zur Durchführung zu bringen. Man verspricht sich davon einen günstigen Einfluß auf den Orangenabsatz. Zwecks Förderung des Absatzes hat auch die türkische Staatseisenbahn den Orangenbeförderungstarif bedeutsam herabgesetzt. So beträgt z. B. die Beförderung einer Waggonladung von 15 Tonnen Orangen von Dörtyol nach Istanbul-Haydarpasa nur noch 175 T. Pf., während sich früher die Frachtrate auf 300 T. Pf, stellte. 870 000 £P. deutsche Einfuhr Jan. bis Juni 1934 — Das amtliche Commercial Bulletin vom Oktober beziffert die Gesamteinfuhr Palästinas im Monat Juni auf 1,2 Mill. £P. Deutschlands Anteil stellte sich auf 134 000 £P. Damit ist die deutsche Einfuhr nach Palästina im ersten Halbjahr 1934 auf 870 000 £P gestiegen. Den Hauptanteil an der deutschen Junieinfuhr hatten wiederum die Fertigfabikate (109 458 £P.). Finnland interessiert sich Nach einer Meldung aus Haifa soll das finnische Kriegsschiff „Suomerjofsen" in Kürze Palästina besuchen. An Bord soll sich eine Wanderausstellung finnischer Fabriken und Exportfirmen befinden. Zweck der Sendung ist, die Handelsbeziehungen zwischen Finnland und Palästina, später auch mit den anderen Ländern des nahen Ostens, zu entwickeln. Der Handel zwischen Palästina und Finnland hat in beachtenswertem Maße erst im Jahre 1931 eingesetzt und sich in der letzten Zeit gut entwickelt, zum Teil als eine Folge der Beteiligung Finnlands an der Levante-Messe. Der Aufyenhandel mit CSR. Die tschechoslowakische Ausfuhr nach Palästina hat sich in den ersten 10 Monaten von 1934 im Vergleiche zu demselben Zeitabschnitt des vorigen Jahres um 62%, die Einfuhr aus Palästina in denselben Zeitraum dagen um 292% erhöht. Es ist zu erwarten, daß die tatsächliche Ausfuhr der Tschechoslowakei nach Palästina, welche aus den palästinensischen Statistiken ersichtlich ist und immer um mindestens 30° o die fschechoslwakischen Angaben übersteigt. — Export über Hamburg, Triest, Syrien und Aegypten —, 50 Millionen Kc erreichen wird. Einfuhr in 1000,- Kc Ausfuhr in 1000,- Kc 1933 l-X 591 24 904 1934 l-X 2 319 40 372 Zollerhöhungen als handelspolitische Waftel Das offizielle „Commitee on Agricultural Economics and Marketing" hat seine bekannten handelspolitischen Vorschläge dahin ergänzt, daß es gegen Staaten, die an palästinensischen Waren weniger als ein Drittel von dem kaufen, was sie selber nach Palästina exportieren, auch die Anwendung von Zollaufschlägen verlangt, und zwar noch im Laufe von 1935. Neuerscheinungen auf Syriens Zollfreiliste für Palästina-Fabrikate. In die Liste der Palästina-Fabrikate, die auf Grund des palästinensisch-syro-libanesischen Handelsvertrags zur zollfreien Einfuhr nach Syrien-Libanon zugelassen sind, wurden soeben neu aufgenommen: Kohlenpapiere und Kopiertinten der Firma „Penguin", Tel-Aviv (P. O. B. 1158), Damenkonfektion der Firma „The British Palestin Dress Shop", Tel-Aviv (Jaffa-Tel-Aviv-Road 44), Damen- und Herrenwäsche und Blusen der Firma „Etam, Ltd.", Jerusalem (Julian's Way), Stärke der Firma „Hachem & Kazzaz", Jaffa (Jabalieh Quarter), elektrische Beleuchtungskörper der Firma „Goldschmidt & Schwabe, Ltd.", Jaffa (Wolfson Street). Nachbarländer lürkei Neue Abschlüsse mit deutschen Firmen Ankara. — Zwischen der türkischen Regierung und dem sogenannten „Ostkonsortium" sind vor kurzem zwei wichtige Verträge abgeschlossen worden. Der erste dieser Verträge sieht — in Fortsetzung ähnlicher bereits früher abgeschlossener Verträge — die Lieferung von Eisenbahnmaterial, Oberbau- und Rollmaterial für die kommenden türkischen- Bahnbauten vor. Dieser Abschluß beläuft sich auf einen Betrag von 11 Millionen T.£. Mit ihm verbunden ist ein weiterer Abschluß auf 9 Millionen T.£, der den Einfuhrbedarf der Staatsbahnen aus dem Elektrifizierungsprogramm zum Gegenstande hat. Der zweite Vertrag betrifft die Errichtung eines Eisenwerkes in der Gegend von Zonguldak im Rahmen des Fünfjahresplanes und hat zunächst die Vorarbeiten für diesen Bau zum Gegenstand, die von der Firma Krupp übernommen worden sind. Syrien Jüdische Einwanderung! Unter allen Vorbehalt seien folgende Nachrichten wiedergegeben: Palestine Telegraphe Agency meldet aus Paris, daß sich dort ein Komitee gebildet hat, das die Vorbereitung der jüdischen Niederlassung in Syrien zur Aufgabe hat und einen Plan für die ersten zu unternehmenden Schritte bereits aufgestellt hat. Beirut (Palnews). — Eine Gruppe elsässischer Juden hat einen großen Geländekomplex bei Ammik (Bekaagebiet) erworben, der 12 000 Dunam bewässerten Bodens umfaßt und der Familie Sursok gehörte. Dej-, Kaufpreis beträgt 45 000 türkische Goldpfund. . Zwei weitere Geländekäufe, einer in der Gegend von Akkar, der andere im Libanon, sollen durch dieselbe Gruppe in Kürze bevorstehen. Die 3 Kolonien sollen nach modernsten Methoden, wie sie den palästinensischen entsprechen, bewirtschaftet werden. Irak Der „Commerce du Levant" veröffentlicht eine Meldung, wonach die Installierung einer amerikanischen Automobilfabrik in Bagdad in ernste Erwägung gezogen sei. Diese Nachricht wird auch von Near East and India bestätigt. Raffinerie Bei Mossul wird eine Erdölraffinerie errichtet werden, die 20% des Ertrags der dortigen Erdölfelder verarbeiten soll, um damit den irakischen Konsum an Mineralöl-Produkten zu decken. — Die Regierung hat einen technischen Sachverständigen aus England berufen, der die Projekte der Hendaya-Talsperre, der Hafen-Erweiterung von Basra und verschiedener Bahn- und Straßenbauten bearbeiten soll. 5

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