Palästina-Nachrichten
- Journal
- Palästina-Nachrichten
- Volume
- 1 (1934)
- Issue
- Heft 14 (31.10.1934)
- Date
- 1934-10-31
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Parkpicrtz-Mang«! in Jerusalem Die Fuhrwerksunternehmer in Jerusalem haben die Stadtverwaltung um unverzügliche Bereitstellung ausreichender Parkplätze ersucht. FremdenverkelirftwerbuitQ in Ägypten Ein hoher Beamter der ägyptischen Staatsbahnen weist darauf hin, daf) Frankreich, Italien, Japan etwa 250 000 £E jährlich für Fremdenverkehrspropaganda ausgeben, Aegypten nur 7000 £E. Er schlägt viele Verbesserungen vor: Herabsetzung der zu hohen Hotelpreise, Schaffung von Touristenorganisationen, Schaffung einer «ägyptischen Saison" usw. Was wird Palästina für diesen Wirtschaftszweig, dem es die Hoffnung auf wenigstens teilweisen Ausgleich seiner Zahlungsbilanz dankt, tun? Landwirtschaft, Orangen und Siedlung Endlich Erwarb der Hule-Konzession? Jerusalem (Palnews). Wie mitgeteilt wird, ist die Konzession für das Hule-Gebiet nach langwierigen Verhandlungen von jüdischer Seite erworben worden. Die Konzession war bekanntlich in den Händen einer Gruppe arabischer Effendis aus Syrien, die die Konzession noch vor dem Kriege von der türkischen Regierung erhalfen hatten. Die Palestine Land Development Company hat die Konzessison für £P 200 000 gekauft. Die Regierung soll den Verkauf bereits bestätigt haben. Die Sanierung des Geländes wird sich schätzungsweise auf 1 ü Million £P stellen. Das Gebiet, das für die Bearbeitung in Frage kommt, beträgt ca 45 000 Dunam. Förderung der Kartoffelkultur Das Landwirschafts-Departement der Regierung hat in dem arabischen Dorfe Ain-El-Fara ümfasseride Versuche des (Kar-\ toffelanbaues auf künstlich bewässertem Boden eingeleitet. 40 Tonnen englische Saatkartoffeln wurden verteilt. Neue Siedlung in Südpalästina Südlich von Rechowoth, unweit Gederas, ist eine neue jüdische Orangenpflanzersiedlung im Entstehen begriffen, die den Namen „Klar Nordau" tragen wird. Industrie und stadtische Kolonisation In Nablus fälscht man Olivenöl Zwischen den arabischen Seifenproduzenten in Nablus und und den arabischen Oelbaumpflanzern ist ein schwerer Konflikt entstanden. Die Fabrikanten behaupten, dafj sie von den Pflanzern mit durch Beimischung minderwertiger Pflanzenöle verfälschtem Olivenöl beliefert worden seien, und dafj hierdurch der Niedergang des Nabluser Seifenexports bewirkt worden sei. Die Fabrikanten haben daher beschlossen, vor Erlangung einer Qualitätsgarantie kein arabisch-palästinensisches Olivenöl mehr zu benutzen. Die Lederindustrie wird konzentriert Im sanitären, sowie wirtschafts- und verkehrspolitischen Interesse haben sich die Regierung und Lederindustrie über eine iückenlose Standards-Konzentration der Lederfabriken des Landes verständigt. Die arabischen Lederfabriken werden auf ein Gelände südlich Jaffas, unweit der jüdischen Kolonie Bajith-Vegan, verlegt werden. Als Standard sämtlicher jüdischen Lederfabriken Palästinas — 6 schon bestehende und 4 neue — ist ein Terrain im Ortsbereich von Rischon-Ie-Zion vorgesehen. Diese zehn jüdischen Lederfabriken werden ein Kapital von insgesamt 80 000 £P repräsentieren. Nach Durchführung des Konzentrationsplanes (Beginn der Neubauten im November) wird Palästinas Bedarf an Boden-, Ober- und Portefeuille-Leder restlos durch einheimische Erzeugung gedeckt werden können. Ein Einfuhrbedarf wird dann nur noch für Lack-, Bekleidungs- und Auto-Leder bestehen. Von Fachseite wird darauf hingewiesen, dafj in Rischon-Ie-Zion günstige Gelegenheit für die Gründung einer Leimfabrik bestehen wird, die ihr Rohmaterial (Leimleder) direkt von den Lederfabriken am gleichen Orte wird beziehen können. Tulkarm erhalt Üektixrtfrt Die Stadt Tulkarm, die rein arabisch ist, hat ihren Anschluß an das Stromverteilungsnetz der „Palestine Electric Corporation* (Ruthenberg-Werk) beschlossen. Gründung der Möbel- und Holzbearbeitungsfabrik „Tirsah, Ltd." . T e I - A v i v (Palnews). In Rischon le Zion wurde in der vergangenen Woche der Grundstein zu der Möbel- und Holzindustrie, der Tirsah, Ltd. Furniture Manufacturers & Woodworkers, gelegt. Die Tirsah Ltd. ist als Familienakfienge\ellschaft mit einem Aktienkapital von 18 000 £P gegründet. Die Fabrik wird in grofjem Mafjsfab Tischlerplatten (Panelplatten), die bisher importiert wurden und Wiener Möbel wie auch Türen und Fensterrahmen herstellen. Sie wird maschinell auf das modernste mit Spezialmaschinen (Poliermaschinen, hydraulische Preisen u. a.) ausgestattet und über eine Trockenanlage verfügen. Maschinen und Werkzeuge im Gewicht von 80 Tonnen sind bereits unterwegs. Das Grundstück umfarjt 10 Dunam, die Fabrikhalle verfügt über eine Fläche von 2 500 qm. Papierfabrik in der Umgebung von Haifa Haifa (Palnews). Eine Gruppe unter,der Führung der Firma Oriental Paperworks, Tel-Aviv, wird in nächster Zeit in der Nähe von Haifa eine Papierfabrik errichten. Es soll in erster Linie Papier für Briefumschläge, Pack- und Tütenpapier, insbesondere auch Plakatpapier und dergleichen erzeugt werden. Die Fabrik soll in der ersten Zeit eine Kapazität von 8 bis 10 to Papier pro Tag (24 Std.) haben. Die Maschinen sind in Holland gekauft worden und werden in ca. 10 Wochen viä Rotterdam nach Palästina verschifft werden. Auch der Betrieb der Oriental Paperworks wird durch Zukauf neuer Maschinen ausgestaltet werden. Nachbarländer Ägypten In der Saison 1933/34 wurden rund 9 Millionen Kantars Baumwolle im Werte von rund 20 Millionen £E exportiert, davon 36,5°/o nach England. — In den ersten 7 Monaten 1934 gingen in Aegypten insgesamt 11 920 Wechsel zu Protest. — Die Verstärkung des Nil-Staudammes bei Assiut wurde der englischen Baufirma John Coehrane & Sons für 1 077 462 £E übertragen. Syrien-Libanon Trotz Einspruchs der Banken und der Grofj-Importeure ist am 11. Oktober das Gesetz über die Abschaffung der Haftstrafe gegen säumige Schuldner in Kraft getreten. Von der sowjetrussischen Handelskommission sollen nunmehr auch 2 bis 3000 t Olivenöl aufgekauft werden, ebenso wie eine bedeutende Menge libanesischer Rohseide. Gleichzeitig wird weiterhin über Zitroneneinkäufe verhandelt. Laut einer Havas-Depesche aus Alexandria ist der Handelsvertrag zwischen Syrien und Aegypten dort am 11. 10. 1934 unterzeichnet worden und tritt 10 Tage später in Kraft. Irak Die „Mossul pil Fields, Ltd." hat ihr A.-K. von 1 300 000 auf 2 000 000 £ erhöht. Die Produktion der Gesellschaft nähert sich rasch dem in der Konzession vorgesehenen Jahres-Durchschnitt von 1 Million Tonnen Rohöl. Das Arbeitsgebiet der Gesellschaft wird demnächst durch eine Röhrenleitung an die Kirkuk-Haifa- Pipeline angeschlossen werden, um auch ihre Produktion nach dem Mittelmeer zu leiten. — Die syrische Eisenbahnlinie nach der irakischen Grenze wird Anfang Dezember fertig sein. Der Anschluß vom Grenzbahnhof nach dem 110 km entfernten Mossul wird durch eine Autobuslinie erfolgen. Türkei Der russische Konzern „Turkstrei", der am Aufbau der neuen türkischen Industrien mitwirkt, ist mit der Errichtung einer Grofj- Funkstation im Werte von 2V2 Millionen Goldfranken beauftragt worden. — Am 20. Oktober wurde in Ankara anläßlich des Nationalfeiertags die grofje türkische Industrieausstellung eröffnet. — Die türkische Regierung hat für die kommenden Monate die Zitronen-Einfuhr nur aus Syrien, Cypern und Aegypten gestattet, hingegen nicht aus Palästina. Man vermutet hierin eine Gegenmaßnahme gegen das palästinensische Weizeneinfuhrverbot, das praktisch vor allem den türkischen Weizen-Export trifft. JENAerGLAS: Zweimal Fortschritt - sparsam u.feuerfest ,.,«, ..nMuu^a.Uy.^r.un*,, ,« h..brr Diucku' i HP n jrnl A u s k u n 11 kcnenlrei vom JENA0' GLASWERK SCHOTT & GEN., JENA f'\ Agenten in Palästina: Paul Aberle, Jerusalem P.O.B. 3 / Paul Aberle, Jaffa P.O.B. 170 / Kirchner & Co., Haifa P.O.B.234