Palästina-Nachrichten
- Journal
- Palästina-Nachrichten
- Volume
- 1 (1934)
- Issue
- Heft 12 (30.9.1934)
- Date
- 1934-09-30
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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20 Pfennig Palestine News. Periodicaf for the Promotion of the economic development of the Near East. fAÄil);ju^>- . I.:Ja.Jj K^i^ J (J^[^3^\ ZEITSCHRIFT FÜR WIRTSCHAFTSENTWICKLUNG IM VORDEREN ORIENT •^mer-pK mjn* n^D^Dn rnnrionnV pny •ninpn m?»n V» Redaktion: Dr. E F. Ascher Berlin, 30. September 1934 Jahrgang 1 Nr. 12 Palästina kauft von Deutschland Die Periode der Hochkonjunktur, in der sich Palästina nun schon seit geraumer Zeit befindet, zeigt bisher noch kein Symptom des befürchteten Umschwungs. Die anhaltende Immigration von Menschen und Kapital bringt einen starken Auftrieb in die industrielle Entwicklung und der wachsende Bedarf an ausländischen Produkten macht Palästina in steigendem Mafje zu einem interessanten Kunden der absatzhungrigen Industrieländer. Deutschland — an zweiter Stelle der palästinensischen Importstatistik — hat seine Handelsbeziehungen zu Palästina in den letzten Jahren sehr intensivieren können, obwohl die handelspolitische Situation des deutschen Exportes nicht eben günstig in dem außerordentlich verschärften internationalen Konkurrenzkampf ist. Vor allem die Entwertung der wichtigsten Währungen und die fühlbare Rohstoffverknappung und Rohstoffteuerung in Deutschland haben den deutschen Exporteur gehandikapt. Wenn trotzdem der Absatz deutscher Industoieerzeugnisse in Palästina auch im bisherigen Verlauf des Jahres 1934 eine steil ansteigende Kurve aufweist, so liegt der Grund nicht zuletzt in der Tatsache, dafj ein grofjer Käuferkreis an deutsche Erzeugnisse gewöhnt ist und die Qualität der Produkte zu schätzen weifj. So wird uns von der Firma Telefunken berichtet, dafj sie sich gegen die billigeren Angebote ausländischer Konkurrenten durchzusetzen vermochte, weil es bei den in Frage stehenden hochwertigen Kurzwellen-Empfängern weniger auf eine Preisdifferenz als auf die absolute Zuverlässigkeit des Apparates ankommt. Dieses Beispiel ist eins von vielen und beweist, dafj insbesondere bei technischen Spezialprodukten Eigenart und Qualität des Artikels ausschlaggebend sind, denn Konkurrenzfähigkeit ist letzten Endes doch nicht ausschließlich ein Preisproblem. So konnte Deutschland den Export nach Palästina in dem ersten Halbjahr 1934 gegenüber der gieichen Periode des Vorjahres nicht nur halten sondern noch wesentlich — um 50"/« — erhöhen: 1. Hj. 1933 1. Hj. 1934 137 000 123 000 148 000 222 000 5 422 000 8 163 000 Lebensmittel Rohstoffe Fertigwaren Total 5 707 000 8 508 000 Mit diesem Halbjahres-Ergebnis 1934 hat der Export Deutschlands nach Palästina das Jahres-Ergebnis 1933 ( 11 359 000 RM.) bereits zu 75% erreicht und den Jahresexport 1932 (8 036 000 RM.) um 6ü/ü überschritten: ein beachtliches Ergebnis, unter Berücksichtigung der oben erwähnten handelspolitischen Hindernisse und der sonst durchweg stark rückläufigen Ziffern der deutschen Aufjenhandelsstatistik. Trotzdem kann keineswegs von einem forcierten Verlustex-, port oder gar von einem Dumping die Rede sein; im Gegenteil, die erzielten Preise sind, dem Vernehmen nach, durchweg zufriedenstellend. Das erweist schon die Tatsache, dafj — mit Rücksicht auf die bestehenden Sonderkonten — der Vejjusfausgleich durch das Zusatzausfuhr-Verfahren für den PälastTnaexport nicht zugeBilligf "wird; so dafj das ganze Geschäft durchweg auf regulären Abschlüssen basiert. — Auch in Bezug auf die Abwicklung der Geschäfte konnten wir bei unseren Rundfragen nirgends Klagen hören. Wenn auch in den Vorverhandlungen hie und da Verzögerungen eintreten, werden die abgeschlossenen Geschäfte prompt abgewickelt; die Verrechnungen geben zu" keinen Beschwerden Anlafj und wer die Verhältnisse des Orientexportes kennt, wird diesen Umstand nicht hoch genug veranschlagen müssen. — Die Transportprobleme sind durch die moderne Hafenanlage in Haifa ganz wesentlich günstiger zu lösen, als es bisher der Fall war. Ob und wieweit diese zweifellos günstigen Resultate der deutsch-palästinensischen Handelsbeziehungen auch in der Zukunft zu erzielen sein werden, hängt natürlich von dem Fortbestand der palästinensischen Konjunktur ab. Hier scheint eine Wir bringen demnächst eine Artikelserie: 4 Haüauc^ seUe* Pxd&diua optimistische Auffassung durchaus gerechtfertigt. Der starke Kapitalzustrom, der die auch dieses Jahr wieder einwandernden ca. 40 000 Immigranten begleitet, sucht jetzt vor allem in der Industrie lohnende Anlage und — nach aller nationalökonomischen Theorie und Erfahrung — ist dieser Zustand nahezu ein Garant für eine anhaltende Konjunktur. Dabei ist es ein beachtliches Zeichen der Expansiqnsbestrebungen der jüdisch-palästinensischen Wirtschaft, dafj man bereits allenthalben Ansätze einer "Exportproduktion findet, die sich auf die Versorgung der Nachbarmärkte einrichtet. Das alles sind Faktoren, die eine weitere Ausdehnung des deutschen Exportes durchaus begünstigen, und man wird nicht allzu optimistisch sein, wenn man den Gesamtexport für 1934 auf annähernd 20 Millionen RM. schätzt. Statistiken, Umfragen und persönliche Besprechungen ergeben nun einen Ausblick auf die Warenbranchen, die von einer zu erwartenden Exportsteigerung getroffen werden. Besonders stark ist der Anteil der Maschinenbranche am palästinensischen Markt. Er beträgt rund 40 Prozent des Gesamtexportes. Eine Anfrage bei der Wirtschaftsgruppe „Maschinenbau" (Hauptgruppe II der Deutschen Wirtschaft) über die bisherigen Erfahrungen ergab folgende Aufstellung von Maschinen, deren Exportmöglichkeit aus der Praxis besonders günstig beurteilt wird: Werkzeugmaschinen Baumaschinen Holzbearbeitungsmaschinen Fördermittel Webereimaschinen Nähmaschinen Wäschereimaschinen Verbrennungsmotore Ventilatoren Kältemaschinen Kalksandsteinmaschinen Druckmaschinen Bäckereimaschinen Fleischereimaschinen Geldschränke Kohlensäure-, Trockeneis-, Sauerstoff. Drahtbearbeitungsmaschinen (anlagen Konservenmaschinen In stärkerem Mafje dürften ferner die Artikel der Glas- und Porzellan industrie in den Vordergrund treten. Vor allem