Palästina-Nachrichten
- Journal
- Palästina-Nachrichten
- Volume
- 1 (1934)
- Issue
- Heft 9 (6.8.1934)
- Date
- 1934-08-06
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Banken — Geldverkehr Kapitalerhöhung „Bank of Tel-Aviv, Ltd." in Tel-Aviv. Von 2000 auf 10000 £P. Bank-Filial-Gründung H a i f a. Die „Holland'sche Bank Unie N. V. Amsterdam", die in verschiedenen Stödten wie in Konstantinopel und Buenos Aires, Rio, Santos usw. Zweigniederlassungen unterhält, hat jetzt auch in Haifa im neuen Merkaz Mischari (Business Centre) eine Niederlassung eröffnet. Geldumlauf in Palästina In Palästina waren* an Zahlungsmitteln zu Anfang Juni 1934 insgesamt 4129 664 (Anfang Mai: 4054664) £P in Umlauf, davon an Münzen 422 368 (423928) und an Banknoten 3707 296 (3 630 736). Die — geringfügige Zunahme, fast ausschließlich auf den Notenumlauf begrenzt, ist wohl auf den erhöhten Geldbedarf für Lohnzahlungszwecke anläßlich der seit Ende Mai im Gang befindlichen Getreideernte zurückzuführen. Der Zahlungsmittelumlauf Palästinas hat am 1. Juli 1934 insgesamt 4 219 664 (1. Juni: 4129 664) £P erreicht; davon entfielen auf Münzen 428 828 (422368) £P und auf Banknoten 3790836 3 707 296) £P, so daß eine Zunahme insbesondere bei den Banknoten zu bemerken ist. Verkehrswesen Spätabend-Autobusverkehr Tel-Aviv — Jerusalem Die Autobus-Genossenschaft „Egged, Ltd." hat auf ihrer Linie Tel-Aviv—Jerusalem neuerdings einen Spätabenddienst eingerichtet. I Ergänzungen zur Verkehrsordnung Die palästinensische Verkehrsordnung („Road Transport Ordinarice, 1929") ist durch neue wichtige Bestimmungen ergänzt worden. Die Arbeitszeit für Autobusführer wird auf höchstens 12 Stunden täglich begrenzt, dabei die Höchstdauer einer ununterbrochenen Dienstleistung auf 8 Stunden. Außerdem haben die Vorschriften über das Parken auf öffentlichen Straßen und Plätzen, sowie über den Fahrverkehr (Straßenbenutzung, Ueberholen usw.) eine Verschärfung erfahren. Straßenbauten durch die Wüste - Für Zwecke einer englischen Gesellschaft zur Ausbeutung von Minerallagern am Toten Meer Jerusalem (Palnews). Unter den von der Regierung beabsichtigten Straßenbauten befinden sich Asphaltstraßen von Hebron nach Ani Jidi am Toten Meer und Bethlehem nach dem Kloster Marsaba, die durch unbewohntes Wüstengebiet führen. N Der Zweck, den diese Asphaltstraßen in der Wüste erfüllen sollen, ist unklar. Gerüchtweise verlautet seit einiger Zeit, daß eine englische Gesellschaft Minerallager am Toten Meer auszubeuten gedenke und der Straßenbau den Zwecken dieser Gesellschaft diene. * Direkter Autoverkehr Haifa-Bagdad Der direkte Autoverkehr Haifa—Bagdad und umgekehrt ist eröffnet. Fahrtdauer 36 Stunden. Preis 5 £P bzw. 6 £P. Abfahrt in Bagdad jeden Montag, in Haifa jeden Donnerstag. Jaffa oder Haifa? Da der Beschluß, den Einwandererverkehr in Haifa zu konzentrieren, die Jaffaer Verkehrsinteressenten außerordentlich verstimmt hat, wird seitens der Regierung jetzt eine Art Kompensation für Jaffa erwogen, und zwar in der Weise, daß künftig die Orangenverschiffung einheitlich in Jaffa zusammengefaßt werden wird. Dies hängt wiederum mit dem Reorganisationsplan der Eisenbahn zusammen (Bau einer Hafenanschlußbahn für Jaffa). betreffenden Ländern zu weitgehender Selbstverwaltung übergeben werden sollen. Die diesbezüglichen Verhandlungen mit dem Irak sind bereits dem Abschlüsse nicht mehr fern; der Freizonen- und Transitvertrag soll außerdem durch ein Zollabkommen ergänzt werden. Die Verhandlungen mit Persien dürften noch einige Zeit beanspruchen, da auch Syrien und die Türkei als Bewerber um den persischen Transitverkehr auftreten. Güteraustausch mit Syrien und Libanon Wie die französische Mandatsverwaltung mitteilt, haben Syrien und Libanon im 1. Halbjahr 1933 aus Palästina für 364372 syr. Pfund an Waren importiert und nach Palästina für 1 293 532 syr. Pfund exportiert. Marktregulierungsbestrebungen der Jaffa Citrus- Exchange - Verhandlungen mit den Schiffahrtsgesellschaften über Änderung der Bestimmungshäfen. Jaffa (Palnews). Die Jaffa Citrus Exchange ist mit den Schiffahrtsgesellschaften in Unterhandlungen über Verschiffungsfragen in der nächsten Saison eingetreten. Neben Fragen, die die Beladung der Schiffe betreffen (Maximalladung u. a.), handelt es sich bei diesen Verhandlungen vor allem auch um das Problem der Marktregulierung. Die Jaffa Citrus Exchange ist bestrebt, das Recht zu erhalten, den Bestimmungshafen eines Schiffes zu ändern, falls sie das im Interesse der Marktlage als notwendig erachtet. Die Bestrebungen der Citrus Exchange, einen Einfluß auf die Belieferung der einzelnen Importhäfen und -länäer zu gewinnen, stellen die ersten Ansätze zu einem „orderly marketing" (Marktregulierung) dar und sind im Interesse einer gesunden Preisentwicklung durchaus zu begrüßen. Sie sind geeignet, ein zeitweiliges Ueberangebot an einzelnen Häfen hintenanzuhalten und das Angebot gleichmäßig über die verschiedenen Importgebiete zu verteilen. Nachbarländer Außenhandel Palästina-Außenhandel im Februar 1934 Die amtlichen Ergebnisse des palästinensischen Außenhandels für Februar 1934, soeben publiziert, lassen eine Wareneinfuhr von 928 383 (Februar 1933: 690242) £P und eine Warenausfuhr von 567 364 (527 481) £P erkennen. Im Berichtsmonat waren die wichtigsten Bezugsländer der Einfuhr Großbritannien mit 163 415 (97 926) £P. Deutschend mit 107 711 (69 139) £P und USA. mit 83 739 (37 312) £P. Die führenden Absatzländer der Ausfuhr waren Großbritannien mit 303040 (360559) und Deutschland mit 167 214 (83 947) £P, während alle sonstigen Absatzländer unterhalb der 20 000 £P-Grenze blieben. Transit-Hafen Haifa Im Haifaer Hafengelände werden in nächster Zeit be-* stimmte Bezirke für den Transitverkehr nach dem Irak und nach Persien abgegrenzt, die nach Art des Freizonenverkehrs den Ägypten Vom 1. Januar bis 30. April 1934 wurden insgesamt 6920 Wechselproteste aufgenommen. — Im 1. Vierteljahr 1934 bezifferte sich der Gesamtexport auf 9127112 (1. Vierteljahr 1933 6 813 147) £P, davon nach Großbritannien 35 (i. V. 40) Prozent, Deutschland 12 (9), Frankreich 10 (13), Italien 7 (7). USA. 6 (3). Im gleichen Zeitraum betrug der Gesamtimport 6727415 (6 333 504) £P, davon aus Großbritannien 22 (24) Prozent. Japan 11 (10), D e u t s c h I a n d 7 (8), Italien 7 (9), Belgien 6 (5). — In Moharrem-Bey bei Alexandrien ist ein neuer Güterbahnhof der Staatsbahnen eröffnet worden. — Die Konkurse im April 1934 entsprachen mit 16 dem gleichen Vorjahrsmonat. Syrien und Libanon Die wichtigsten Industrien im Gebiete des Gliedstaates Groß-Libanon erreichten 1933 folgende Produktionsmengen: 200u000'kg Kokons, 1000 kg Seide, 74000 Tonnen Zement, 40 000 kg Zündhölzer, 31000 kg Biskuits, 2000 kg Schokolade, 3600 kg Marmeladen, 8000 Hektoliter Bier. — Die führenden Industriebetriebe in Damaskus haben Ihre korporative Beteiligung an der nächsten italienischen Levantemesse in Bari beschlossen. — Die französische Mandatsverwaltung hat sich, nach dem Vorbilde der britischen Palästinaverwaltung, dafür entschieden, auch für Syrien und Libanon eine Großfunkstation zu errichten. — In Syrien und Libanon sind gegenwärtig 21 315 Kraftfahrzeuge im Verkehr. — Am 1. September wird die neue Fernsprechleitung Beirut—Bagdad eröffnet werden. Irak Erstmalig ist mit Afghanistan eine regelmäßige Postverbindung — einmal wöchentlich in beiden Richtungen — aufgenommen worden. Der neue Handelsvertrag mit der Türkei wurde soeben amtlich veröffentlicht. Der seit längerer Zeit geplante Warenaustausch mit Japan kommt jetzt praktisch in Gang. In Basra träfen zwei japanische Dampfer mit Industriewaren, ein; sie werden für den Gegenwert irakische Datteln übernehmen. — Für die nach dem Irak exportierenden Filmproduzenten ist es wichtig, daß eine neue dortige Vorschrift künftig für alle öffentlich zu zeigenden Filme Begleittexte in arabischer Sprache obligatorisch macht. — Die neuesten Bauprogramme der Regierung sehen den Ausbau der Autostraße Bagdad—Mossul (455 km), verschiedene Brückenbauten und Ameliorationen vor; die Stadt Basra hat umfassende Bohrungen zwecks Verbesserung ihrer Wasserversorgung eingeleitet. 6