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Palästina-Nachrichten · 1934-05-03 · Heft 3 (3.5.1934) · p. Seite 6

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Journal
Palästina-Nachrichten
Volume
1 (1934)
Issue
Heft 3 (3.5.1934)
Date
1934-05-03
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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England abzuleiten. — Das ägyptische Landwirtschaftsmmiste- ' rium hat zwei Sachverstandige nach Palastina entsandt, um dessen Bananenkultur kennenzulernen und daraus Erfahrungen für Aegypten zu gewinnen. Neue Obst- und Gemüse-Versuchsstation Die Regierung beabsichtigt die Errichtung einer Gartenbauversuchsstation in Farwana bei Beisan. Die erforderlichen Boden-Enteignungen sind bereits eingeleitet. Die Besiedlung des Haifa-Boy Geländes Die Jewish Agency wird nunmehr die Besiedlung der Kischon und Scheik-Abrek-Böden im HaUa-Bay-Gelände des Keren Kajemeth beginnen, nachdem sie soeben die letzte Ra e der Anleihe von 10 000 £P erhalten hat, die die South Africa (Binyan) Co., Ltd., in Haifa ihr dafür auf fünf Jahre gewährte. Gartenbau-Versuchsstation bei Beisan Die Regierung hat bei Sarafand eine neue Versuchsstation für* Obstkultur und Gemüsebau in Betrieb genommen. Industrie und städtische Kolonisation Palästinensisches Kohlepapier Die neue Kohlepapierfabrik „Penguin" in Tel-Aviv hat kürzlich ihre ersten Erzeugnisse auf den Markt gebracht. Verlegung der Fabrik für künstliche Zähne Tel-Aviv (Palnews). — Die Fabrik für künstliche Zähne „Blum" wird inCypern eineFabrikfiliale errichten. Die Eröffnung dieser Fjliale hat den Sinn, für den Export nach England in den Genuß cfer Imperial Preference zu kommen, da Cypern als britische Kolonie in die Imperial Preference einbezogen ist, während Palästina als Mandatsgebiet außerhalb derselben steht. Brauerei in Rischon-Ie-Zion Das französische Konsortium, das die Errichtung einer Brauerei in Rischon-Ie-Zion betreibt, hat Ingenieure entsandt, die sich gegenwärtig mit den Vorarbeiten beschäftigen; Man rechnet mit einem erforderlichen Kapitalaufwand von insgesamt 50000 £P. Palästinas Bier-Import ist von 835 000 Liter in 1932 auf 1 050 000 Liter im Jahre 1933 gestiegen. Silikat-Ziegelfabrikation in Haifa Die Erzeugnisse der neuen „Haifa Silicate Brick Works" werden binnen kurzem auf dem Markt erscheinen. Soeben ist das Büro der Firma eröffnet worden. Haifas Budget im neuen Finanzjahr Während die Stadt Haifa im neuen Finanzjahr 1933/34 ihren Haushalt mit rund 57 000 £P abschloß, ist soeben für 1934 35 ein Budget in Höhe von 75800 £P genehmigt worden. «■ Die überaus günstige Finanzlage, dank konjunkturell bedingter hoher Steuererträge, erlaubt es, im neuen Jahr ein außerordentliches städtisches Bauprogramm, besonders für Kanalisation, im Umfange von 34 300 £P durchzuführen. Kosmetische Fabrik in Haifa Unter der Firma „Sulamith" wird in nächster Zeit in Haifa eine neue Fabrik kosmetischer Erzeugnisse, die mit modernsten Maschinen und Apparaturen ausgerüstet ist, den Betrieb auf-, nehmen. Ihr Fabrikationsprogramm umfaßt eine Reihe bisher in Palästina unbekannter Spezialitäten. Errichtung einer öolvanisierätistalt in Tel-Aviv Tel-Aviv (Palnews). — In Tel-Aviv wird in Kürze eine Fabrik eröffnet, die sich mit Vernickelung, Verchromung, Kupferbedeckung und sonstigen Metallbearbeitungen jeder Art und Größe befassen wird, v Mit der Fabrik wird gleichzeitig eine modern eingerichtete Reinigungsanstalt errichtet- Diese Fabrik wird die Errichtung von Unternehmen ermöglichen, die Metallerzeugnisse produzieren, die der Galvanisierung bedürfen. Neuer Bodenerwerb auf dem Karmel Zu den bisher 15 000 Dunam jüdischen Bodens auf dem stadtnahen Karmel sind im Laufe der letzten Monate durch die P.L.D.C., die Gruppe Löwy und andere Gesellschaften und Privatleute weitere ca. 1000 Dunam aus nichtjüdischer Hand erworben worden. Die Entwicklung des Karmel hat durch Anlage wichtiger Straßen und den Ausbau des Wasser- und Elektrizitätsnetzes große Fortschritte gemacht. Die Bautätigkeit in diesem Sommer wird etwa 100 Häuser umfassen, wobei zu bedenken ist, daß in den Jahren 1929 bis 1931 auf dem Karmel überhaupt kein Haus von Juden gebaut wurde; erst im Jahre 1932 begann die Löwygruppe 4 Häuser zu errichten und eine neue jüdische Entwicklung auf dem Karmel zu beginnen, im Jahre 1933 wurden cp. 25 Häuser von Juden errichtet. Der Westlnghouse-Konzern Der internciticfriöt bekannte elektrotechnische Konzern „Westinghouse" hat seine Palästina-Vertretung der Firma „Levinson Bros., Eng., und Svislotzky Bros." in Tel-Aviv übertragen. Nachbarländer Jemen In Sanaa ist ein Gesandter der niederländischen Regierung eingetroffen, um auf Grund des kürzlich ratifizierten niederländisch-jemenitischen Freundschafts- und Handelsvertrags die Wirtschaftsmöglichkeiten im Jemen zu studieren. Saudi-Arabien (Nedschd-Hedschas). Als Notstandsmaßnahme im Hinblick auf die große Arbeitslosigkeit hat die Regierung den modernen Ausbau der Straßen zwischen Mekka, Medina und Dschidda beschlossen. Irak In der Nähe von Teheran wurde kürzlicrj eine Zementf a b r i k vom Schah persönlich eingeweiht. Aus Damaskus stammende Seidenspezialisten haben in Teheran einen Aufruf zur Kapitalzeichnung für eine modern ausgerüstete Seiden-Spinnerei und -Weberei erlassen. Bagdad (Palnews). — Aus Bagdad wird gemeldet, daß die irakisch-japanischen Verhandlungen zum Abschluß eines Handelsvertrages mit Japan geführt haben, durch den die Einfuhr japanische? Waren gegen den Export irakischer Waren nach Japan (Früchte, Wolle u. a.) geregelt wird. Die Verhandlungen setzten auf die Presseangriffe gegen die japanische Einfuhr ein. Der Vertrag wird im Irak als ein großer Erfolg angesehen. Aegypten (Eigene Meldung.) Die Verwaltung des Getreidehafens zu Alexandrien wird demnächst vom ägyptischen Staat der Stadtgemeinde Alexandrien, zunächst bis 1942, übertragen werden. Schon^heute sind die Maschinen und Anlagen des Getreidehafens zur Hälfte Kommunaleigenttrm. — Auf die Gefährdung des englischen Textilexports nach dem Orient durch die japanische Konkurrenz weist eine Mitteilung der Londoner ägyptischen Gesandtschaft hin, wonach die Ausfuhr von Baumwollwebwaren aus Lancashire nach Aegypten in den ersten acht Monaten 1933 nur noch 44400000 Quadrat-Yards betragen hat, gegenüber 59000000 im entsprechenden Vorjahrszeitraum. — Die kürzlich durchgeführte zweite Erhöhung des Nil-Staudammes von Assuän ermöglicht es, in Ober-Aegypten von jetzt an ständig (bisher nur zeitweilig) mindestens 200000 Feddan (1 Feddan 4200 qm) dem Reisbau zu widmen, ohne Rücksicht auf den Nil-Wasserstand. — In Aegypten werden zur kommenden Saison erstmalig Fabriken für Trockeneis den Betrieb aufnehmen. — Die erste ägyptische Glühlampenfabrik, in Ragheb Pascha bei Alexandrien, die gegenwärtig 2000 Lampen täglich produziert, wird Mitte Mai durch Inbetriebnahme neuer Anlagen ihre Tagesleistung auf 5000 Stück erhöhen. Wie Exzellenz Mahmoud Shaker Pascha, Generaldirektor der Aegyptischen Staatsbahnen, soeben erklärte, besteht die Absicht, im Laufe der nächsten zehn Jahre ein System elektrischer Untergrundbahnen in Kairo zu schaffen, zunächst durch Bau einer unterirdischen Verbindungslinie zwischen den zur ^lektrifizierung^vorgesehenen Vorortsstrecken nach Heluan und Matariah. — Der Mindestsatz der ägyptischen Kraftwagensteuer soll auf 5 £E normiert werden. Cypern (Eigene Meldung.) In Lamarka wird ein neuer Marktplatz angelegt werden, wofür die englische Kolonialregierung ein Darlehen von 13000 £ an die Stadtverwaltung gewähren wird. — IrmLaufe der nächstenH8 Monate soll ein die ganze Insel umspannendes Fernsprechnetz ausgebaut werden. — Die Marktlage für die wichtigsten Exportprodukte Cyperns ist günstig. Für Asbest liegt das Vierfache an Aufträgen im Vergleich zum Vorjahr vor. Johannisbrotabsatz nach England erfolgt zu anziehenden Preisen. In Rosinen sind die Vorräte bei guter Nachfrage fast erschöpft. Erläuternd sei bemerkt, daß Cypern als britische Kronkolonie die „Imperial Preference" genießt, was im besonderen bei der Belieferung Englands einen erheblichen Vorteil gegenüber der griechischen und türkischen Konkurrenz bedeutet. 6

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