Nachrichtendienst
- Journal
- Nachrichtendienst
- Volume
- 1928
- Issue
- Heft 5 (Juni 1928)
- Date
- 1928-06-01
- Page
- Seite 16 (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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18 - Ein Jahrzehnt der Wohlfahrtspflege des Deutsch-Israelitischen Gemeindebundes. Von Dr. Wilhelm N e u m a n n. Aus der Tätigkeit des Hilfsvereins der deutschen Juden in den letzten 10 Jahren. Von Dr. Mark Wischnitzer. Jüdische Wanderfürsorge und Arbeitsnachweise. Von S. Adler-Rudel. Ein Nachruf 'für die am 14. Mai d. I. verstorbene Frau Henriette May, Mitbegründerin und stellvertretende Geschäftsführerin der Zentralwohlfahrtsstelle der deutschen Juden, von Frau S. Wronsky, sowie ein Nachruf von Dr. Wi schnitz er für Hern: Dr. Paul Nathan, bringen von neuem zum Bewußtsein, welche Verluste die jüdische Wohlfahrtspflege in der letzten Zeit erlitten hat. Schließlich ist in dem Heft der Zedakah noch ein durch den Erlaß des Gesetzes zur Bekämpfung der Geschlechtskrankheiten zur Zeit besonders bedeutungsvoller Aufsatz von Rabbiner Dr. Eschelbacher-Düsseldorf über „Jüdische Weltanschauung und Verhütung der Geschlechtskrankheiten" enthalten. Durch die ausführlichen Darstellungen erhalten wir ein anschauliches Bild von dem Werden und Wesen der jüdischen Wohlfahrtspflege in Deutschland, von der Zusammenfassung aller Kräfte zur Bewältigung der mannigfaltigen und großen Aufgaben urrd von den Leistungen der einzelnen Organisationen auf allen Gebieten der sozialen Fürsorge. Die Zedakah ist bei der G e s ch ä f t s st e l l e der Zentralwohlfahrtsstelle der deutschen Juden, Berlin-Charlotte nburg 2, Kantstraße 158II, zum Preise von Mk. 1,50 für das Heft zu beziehen. Eine kleine Schrift: Die Zentralwohlfahrtsstelle der deutschen Juden — was sie ist und was sie will — ist erschienen und kann unentgeltlich von der Geschäftsstelle: Berlin- Charlottenburg 2, Kantstraße 158, bezogen werden. Berthoid Rosenthal. Heiinatgeschichte der badischen Juden seit ihrem geschichtlichen Auftreten bis zur Gegenwart. Druck und Verlag: Konkordia-A.-G., Bühl/Baden. 1927. 532 S. Preis: geb. Mk. 10,—. Geschichtswerke verbinden selten anschauliche Darstellung mit strenger Wissenschaftlichkeit. Rosenthals Buch gehört zu diesen Seltenheiten. Der Verfasser hat es verstanden, die Schicksale der badischen Juden immer im Zusammenhänge zur Landesgeschichte einerseits und der Geschichte der jüdischen Gesamtheit andererseits zu betrachten. Besonders wertvoll sind seine Schilderungen des jüdischen Lebens und der rechtlichen, kulturellen und wirtschaftlichen Verhältnisse der badischen Juden während des Mittelalters, der Reformations¬ und der Revolutionszeit. Ferner sind die Ausführungen über die Stellung der badischen Juden zu den Resormbestrebungen von besonderem Interesse. Was dem Rosenthalschen Buche aber für den in der Wohlfahrts- und Jugendpflege Stehenden außerordentlichen Wert verleiht, ist das verständnisvolle Eingehen auf die badische Wohlfahrts- und Jugendpflege. Wir finden auf sorgfältigem Quellenstudium beruhende Angaben über Entstehung, Entwicklung und Umfang der zahlreichen Vereine, Einrichtungen und Anstalten. Das Buch ist als Beitrag zur Geschichte des jüdischen Wohlfahrtswesens von hohem Wert. F. Fr. V. Schaeffer: Frankfurter Armen- und Wohlfahrtspflege in alter und neuer Zeit. Verlag Josef Reusch, Frankfurt a. M. 1927. 237 S. Der Verfasser zeichnet u. a. das Verhältnis der Juden zu der nichtjüdischen Umwelt in Frankfurt am Main und gibt außerdem eine eingehende Darstellung des jüdischen Wohlsahrtswesens. Solange die Juden in Frankfurt nicht im Besitz der Bürgerrechte waren, schlossen sie sich eng zusammen und brachten ihre Einrichtungen der Wohlfahrtspflege in Form der Selbsthilfe zu einer außerordentlichen Blüte. Allmählich aber, mit dem Anwachsen der jüdischen Bevölkerung, machte sich, wie der Verfasser eingehend aussührt, der Mangel einer Organisation geltend. So wurde 1845 der jüdische Almosenkasten (parallel zu dem allgemeinen Almosenkasten) eingerichtet. Auch die jüdisch-soziale Vereinstätigkeit war zwischen 1840 und 1860 sehr rege. Besonders eingehend schildert Schaeffer die jüdischen Fürsorgemaßnahmen als Leistungen auf Gegenseitigkeit. Ein besonderes Kapitel ist der jüdischen Wohlfahrtspflege in der neuen Zeit gewidmet. Auch hier sieht der Verfasser in der starken Verbundenheit der jüdischen Gemeinschaft die Ursache der großen Leistungen auf sozialem Gebiete. Während aber in der allgemeinen Fürsorge mit dem Wachsen der Stadt die Initiative und Hilfsbereitschaft der privaten Kreise immer mehr zurücktrat, wurde sie von den Juden auch dann sestgehalten, als diese der öffentlichen Fürsorge gegenüber die gleichen Rechte wie alle anderen Staatsbürger beanspruchen konnten. „Die Entwicklung der neueren jüdischen Fürsorge" glaubt Schaeffer dahin charakterisieren zu können, „daß einerseits versucht wird, den alten Standpunkt einer für sich arbeitenden privaten Einzelfürsorge aufiecht zu erhalten und auf der anderen Seite sie sich 'im Laufe der Jahre immer eifriger bemühte, diese zusamnrenfassend und planmäßig zu organisieren. Das Endziel der letzteren Bewegung ist der möglichst enge Anschluß der Einzelfürsorge an die Gemeinde, ein Ziel, das, vom jüdischen Standpunkt aus gesehen, eine Art Verstaatlichung dieser Einzelfürsorge durch den Staat, d. h. durch die jüdische ^7^'^alsgemeinschaft darstellt." Auch diese sorgfältig angestellte Untersuchung gibt einen wertvollen Beitrag zu der Geschichte der jüdischen Wohlfahrtspflege. Verein selbständiger Handwerker jüdischen Glaubens e. V. Berlin. Handbuch mit Mitgliederverzeichnis 96 Seiten. Selbstverlag Berlin NO. 18, Große Frankfurter Str. 80/81. Die Erziehung der Schulpflichtigen und Jugendlichen in jüdischen Heimen. Ein Beitrag zur Geschichte der jüdischen geschlossenen Jugendwohlfahrtspflege in Deutschland unter besonderer Berücksichtigung ihrer sozialpädagogischen Bedeutung. Von Dr. Henni Coblenz, Köln. 87 S. Philo- Verlag, Berlin. Preis: Mk. 2,50. Spiro, I.: A.B.C.-Ratgeber für Badereisende. Die Heilmittel und Einrichtungen in den deutschen Kurorten und Ratschläge für ihre zweckmäßige Benutzung. Bäder-Verlag, Bad Oynhausen. 2. Auflage. 300 S. Preis: Mk. 1,50. Das Buch enthält eine Ueberficht über die verschiedenartigen Heilmittel und Einrichtungen in deutschen Kurorten und Ratschläge für ihre zweckmäßige Benutzung. Für den Gebrauch der Wohlfahrtsstellen ist es durch die Angabe der Wohlfahrtseinrichtungen in den einzelnen Kurorten besonders zweckmäßig. Es müßte jedoch noch ergänzt werden durch Angaben über die Einrichtung der Mittelstandskuren, wenn irgend möglich mit Preisen und Bedingungen. Auch würde das Buch noch erheblich an praktischem Wert gewinnen, wenn ein Ortsverzeichnis angefügt wäre. Als Anlage ist ein Verzeichnis der jüdischen Hotels und Pflegeheime in deutschen Kurorten beigefügt. Beitrage zur planmäßigen Ausgestaltung der Erhvlungsfürforge für Kinder und Jugendliche. Bearbeitet von Oberregierungsrat a. D. Marie Baum, unter Mitwirkung von Dr. Erna Corte und Dr. Agathe Schmidt. (Mit 27 Karten, 3 graphischen Darstellungen und zahlreichen Tabellen.) Verlag F. A. Herbig, Berlin 1928, Preis: RM. 9,-, für Mitglieder RM. 8,—. Schriftenreihe des Deutschen Archivs für Jugendwohlsahrt Heft 7. Beiträge zur Lebenskunde der Jugendlichen. Jugend und Beruf. Veröffentlichungen des Preußischen Ministeriums für Volkswohlsahrt aus dem Gebiete der Jugendpflege, Schrift III. R. v. Decker's Verlag, Berlin W. 9. Preis: Mk. 1,25. Prof. D. Dr. Franz Keller. Jahrbuch der Caritas-Wissenschaft 1928. 171 S. Verlag des Institutes für Caritaswrssenschaften. Freiburg i. B. 1928. Preis: Mk. 3,—. Verantwortliche Schriftleitung: Dr. Friedrich Ollendorff, Berlin N 24, Oranienburger Straße 6g. — Dnrck: Hermann Wegner & Co., Bcrlin»Mariendorf.