Nachrichtendienst
- Journal
- Nachrichtendienst
- Volume
- 1928
- Issue
- Heft 3 (März 1928)
- Date
- 1928-03-01
- Page
- Seite 11 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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VIII. Mitteilungen des Archivs und Berichte Einleitende Uebersicht. Durch Auswertung des Archivmaterials konnten Berichte über die Arbeit jüdisch er Wohlfahrtsämter, Vereine und Anstalten, die vielfach An?- regungen und Mitteilungen von allgemeinem Interesse enthalten, bereits in den letzten Nummern des Nachrichtendienstes veröffentlicht worden. Vor allem aber hat die außerordentliche Vollständigkeit der Beantwortung der Fragebogen zum neuen „Führer für die Wohlfahrtspflege" das Archiv in den Stand gesetzt, aur alle allgemeinen und besonderen Anfragen, die insbesondere das Anstalts- und Vereinswesen betreffen, Auskunft zu erteilen und die Archiv-Material ien zur Einsicht und Bearbeitung zur Verfügung zu stellen. Wir sind gewiß, daß dadurch — besonders nach Erscheinen des neuen Führers — zahlreiche Fragen der wissenschaftlichen und praktischen Einzelberatung erschlossen werden. — Die Biblioth ek der Zentralwohlfahrtsstelle hat zwar im letzten Jahre, besonders auf jüdischem Gebiet, allerlei Ergänzungen erfahren, bedarf aber noch sehr dringend des Ausbaues. Vollständiger ist jetzt schon das Zeitschriftenarchiv, das uns . in den Stand setzt, im Nachrichtendienst eine eingehende Zeitschriftenübersicht zu geben. Im übrigen werden die Zeitschriften-Aufsätze kartothekmäßig nach Sachgebieten gesammelt und Zeitungsausschnittsammlungen hergestellt, um Material für die Bearbeitung einzelner Fragen zur Verfügung zu stellen. Im Laufe des nächsten Jahres wird eine eingehende Darstellung des gesamten Archivs gegeben werden, um es noch mehr als bisher für den praktischen und wissenschaftlichen Gebrauch auszuwerten. Schließlich sei in diesem Zusammenhang auch die Beteiligung der Zentralwohlfahrtsstelle an einer Reihe von Ausstellungen erwähnt. — Unser Wohlfahrtsfilm ,",Ein Freitagabend" erlebte bisher insgesamt 94 Aufführungen, und zwar 72 im Reich und 22 in Berlin. Aus den uns sehr zahlreich zugegangenen Pressestimmen, sowie vor allem aus den Aeußerungen unserer jüdischen Wohlfahrtsstellen ist zu ersehen, daß der Film überall Beifall fand und vor allem großen Erfolg auch dadurch hatte, daß. er zur Werbung neuer Kräfte und zur Gewinnung neuer Mittel beitrug. Aus Tätigkeitsberichten. Königsbergs Pr. Bikkur Chaulim, Hilfsverein für ostjüdische Kranke e. V. Geschäftsbericht für die Jahre 1924- 1925—1926. Tie Vereinstätigkeit ist durch die Inflation stark zurückgegangen. Von 34 000 Mark im Jahre 1913 sind die Gesamt einnah meu auf 8000 Mark im Jahre 1926 zurückgegangen, die Zahl der Mitglieder von 618 auf 329. Ta gleichzeitig aber auch die Zahl der Hilfesuchenden hauptsächlich Paßschwierigkeiten wegen geringer wurde, konnte der Verein seinen Etat im Gleichgewicht erhalten. Die Zahl der Unterstützungsfälle betrug im Jahre 1924: 66, 1925: 100, 1926: - 83. Verausgabt wurden im Jahre 1924: 7096 Mark, 1925: 10155 Mark, 1926: 7831 Mark. Israelitischer Verein für Krankenpflege und Beerdigung Chewra Kadischa. 22. Jahresbericht für das Verwaltungsjahr 1926. Der Verein stellt in den Vordergrund seiner Tätigkeit die Fürsorge für Hilfsbedürftige, insbesondere Kranke. Im Berichtsjahre wurden für laufende Un'erstütz ungen 6943 Mark, für einmalige Unterstützungen 427 Mark, für Aerzte, Medikamente, Bäder, Kurkosten 2449 Mark ausgegeben. Frankfurt a. M. Julius und Amalie Flersheim'sche und Ignatz und Anna Sichel-Stiftung. 8. Bericht. Tie Anstalt befindet sich im 64 .Jahre ihres Bestehens. Sie ist vorzugsweise für die Kinder der hiesigen Gemeinde bestimmt, die befähigt sind, eine höhere Lehranstalt zu durchlaufen. Die 14 Zöglinge der Anstalt besuchen das Philantropin. Sie erhalten in der Anstalt Wohnung, Nahrung, Kleidung und Schulmaterialien. Im Sommer wird für Landaufenthalt der Kinder gesorgt. Zur dauernden Stützung und Sanierung der Geldverhältnisse der Anstalt hat sich ein Patronatsherein gebildet. Rheydt. Israelitisches Mädchenwohnheim des Verbandes Jüdischer. Frauenvereine im Rheinland und Westfalen. In Rheydt ist Ostern 1927 ein Mädchenwohnheim für 16 jüdische Mädchen gegründet worden, um ihnen die Möglichkeit hauswirtschaftlicher und beruflicher Ausbildung in der staatlichen Handels- und Gewerbeschule für Mädchen in Rheydt zu geben. Das Heim ist in einem Einfamilienhaus mit Garten untergebracht. Ter Pensionspreis beträgt 100 Mark monatlich. Zuschüsse können hierzu gewährt werden. Nähere Auskunft auf Anfragen erteilt Frau Ruth Stern, Rheydt, Vierhausstraße 9. IX. Aus Zeitschriften (Abgeschlossen am 29. 2. 1928.) I. Allgemeines. Grundlagen der jüdischen Wohlfahrtsarbeit. Zedakah-Geist und Wohlfahrtspflege. Ansprache bei der Aufführung des Wohlfahrtsfilms „Ein Freitagabend" in München am 4. Dezember 1927. Von Leo Baerwald. Bayerische Israelitische' Gemeindezeitung, Nr. 2, Februar 1928. Von der Wohltätigkeit und den Wohltätern. B. Saphra. Gememdeblatt der israelitischen Gemeinde Frankfurt a. M Nr. 6, Februar 1928. II. Wirtschaftliche Fürsorge und sozialpolitischeGrenzgebiete. Tie neue jüdische Kreditgenossenschaft, James Goldschmidt, Berlin. Jüdische Arbeits- und Wanderfürsorge, Nr. 8. Februar 1928. Tie gemeinnützigen und unparteiischen Rechtsauskunftstellen. Oberregierungsrat Tr. Geyer, Chemnitz. Jüdische Arbeits- und Wanderfürsorge, Nr. 8. Februar 1928. Sabbathilfe. Jacob Cahn, Mainz. Der Israelit, Nr. 4, Februar 1928. Das Problem der jüdischen Arbeit in den alten Kolonien. Tr. Zwi Luft, Tel Awiw. Palästina, Monatsschrift für die Erschließung Palästinas, Nr. 1/2, Januar—Februar 1928. Tie Entwicklung des Arbeitsmarktproblems in Palästina in den letzten Jahren und die Arbeitslohnfrage. Tr. Walter Preuß, Tel Awiw. Palästina, Monatsschrift für die Erschließung Palästinas, Nr. 1/2, Januar—Februar 1928. III. JugeudWohlsahrt und Jugendbewegung. Schutz der Jugend. Dir. Tr. Elias, Fürth i. B. Der Israelit, Nr. 8, Februar 1928. Zur Frage unserer Jugendliteratur. Studienassessor Tr. Erich Klibansky. Breslauer Jüdisches Gemeindeblatt, Nr. 2, Februar 1928. Tie internationalen Beziehungen der jüdischen Jugendbewegung Deutschlands. Das junge Deutschland, Nr. 12, Dezember 1927. Wirken und Wollen der Bünde. Ernst Wolfs (Breslau). Werner Rosenstock (Berlin), Hans Rosenberger (Berlin). Von deutsch-jüdischer Jugend, Nr. 1/2, Februar 1928. Tie Junggruppe als jüdische Erziehungsgemeinschaft. Referat, gehalten auf der Führertagung der Junggruppen des Verbandes in Düsseldorf von Manfred Altmann, Trier. Ter Jugendbund, Mitteilungen des Verbandes der jüdischen Jugendvereine Deutschlands, Nr. 2, Februar 1928. IV. Bevölkerungsfragen. Mischehen. Herbert Philippsthal, Charlottenburg. Gemeindeblatt der jüdischen Gemeinde zu Berlin, Nr. 2, Februar 1928. Tie Bevölkerungsbewegung. Palästina, Monatsschrift für die Erschließung Palästinas, Nr. 1/2, Januar—Februar 1928. Jüdische Siedlungen in Rußland. Percy Meyer, Riga. Wochenblatt für den Synagogenbezirk Erfurt, Nr. 172, Januar 1928. Tie landwirtschaftliche Siedlungsbewegung des russischen Judentums. Dr. Max Kreutzberger, Berlin. Jüdisches Wochenblatt, Frankfurt a. M., Nr. 8, Februar 1928. Tie jüdische landwirtschaftliche Kolonisation in Rußland. Dr. Artur Ruppin, Jerusalem. Palästina, Monatsschrift für die Erschließung Palästinas, Nr. 1/2, Januar—Februar 1928. Tie jüdischen Siedlungsformen in Palästina. Agr. Hermann Hirsch, Tzt. Berlin. Palästina, Monatsschrift für die Erschließung Palästinas, Nr. 1/2, Januar—Februar 1928.