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Nachrichtendienst · 1927-04-01 · Heft 6 (April 1927) · p. Seite 19

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Journal
Nachrichtendienst
Volume
1926-1927
Issue
Heft 6 (April 1927)
Date
1927-04-01
Page
Seite 19 (sequence 19)
Language
German
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- 19 - Älkoholgenuß der jüdischen Jugend. Dr. Felix A. Theilhaber. Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden, 1926, Nr. 4/6. Das Tuberkulose-Problem bei den Juden. Prof. Dr. H. Strauß. Ose-Rundschau, Nr. 2, Febr. 27. Von der Kriminalität der deutschen Juden. Stud. jur. Ernst Keiser. Wochenblatt der Synagogen-Gemeinde Erfurt, 11. 2. 27. XII. besprochene und angegangene Bücher Jüdisches Jahrbuch für Groß-Berlin 1926. Ein Wegweiser durch die jüdischen Einrichtungen -und Organisationen Berlins. Bearbeitet und herausgegeben von Dr. Jacobsohn und Dr. Segall. Verlag Scherbel 6- Co., Berlin-Grunewald, 1927, 474 S., Preis Mk. 3,80. Aus dem vielseitigen Jahrbuch, das einen Einblick in das jüdische Leben Groß-Berlins in Vergangenheit und Gegenwart gibt, interessiert uns besonders die Darstellung der Wohlfahrtspflege: der Organisationen, Vereine und Anstalten. Nach einer interessanten Darstellung der geschichtlichen Entwicklung der gemeindlichen Wohlfahrtspflege wird der gegenwärtige Aufbau- und Aufgabenkreis des Wohlfahrts- und Jugendamtes der jüdischen Gemeinde charakterisiert. Es folgt sodann eine zahlenmäßige Uebersicht über die Tätigkeit des Wohlfahrts- und Jugendamtes und seiner Bezirke gegliedert sind. Ein nicht weniger vielgestaltiges Bild bietet die freie jüdische Wohlfahrtspflege die wie das Wohlfahrtsamt auf allen Gebieten der Wirtschafts-, Jugend- und Gesundheitsfürsorge arbeitet. Sodann folgt ein Ueberblick über das Anstaltswesen, bei dem den weitaus größten Raum die Einrichtungen der Jugendwohlfahrt einnehmen. Interessant ist eine Tabelle über die Gründe für die Anstaltsfürsorge der Kinder. Den Schluß der Darstellung bildet eine Uebersicht über die großen jüdischen Wohlfahrtsorganisationen, deren Sitz in Berlin ist. Ein Zeichen für die Leistungen der Berliner jüdischen Wohlfahrtspflege ist es, daß unter den zirka 300 aufgeführten Berliner Vereinen zirka 120 ganz oder teilweise Aufgaben der Wohlfahrtspflege erfüllen. Von der Hauptstelle für jüdische Wanderfürsorge liegt der erste Tätigkeitsbericht für die Jahre 1925 und 1926 vor. Der erste Teil des Berichtes gibt einen Ueberblick über die Organisation der auf dem Grundgedanken der Produktivierung und Arbeitsvermittlung beruhenden Tätigkeit der Hauptstelle, die im Jahre 1925 in Form einer Arbeitsgemeinschaft begründet wurde. Im 2. Teil werden die Tätigkeitsberichte der einzelnen der Hauptstelle angeschlossenen Provinzialkassen wiedergegeben, woraus sich ein Bild über den gegenwärtigen Stand der Organisation ergibt. Interessant ist ein weiterer Bericht über die Bestrebungen, internationale Beziehungen, vor allem zu den Deutschland benachbarten Staaten, zu schaffen und internationale Vereinbarungen zu treffen. Dem Bericht beigefügt sind statistische Tabellen über Umfang, Gliederung, Gründe und Kosten der Wanderung. Wir entnehmen daraus, daß von Juli 1925 bis Dezember 1926 24 009 Personen (22 000 Männer, 1902 Frauen, 1107 Kinder) die Provinzialkassen in Anspruch nahmen. Der Kostenaufwand betrug für sie Mk. 26 369,33. Unter den Gründen für die Wanderung steht an erster Stelle die Heimreise. Den Schluß des Berichtes bilden die Adressen der Provinzialkgssep jm Reiche, sowie ein Verzeichnis von Unterkunftsmöglichkeiten für jüdische Wanvcrer. Der Bericht kann von der Hauptstelle, Auguststraße l7 bezogen werden. Die Jüdische Kinder- und I u g e n d s i e d l u n g Bensch emen. lieber die Anfänge eines wichtigen sozial pädagogischen Werkes unterrichtet der vorliegende erste Jahresbericht der „Jüdischen Waisenhilfe" (Gesellschaft zur Förderung der Erziehung jüdischer Waisenkinder zu produktiver Arbeit). Der Gründer des jüdischen Volksheims Berlin, Dr. Siegfried Lehmann, hat in dem ebenfalls von ihm begründeten und geleiteten Kownoer Kinderhaus verlassene und verwahrloste Kriegs- und Pogromwaisen ausgenommen und zum Gemeinschaftsleben, zur Arbeit und zur Beherrschung eines vroduktiven Berufes erzogen. (Vergl. Lehmann: „Von der Straßenhorde zur Gemeinschaft" im Erziehungsheft des „Juden", Jüd. Verlag, Berlin.) Da die wirtschaftliche Lage des Ostens der Ausübung eines produktiven Berufes ungünstig ist, faßte Dr. Lehmann den Plan, mit Hilfe eines Kreises von Mitarbeitern und weiter Kreise des West-Judentums und nicht zuletzt mit Hilfe der Kinder selbst in Palästina eine aus Handwerk, Gärtnerei und Landwirtschaft beruhende Jugendsiedlung zu schaffen. Die Idee dieses neuen sozialpädw gogischen Versuches fand, wie der Bericht zeigt, stärkste Refo nanz im Judentum verschiedener Länder, vor allem in Deutschland. Nachdem der Keren Kajemeth ein geeignetes Gelände und Gebäude der jüdischen Waisenhilfe in Erbpacht überlassen hatte, siedelte Dr. L. im vergangenen Jahre mir der 1. Gruppe Kownoer Kinder, welche das Kinderdorf Benschemen unter Anleitung von Fachleuten ausbauen sollten, nach Palästina über. Heber weitere Einzelheiten der jüdischen Waisensiedlung, die den Gedanken einer produktiven Erziehungsgemeinschaft verwirklichen will, ferner über die Organisation und die Art der Finanzierung unterrichtet der vorliegende Bericht (zu beziehen von der Jüdischen Waisenhilfe E. V., Berlin W. 5t), Passauer Straße 24). D i e Juden in Prag. Bilder aus ihrer 1000 jährigen Geschichte. Festgabe der Loge Praga des Ordens B'nai B'rith zum Gedenktage ihres 25 jährigen Bestandes. Prag 1927. Jm Selbstverlag. Wohlfahrtspflege, eine Auswahl der wichtigsten und neueren Literatur, herausgegeben von der Deutschen Frauen buchhandlung, Charlottenburg 5, Holtzendorfstraße 2, 24 2., Preis 50 Pfg. Das vorliegende Verzeichnis, die wesentlich erweiterte und verbesserte Auflage des Katalogs „Bücher für Wohl fahrtspflegerinnen", kann als guter Führer durch die soziale Literatur angesehen werden. Besonders zu begrüßen ist die systematische Einteilung, die eine große Erleichterung für die Handhabung bedeutet. Ausbildung und Fortbildung der beruflich tätigen Kräfte in der Jugendwohlfahrtspflege. Borbericht zur Tagung des Deutschen Archivs für Jugendwohlfahrt am 23. und 24. Juni 1927 in Potsdam. Berlin 1927. Schriftenreihe des Deutschen Archivs für Jugendwohlfahrt, Heft 6. F. A. Herbig Verlagsbuchhandlung G. m. b. H. 96 Seiten, Preis Mk. 3,—. M i t t e lst and s ku r e n. Eine balneologische Zeitfrage in der Gesundheitsfürsorge von Medizinalrat Dr. Margulies. Den Deutschen Kommunal-, Schul- und Fürsorgeärzten vom Magistrat der Stadt Kolberg. 10 Seiten. Die Bekämpfung der Tuberkulose. Zusammenstellung der sanitären und fürsorgerechtlichen Vorschriften. Berlin, Carl Heymanns Verlag, Berlin 1927. 34 Seiten, Preis Mk. 1,50.

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