Nachrichtendienst
- Journal
- Nachrichtendienst
- Volume
- 1928
- Issue
- Heft 1 (Januar 1928)
- Date
- 1928-01-01
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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-r- 6 — Commiteehat seine Tätigkeit für die russischen Ueberlieger in Hamburg und Bremen, die wegen Ueberschreitung der russischen Quote nicht mehr nach den Vereinigten Staaten gelangen konnten, eingestellt. Die Fürsorge für sie wurde vom Hilfsverein der deutschen Juden übernommen. Die Zahl der Ueberlieger betrug im Jahre 1926 103. Die Ausgaben für die Emigration im Jahre 1926 betrugen einschließlich der vom U.E.C. vergüteten Auslagen ca. 129 000,— Mk. Durch Vermittlung des Hilfsvereins der deutschen Juden sind vom 1. 1. 26 bis zum 1. 4. 26 25 000,— § aus Süd-Amerika und Canada von dort ansässigen Personen an ihre Angehörigen in Rußland weitergeleitet worden. Für die ukrainischen Waisenkinder wurden 31000,— Mk. ausgegeben. Für die jüdischen Studierenden gelang es wie früher schon, durch größere Sonderbewilligungen der Jca und des Joint größere Mittel zur Verfügung zu stellen. So konnten im Winter 1926/27 86 Studenten ihr Studium in Deutschland beenden. Insgesamt sind seit 1924 112 988,— Mk. für diesen Zweck vom Hilssverein aufgebracht und dem Verband der Jüdischen Studenten zugesührt worden. Auf die neuen Arbeiten des Hilssvereins werden wir demnächst in anderem Zusammenhang« zurückkommen. P r o v i n z i a l v e r b a n d für j ü d is ch e Wohlfahrtspflege in der Rheinprovinz. Tätigreitsbericht für das Geschäftsjahr 1926/27. Die Tätigkeit des Provinzialverbandes erstreckte sich im Berichtsjahr ur der Hauptsache aus die Organisierung der Wohlfahrtspflege in den kleineren Gemeinden und ihre Entlastung. Das letztere erfolgte durch unmittelbare Gewährung von größeren Beihilfen an Unterstützungsbedürftige und durch Heranziehung öffentlicher Behörden zu den Aufgaben, zu denen sie gesetzlich verpflichtet sind. Aus öffentlichen Mitteler wurden im Jahre 1926/27 Mk. 23290,— beschafft, die zum Ausbau der Wohlfahrtsanstalteil verwandt wurden. Für Einzelunterstützungen hat der Provinzialverband Mk. 5 013,95 und für die Subventionierung anderer Wohlfahrtsstellen und Organisationen Mk. 2068,— verausgabt. Dem Provinzialverband, dessen Zusammenarbeit mit den einzelnen Gemeinden uird Anstalten als auch mit den Behörden und Spitzenverbänden der freien Wohlfahrtspflege sehr rege war, sind 48 Gemeinden und 70 Wohlfahrtsvereine an geschlossen. X. Veranstaltungen (Tagungen, Lehrgänge usw.) Zum Zwecke der Berichterstattung an den Herrn Reichsarbeitsminister bitten wir unter Bezugnahme auf unser letztes Rundschreiben und in Fortführung der Berichte über die Schulung der in der Wohlfahrtspflege tätigen Kräfte umgehend alle im Laufe des Kalenderjahres 1927 veranstalteten Kurse, Lehrgänge, Tagungen und Vorträge über Fragen der Wohlfahrtspflege mit Angabe. des Programms und der Dauer mitzuteilen. Am 13. und 14. November 1927 tagte in Frankfurt a.M. der soziale Ausschuß des allgemeinen Rabbi n e r v e r b a n d e s in Deutschland. Zu den Verhandlungen waren erschienen die Herren Dr. Baerwald-München, Rabbiner Dr. Eschelbacher-Düsseldorf, Dr. Horovitz- Frankfurt a. M., Dr. Joseph-Berlin, Dr. Lazarus-Wiesbaden, Dr. S. Levi-Mainz, Dr. E. Levy-Berlin, Dr. Neufeld- Elbing, Dr. Neumark-Duisburg, Dr. Steinthal-Münster als Mitglieder des Ausschusses. Bon benachbarten Rabbinern beteiligten sich die Herren Dr. Gradenwitz-Hanau, Dr. Hossmann-Franksurt a. M., Dr. Lazarus-Frankfurt a. M., Dr. Oppenheim-Mannheim und Dr. Wreschuer-Homburg v. d. H., als Gäste waren bei den. Verhandlungen zugegen die Herren Adler-Rudel-Berlirr für die Hauptstelle für jüdische Wanderfürsorge und Arbeitsnachweise und Dr. Ollendorsf- Berlin für die Zentralwohlfahrtsstelle der deutschen Juden. Zu den Verhandlungen über soziale Gerichtshilfe und Gesängnisfürsorge waren außerdem vier Damen des jüdischen Frauenbundes unter Führung der Frau Paula Ollendorfs-Breslau erschienen. Als Referent hatte sich - in dankenswertcr Weise Herr Justizrat Dr. Gröschner-Frankfurt a. M. zur Verfügung gestellt. Auf der Tagesordnung dieser Zusammenkunft, welche von Herrn Rabbiner Dr. Horovitz geleitet wurde, standen folgende Punkte: 1. Allgemeiner Geschäftsbericht (erstattet von Levi-Mainz). 2. Organisationssragen (Bericht erstattet von Horovitz- Franksurt a. M.). 3. Die Mischehe (Referat Eschelbacher-Düsseldorf). 4. Maßnahmen gegen die freiwillige Beschränkung der Kinderzahl bei den deutschen Juden (Referat Emil Levy- Bertin). _ 5. Der Mädchenhandelskongreß in London (Referat Go^' mann-Leipzig, in dessen Verhinderung vorgelesen Levi-Mainz). 6. Soziale Gerichtshilfe (Referat Herr Justizrat Dr. Gröschner-Frankfurt). 7. Gefangenenfürsorge vom Standpunkt des Gefängnisgeistlichen (Referat Joseph-Berlin). An alle Referate und Tagesordnungspunkte knüpfte sich eine lebhafte und ergebnisreiche Aussprache an, an welcher sich auch die Gäste beteiligten. Ueber verschiedene Punkte wurden Beschlüsse gefaßt, welche als Richtschnur für die soziale Arbeit der Rabbiner Verwendung finden sollen. Am 20. und 21. Januar 1928 findet in Berlin-Charlottenburg, Charlottenburger Rathaus, Märkischer Saal, Berliner Straße 72, veranstaltet vom V. Wohlsahrtsverband, eine Konserenz über Probleme der Gefährdung und Prostitution statt. Die Tagesordnung haben wir dem letzten Rundschreiben den uns uns angeschwssenen jüdischen Wohlsahrtsstellen schon beigefügt. Anfragen und Anmeldungen bitten wir an uns oder an den V. Wohlfahrts!- v erb and, Berlin N. 24, Oranienburger Straße 13/14, zu richten. Tie Deutsche Gesundheitsfürsorgeschule veranstaltet in Verbindung mit der Vereinigung für den Fürforgedienst im Krankenhaus in der Zeit vom 23.—27. Januar in Berlin im Hygienischen Jnstimt, Dorocheenftraße 28, einen Lehrgang zur Einführung in den Für sorgedien st im Krankenhaus. Die Vorträge finden am Montag, den 23., Diensrag, den 24., Mittwoch, oen 25. und Freitag, den 27., in der Zeit von y27—y29 Uhr abends statt; am Vormittag werden Führungen in Krankenanstalten veranstaltet. Das Programm üoec orefen. und weitere von der Deutschen Gesunoheüsfürsorgeichule veranstalteten Lehrgänge wird den uns ange,chiosienen Wohlsahrts>reilen zugehen. Vom Archiv für Wohlfahrtspflege, Berlin W 35, Flottwellstraße 4, p. werden in der Zeit vom 18. Januar bis' 15. März 1928 in den/Räumen des Archivs regelmäßig am Mittwpch von 18—191/2 Uhr Hebungen zur Erkenntn r s Psy ch0l 0 g isch er und soziologischer Zusammenhänge an Hand einzelner Fürsorgefälle unter Leitung von Herrn Dr. Ernst Joel, Fürsorgearzt, Berlin und Frau S. Wronsky, Berlin, Archiv für Wohlfahrtspflege, veranstaltet. Das Material wird in Auszügen zur Verfügung gestellt. Tie Teilnehmergebühr für die Uebungen, die zugleich.eine Fortsetzung der abgeschlossenen UebungsreM sind, beträgt für die Uebung Mark 5,—. Als Hörer oder Uebüngsteilnehmer können alle in der sozial-pädagogischen oder sozial-hygienischen Arbeit stehenden, sowie alle sozial interessierten Kreise teilnchinen. Anmeldungen sind möglichst umgehend an die Geschäftsstelle des Archivs (Kurfürst 6611) zu richten, durch die auch ein genaues Programm zu beziehen ist. Raummangels wegen wird die .Z eitschriftenschau und die Liste der eingegangenen Bücher in. der nächsten/ Mitte Februar erscheinenden Nummer des Nachrichtendienstes enthalten sein. Veraniwortlichc Schriftleitung: Dr. Friedrich Ollcndorff, Berlin 24, Oranieuüurger Straße 69 — Druck: Hermann Wcgner & Co., Berlin-Mariendorf