Nachrichtendienst
- Journal
- Nachrichtendienst
- Volume
- 1926-1927
- Issue
- Heft 1 (April 1926)
- Date
- 1926-04-01
- Page
- Seite 10 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2549643-2549657-2549658--131-2549752- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
10 (S r w erbslosc G x y s, st a b t j 11g c n d. Ein ‘S-üffvIuOifcr Erziehungsversuch an erwerbslosen Jugendlichen. Herausgegeben vom Verwaltungsausschuß des öffentlichen Arbeitsnachweises Düsseldorf Ätadt uns Land 1920. Verlag: Hans Trojanski, Düsseldorf. 96 S. Preis: 2,- Mk. drosch. L e h s e l d t, Tr. Bernhard, Ministerialrat i.n Reichsarbeitsministerium: Die Erwerbslosensürsorge. Zweite Auflage 1925. 480 S. Preis: 17, Mk. drosch., 18, - Mk. ged. Berlin, Carl Heymanns Verlag. Bruhn, Christian: Vom gesunden und vom kranken Tuberkulösen. Erfahrungen eines lungenkranken Lungen arzies. 64 S. Preis: 2,50 Mk. .Herausgegeben vom Deutschen Zentralkomitee zur Bekämpfung der Tuberkulose. Schriftenreihe des A l l g. Fürsorgeerziehung stages, Heft 1, 1926: Bericht über das Ergebnis der Rundfrage vom 17. April 1925. 61 S. Preis: 0,75 Mk., zu beziehen durch den Allgemeinen Fürsorgeerziehungslag, et V., .Hannover-Kleefeld, Stephansstift. fcauptfteUe für MMc IDantlerfutforge und flrbeitsnadjumfe. Seit Beginn dieses Jahres ist der Wciteransbau der Organisation der Wanderfürforgc in ganz Deutschland weiter betrieben worden. Nachdem form eil am 18. November v. Js. der Synagogenverband für Hessen-Nassau in Franks v r t a M. getagt imb eine Zentralkasse für den gesamten Bezirk geschaffen hatte, haben, nunmehr in den verschiedenen Bezirken, die sich zu dem Gefamtveröaud zusammengeschlossen haben, Gcmejndevcrtreterfitzungen stattgefunden, die außerordentlich zahlreich besucht waren. . Tie hessischen Gemeinden tagten am 6. Dezember 1925 in Marburg. Marbn.rg war deshalb zum Tagungsort gewählt worden, weil die Vertreter der Gemeinde Marburg bisher der Neuorganisation insofern Schwierigkeiten machten, als sie auf das Recht der bisherigen Selbständigkeit nicht verzichten zu können glaubten. Die für die Verwaltung der Gemeinde verantwortlichen Persönlichkeiten konnten sich aber den Anssührnngen der Hauptftelle niä't verschließen und haben demgemäß ihren. Beitritt zur Provinzialtasse Frankfurt a. M. beschlossen. Wertvolle Unterstützung -erfuhr das Referat des Vertreters der Hauptsteile durch die Ausführungen der Vertreter der Gemeinde Kassel, des Herrn Landesrabbiners Tr. Walter und der Frau Kommerzienrat Wertheim, die immer wieder die Vorteile 'betonten, die ihnen bisher aus der Neuorganisation der Wanderfürsorae erwachsen seien und die von den anwesenden E,'- meindevertrctern forderten, sich unter allen Umständen der Neuorganisation nicht zu entziehen. In Verfolg unserer Tätigkeit hatte es sich als notwendig erwiesen, die Generalversammlung des Provinzialverüandes für jüdische Wohlfahrtspflege in Ostpreußen zu besuchen. Die Arbriterfürsorgestelle in Königsberg, die zentral die Geschäfte für die gesamte Provinz leitet, hat finanziell insofern zu 'leiden, als eine ganze Anzahl Gemeinden sich ihrer Beitraaspslicht entzogen. Obwohl die Königsberger Gemeinde in weitestem Umfang ihre Unterstützung der Aroeitersürsorge zn.tcil werden ließ, machte sich doch das Abseitsstehen bedeutender ostpreußischer Gemeinden schon insofern bemerkbar, als die zentrale Abfertigung in Königsberg nicht gewährleistet war, da jede Gemeinde nach eigenem Gutdünken verfuhr. Sv war es notwendig, vorher insbesondere die Gemeinden A-lenstcin und Tilsit zu besuchen. Ter Vorstand dieser Gemeinden hat in dankenswerter Weise öffentliche Gemeindeversammlungen einberufen, auf denen Dr. Krentz.berger von der Hauptstelle. neben dem Geschäftsführer der Zentralwohlfahrtssrelle der deutschen Juden, ausführlich über die Fragen der Wandcrfürsorge berichten konnte. Tie Gemeinden erklärten sich nach eingehender Diskussion bereit, sich finanziell an der Provinzialtasse zu beteiligen und ihre weitere Arbeit inl Sinne der von Königsberg herausgegebenen Richtlinien zu tätigen. Nachdem die Provinzgemcinden gewonnen waren, hatte die Tagung des ostpreußischen Wohlfahrtsbundes in Königsberg am 24. Januar d. Js. für die Hauptstelle nur unterrichtende Bedeutung. Ten Gemeinde- und Organisationsvertretern konnten die Ziele der Hauptstelle dargelegt werden. Während die allgemeine Zentralisation der Wohlfahrtspflege am Widerspruche der Königsberger Gemeinde scheiterte, ist nunmehr die Organisation der Wanderfürsorge in Ostpreußen restlos dnrchgesührt. Bon ganz besonderer Wichtigkeit ist es, daß Schneideisiüfu, das bisher völlig abseits gestanden hatte, sich an Königsberg anschloß. Ein weiterer Fortschritt für die Gesamtorganisation bedeutete die Gründungsversammlung der P s ä l z i s ch - B a - d e n s ch nt Landestasse zu Mannheim. Vertreten waren sowohl die Gemeinden der Pfalz als auch die Gemeinden des nördlichen Badens, sowie der angrenzenden Gebiete. Der Organisationsplan der Hauptstelle fand eine besonders warme Unterstützung in den Anregungen, die Herr Kommerzienrat Joseph aus Landau gab. Während ursprünglich geplant war, nur eine Kasse für die Pfalz mit Mannheim als Vorort zu errichten, ist auf seine Anregung beschlossen worden, ganz Baden einzubeziehen. Des weiteren sollen geeignete Schritte in Saarbrücken in die Wege geleitet werden, um die Abfertigungsstelle Saarbrücken in die Lage zu versetzen, alle Wandernden direkt bis Mannheim zu befördern. Dadurch soll erreicht werden, daß die Wandernden es nicht mehr nötig haben, alle Gemeinden der Pfalz aufzusuchen. Die endgültig? Gründungsversammlung fand daraufhin am 7. März d. Js. in Karlsruhe statt. Ganz Baden sowie die Pfalz hatten ihre Vertreter entsandt. Die endgültige Gründung der Landcsk'asse Mannheim wurde beschlossen, des weiteren sollen Abfertigungsstellen in Konstanz und Kehl in Erwägung gezogen werden. Die vorbereitenden Arbeiten hat Herr Rabbiner Dr. Oppenheim aus Mannheim in dankenswerter Weise übernommen. Saarbrücken war ebenfalls vertreten und erklärte sich bereit, sein Möglichstes für die Neuregelung zu tun. Auch Straßburg hatte einen Vertreter entsandt und war ebenfalls nicht abgeneigt, sich in die deutsche Gesamtorganisation einbeziehen zu lassen. Weitere Tagungen, auf denen die Hauptstelle vertreten war, fanden statt in O b e r sch l esi en , Westfalen uub Sachsen-Anhalt-Thüringen. Der Oberschlesische Gemeindeverband tagte am 14. Februar 1925 in Ratibor. Diese Gelegenheit hat die Hauptstelle benutzt, um eine Reorganisation der Beuthener Provinzialkasse herbeizusühren. Infolge der reichhaltigen Tagesordnung, die die Tagung zu bewältigen hatte, ist dies leider in vollem Umfang nicht gelungen. Die endgültige Regelung ist einer Kommission überlassen worden, die in Kürze tagen soll. — Die Tagung des W e st s ä.l i s ch e n W o h l f a h r t s b u n d e s, die zu Unna am 21. Februar stattfand, war für uns deshalb von besonderem Interesse/ weil einige Gemeinden sich immer noch der Gesamtorganisation entzogen. So hatte es die Gemeinde Münster bisher abgelehnt, sich an die Bochumer Provinzialkasse anznschließen. Es gelang aus dieser Tagung die prinzipielle Zustimmung des Vertreters der Gemeinde Münster zu erreichen. Des weiteren wurde beschlossen, in Rheine eine Grenzkasse zu errichten, um die holländische Einwanderung in geregelte Bahnen zu leiten. Von nicht zu unterschätzender Bedeutung für die Arbeit der Hauptstelle war schließlich eine Zusammenkunft der Vertreter der Hauptstelle, der Tschechisch-Slowakischen Grenz g e m e i n d e n und der F ü r s o r g e z e n t r a l e in Prag zu Bodenbach am 13. Dezember v. Js. Es wurden nach längeren Ausführungen, die von Seiten der Hauptstelle gemacht wurden, beschlossen, eine Organisation ähnlich der deutschen für die Tschecho-Slowakischen Grenzgemeinden zu errichten. Insbesondere verpflichtete sich die Grenzkasse Bvdenbach, die Neueinwanderer von der Tschecho-Slowakei und Ungarn stark zu sichten und Unwürdige nicht mehr zu unterstützen. Des weiteren wurde eine enge Zusammenarbeit zwischen der Hauptstelle'und der Fürsorgestelle in Prag beschlossen. Bcrannvorilickc Schrisilcinuiy: Hilde Criniln'hncr, Berlin- — Truck: Hermann Wcgiicr & (So., BerlimMariciidorf.