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Nachrichtendienst · 1926-04-01 · Heft 1 (April 1926) · p. Seite 8

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Journal
Nachrichtendienst
Volume
1926-1927
Issue
Heft 1 (April 1926)
Date
1926-04-01
Page
Seite 8 (sequence 8)
Language
German
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Hauswirtschaft und Äinbcruflcgc in jüd. Anstalten 4 Mädchen. 403,— Mk. Säuglingspflege 3 Mädchen. 375, - Mk. Kindergärtnerinnen und .Hortnerinnen 30 Mädchen.073, Mk. Soziale Fraueuschulen 30 Mädchen.1252,50 Mk. Gärtnerei oder Landwirtschaft 7 Mädchen. 430, Mk. Handwerkliche Ausbildung 2 Jungen, 1 Mädchen. 3 70,— Mk. Der für Ausbildungszwecke vor 2 Jahren zur Verfügung gestellte Joint-Fonds ist crfchöpft. Die Z.W.St. hat jüwch den Fonds aus anderen Mitteln für das Jahr 3923 aufgefüllt, um noch einer Anzahl jungen Menschen die Ausbildung für soziale und verwandle Berufe zu ermöglichen. Die Höhe und Dauer der Zuschüsse muß jedoch wegen der sehr begrenzten Mittel eingeschränkt werden. Die Frage der Ausbildung der jüdische n W o h!- f a h r t s p f l c g e r i n n e n, welche durch die Zentralwohlfahrtsstelle vor kurzer Zeit in der jüdischen Presse angeschnitten wurde, hat eine graste Anzahl von Zuschriften an die Ge,' schäftsftelle zur Folge gehabt. Es soll daher prinzipiell noch einmal folgendes festgehalten werden: Tie jüdischen Wohlfahrtspslegerinnen, die sich gegenwärtig um die vorhandenen Stellen bewerben, sind in den seltensten Fällen hygienisch vorgebildel. Ihre Zulassung zu den Wohlfahrtss-bulen erfolgt meist auf Grund einer praktischen sozialen Arbeit oder auf Grund eines abgelegten Examens als Kindergärtnerin oder Lehrerin. Die Wohlsahrtsstcllen legen jedoch vielfach besonderen Wert auf eine hygienische Vorbildung als Kranken- oder Säuglingsschwester. Aus diesem Grunde ist die Z.W.St. aus eine Anregung des Verbandes der jüdischen Krankenpflegcriunenvcreine in Frankfurt, nämlich Krankenschwestern, d'<- besondere Eignung zum sozialen Berns zu besitzen glauben, zu einer sozialen Nachschnlung auszusordern, mit größtem Interesse csngegangen. Die Nachschulung der Schwestern, d. h. vorausgesetzt, daß sie schon auf eine lange praktische Tätige feit zurückblicken, will die Z.W.St. ideell und materiell fördern. Selbstverständlich können kurzfristige Kurse, an deren Teilnahme gedacht ist, eine geregelte Berufsausbildung niemals ersetzen. Es darf aber vorausgesetzt werden, daß eine Krankenschwester, die durch ihreu Beruf zweifellos in dauernder Berübrung mit sozialen Fragen steht, so viel Reife und Verständnis besitzt, das; sie auf Grund eines Nachschulungskursus sich selbständig in soziale Fragen vertiefen kann. Diejenigen aber, die nach der Schulentlassung schon die Absick-t haben, einen sozialen Beruf zu ergreifen, seien auf die Ausbildung als Kranken- oder Säuglingsschwester hingewusen Da die staatliche Anerkennung als Wohlfahrts- Pflegerin erst mit 24 Jahren erfolgen kann, läßt sich, die Ausbildung und die praktische Arbeit als Krankenschwester sehr gut mit nachfolgendem Besuch einer Wohlsahrtsschnle vereinigen. Vom 33. Januar bis zum 3. Februar veranstaltete die Z.W.St. 'für die Berliner Mitglieder des Reichsanss ch n i s e s der jüdischen I n g e u d v e r b ä n d e einen E i n s i'i hrungskn r s n s in soziale Frage n. ES wurden an 4 Abenden folgende Vorträge gehalten: „Ziel und Zweck des Kursus", Grundbegriffe und Aufgaben der Wohlfahrtspflege", Kleinkinderfürsorgc", „Schulkinderfürsorgr mit besonderer Berücksichtigung der Erholnngssürsorge", „Schutzaufsicht und Jugendgerichtshilse", „Ausbildungsmöglichkeiten und Berufsaussichten". Die Themen waren mir Rücksicht auf die praktische Mitarbeit der Jugendbewegung in der sozialen Fürsorge ausgewählt worden. Die. Teilnahme seitens der Jugendlichen war eine sehr zahlreiche und in den Diskussionen zeigte sich reges Jnteres'e für die verschiedenen Fragen. Im Anschluß an den Kursus hat sich eine soziale Arbeitsgemeinschaft der Jugendbewegung gebildet, die Gelegenheit zur Aussprache über die praktische Arbeit geben will. Wünschenswert wäre die Veranstaltung solcher Einführungskursc durch die Wohlfahrtsämter auch in anderen größeren Gemeinden. Anläßlich der Ausstellung für Gesundheitspflege, Soziale Fürsorge und Leibesübungen in Düsseldorf findet in der Zeit vom 6. bis 10. Juni eine Soziale Tagung der deutschen Inden Düsseldorf 19 2 3 statt. Außer der Zentralwohlsahrtsstelle der deutschen Inden, deren vorläufiges Programm wir nachstehend veröffentlichen, haben bis jetzt der Indisch«: Frauenbund, der Bund der jüdischen Krankmnnd Pflegeanstalten, di: Hauptstelle für jüdisch: Wanderfürsorge und Arbeitsnachweise, der Verein der Leiter und Leiterinnen jüdischer Erziehungsanstalten mitgeteiit. daß ihre Jahresversammlungen im Rahmen dieser großen jüdisch-sozialen Tagung in Düsseldorf stattfinden werden. Mitteilungen anderer Organisationen und das Programm der verschiedenen Bereinigungen werden wir in der nächsten Nummer des Nachrichtendienstes veröffentlichen. Das Programm der Tagung der Zentralwohlsahrtsstelle ist folgendes: Sonntag, den 6. Juni: Jüdische Bevölkernngsfragen in Deutschland — Die geistigen Grundlagen der jüdischen Wohlfahrtspflege. Montag, den 7. Juni: Die Entwicklung der jüdischen Wohlfahrtspflege im letzten Jahrzehnt —- Jüdische Jugendwohlfahrt -- Gesundheitsfürsorge — Wirtscyaftsfürsorge (die Themen werden noch genau bestimmt). Dienstag, den 8. Juni: Sitzung der Arbeitsgemeinschaften: Jüdische Tuberkulosefürsorge — Jüdische Gefährdetenfürsorge — Hauptstelle für Wanderfürsorge und Arbeitsnachweise. Ausstellung dir ZeutralwohlsahrtsstKle der deutsch!:» Juden im Pavillon „Hygiene der Juden" ans der Gesolei. Die Arbeiten für die einzelnen Abteilungen des Pavillons sind seit den letzten Mitteilungen im Nachrichtendienst weiter gediehen. Leider fehlt es aber noch an mancherlei Material. Die Mitarbeiter der einzelnen Fachabteilungen werden daher dringend gebeten, ihre Arbeiten schleunigst fertig zu stellen und nach Düsseldorf zu schicken. Da die Ausstellung bereits am 7. Mai eröffnet und zu diesem Zeitpunkt auch unser jüdischer Pavillon fertiggestellt sein soll, ersucht die Leitung des Pavillons „Hygiene der Juden" dringend, alle Kräfte anzuspannen, um dem Werke zu einem guten Gelingen zu verhelfen. Die Abteilung Wohlfahrtspflege, deren Bearbeitung in Händen der Zentralwohlsahrtsstelle liegt, wird nach folgenden 3 großen Gruppen gegliedert: 1. Entwicklung: (Chcwra Kadischah als Keimzelle jüdischer Wohlfahrtspflege, Uebersicht über die Entwicklung der jüdischen Wohlfahrtspflege in der jüdischen Gemeinde Berlin n. a. in.) 2. Organisatorischer Aufbau: Tableau über Ausbau und Aufgabengebiete der großen jüdischen Reichsorganisationen: Zentralwohlsahrtsstelle, Jüdischer Frauenbund, Großloge für Deutschland, .Hilfsverein der deutschen Juden, Arbeiterfürsorgeamt, Deutsch-Israel. Gemsindebund. Besondere Karte über Zusammenarbeit der jüdischen Wohlfahrtspflege mit der allgemeinen Wohlfahrtspflege am Beispiel einer örtlichen Zentrale, ehrenamtliche und berufliche Kräfte u. a. m. 3. Arbeitsgebiete: Gesundheitsfürsorge, Wirtschastsfürsorgc, Jugendwohlfahrt. Ans diesen 3 großen Fürsorgegebieten wird sowohl der organisatorische Aufbau gezeigt werden als auch eine Anzahl von Dioramen, Photographien und interessanter Statistiken von Anstalten, Pfleglingen und Pflegekräften. Die Zentralwohlsahrtsstelle bittet ihrerseits auch dringend, ihr das noch fehlende und des öfteren angeforderte Material baldmöglichst zur Verfügung zu stellen.

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