Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 10 (1867)
- Issue
- 4 (15.2.1867)
- Date
- 1867-02-15
- Page
- – (sequence 34)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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187 188 Sie bemerken, meine Herren, die grosse Summö der Beiträge, die wir noch einzukassiren haben und wir befürchten sehr, dass wir auf den grössten Theil der rückständigen Beiträge von 1866 Verzicht leisten müssten. Um dem in der Zukunft vorzübeugen, appelliren wir wiederholt an den Eifer unserer Subskribenten und der säumenden Comitös, und zweifeln nicht, dass sie, diesem Aufrufe Folge leistend, unsern finanziellen Zustand in die Lage versetzen werden, die die Realisirung aller edlen Zwecke der Alliance i s r a elite möglich macht. Da die Berichte des Secretärs und Cassiers keinem der Anwesenden Gelegenheit zu Bemerkungen boten, richtete der Herr Präsident an die Versammlung folgende Ansprache. (Hier folgt im Berichte die ״Rede des Präsidenten Ad. CiAmieux,“ die wir unter diesem Titel schon in Nro. 2. d. ״B. Ch.“ 1867. S. 37. u. ff. mittheilten. Red.) (Die Rede wird mit einstimmigen Beifallsbezeugungen aufgenommen. Die Sitzung wird suspendirt und die Ruhe stellt sich nur langsam wieder her. Endlich ergreift der Präsident das Wort und die Sitzung wird wieder eröffnet.) Herr Jesajas Schmoll verlangt das Wort, um dem Comitä für die glücklichen Resultate zu danken, die es durch sein Wirken erzielte; er drückt den Wunsch aus, dass diese Art der Usurpation, deren der Herr Präsident angeklagt ist, verlängert werde. Herr Julius Lion beantragt im Namen vieler Mitglieder die Modifikation des §. 11. der Statuten, welcher die Wiederwahl des Präsidenten nur im Zeiträume von 3 Jahren zulässt. Der Paragraf, der auf der Furcht beruht, den Verein in einem einzigen Menschen zu personofiziren, ist ganz unbegründet, wenn es sich um ein so ungeheures Werk handelt, das die Vereinigung eines jeden nützlichen Einflusses in so hohem Masse erfordert und die hervorragenden Männer, die sich gerne den Interessen des Vereines widmen wollen, nicht entbehren kann. Der Herr Präsident bemerkt, dass dieser Vorschlag der General - Versammlung nicht unterbreitet werden kann, da jede Modifikation der Statuten vorher vom Zentral-Komitd genehmigt werden muss und zur zweiten Ab- Stimmung erst nach einer Zwischenzeit von einem Monate gelangt. w Die HH. Alex. Grähange, A. Deitz, u. P. Lunel schliessen sich dem Vorschlag des Herrn Lion an und verlangen die Bevollmächtigung für die General-Versammlung zur Modifikation den Statuten. Der Hr. Präsident erwidert, dass das Zentral-Komitd das Verlangen zum Gegen- Stande ernster Berathung machen werde. Aufruf. 0 Köln, im Februar. Unser verehrter Rabbiner, Herr Dr. Israel Schwarz, hat dieser Tage nachstehendes Zirkulär versendet. ״Der allgemeine Bruderbund , — ״!'Alliance israölite universelle" — welcher im Jahre 1860. in Paris gegründet worden ist, lenkt durch seine ausgezeichneten Leistungen für die Gleich- Stellung und den sittlichen Fortschritt unserer Glaubensbrüder unsere Blicke auf sich. Mit Staunen, aber auch voll freudiger Bewunderung gewahren wir, wie er fürsorglichen Auges die Geschicke der Juden im Orient und Occident überwacht, sie vor Verfolgung schützt und ihnen die Wege zur geistigen Entwickelung anbahnt; wie er an den Ufern des Tigris und des Euphrat, in Asien und Afrika Schulen unterhalten lässt, um CiYilisation und Intel• ligenz zu verbreiten, zugleich um die Genossen unseres Bekentnisses vor dem Danaer- Geschenk der Aufklärung, welches ihnen die Missionäre unter der Hülle einer unserm Glauben zuwider laufenden Lehre, behufs Untergrabung ihrer religiösen Freiheit, darbieten zu schützen. Hochberühmte, gefeierte Männer, welche unlautere Ambition und kleinlichen Egoismus nicht kennen, Männer von Kopf und Herz, von Willenskraft und weitreichendem Einfluss, Männer welche den Vertretern der bedeutendsten Staten nahe stehen, sind die Fundatoren, die Leiter, ,die Gönner und Wohlthäter dieses Vereins, der sich schon heute fast über die ganze Erde verbreitet hat. Denn das Programm der Alliance besteht nicht in windigen Phrasen, ihr Programm ist das grosse Werk der Humanität, die Vernichtung des Wahns und des Fanatismus, die Einigung der menschlichen Gesell- Schaft in der festen, treuen Bruderliebe5 und in Marokko und Persien, in Syrien und Griechenland, in den Donau-Ftirstenthümern und in Schweden, also im Norden und Süden, in der kalten und heissen Zone ist ihr Programm beglückende That geworden. Der Unterzeichnete glaubt der allgemeinsten Sympathie gewiss sein zu dürfen, wenn er für die Interessen des Vereins Propaganda macht und, indem er hier in Cöln ein Zweig-Oomitö der Alliance errichtet, seine Glaubensgenossen bittet, diesem beizutreten. Die Mitglieder werden jederzeit von den Sitzungen des Central-Comit^s benachrichtigt nnd erhalten alljährlich die Protokolle und Rechenschafts-Berichte desselben. Mögen recht Viele die Bruderhand ergreifen, die uns der Bruderbund aus der Ferne entgegenhält!“ Dieser Aufruf wird hoffentlich vom besten Erfolge begleitet sein. Die Mitglieder der Alliance israelite universeile entrichten einen jährlichen Beitrag von 6 fres. - ,j■ Druck von Sigmund Burger in Szegedin 1867.