Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 9 (1866)
- Issue
- 25 (20.6.1866)
- Date
- 1866-06-20
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 88% known words query
- IRI
…/2542917-2543175-2543200--4845-2548881- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
fauler Jahrgang. M 25. Erscheint jeden Mittwoch 1—L Bogen stark. krLmmisrstiollsxrsis: Ganzjährig 8 fl..n:5 Thlr. 10 Sgr.. fiall'j. 4 f). zz 2!tblr. 20 Sgr., vierrelj. 2 fl. öst. W. Man abonnirt im Jnnland Hei asten Postämtern; im An-, lande bei Herrn Franz Wagner in Leipzig; in Wie» bei Herrn Htrzseld L Lauer (Praterstr.) SzegeLin, Heu 20. Juni 1866. i«t Ölluntititjit. Vochenktatt für südliche Theotogie Herausgeber und Redakteur: , Inserate, welche in da- Fach de« Blat« teS einschlage,1, werden an» genommen. Die 4spaltjge Petitzeile wird bei mehrmaliger Jnlertion mit 6 kr., bei einmaliger mit 8 kr. berechnet. Stempelgebühr besonders 30 kr. Oberrabbiner zu Szegedin. Mit besonderen homiletischen, didaktischen nnd wissenschaftlich talmudischen Beilagen Inserate über,phmen im AnS» lande Franz Wügner in Leip« zig; in Wien Herzjcld Lüaucrs Buchhandlung. Inhalt. Prännmerations, Einladung. — Zusätze zu der Abhandlung über die Fuffon de» deutschen und spanischen Ritus in Paris. Bon Rabb. Dr. Rahmer. — Der Selbstmord nach rabbinischen Grundsätzen. Bon Moriz Feitel. — Zur Abwehr,. Von Aron .Nohn. — Berichligungeu zu Earmolys Beiträgen: ״Zur Geschichte der Juden in Oesterreich. Don Dr. M. Wiener. — Literärische Briese. V. Von Avols Neubauer. — Korrespondenz. Emanzipation und bürgerliche Veryallnisse. Pest. Lnltns und Lnllnsgeineindc. Pest. Szegßrirb. Duna׳Földvär. Eisenstadt. Galantha. Großwardein. Czkin. TemeSvar. Ans dem Szabolcser Ko, witate. Kascha». Ne»»Sandec. Altona. Achnlwescn. S. A. Ujbely. S. A. Njheip. Nagv-Kürolp Wohllhutiglreil und Wohlthätigltrilsanstallcu. S. A. Ujhely. S. A. ujhely — Nckrologie. Szrrdahcly. Gran: — Repliken. I. M. Stöffel. II. Kevall. — Bemerkungen. — Inserate. Mit 1. Juli beginnt das III. Quartal des neunten Jahrganges. Die P. T. Herren, deren Pränumeration mit Ende Juni erlischt, bitten wir, das Abonnement baldigst erneuern zu wollen. Rückständige Pränumerationsgelder bitten wir einzusenden. Man pränumerirt im Auslande bei Herrn Franz Wagnerin Leipzig; in Wien bei Herren Herzfeld und Bauer (Praterstraße), in Prag bei Herren Send er s und Bran d e i s (Rittergasse), sowie bei allen Postämtern. Mätze zu der Lbhaudlung über " Ä f. des deulscheu und spamscheu .Mus iu Paris. 1. Als ich die Abhandlung über die Fusion schrieb, lag mir daS Werk R. Efraim KohenS nicht vor. Nunmehr habe ich von dem bezüglichen Gutachten Einsicht genommen, und mich überzeugt, daß dasselbe im Wesentlichen eher für, als gegen die Fusion spricht, indem R. Esraim seinem Antagonisten gegenüber behauptet, daß der Sefardi, der sein Gebet nach ajchkenasischem Ritus verrichtet, die Gebetpfiicht vollständig erfüllt, ohne durch die Einschaltung der aschkenafischen Pijjutim hierin gestört zu werden. Dasselbe gilt von dem Aschkenasi, der nach sefardischem Ritus betet. Denn die zwischen den beiden Riten vorhandenen Differenzen , sagt R. Efr., beruhen nicht auf verschiedenen Satzungen, wodurch der Gebrauch deS einen Ritus für die Anhänger deö andern verhiudert werden -könnt«. *) L. 2. Zn Nr. 22 d. "Bl. weisen Sie durch mehrere schlagende Beispiele aus der Geschichte des jüd. Kultus nach, daß die *) כי אין ביניהם שום חלוקי■ רעים שיפסול ויזפלת האחת לפי סברת כת הזאהרת כי הם קורי־ ק״ש ותפלה בברמחיה כמו האשכנזים ואף ישיש ביניהם חלופי נוסחאות בברכת ש״ע זה אינו מעכב (®. A. Dir. 13). ES gehört wirklich killt höchst vrigi» מ« Ile Hermeneulik dazu, ,aus diesen zur Fusion a tt fm unter »den Worten eiur Einwendung gegen die Fufiou heransiesru zu »vollen.' L. autonome Gemeinde öfters rituelle Aenderungen und Nenerungen in der Synagoge vornahm, die zu älteren, selbst talmund. Normen in Widerspruch standen. Ich erlaube mir, noch auf ein merkwürdiges Beispiel hlnzuweisen. AÜS Nr. 78 der Response« deS R. Meir aus Padua geht nämlich hervor, daß zu Anfang des 16. Jahrhunderts auf Kandia die Haftara beim Mincha Gebete des VersöhnungstageS, wo der Maflir zu den drei obligaten קרואים gehört, in griechischer Sprache 'vorgetragen wurde.. Nur die drei ersten und die drei letzten Verse las man auch hebräisch vor. R. EliaS Käpsoli nahm Anstoß an diesem antitalmudischen Vorgehen und er wendete sich, Aufschluß und Belehrung suchend, an R. Me'ir Katzenellenbogen, Rabbiner ׳ zu Padua. Letzterer wlllsährt in der angeführten Response dem Ansuchen des Fragestellers. Er nimmt den UsuS in Schutz, und sucht denselben mit den/ talmudischen Bestimmungen in Einklang zu bringen. Bemerkenswerth sind die einleitenden Worte■: 1*3 ׳ Wahrheit ist der fragliche Gebrauch höchst,, sonderbar. ,/..׳. ׳ . Allein man muß mit aller Kraft streben, einen Anhalts- Punkt zu finden, um denselben zu rechtfertigen **). Nach diesem Grundsätze hätten auch sogenannte Neuerungen, einmal eingeführt, die volle Geltung eines Usus. (Miuhag). Dieselden dürfen nicht rückgängig gemacht werden. Vielmehr muß man mit aller Kraft streben, sie aus dem talmudischen Schristthume zu begründen. ' Th o rn. 1; Rabb. Dr. Ra hm er. Der 8eWmor» ״ach rabbinischea Zrandsätzm. I. Von Moriz Feitel, praktischem Arzte zu Päpa. Die talmudische Halacha, welche kein biblisches Verbot gegen den Selbstmord kennt, widmet ihm auch keine spezielle Abhandlung '); dessen Sündhaftigkeit aber wird in der Gemara, wo seiner Erwähnung geschieht, als selbstverständlich vorausgesetzt. So wird im Traktate Gittin von den jüdischen Kin» dern, welche um der Verleugnung ihres Glaubens zu emgehen, freiwillig ins Wasser sprangen , erzählt, daß sie erst an ihre Umgebung die Frage gerichtet: ob sie durch diesen freiwillige» Tod nicht ihren Antheil au! Jenseits verlieren; und auch der den Märtyrertod erleidende Rabbi Chananja den Taradjon wollte, trotz der an ihn ergangenen Aufforderung, sein äußerst qualvolles Ende durch eigenes Hinzu» thun nicht abkürzen, indem er sagte: ״es nehme die Seele der, welcher sie gegeben, aber sie versündige sich nicht an sich selbst." ■*•) באמת צלתא רחמיה הוא המנהג הזה ♦ ” ‘ אך צריך לבקש בכל עץ למצוא סמך לי שב אוחו. י) Der Ausspruch: 2מאבר עצמו לרעת אין 'לו הלק כעה״ wurde schon von Vielen zitirt, ober noch von Niemanden im Talmud gesunden. 0995