Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 9 (1866)
- Issue
- 24 (13.6.1866)
- Date
- 1866-06-13
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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M 24. Neunter Jahrgang. Erscheint jeden Mittwoch 1—2 Bogen stark. Pränumerationspreis: Ganzjährig 8 fl.,—S Thle. 10 Ggr., Salbj.4fl. — 2 Thlr. 20 Sgr., Viertels. 2 fl. öst. W. Man abonnirt im Jnnland bei allen Postämtern; im Anslande bei Herrn Franz Wagner, i» Leipzig; in Wien bei Herrn Htyfeld L Sauer (Praterstr.) 8zegeLin, dm 13. AM 1866. * Inserate- P ü welche in das Fach des Blat«, tes einschlagen, werden angenommen. wochmWtt sür jüdische Thevkogie. D.«-PMw^, IjEJOPOIil»XÖW, : besonders 30 kr..: Oberrabbiner.zu Szegedin. Mit besonderen homiletischen, didaktischen und wissenschaftlich talmudischen Beilagen. - Inserate übernehmen im AnSlande Franz Wagnrr in Lerpzig; in Wien Herzjrld LSaucrv Buchhandlung. Inhalt. Die Fusion des deutschen und sefard. Ritus in Paris. Vom Herausgeber, l Schluß). — Homiletische Briefe. Von Rabbiner Dr. S. H. Sonnechein. (Schluß). — Wiener Briefe. VI. (Schluß). — Korrefpon- -enz Gmanzipatiou und bürgerliche Verhältnisse. Wien. Wien. Wien. Kultus und Kullusgemeindc. Wien. Pest. Unghvär. Nagy-Käroly. Sümeg. Lemberg. O.'Lißka, Wohltliatigkeit nn- Vohlthatkgkcitsansialtru. Pest. Literatur. Szegedin. — NeVrologie. Körmend. — Berichtigungen. — Bemerkungen. — Inserat. Die Fusion des deutschen-und sesurdischen Mus in Paris. <s « I ״ ß ד Wenn man von .der Aston des deutschen und spanischen Ritus spricht, muß man die thei!weise und allgemeine Fusion von einander unterscheiden. Erstere wurde schon in früheren Zeiten vollzogen, indem die Sefardim Manches von den Aschkenasim, letztere Manches von den Sefardim hinübergenommen haben. Die ״Jahxzeit״r) verHh schon dutch ihren Namen ihren deutschen Ursprung, wie sie denn auch zuerst von deutschen Autoritäten erwähnt wird ^). Sie fand aber auch bei den Sefardim Aufnahme und Verbreitung ^). Letzteres gilt auch von der Vornahme der Beschneidnng in der Synagoge und der großen Verdienstlichkeit, welche dem Gevatterthume *) S. die vorige Nummer. ') Nach Adelung ״eine feierliche Zeit, welche des Jahres ein oder mehrmal gefeiert wird; ein im Hochdeutschen veraltetes Wort, welches in der deutschen Bibel (Luthers) mehrmals von den jährlichen Festen vorkömmt." ES entspricht zuweilen, z. B. Jekaj. 1, 14. dem bebr. ",מןע,juroeilni, wie Bar. 1, 14.. dem griech. kcuqov, und auchdeN asirin, wie Val. 4, 10.- Den' Sinn, den der jütische Ritus bauut verbindet, hat das Wort im Deutsche» wol schwerlich gehabt. 3) Die älteste Erwähnung der Sitte, zu fast/n, so oft der Todestog des Vaters wiederkehrt, findet sich bekanntlich im B. d. Frommen Nr. 231. Im Kolbo wird die Sitte auch auf den Sterbetag der M u t t e r ausgedehnt und ״von -M. Mrkr aus Rothenberg empfohlen c«<l. B-n. 133 ,» כתב הר״מ שמצוה לרזתעגרת E deutsche urtprung ist mithin nicht zu bezweifetn. Brück irrt, wenn er die Sitte auf die letzten Gevnim zurückführt (Phar. Volkss. S. 65). 3) DieS erhellt schon daraus, daß das Fasten von Karo O. CH. 586. 7. angeführt wird. Von späteren sejardiichen Rabbmen werben vsr'chiedene hieränf bezügliche Fragen diskutirt. In Italien war im 15 Ja Hk hundert die Sitte noch Nicht allgemein verbreitet: R. Jos. Kolon Nr..31.: אותו שתיל לחת^ות• Sei den asiatischen Juden sinket am Abend vor dem Jahrzeitstaqe ein Gastmahl statt; die asrika- «׳schen Juden pflegen sogar dieses Mal durch Musik verherrlichen zu affen. Dir Erinnerung an Scheb. 20, a. findes sich schon bei Kolon. beigelegt wird.*) Beides ist germanofränkischen Ursprungs Beides scheint auf einen Impuls von Außen hinzudeuten.' Die Aschkenasim waren, es nicht minder, durch welche' die Sefardim auf die Bahn des eigentlichen Pilpul geleitet wurden. Dies tritt in beiden pilpulistischen Glanzepoch'eüauf eine höchst eklatante Weise hervor. Im Mittelalter bildete die frankogermanische Toßafistenschule den Pilpul aus,. und spitzte ihn nach einer Methode zu, welche den scholastischen Geist ihrer Zeit verräth. Die von R. Bezalel b. Abra- Ham Aschkenasi gesammelten alten NovellaS zu verschiedenen׳^ Talmud-Traktaten liefern den Beweis, daß die ToßafistU' deren Werke ihren Nachfolgern nicht' vollständig, Vorlagen, über einzelne Materien Alles erschöpften, was von späteren Heroen des Pilpuls, wie /Salomo» Luna, Samuez Edels und Jak. Jos. Krakau, über den bezüglichen Gegenstand vorgetragen wnrhe^^Hierin.folgten die Sefardim^dem Beispiele der Aschkenasim, wie Nachnmnibes) besonders aber. R. Salomo b. Adderet und R. Niffim^b. Röuben beweisen. Hinter ihren pilpulistischen Arbeiten stevt Alles zurück, was früher R. Josef Jbn Migasch, R. Abraham b. David und selbst R. Zerachia Ha-Levi auf pilpulistis^em Gebiete geleistet' haben. So sind die Sefardim auch in der schlichten Tal-/ mudauslegung weit hinter Rasch! zurückgeblieben. Im Pilpul ginge» sie zum zweiten Male im siebzehnten Jahrhundert: bei den Aschkenasim in die Schule. Denn seit der Mifte des vierzehnten Jahrhunderts nahm '^der produktive Pilpul in Spanien ab, indem die Filosofie, die Kabbala, mitunter auch die Sprachsorschung und Bibeleregese die Geister immer mehr anzog. Dasselbe Mch'ah in der Provence. Menachem Me!ri ר׳ Ok LaruaDii. Nc. 440: ואח״ כ ילד לימדל Dao Gevatterthum stamm« zwar ans dem.Oriente , denn schgn R. Scherira nennt den גל: ברית® (Or. Sar. das. Ne. 107, 2) Und der Proventzale R. AbrahauHb. David nenyt den ״SyndikoS" (Mita 3. '1). - Aber R. Gleazar auu WormS (Rok. 108) und besonders R. Isaak au,׳ Wien betonen zuerst dir Verdienstlichkeit (O. S. a. a. O.). indem sich auf den Midrasch berufen, und,zwar ersterer auf Midrasch Ehazi,ha. letzterer auf Midrasch Schocher Tob. Ich habe die Stelle bisher blos im Jalk. (Ps. Nr. 723) gefunden, . ,ist. Isaak empfiehlt. eigen ״guten, Juden״ znm Gevaiier zu wählen (2)l2,יתורי>. und R. Koheu berichtet gegen das Ende des 13 JahrhuüdertS. daß die Frommen In Deutschland fich bemühen, des GevätterthumS! thetlbaflig zu werben (Hagg. Maim. 3. 5). Sein Zeitgenosse, R. Perez b. Elias, der Sfru. puloseste der Skrupulösen, findet eö schon bedenklich, daß mehrere Brn. der einen und denielben Gevatter haben sollen, und der mit ihm Wahlverwandte R. M. Sofer bemüht fich i», einem äußerst intereffanien Exkurse, dieses Bedenken zur Satzung der Tböra zu Potenziren (Cb. Sos. z,(m O. CH. Nr. 768). Weitere Nachweise bei Zunz,. die Ritus S. 4. ANm. ». °) Z»nz das.: ״Emauationslehre, Astrologie, Gevatter ..... haben dte Juden von Aiidereu." Die ^französische Benennung cowpörv führt schon Znnz an. Huiznzusügen U בררי^ו—putriu 0. bet 'Hu׳ dirahim, vä. Prag 111, a. v