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Ben Chananja · 1866-01-17 · 3 (17.1.1866) · page 7

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
9 (1866)
Issue
3 (17.1.1866)
Date
1866-01-17
Page
– (sequence 7)
Language
German
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61 62 drs jetzigen Vorstandes könnte alles wieder in den alten Schlendrian zurückfinken, hat der löbl.׳ Dorstaad das Statut der hohen königl. ung. Statthaltcrei zur Sanktion unterbreitet, welche Sanktion um so eher zu gewärtige» ist, als das ganze Elaborat einen Geist der Brüderlichkeit, Humanität nnd des gemäßigten Fortschrittes athmet. Literarische Anzeigen. ChaldäifcheS Wörterbuch über die Targumim nnd einen großen Theil des rabbinischen Schriftthums. Von Rabb. Dr. Levy. Leipzig, Baumgärtners Buchhandlung. (1 Lief. 4. 96. בביר1א—א)• Besprochen von Moriz Klein mann, Die Wichtigkeit des Studiums des targum. Idioms, des soges nannten Chaldäischen, für Sprachforschung sowol. als für Theologie, ist schon so oft hervorgehobcn worden, daß die geringe Berücksichtigung, die dasselbe von Sprachforschern gleichwie von Theologen erfährt, uns füglich Wunder nehmen könnte. Die Targume scheinen jedoch, was philologische Bearbeitung betrifft, mit anderweitigen Quellen der jüdischen Theologie dasselbe Schicksal zu tbeilen. Ein eigenthümucheö Dilemma waltet über dieses Schriftthum. Sprachforschern, die an eine sprachliche Analyse desselben gehen möchten, fehlt gemeiniglich die Kenntniß des iunern Geisteslebens dieser Schriftwerke, ohne weiche selbst vie Deutung schwierigerer Stellen und unbekannterer Ausdrücke, auf die sich seit langer Zeit alle philologische Thätigkeit in diesen Gebieten beschränkt, schon so oft mißlungen. Theologe» dagegen, die mit den Eigenheiten dieses traditionellen Gutes vertraut, aus der reichen Quelle noch so manches Wertbvolle zu schöpfen gedächten, klagen allgemein über den gänzlichen Mangel an sprachlichen Vorarbeiten, welcher jeder bessern Erkenntnis im Wege steht. — GS gereicht uns daher zur Freude, in dem vor.nnö liegenden Werke einen werthvollcn Beitrag zur Beffergestaltung dieser Zustände begrüßen zu können. Der Herr Verfasser, der die Schwierigkeiten seiner Aufgabe genugsam zu schätzen weiß, beabsichtigt in stt'nem Werke nicht blos baö S p r a ch l i ch e der Targumim zu behandeln, sondern auch und vorzüglich den Geist darzustelle», von welchen diese Versionen durchweht sind, wie namentlich diese Verteilten bemüht waren, durch ihre Uebertragung in die damals vulgär-aramäische Sprache fast das ganze halachische und agadische Gebiet der Talmudim und Midraschim zum Gemeliigul des Volkes zu machen! Er wünscht, daß fein Werk ״nicht als ein trockenes Wörterbuch, sondern auch in Mancher Beziehung als Kommentar und Thesaurus der Targumim angesehen werde", und ist bestrebt, ״fast das ganze Sprachgnt der Talmud- und Midraschlitcratur — etwa mit Ausnahme der persischen Wörter — zu bearbeiten." Diese Absichten und Wünsche des Herrn Verfassers stammett aus der richtigen Erkeniitniß, daß die Targnmim nnd der Talmud sprachlich "sowol als geistig in enger Verbindung stehen und ferner auö der treffenden Erwägung, daß bei dem gegenwärtigen Umschwünge der jüdisch-theologischen Lileratur ein chaldäisches Lerikon vielfach auch die Stelle der noch mangelnden Anderweitigen eregetischen Hilfsmittel zu vertreten hat. Es ist dies ein Vorzug, doch anch ein Nachlheil des Werkes; denn bei der Größe und Ausdehnung der Aufgabe ist cS wol nicht leicht möglich, alle Anforderungen zu befriedigen. In der sprach- Uchen Bearbeitung wird vor Allem noch eine reichliche Nachlese zu halten sein. So ist es zu bedauern, daß der Talmud im Allgemeinen denn doch viel weniger berücksichtigt ist, als bei der Verstchernng, daS ganze Sprachgnt desselben verwerthet zu haben, zu erwarten wäre. Der Herr Verfasser führt Talmnvstellen überhaupt nur als Belege bei,Wörtern aus, die in den Targumim Vorkommen; die reiche Ausbeute chaldäischen SprachgutcS, welche der Talmud allein enthält, fällt somit ganz weg, so daß selbst Ausdrücke fehle», die sich bereits in andern Wörterbüchern finden. ^. ZuiW so »öthigen TerteSrevision Hat der Herr Verfasser, dem außer einigen Manuskripten (eines über beide Targumim von I. 1236; drei über OnkeioS vom 1.1185, 1439 nnd eine anno) mehrere der ältesten, höchst seltenen Ausgaben der Targumim. sowie die editio princcps des Aruch zu Gebote standen, höchst werthvolle Beiträge ge« liefert; der.Mangel, an einer mit tüchtiger Kenntniß der semitischen Dialekte^besorgten ^LerteSauW-e''Wb׳ dadurch felHverstsNlich nicht ersetzt und ist auch bei vielen Artikeln fühlbar.') - Bei Sprachvcrgleichungen hat der Herr Verfasser*»^ wenigen Ausnahmen, bei denen das Arabische unumgänglich nvthig, bloS Hebräisch und Syrisch in Betracht gezogen. Das vergleichende Sprachstudium des Semitischen liegt im Vergleiche zn dem der indogermanischen Sprachen noch sehr im Argen; eine sorgfältige Zirrückführung der einzelnen Wörter ans vie ursprüngliche Form wäre daher eben im Interesse des sprachvtrgleichenden Studiums sehr zu wünschen gewesen. Unsere Bemerkungen wollen keineswegs daS Verdienst der vorliegenden Arbeit schmälern. Ueberhaupt sicht jeder das Verdienstvolle derselben nicht in der lexikalischen Bearbeitung, vielmehr in dem, was der Herr Verfasser zur Erklärung mehr oder minder schwieriger Torgnmstellen beibringl. Die Kenntniß des Talmud leistete ihm hierin' viti sentliche Dienste, und wenn sich auch über Einzelnheiten vielleicht rechten ließe, im ganzen können wir das vorliegende Heft all denen, die eine sachgemäße Erklärung der Targume wünschen, vorzüglich jüngeren Theologsn nicht genugsam empfehlen. ׳ Die schöne Ausstattung des Werkes verdient mit. Dank erwähnt zu werden; der Preis ist dem entsprechend pro Lieferung 1 Thaler. Gedenkblätteu an Moses Mendelssohn. Leipzig 1866. Besprochen von H e r m a n n B r i l l. Die zweite Folge der Reden nnd Gedichte, welche bei der am Todestage Mendelssohns vom Verein zur Förderung geistiger Interessen im Judenthnme veranstalteten Gedächtmßfeier vorgetrageu wurden, und deren Ertrag zum Besten des Fonds für das aligekauste Geburtshaus des Weltweisen bestimmt ist, ist soeben erschienen. Voran geht ein Prolog, (von F. Friedrich) der sich nicht über daö Niveau der gewöhnlichen Versefabrikate erhebt. Die Gcdächtnißrede von Dr. Joel gibt ein ebenso lebendiges wie treues Bild des Regenerators des JudcnthnmS; anziehend ist die Würdigung der Penlateuchübersetzung, die damals mcisterhast war, aber für unsere Zeit einer Verbesserung dringend bedarf. Wenn Herr Dr. Joel dem wegwerfenden Urtheile Hegels und Gervinus — die natürlich nur einen Bruchtheil der Menvelsohu'schen Thätigkeit ins Auge faßten, und Venen die Verdienste M's um seine Glaubensbrüver fremd sind — entgegentrikt, so ist er voklkommen im Rechte; aber er irrt, wenn er meint, väß bloS Schlciermacher erstaunt war über das Aufsehen, daö der Tov M's in allen Kreisen Deutschlands machte. Auch Kant äußer!« sich in demselben Tone; übrigens hat Dr. Joel die Charatteristik des ״Dessauer Judenknaben", der n euiem Lebensalter die Kunst deS DeulschiescnS erlernle, in welchem unsere Studiosi bereits mit dem Gedanken an ihre Universitätsstudien sich befassen, mit Schärfe nnd Feinheit in einen kleinen Rahmen gefaßt. Wozu uns aber Herr LivinS Fürst abermals den Süßkiud (soll heißen ״Süezkint") von Trimberg auftischt, nachdem diese Uebertragung bereits wörtlich tm Aprilhefte der ״JllustrirtrN Monatsschrift" erschien, wissen wir nicht. Wenn das Mittelaller dem jüdischen Minnesänger statt des Lorbeers Fußtritte gab, so muß man dafür nicht Revanche nehmen, indem man auö dessen Produktcn doppeltes Kapital macht. UeberdieS findet sich das alles besser in Bartsch deutsche» Liederdichtern des zwölften bis vierzehnten Jahr- Hunderts, wo auch die biografischen und sonstigen literarischen Notizen beigesügt sind. __!■ -v Ne p 1 i k. Hochgeehrter Herr Redakteur!. Sie haben mir die Ehre erwiesen,- in Ihrem geschätzten Blatte v. I. Nr. 49 und 50 zwei ausführliche Artikel über meinen ״Rapport" an Se. Erzellenz den Herrn UnterrichtSminister in Paris über die Firkowitz'sche Sammlung in Petersbürg zu geben. Ich bin Ihnen nngemcin dankbar für die Aufmerksamkeit, die Sie meiner geringen Arbeit geschenkt, haben , und Sie werden, mir erlauben, einige Btmerkungen hinzuzusügen. Nicht etwa, daß Ihre *) Um nur Eins zn erwähnen, wäre es wol am Platze, neben Steinbügel auch ")))א anznsühren. Wir würden letzteres Wort, welches blos im Talmud vortömuit (daher im vorliegenden Wörterbnche fehlt) an allen Stellen für erstereS lesen;- eS dürste dem in dem bab.׳ Targum dafür stehenden frOVH viel eher entsprechen, und Bnrtorf be» merkt schon zu אוגדא Vvut. 21, 1. in Jod. Veneta legunt per in medio.

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