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Ben Chananja · 1865-03-22 · 12 (22.3.1865) · page 10

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
8 (1865)
Issue
12 (22.3.1865)
Date
1865-03-22
Page
– (sequence 10)
Language
German
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207 208 selben: Die Vertreter drS GemeinderatheS, die Vorsteher der Gemeinde, die Deputationen fremder Gemeinden, die DethauSkommiffäre, die Diener der Wiener Synagogen, die israelitischen Schulen, die Mitglieder d,S Studenten-UnterstützuvgSvereineS, deS tsr, ArmenveinS, des Taubstummen- Institutes und vieler anderer Vereine, dann eine unabsehbare Menge von Menscheu aller Konfessionen. Neben dem Leichenwagen gieugen die Mitglieder deS GefangSvereinS ״Eintracht" mit brennenden Fackeln, unmittelbar nach demselben gingen die Leidtragenden, dann Prediger Jellinek und-Rabbiner Horowitz aus Wien, Prediger Platschek aus Brünn und der St. Pöltner Rabbiner. D.ieser imposänke Leicheozug — über 10,000 Menschen — bewegte sich durch die Preßgasse, Wipplingerstraße, Hof und Freiung zum Schottenthore hinaus. Um 11 Uhr kam der Trauerwagen in dem überfüllten Währingerfriedhof an, wo Jellinek noch einmal das Wort ergriff, um dem Verblichenen kaS letzte Lebewohl zu sagen. ״Sei der Schutzengel unserer Gemeinde", so schloß er seine liesergreifende Rede ״auf daß der Geist, den du erweckt hast, auf immer in ihr verbleibe, der Geist dcö Friedens und der Eintracht, der Geist der Liebe und der Brüderlichkeit — Simen.'״ Simen — wiederballte eS auf dem ganzen Gottesacker und die Leiche wurde in die Gruft gesenkt. So haben wir denn wieder einen edlen charaktervollen Mann, einen begeisterten und begeisternden Lehrer Israels zu Grabe getragen; möge sein Slndenken ein gesegnetes bleiben! ‘tor ChiUnklerW Jtfaniiöciinet’s. 1. Lin Lricf Mannheimers an den Kedaktenr des ״Sen Lhananja." Sr. Ehrwürden, Herrn Leopold Löw, Oberrabbiner in Szegediu. Verehrter Herr nnd Freund! Schon auf Ihre freundlichc Einladung zur Mitwirkung und Förderung der von Ihnen herauSzngebendeu Zeitschrift ״Ben Chananja" hätte ich Ihnen gerne eine zustimmende Erklärung abgegeben, wenn taS nicht eine reine נניבת דעת gewesen wäre! Denn wo will ich an Derartiges auch nur denken, der an der täglichen Last genug zu tragen hat, und froh ist, wenn er den Anforderungen, die jede Stunde häuft, genügen kann. Nun, da ich Ihre Zeitschrift erhalten, drängt mich freilich das Pflichtgefühl, Ihnen meinen verbidnlichsten Dank für die Zusendung derselben, wie für die freundliche Zumuthnng, daß -von mir noch etwas zu erwarten und ich kein עץ יבש wäre, abzustatten. Ja, lieber Freund, wäre ich nicht so gar gedrängt, wäre ich nicht der □שביר יו, der □עבר לעברי, nicht in dem Sinne, wie die Päbste, sondern im ganz eigentlichen Sinne; so könnte ich bei dem ange« häuften Materiale, über daS ich verfüge, und bei der mit den Jahren gewonnenen Leichtigkeit und Sicherheit im SluSdrucke und in der Darstellung vielleicht noch Manches leisten, namentlich wo eS sich um die praktischen Zwecke handelt, die höheren Wahrheiten, die Resultate der For. schung und des Quellenstudiums dem größer» Publikum in ansprechender und erbaulicher Weise zugänglicher und eindringlicher und dabei annehmlicher zu machen. Sluch über Linguistisches und Historisches in Talmud und Midrasch hätte ich Vieles mitzutheilen, daS noch nicht eine קררה רבי שותשי ist: שהניחו לי דברים להתנרר בם. Da wäre eine Zeitschrift, wie die Ihrige, die eine leichtere Form und Fassung zuläßt, mir willkommen, vorauögesezt, daß wir nicht לעי.ין רעא und bezüglich der Tendenz □בלאי wäre». Aber wie gesagt, daS sind SllleS unter den obwaltenden Umständen und Verhältnissen pia desideria! Wäre ich nicht gerade in der NeconvaleScenz und gestern erst auS dem Bette anfgestanden, und an'S Zimmer gebunden, בלוא בבית, wer weiß, ob ich zu diesen flüchtigen Zeilen die Zeit genommen hätte. Im Laufe eines tüchtigen GeschäflstageS gewiß nicht: יוצא וזה בא m! Jezt bitte ich Sie aber auch, mir die folgenden Hefte gefälligst zukommen zu lassen, mir aber auch anzuzeigen, oder mittelbar Veranlassung zu geben, wie ick meine Schuld abtrage. Denn Sie können auch sagen: wenn Ihre Freunde Sie im Stiche lassen, was wird von den Slndern zu erwarten sein? Sott« ten Sie irgend einen Weg wissen, wie ich Ihnen in Wien in der Beziehung nützlich sein könnte, so verfügen Sie.über mich. Die עיר‘ של תורה ושל הבמה ושל סופרים ist Wien noch immer nicht, nnd die Literatur wird in der Folge ebensowenig ihre goldnen Feste da feiern, trotzdem baß wir einen Literaten nnd eine der Nolabilitäten der Literatur an der Spitze haben. DaS bringt keiner auö den Wienern heraus; waS man ja herausbringt, wüßte ich wenigstens selber nicht. Na, nun komme ich in'S Schwatzen: ואשים קנצי למלין ומחסום לפי! lieber die Tendenz Ihrer Zeitschrift hätte ich Ihnen gerne einige Worte geschrieben, und Ihnen auch daö Lied von de׳ goldenen Mitte gesungen. Slber wer nur zuschaut, nicht selber mit Hand anlegt, hat kern Recht darein zu reden. Sehen Sie z. B. den Chaluz, daS letzte Heft (taö dritte nämlich. Red.); da sind doch wirk« lich Tendenzen, die nur anfwühlen und abschrecken können. Ihren Aufsatz darin (המהלבים והעומרים das. 161—177. Red.) nehme ich auS; denn der ist motivirt und hält sich in den Schranken. Slber daö בהא רריתירא, die saubere Bibelkritik, die veralteten SarkaSmen gegen den RabbiniSmuS und Rabbinerstand, die sich in den מאספים und der שיחה בארץ החיים doch ganz anders ausgenommen und jetzt anliqnirt und verblaßt, wenn nicht widerlich sind: die fördern doch heutzutage den Fortschritt nicht. Wer noch an dergleichen sich freut und Sympathieen dafür hat, der ist über daS!^בל נבלה וטרפה ל יאבלו הבחנים und ähnliche Jncidentieu längst hinaus. Denken wir doch erst daran, die Gemüther anzuziehen, die Sichtung vor dem Judenthumc und seinen Traditionen wieder herzustellen. Sie haben Recht. Zu allen Zeiten gab eö IndifferentiSmuS und Indifferente; zu allen Zeiten wurde darüber geklagt (S. ״B. CH." 1. Jhrg. 3—10. Red.) Sie hätten mit משה רבנו ansangen können: חן בעורני הי עמבם ממרים הייתם oder gar noch höher auf יעק אבינו hinauf und zuückgehen können:בקהלם אל תחר בבורי! Aber offenherzig gestanden, liegt in solchen Zusammenstellungen nicht eine petitio prindpii? Ist eS daS, worüber heutzutage geklagt wirb und zu klagen ist? Ist eS nicht die Lockerung und Lösung der heiligsten Bande und der inneren Einigung in Gott und in der Brüderlichkeit des göttlichen Bundes?! Doch nun werde ich gar pathetisch! Sllso auS! ES war nur so ein leichter HerzenSerguß und ein leiser Schauer! Sl propoö: Ich schreibe daS nicht an den Redakteur deS ״Ben Chananja." Ich schreibe an den alten Freund, Rabbiner Low, und bin für Sie und Sllle — der alte Wien, 20. Jänner 1858. Mannheimer. יום ה־ ו־ שבט וברית שלומי לא תמוט Druck ton Eigmund Burg», in Ejcgedin.

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