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Ben Chananja · 1865-01-11 · 2 (11.1.1865) · page 3

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Journal
Ben Chananja
Volume
8 (1865)
Issue
2 (11.1.1865)
Date
1865-01-11
Page
– (sequence 3)
Language
German
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29 SchulfoadeS gegründete» Volksschulen für die ungarisch« jüdischen Gemeinden als Musterhanptschnlen hingestellt wurden; so blieben auch die Remonstrationen gegen die Rabbinerschule fruchtlos. Ja dem Erlasse deS k. k. Kultusuud Unterrichtsministeriums vom 7. April 1856, Z. 5114J53, steht die Errichtung eines RabbinatS-JnstitnteS oben an, uud zwar als Allerhöchste Entschließung Sr. k k. apo« stolischen Majestät. Gerade ein halbes Jahrhundert nach der ersten Projektirung der Rabbiuerschule erfolgte der Aller, höchste Befehl, durch welchen die Errichtung derselben ge« sichert wurde. Ja dem erwähnten Ministerialerlasse heißt eS wörtlich: ״Als Zweck dieser Verordnung haben gemäß a. h. Befehles zu gelten: a) Die Errichtung eines Rabbiuatö-JnstituteS, wobei über die Modalitäten der Errichtung desselben, na, menntlich dessen Standort, seine innere Einrichtung, die Betheiligung der israelitischen Bevölkerung oder israelitischen Fonde anderer Kronländer an der Bestreitung der Kosten u. s. w. besondere Verhandlungen eingeleitet und der Schluß« fassung Seiner Majestät unterbreitet werden." Den Seminarfrcundeu in Ungarn wurde jedoch acht Jahre hindurch von diesen Verhandlungen nichts bekannt. Die Erhebung der ganz nach orthodoren Anschauungen eingerichteten Talmudschule in Preßburg zur öffentlichen Rabbinerschule schien Manchem darauf hinzudeutcn , daß man höher!» OrtS von der Absicht, das RabdinatS-Jnstitut sofort inS Leben treten zu lassen, zurückgekommen sei. Nichtsdestoweniger hielten eS die Seminarfreunde für angemessen, von Zeit zu Zeit im ״Ben Chauanja" sowie in der zu Pest erscheinenden ״Jllu« strikten Judenzeitung" auf die Besprechung der Nützlichkeit und Nothweudigkeit deS Institutes zurückzukommen, und ge« reichte eS denselben zur wahren Befriedigung, daß der Vor« sicher der Pester israelitischen KultuSgemeinde, weck. Dr. Hirschler, in einer an den k. ungarischen Hofkanzler gerichteten Eingabe die Aufmerksamkeit der k. ungarischen Hof« kanzlei auf die, mindestens dem Anscheine nach in Stockung gerathene, Angelegenheit lenkte. Ob diese Eingabe wirklich dazu beitrug, die Verhandlung wieder in Fluß zu bringen, vermögen wir weder zu bejahen, noch zu verneinen. Gewiß ist, daß man sich in jüdischen Kreisen sogleich an dieselbe erinnerte, als die offiziellen ״Ungarischen Nachrichten" vom 12. Februar 1864 die Mittheilung brachten, eS würde ״nach einem Erlasse der hohen Regierung am 30. März l. I. eine Kommission von israelitischen Vertrauensmännern zu« sammentreten, um über die Verwendung deS israelitischen SchülfondeS, insbesondere über die Errichtung einer RabbinatSschule, über den Modus der.jüdischen Schulen« koutrole und über die Verwendung der Ueberschüsse aus dem Schulfonde Berathung zu pflegen." ES erregte Befremden, daß der Preßburger Rabbiner, der Direktor und einzige Pro« fessor der von der hohen Regierung sanktiouirteu öffentlichen Rabdinerschnle, sowie manche Rabbineu, die sich auf literä« rischem Gebiete bemerkbar gemacht hatten, und theilS von Regierungöorganeu, theilS sogar von Sr. Majestät selbst ausgezeichnet worden waren, von den Berathuugen auSge« schloffen blieben.׳ 30 Der weitere Verlauf der Angelegenheit ist den Leser» deS ״Ben Chanauja" hinlänglich bekauut. Rur einige überraschende Thatsachea haben wir noch im Zusammenhänge hervorzuhebea.r' ' - •׳׳-<- »- ׳ •:*. Nachdem die Kommission Anfangs April thr< Arbeiten vollendet hatte, hielt man in Pest die Besetzung, der Lehrerstellen und die Eröffnung der Rabbiuerschule für ss nahe bevorstehend, daß sich manche Schulmänner bereitum Professuren bewarben, und manche Mitglieder der Dekt trauenSkommission ihre Protektion und Empfehlung dech Einen zusagten, dem Andern abschlugen. Man war daher , uicht wenig überrascht, zu erfahren, daß die Akten Ende An, gust, also fünf Monate später, dem Redakteur deS ״Be» Chananja" zur Begutachtung mitgetheilt wurden. DaS Be» gleitungsschreiben der Akten lautete wie folgt: 342. St. ז Unterricht«»»«-. ... Laut der anverwahrtcu Akten wünscht di» käniglich ungarische Hoskaozlei ein Gutachten über die in Berbaudluug befindlich» Frage wegen Errichtung einer Rabbiuerschule in Ungarn. Nachdem der k. k- Unterricht«rath b,schloffen hat. über diese Angelkgenheit vorerst die Aeu» ßeruog Eurer Wohlgeboren einznholea. beehre ich mich. Ew. Wohlge« boren von diesem Beschluss» mit dem Ersuchen in Kentniß z» setze», Zhr die-fälligeS geschätzte« Gutachten mit «hunlicher B'schleuuignng ge« fälligst erstatten und unter Rückstellung der verhaudlung«akrra an da« Präfitialbureau de« UoterrichlSrathe« einseuden zu wolle». Wien, am 30. August 1864. 3» Beurlaubung de« Präsidenten Prof. Haimerl. Sr. Wohlgeboren Herrn Leopold Löw, Oberrabb. ,c. in Szegedi». Einige Tage nach dem Empfange dieses ämtlichen Schreibens mußte ich eine Reise antreten, von welcher ich erst am 25. September, nach der Einweihung der neue» Synagoge zu Stuhlwelßenburg, zurückkehrte. Am 29. Septemb^r erhielt ich folgendes Schreiben: '• .(?. k. Unterricht«ra«h. 583. ״Eure Hochwürtcu wurden unterm 3S. v. M., I. 342» angega»« gen. über dir gleichzeitig mitgeibtilten Vrrhandt״ng«ak1ru wegeuEr« richtung einer Rabbiuerschule in Ungarn mi« thualicher Beschleunigung Zhr schätzbare« Gutachten zu erstattea. Da »« nun dringend nothwrndig wird, die Angelegenheit ohne Verzug der weritorischen Behandlung zu« zuführrn. so werden Eure Hochwürdeu höfiichst ersucht, Zhr Gutachten binnen acht Tagen zu erstatten, oder wenn die« etwa nicht thunlich ist, vorläufig die Berhaudluag«ak«en ohne Zhr Gutachten hieher zurück« zusrnde». :1; - ׳.;;! ('• ■ .׳ ,!!!׳.׳!-׳!׳-׳. ־/׳ 7 .׳ .. Wien, am LS. September 1864. Hasner. Sr. Hochwürdeu Herrn Leopold LSw. Oberrabb. re. io Ezegediti- DaS Gutachten ging am 6. Oktober v. I. von Szegebin ab. Ich' hatte die Absicht, dasselbe im ״Beu Ehanaoj»* auf die mir mittlerweile von Preßburg zur Veröffentllchtr'Stz eingesandten Eingaben folgen zu lassen, Von deNn Publlkation die naiven Orthodoren sehr angenehm, öie Romantiker hingegen sehr nnangenehm überrascht wurde«». ES war aber auch für deü Redakteur diese- Blattes keine angenehme Ueberraschuüg, als ihm am 4. Dez. v. I' behördlich veö« botea wurde, die Publikation der das Seminar betreffende» Dokumente fsrtzusryeu. Auf seinen hierauf bezüglichen Rekurs erhielt er folgenden, hier wortkkeu auS dem Ungarischen übersetzten Bescheid:

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