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Ben Chananja · 1862-10-03 · 39 (3.10.1862) · p. Seite 336

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
5 (1862)
Issue
39 (3.10.1862)
Date
1862-10-03
Page
Seite 336 (sequence 12)
Language
German
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in festen Beiträgen (1 Thaler jährlich von jedem Mitglied), theilS in freiwilligen Gaben bestehen. Letztere werden namentlich bei vorkommenden Geburten in bemittelten Familien reichlich gespendet. Der Verein zählt gegenwärtig 80 Mitglieder und besitzt bereits Legate in Betrage von 3000 Thalern. Den Aufschwung, den derselbe in der letzten Zeit genommen, verdankt er namentlich dem Eifer der gegenwärtigen Direktion, die aus den, auch um andere Wohlthätigkeitsvereine hochverdienten Männern, den Herren I. P. Dessauer, M. M. Rüben und Kommerzienrath I. Heyman besteht. Lüsten und Bilder. Bon Dr. tL. C a r m 0 1». iHormpuiig.) 12. Moses Schedel. Moses Schedel, Sohn deö Abraham ben Moses Fischeles, wie er in seinem Commentar zur Pesach Hagada schreibt, sonst auch Moses Schad, Moses Darschan genannt, einer der ausgezeichneten Rabbiner Prag's. Er war Prediger, Richter und Almosenverwalter. Im Jahre 1585 u. 1586 begleitete er das Amt eines Correctors in d. Druckerei v. Mardechai Cohen, und 1602 errichtete er eine eigne Druckerei, die durch seine Söhne bekannt wurde. Im folgenden Jahre 1603 predigte er über die Baufälligkeit der alten Synagoge, der ersten in Prag. Seine Worte machten den größten Eindruck, es wurde gleich deren Neubau beschlossen. Sie wurde von Grund auf erbauet und von den alten Mauern blieb nur ein kleiner Theil von der Süd- und Nordscite. Der ganze Bau wurde vollendet im Jahre 1605. Diese Detail's liest man aus dem Titelblatt der Selichot der Altschule in Prag, die Moses Schedel in seiner Druckerei in diesem Jahre heranSgab. Er nennt sich hier, wie auf dem Titelblatte seiner Pesach - Haggada: ״Der Drucker." Der Druck dieser Pesach-Hagada nebst seinem eignem Commentar dauerte fast ein ganzes Jahr, vom 9. Sivan 1606 bis zum 9. Adar 1607. Er war mittlerweile gestorden, am Freitag den 27. Tebat, 367, d. i. den 26. Jannar 1607. 13. Moses Sabara. Moses Sabara, ein Spanier, wurde mit seinen Neligiouögenossen 1492 aus Spanien vertrieben, und starb in Marokko, wohin er sich geflüchtet hatte. Er ist Verfasser eines gelehrten Buches über die Gesetzrolle-Schreibung und Erhaltung, so wie über Tefilin und Mesusa, in 136 Abtheilungen. Die 42-te Abtheilung, von den gekrönten Buchstaben in den heiligen Gesetzrollen, verdient besonders Beachtung. Moseö Sabara war selbst ein Gesetzrolle-Schreiber und ein sehr gelehrter Rabbiner, der in seinem Vaterland mit den größten Autoritäten den Gegenstand behaudelte. Dieses Werk, das weder von Azulai noch von andern Bibliographen gekannt ist. befindet sich handschriftlich in meinem Kabinet von Mannscripten und führt den Titel: רמזי הלכות ספר תורה Die Handschrift ist aus dem XVI. Jahrhundert, sehr schön, auf Seidcpapier geschrieben, 166 Seiten in 1-0. Mehrere Randglossen sind von späterer Hand. Ein früherer Besitzer zeichnete oft seinen Namen ״Emanuel Mansano," darin. 14. Jehuda Lob Selichover. I e h u da L ö b Selichover, geboren in Klein-Polen, unweit Lukow, war Sohn des MoseS Selichower und Schüler deö Rabbi Bezallel ben Salomon Cobryn. Er kam wegen der Kriegsunrnhen in seiuem Vaterland nach Deutschland und wurde Chasan und Scribe zu Astrod in Hessen. Dort war er im Jahr 1666, während der vermeinten Messiaszeit des Sabbatai Zebi. Der Rabbiner Wolf Levi Eppstein von Witzenhausen kam nach Aftrod, um dort fromme Buße zu üben, weil Astrvd mehr als Witzenhausen zu einer solchen religiösen Uebung geeignet war. Der Rabbiner logirtc bei unserem Selichower, und von ihm angeregt, ergab er sich auch den frommen Betrachtungen. Später wurde Jehuda Lob Lorbcter in Minden an d. Weser und endlich kam er nach Hamburg und Altona, wo er auch den 26. Mai 1711 starb. Selichower war Dichter, er schrieb religiöse Gedichte, die er unter dem Titel Schi re Jehuda, Gesänge Jehuda's, im Jahre 1696 in Amsterdam herausgab. Sie sind mit einer deutschen liebersetzung und einem hebräischen Commentar versehen und wurden durch Ascher Anschel nnd Jssachar Baer bei" Kosman Emrich gedruckt, den 20. CheSvan 457 d. i. den 15. November 1696. 15. Moses Jbn Zur. Moses ben Isaak Jbn Zur, hebräischer Dichter in Fez, ums Jahr 1640. Seine Vorfahren waren aus Castilien, nnd in seinen Schriften nennt er mit Wohlgefallen seine Ahnen; Isaak Sohn des Moses, Sohn deö Samuel, Sohn des Moses Jbn Zur, der 1492 aus Castilien vertrieben, sich nach Afrika flüchtete. Der Ruf der Gelehrsamkeit unseres Moses im Talmud und der Kabbalah war groß; d. seines Dichtertakentes noch größer. Wir bemerken jedoch wenig Erfindnngögeist in seinen Dichtungen und alle seine Schriften entbehren jede Fiktion. Man hat von ihm ein Buch handschriftlich unter dem Titel: מערת שדה המכפלה," die Höhle des Feldes der Machpelah," in welchem er die kabbalistischen Mysterien der Ozerot Chajim in VerSen beschreibt, nebst zwei Commmentarien, von welchen Azulai spricht. Ein unbekanntes Werk, welcheö sich in Manuscript in meinem Kabinet befindet führt den Titel: ״ ,משכיל שיר היהירותein Gedicht, Gesang der Liebschaft," enthält einen Theil des Schulchan Arnch Orach Chajim, in Versen. In der Einleitung verherrlicht der Dichter Joseph Caro, den Verfasser deö Schulchan Aruch, auf eine sehr schöne Art. Da das Ganze versificirte Ceremonialgesetze enthält, so nennt sie auch der Verfasser ״Asharoth;" Die Handschrift wurde in Fez 1717 geschrieben, und scheint nach dem Original copirt zu sein. Druck von Sigmund Burger i» Szegkdin.

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