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Ben Chananja · 1861-11-08 · 45 (8.11.1861) · p. Seite 392

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
4 (1861)
Issue
45 (8.11.1861)
Date
1861-11-08
Page
Seite 392 (sequence 10)
Language
German
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392 NB. Die Nationalität betreffend waren unter die 537 behandelten Kranken die Hälfte ans der Türkei und beinahe ein Dritthcil auö Rußland und Polen. Von den Wöchnerinnen war ein Dritthcil nur ans der Türkei und zwei fünftheile auö Rußland und Polen. 3. Verein jnr Verbreitung von Handwerken, erhalten von Baron Bakmond Franchetti. 32 Lehrlinge waren zum Schluß der vorhergehenden Jahres. 18 Lehrlinge traten in diesem ein. Die Schuster und Klempner waren am meisten vertreten; außerdem war ein Uhrmacher und ein Buchbinder. Ihr Alter war zwischen 13 und 20 Jahren. Die Hälfte waren aus der Türkei und ein Fünftheil aus Algier. 4. Mathitd Cohn'sche Stiftung. Diese Stiftung hat, wie in den vorhergehenden Iahren, an 50 Familien Brod vertheilt an den Vorabenden der Sabbat und Festtagen. (Arch. isr.) —v«\a/v\AAAA/VW^־- ,RttOOiiiifrfje S]>rii(ijc uni) Meichuisse. Bo» Prof. M. Stößel. I. Die Thora. 1. Wcnd lind kehr sic für und für Alles findet sich in ihr. 2. Verlass' die Thora nur ans einen Tag; So hat sic Dich auf zweie schon verlassen Mit jeder Meil' sind doppelt sich entfernt Zwei Wandrer auf entgegengesetzten Wegen. II. Lehrer und Schüler. 1. Wer sich Kenntniß erworben und sie nicht weiter verbreitet' Gleicht einer Mprth' in der Wüst, niemand genießt ja den Duft. 2. Wie beim Holz die großen Scheiter Nnr durch Kleinholz sich entzünden; So Gelehrte auch durch Schüler Erst ihr Wissen recht begründen. 3. Wohl verdank' ich dem Lehrer gar viel des erworbenen Wissens. Meinen Kollegen noch mehr, aber dem Schüler zumeist. 4. Alles loben gilt wohl oft als fein. Höchst verderblich wird'S beim Lernen sein. III. Frömmigkeit. 1. Die Frommen werden je aller, je weiser, Die Frevler aber nnr dümmer, je greiser. 2 Der Fromme braucht am Grab kein Monument Da ja die Nachwelt seine Thatcn kennt. 3. Der Fromme muß verläßlich sein, Sein ״Ja" ist: Ja; sein ״Nein" ist: Nein. 4. Wer gelehrt und tugendhaft zugleich Ist ein Meister sammt dem Werkzeug. Doch was ohne Werkzeug ist der Meister Das sind ohne Tugend große Geister: Mehr »och bringt der Lehrling zu Stand Der sein Werkzeug immer hat zur Hand! 5. Weisheit macht nicht gerne viele Worte, Viele Worte machen nicht den Weifen; Gntcs Thun nur führt zur Weisheit Pforte. IV. Form und Inhalt. 1. Schau nicht auf das Faß Sondern auf daö Naß! 2. Ein Pfefferkorn hat mehr Geschmack Als Kürbisköpf' ein voller Sack. 3. Es kommt nicht an, ob wenig oder viel Nur ob daö Gute sei der Thaten Ziel. 4. So mancher predigt gut Doch schlecht ist, was er thut Eilt And'rer handelt recht Allein der predigt schlecht Sei gut in Wort und That Das ist mein Wunsch und Rath. 5. Wer ist ein wahrhaft kluger Mann? Der Lehre nimmt von jedem an. Wer ist der größte Held? Der seine größte Gier im Zaume hält. Weß Reichthnm ist in Wahrheit groß? Der fröhlich ist mit jedem Loos. Wer wird am meisten wol geehrt? Der Jedermann läßt seinen Werth. V. Schweigen. 1. Einen Gulden gilt ein passend Wort, Zwei das Schweigen an dem rechten Ort. 2. Gcziemt's dem Klugen dann und wann zu schweigen Wie gut erst möchte sich'S bei Thoren zeigen! 3. Brich selber ab zur rechten Zeit im Sprechen So erntest D u der Hörer Dank und Lohn; Laß nicht von andern erst Dich unterbrechen Sonst haben diese Lob und Dank davon. VI. Nahrung und Verpflegung. 1. Kein größer Wunder ist daö Meer zu spalten Als für des Menschen Nahrnng sters zu walten. 2. Schwer ist wol ein Kind gebären Doppelt schwer ein Haus ernähren. 3. Leichter ist im dürren Land Legionen zu verpflegen Als bei noch so voller Hand Kinderzucht zu Heil und Segen. VII. Zierde. 1. Schön ist der Greis, wie er sitzet im Rath Schön ist der Jüngling, gerüstet zur That. 2. So lang der Fromme bei nns hier War Ruhm auch da und Pracht nnd Zier, Seitdem der Fromme aus dem Ort Da ist mit Eine 111 Alles fort! 3. Die Zier der Predigt ist das Volksgedränge, Des Lehrers Zierde ist der Schüler Menge, Daö Lernen ziert daö Denken klar und strenge, Die Trancrseier ziert der Thräuenguß, Das Hvchzeitösest des heitern Scherzes Fluß, Den Fasttag ziert der sronimen Werke Fülle Den Gottesacker heilige Ruh und Stille. Druck von Sigmund Burger in Szcgcdin.

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