Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 4 (1861)
- Issue
- 15 (12.4.1861)
- Date
- 1861-04-12
- Page
- Seite 137 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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137 ipitu] erlauben Sic mir einige Bemerkungen zu dem leitenden Artikel in Nr. 11. des B. (Sf>. — Der Herr Berichterstatter schildert Zustände, die mir vom Herzen herbei wünschen, welche aber noch nicht vorhanden sind. ״Der gelehrte Herr TonclcS hielt in der ReligionSschnlc ein 1501־ loqnium mit seinen Jüngern ab." An diese Thatsachc werden mannigfache Betrachtungen geknüpft, welche bis setzt als fromme Wünsche anznsehcn sind. Erlauben Sic mir den naktcn Thatbcstand, wie er leider ist, zu skizzircn. Herr Tonclcs hat drei Schüler, das sind seine sämmtlichcn Junger. Bon diesen Dreien ist Einer der Sohn des Herrn T.. ein anderer hat bereits von hervorragenden Rabbincn die Hatarah und besucht daher die Vorträge als Volontär. Ich wünschte, daß recht viele Junger zu Herrn Tonneles strömen: der heutige Zustand ist jedoch nicht als erfreulich hervorznheben. Hr. Rabbiner Horwitz hat ebenfalls vor mebrcre Jahren in der ReligionSschnlc NabbinatSkandidatcn itnterrichtet und setzet noch jetzt meines Wissens den Unterricht in seinem Hanse fort. Leider ist das eine wie das Andere nicht als Thalmndschule zu betrachten, nnd hat die neue Zeit in der Beziehung nichts vor der alten einen Platz einnchmen, denen er wirklich gehört (wovon freilich fremde ailSgcnommen sein müßteii). Wie der Usus jetzt ist, nehmen viele nicht den Sitz für Geld, weil sie ihn unentgeltlich erlangen können. Wir fanden cS nicht gcrathcn, daß der Preis für die Betplätze in der Stadt erhöhet werde, da diese ohne dies hoch gespannt sind. Der Vorstand der isr. Religionsgenossenschaft in Frankfurt am Main ״schätzt sich glücklich" Herrn Hirsch als Rabbiner zu besitzen. Es erinnert mich das nnwillkührlich an den Ausspruch des Herrn Grasen Thun im Reichsrathc, er schätze sich glücklich bei der Schöpfung des Konkordates mit gearbeitet zu haben. v. 28ien, 8. April. Obwol die Landtage in den österreichischen Provinzen bereits in voller.Lhätigkeit sind, so dürfte cs doch noch heute für Ihre Leser von Interesse sein, auf eine Stelle der Wahlrede des Dr. Giskra in Brünn hinznweisen. Nachdem derselbe die Gleichstellung aller Konfessionen ausgesprochen hatte, fuhr er wörtlich fort: ״Wäre es, um ein naheliegendes Beispiel zu nehmen, nicht selbstverständliche Folge »״־»«. W mtmt in f,u6m׳r 3.'it -mch öfters Rabbm.M.u-! i-m- Gr»ud>.»» g-w-ftu. wenn ln dem muzrschaffrnrn H-"->cha״!c did-.-n hi« nm sich -nf dm mnn»il>f-ch-n Gebieten d.e! «» »»!.fa«,«,, «» OtmM, Wissenschaft auSzubilden, die später Namen und Ruf erlangt haben. Ich erlaube mir folgende Namen zu nennen: Albert Cohn jetzt in Paris, der Redakteur des Ben Chananja, *) die beiden Brüder und Rabbiner Hirschfeld, Herr Dr. A. Schmiedel, Herr Szanto, ReligionSlehrec Dr. Wolf n. Wir hoffen und erwarten von der rüstigen Kraft Jcllincks, daß er ein בית ועד להכמים ins Leben rufen wird, und werden ihm die Bemühuiigeu anderer Männer darin zn Gute kommen. Was wir jedoch sehr bedauern ist, daß Herr Dr. Jcllinek eS aufgegcben hat, den Präparanden Religionsunterricht zu crtheilen. Da wäre der Vodcu gewesen-, von.dem aus ein Lehrerseniinar und später ein Rabbinerscminar sich hätte bilden können. Was bis jetzt geschieht ist eitel Flickwerk- Ich will damit durchaus Niemanden nahe treten, und weiß ich vielmehr die Bemühungen redlich strebender Männer zn würdigen: aber was bisher geschehen ist, waren bloö Versuche, die nach kürzerer oder längerer Dauer wieder aufgegcben wurden. Was vor alleur Noth thäte, ist, daß sich ein Brennu. Sammel- Punkt bilde, wo alle diejenigen, welche für Juden und Jiidenthnm Intereffc haben, zusammen kämen. Ich werde mir erlauben in dieser Sitz erhalten hätte neben dem purpuctragenden Kirchensürsteu unseres Glaubens?״ So sprach ein Christ; anders aber denken und handeln — die Juden! Diese würden schon einen Sitz im Oberhanse akzeptiren, wenn ihn nur ein reicher Mann erhielte. Lebte Charisi in unserer Zeit so könnte er eine Makame über den Kampf zwischen Geld und Geist gleich jenem zwischen Schwert und Feder dichten, und Herr Dukes würde dann die Parallelen dazu liefern. — Guizot schreibt im 3 Bv. seiner Memoiren über den religiösen Volksunterricht: ״Darunter verstehe ich nicht etwa blos, daß RcligioiiSnutekricht darin ertheilt und daß die religiösen Uebungeu darin beobachtet werden, durch so kleine und mechanische Mittel wird im Volk nicht religiös erzogen — sondern der VolkSn nterricht muß mit einer religiösen Weihe gegeben und empfangen werden, so daß die religiösen Eindrücke und Gewohnheiten ihn von allen Seiten dnrchdringcn." Wann wird sich bei uns diese Ueberzcugung allgemein verbreiten und endlich verwirklicht werden? Man wird doch Guizot, dem Protestanten nnd aufgeklärten Historiker, keine crklussiven Tendenzen zuschreiben. — Dieser Tage war Prof. Wessely aus» Prag hier, derselbe ist mit der Verössentlichung eines großen juristischen Werkes beschäftigt. — Hr. Filipp von S ch e y ist in GünS honoris causa in die KomitatSccpräsentanz Beziehung den Vorschlag zn machen, daß sich ein Verein bilde, ן worden. Seine Beförderung zum Ritter der eisernen Krone ein Lokal zur Verfügung hat, wo jüdische Journale n. zur Lektüre für die Mitglieder aufgelegt werden. In diesem Lokale könnten auch Besprechungen über wissenschastliche Fragen auf dem Gebiete des Indenthums, oder auch Tagesfragen, die Inden und Judenthum berühren, behandelt werden. Wir zweifeln nicht daran, daß so manches Segenreiche aus derartigen Zusaminenkünften hervorgehen würde und glauben, daß die Mittel herbei zu schaffen wären, um ein derartiges Institut ins Leben zu rufen und an Theilnehmcrn würde kein Mangel sein. Einer der Hauptübclstände Wiens, daß nur höchst selten, wenn nicht durch Zufall, drei Personen zusammen kommen, welche Interesse für jüdische Angelegenheiten haben, wäre dadurch behoben nnd das andere würde ist gegen den Willen des früher» Ministers GolnchovSky geschehen, über den auch die galizischen Juden bald triumfircn werden. Szentes, 3. April. Der Gefertigte gestattet sich über den Bericht ans Tyrnau in Nr. 13. folgendes zu bemerken: 1) Die Tyrnauer Gemeinde, die schon seit mehrern Jahren im Besitze einer geregelten, vor Kurzem sanktionirten Schule ist, sollte in einer Zeit des allgemeinen Fortschrittes, dem Beispiele mancher Gemeinde folgend Rückschritte machen wollen? 2) Der würdige Rabbiner Sidan, der deutsche Predigt und! Deraschah im Tyrnauer Tempel eingeführt hat; seit einiger Zeit auch ein Mitglied der dortigen Schulkommiffion ist, uuv seinen ältesten sich finden. - Vielleicht nimmt einer Ihrer geehrten Mitarbeiter diesen j Pest״ Lehrerbildungsanstalt wollte besuchen lassen, sollte über Vorschlag zur weitern Besprechung auf. — Wie ich höre geht der Vorstand damit um, die Preise der Betplätze in dem Tempel der Leopoldstadt zn ermäßigen, da sehr viele leer stehen. Wir glaube» jedoch es wäre besser, wenn strenge darauf gesehen würde, daß nur diejenigen die Werke eines Moses Mendelssohn fluchen und ein Feind der Schule sein? Wir sind weit davon entfernt» Ihren Korrespondenten Lugen zu strafen, aber auch davon entfernt, die Anstellung eines Gemara-LehrerS! an einer öffentlichen Schule als einen Beweis zur Auflösung derselben - j zu deuten. Daß man Gemara-Lehrer anstellen kann, ohne dabei im;) Gestatten Sie mit die Bemerkung , daß die Schüler, welche ^inasteu an das alte Chederwesen zu denken oder dasselbe wieder ein- Sie wahrend Ihrer hiesigen Anwesenhelt un Thalmud unierrkchteten j״ J . . ״״ " t als die deö Herrn ToneleS) mit Vergnügen ihre ,fuhren zu wollen, darüber können viele Gemeinden — besonders m (sie waren zahlreicher Meisters gedenken. I der Tvrnancr Gegend — als Beweis dienen.