Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 3 (1860)
- Issue
- 3 (1860)
- Date
- 1860-01-01
- Page
- Seite 125 (sequence 21)
- Language
- German
- Belongs to
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125 — dieser zu den Aeltern über; durch ihn wird die Schule erst zu einer wahren Bildungsstätte, für nachfolgende tüchtige Generationen; mit ihm entsteht ein regelmäßiger Schulbesuch, eine allgemeine Theilnahme für den Jugendunterricht, kurz ein rasches Aufblühen der Gemeindeschnle. Alles mit ihm und Nichts ohne ihn. Bei einem unfähigen Lehrer gleichen die schönsten Schul- Häuser Bauwerken, die Gott nicht baut und nicht bewacht. Bei einem unfähigen Lehrer nützen selbst die besten methodischen Bücher, die zweckmäßigste» Lehrmittel wenig oder gar nichts. Eine Schule mit unfähigen Lehrern wird trotz der weisesten Schulgesetze und bei der intelligentesten Aussicht wenig Ersprießlicheö leisten. Es muß demnach die Heranbildung eines tüchtigen Lehrerstandes eine der wichtigsten Aufgaben des Staates, eine der heiligsten Angelegenheiten der Gemeinden und einer der aufrichtigsten Wünsche eines jeden Kulturfreundes sein. So lange nun die Volksschule zur Heranbildung aller Kinder einer politischen Gemeinde ohne Unterschied des Glaubens bestimmt war, so lange der Volksschul-Unterricht der konfessionellen Färbung noch entbehrte, konnte auch jeder Mit den Volksschul- Gegenständen und deren Methodik vertrante-Lehrer ohne Unterschied der Religion die Aufgabe der Volksschule lösen. Mit der Errichtung der konfessionellen Schulen wurde aber auch die Errichtung konfessioneller Lehrerbildungs-Anstalten ein dringendes Bedürfniß. Eine jüdische Schule erfordert -zur Erreichung ihres Zieles einen glaubensfesten, jüdisch herangebildeten Lehrer mit inniger Begeisterung für das Judenthum und dessen sämmtliche zeitgemäße Interessen, mit warmer Theilnahme für das materielle und geistige Wohl der jüdischen Gemeinde, deren Jugend er für dieselbe heranzubilden berufen ist. Diese Gefühle muß der jüdische Lehrer aus dem elterlichen Hause mitbringen, diese Gefühle müssen während seiner ganzen Bildnngs- und Vorbereitungszeit ■tu ihm genährt, gestärkt und gesteigert werden. Eine jüdische Schulederen Lehrer nicht von dem belebenden Gefühle für's Judenthum, für jüdische Literatur, für jüdischen Gottesdienst durchdrungen sind, gleicht einem Baum ohne Wurzel, einem Brunnen ohne Wasser?