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Ben Chananja · 1860-01-01 · 3 (1860) · p. Seite 118

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
3 (1860)
Issue
3 (1860)
Date
1860-01-01
Page
Seite 118 (sequence 14)
Language
German
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— 118 — Die Bereitwilligkeits-Erklärung, die Kosten des jüdischen Kultus aus dem Staatsschätze zu bestreiten, war in jenen Zeiten ein ganz gewöhnlicher Kunstgriff, dessen sich syrische Könige und Prätendenten gerne bedienten, um jüdische Hilfstruppen zu gewinnen. Die hierauf bezüglichen glänzenden Anträge Demetrius Nikator's waren in Jerusalem, wo man deren Unzuverlässigkeit einsah, zurückgewiesen worden! Ptolemäus III. Evergetes hatte nach der Eroberung Syriens nicht als Bedrängter, sondern als Sieger im Tempel zu Jerusalem geopfert (Jos. c. Ap. 2, 5.). Die Sage, daß Alexander der Große im Jerusalemischen Tempel nach Anweisung des Hohenpriesters geopfert habe, war wol schon zu Hyrkan's Zeit verbreitet. Die Opfergeschenke an sich hätten also dem Antiochos nicht den Titel eines Frommen verschafft. Vielmehr war es folgende Konzession, welche die Bevölkerung in Jerusalem mit so vielem Wohlgefallen aufnahm. Bekanntlich war bei griechischen Heereszügen das Opfern einheimisch; Athenische Feldherrn pflegten dem 'Kou,r]q ijyefionog zu opfern (Wachsm. 8. 137. Nr. 27.). Vor einer Schlacht war auch die Opferschau üblich, durch welche man sich über das künftige Waffenglück Auskunft verschaffen wollte. Gewiß war auch die Armee des Antiochos SideteS nicht ohne Götterbilder, Kultus und Opfer in den Krieg gezogen, und die Kultushandlungen waren wol während der Belagerung nicht unterbrochen worden. Aber der Götzendienst in der nächsten Nähe der heiligen Hauptstadt mußte in Jerusalem Anstoß und Aergerniß erregen. Nachdem also in der ersten Hälfte der Wasfenstillstandswoche die Friedensbedingungen festgestellt waren, entschloß sich Antiochos, die den Einheimischen so anstößigen Opfer- Handlungen einzustelle». Hierauf beziehen sich die Worte Vers 27: ״und eine halbe Woche wird er (Antiochos Sidetes) aufheben Schlachtopfer und Sühnopfer!" Diese ritterliche Konzession von Seiten des Belagerers erwiderten die Belagerten mit einem Komplimente, indem sie sich beeilten, demselben das Attribut des Frommen beizulegen.

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