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Ben Chananja · 1860-01-01 · 1 (1860) · p. Seite 46

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
3 (1860)
Issue
1 (1860)
Date
1860-01-01
Page
Seite 46 (sequence 46)
Language
German
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— 46 — den weiß, bewaffne er sein Auge mit der mikrologischen Brille, und er wird sicherlich darin gar manche solcher ״sprachlicher Kuriosa" aufzufinden so glücklich sein. Warum es der Hr. Rezensent so ״höchst abenteuerlich" findet, wenn S. 125 meines Buches in einer Parabel erzählt wird, daß nach dem Sündenfalle, im Herzen des ersten Menschenpaares mit allem Bösen gewiß auch der Wunsch nach äußerm Prunk und Flitter erwacht ist — ist mir unbegreiflich. Der Rezensent macht meinem Buche Anfangs das Kompliment ״geistreicher Cregese" um zuletzt gegen die ״gezwungene Eregese" desselben loszuziehen. — שכן ררך התגרים’. Allein der Rezensent scheint über den Begriff der Exegese gar nicht im Klaren zu sein. Eregese ist die wissenschaftliche Erklärung oder Ausdeutung des Schrift- Wortes, und muß als solche an den Wortstnn und Zusammenhang strenge sich halten. Ganz anders, die freiere Schwester der Eregese, die Homilie, der es blos um die Anlehnung eines lehrreichen, erbaulichen Gedankens an das Schriftwort zu thun ist. — Den Vers מות וחיים ביד לשון exegetisch auf die hebr. Sprache zu beziehen, wäre ein Unsinn. Wird dagegen dieser Vers homiletisch auf die todte und doch noch immer so lebenskräftige hebr. Sprache angewendet, dann ist dies gewiß ganz in der Ordnung. — Oder ebenso, wenn an das Schriftwort: ״So du kommst in den Weinberg deines Nächsten, so magst du Trauben essen nach deiner Lust, bis zu deiner Sättigung; aber in dein Gefäß darfst du die Trauben nicht legen", homiletisch eine Mahnung gegen das Plagiat angelehnt wird, eine Warnung gegen den Literärischeu Diebstahl, wo mau fremdes, geistiges Eigeuthum für das Seinige ausgibt; dann wird auch nach den strengsten Regeln der Homiletik gegen eine solche Gedankenanknüpfung nichts einzuweuden sein. — Was spricht jedoch der Rezensent von exegetischer Beweisführung gegen das Plagiat? Doch wahrhaft lächerlich erschien mir der Vorwurf des Rabb. Ehrentheil gegen den Verfasser der ״Sausinnim", daß dieser die hebr. Sprache, die ״Mutter aller Sprachen" genannt. ״Wozu solche Uebertreibungen?" ruft der Herr Rabbiner aus. Wie, ein Rabbiner wagt es, dem andern einen Vorwurf daraus zu machen, daß dieser die Sprache der Bibel, die ehrwürdige Mutter aller Sprachen genannt? Wie, einem jüdischen Volksbuche will man es verargen, wenn es nach Vorgang der größten jüdischen Schriftsteller aller Jahrhunderte, wie Jehuda Halevi, Jbn Esra, Asaria dei Rossi, Moses Mendelssohn u. A., ja nach Vorgang des ganzen Altrabbiuismus (eine vereinzelt dastehende Meinung ausgenommen — Sanhed. 38 b), die hebräische Sprache als die älteste der Welt bezeichner? Oder sollte ein jüd. Volksbuch, etwa weil Masudi, Abnlfarag, Efräm Syrus u. A. der syrischen Sprache die Ehre der Priorität zuerkennen; oder weil Andere, wie z. B. Julius Fürst, dem Sanskrit eher diese Ehre zuwenden

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