Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 2 (1859)
- Issue
- 6 (1859)
- Date
- 1859-01-01
- Page
- Seite 250 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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— 250 sich freuend, daß Gott ihm Gesundheit und Genügsamkeit verlieh. Ich hörte aber, daß die Wahnwitzigen, welche für ihre Meinung durchaus Beweise herbeischleppen wollen, sich auf jene Stelle berufen '6)״ יWer da von den Leuten genießen will, thue es gleich Elisa und er hat diesen Gottesmann als Gewährsmann für sich, wer aber nicht genießen will, der nehme sein Vorbild an Samuel den Ramiten"; doch nicht nur, daß diese Stelle kein Beleg für ihre Ansicht ist, und Eines dem Andern nicht gleichet, ist die Be- Weisführung selbst eine irrige. Denn Elisa nahm kein Geldgeschenk von Menschen an, um so weniger, daß er es verlangt und es ihnen als ״Muß" auferlegt hätte; sondern er nahm bloße Ehrenbezeignngen an; so ihn Jemand auf seiner Reise als Gast zu sich bat, kehrte er bei ihm ein, von dem gastfreundlichen Anbote Gebrauch machend, ging aber dann wieder seinen Geschäften nach; Samuel hingegen kehrte bei Keinem ein und genoß von keinem Menschen Etwas. Hierauf bezüglich sagen unsere Weisen: Wer hierin dem Samuel gleichen will, daß er bei Keinem einkehreu will, hat das Recht für sich; wer aber ans Nothbedarf der Reise die Gastfreundschaft eines Menschen in Anspruch nehmen will, der darf es ebenfalls. Doch, wie bereits gesagt, nur wenn er dazu gezwungen ist, denn sonst haben uns schon unsere Weisen gewarnt, bei Keinem Etwas zu genießen; so sagen sie 17): ״Jedes Mahl, das nicht aus irgend einer höhern, religiösen Veranlassung hervorgeht, daran darf der Weise (Talmid-Chacham) keinen Antheil nehmen". Doch wozu länger bei diesem Gegenstände verweilen! Nur will ich noch zweier Begebenheiten, welche ein schlagendes Licht aus die Ansichten unserer Weisen lverfen, erwähnen. Die erste ist folgende: Ein Mann hatte einst einen Weingarten, in den sich Diebe einschlichen. So oft der Eigenthümer seinen Weingarten besuchte, fand er, daß dessen Früchte immer weniger wurden, und er zweifelte nicht, daß einer der Dieben es auf den Weingarteu besonders abgesehen habe. Diesen Verdruß hatte er während der ganzen Lesezeit, bis er endlich Alles abgelesen hatte, und nun nur noch die Reihe an die Trockenbeere kam. Es ist aber Brauch, >«) Berach. 10, d. '7J Psach, 40, a.