Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 2 (1859)
- Issue
- 4 (1859)
- Date
- 1859-01-01
- Page
- Seite 192 (sequence 48)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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— 192 — nicht zu verkennen, daß sich im אמונת אמן, im Vergleiche zum fn יסודי משה in seinen beiden Auflagen, ein merklicher Fortschritt kund gebe, Md Anlage des Ganzen, wie sprachliche Haltung zweckentsprechender seien; nichtsdestoweniger aber hat auch dies noch der Mangel gar zu viele, als daß es zum Schulbuch empfohlen werden könnte. Bei aller Achtung und Anerkennung, die wir dem Streben des Vers, nicht versagen, will es uns bedünken, daß er die Bearbeitung eines neuen Religionsbuches auf zu leichte Achsel genommen habe, und ohne den nöthigen Apparat von Quellen- und andern einschlägigen Studien, ja ohne sich die zu verarbeitenden Begriffe zur philosophischen Klarheit gebracht zu haben, an sein Werk gegangen sei. Solche seientifische Qualisikatioü aber ist zur Abfassung eines Religionsbuches um so unerläßlicher, als hier die kleinsten Jrrthümer schon zu schädlichen Konsequenzen führen, und unsere heiligsten Jntereffen in ihrer empfindlichsten Seite berühren. Auch scheint uns der Vers, jener schriftstellerischen Schwäche zu viel nachgegeben zu haben, die in allen Stücken um jeden Preis neu und originell sein will und hergebrachte Anschauungen in neue Formen zwängt, um der Darstellung den Reiz der Neuheit zu verleihen. Aber in einem Religionsbuche für die untere Volksschule darf man gar nicht neu und originell sein wollen, wenn man es auch sein könnte. Die allgemein gültigen, von den größten Autoritäten der Nation anerkannten Grundsätze und dogmatischen Anschauungen müssen festgehalten werden, und jede Abweichung muß ihre voraufgehende wissenschaftliche Begründung gefunden haben, ehe ihr der Eingang in das Neligionsbuch für die Volksschule gestattet werde. Schulstreitigkeiten, die noch nicht zum Abschluß geführt, subjektive Meinungen, die! vor dem Forum der Wissenschaft noch in Minorität find, dürfen, nicht durch das. Organ des Religionsbuches in das Bewußtsein der Ingend geleitet werden. Denn so lange eine neue Ansicht noch in Wissenschaftlicher Diskussion fich bewegt, kann fie rektifizirt, modifizirt oder auch zurückgenommen werden; wer aber kann Hunderten von Kindern Jrrthümer abnehmen, die man ihnen in der Schule beigebracht? — Der Vers, sollte es am Besten an sich selber erfahren haben, wie veränderlich seine dogmatischen Anschauungen find. Denn während er in der Vorrede zu seiner ersten Religionslehre der Negirung. aller Glaubeusdogmen, als solchen-, das Wort redet und den Stand- Punkt Mendels'sohns — ohne ihn gar zu erwähnen — einnimmt, wird in der Vorrede zum אמונתאמן das Gegentheil behauptet, und in aller Naivität bedauert, daß Maimonides nicht wenigstens nochmal so viel Glaubensartikel aufgestellt habe *)- (Fortsetzung folgt). *) ÄZir können es uns nicht versagen, die dem Verf. gewiß angenehme Notiz hier anzufügen, daß Albo im Jkkarim Th. 1. Abschn. 3 eine Meinung zitirt, die wirklich sechs und zwanzig Glaubensartikel aufsteltt. Wir wissen zwar nicht welche, aber das gläubige Verlangen des Vers, nach Glaubensdogmen wird fie ihn vielleicht auffinden lassen.