Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 2 (1859)
- Issue
- 4 (1859)
- Date
- 1859-01-01
- Page
- Seite 145 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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— 145 — Zur Mchichle der Juden Ln Angarn. 11. Vergangenheit und Gegenwart-er Chaßidäer. (Fortsetzung) *). Der erste auf ungarischem Bode» verehrte Zaddik war R. Moses Dattelbaum, oder wie er sich selber nannte: Teitelbäum. Aus Premysl in Galizien berufen, gründete er in Sätor- Alja-Ujhely — einen damals dem Fürsten Brezenheim gehörenden Marktflecken im Zempliner Komitate — eine selbstständige chaßidäische Gemeinde, an deren Spitze er natürlich selber stand. Dadurch wurden die ungarischen Chaßidäer von den galizianischen Oberhäuptern unabhängig. Die Berufung eines Rabbiners aus Galizien nach Ungarn war im Jahre 1809 durchaus nichts Ungewöhnliches. Noch viel später wurde R. Hirsch Heller nach Bonyhäd, Unghvär und von da nach Altosen berufen. Die gegenwärtigen Chaßidim-Häupter im nördlichen Ungarn stammen sämmtlich aus Galizien. Ein Einheimischer war bis zur Stunde noch nicht so glücklich, sich von dem Nymbus der Zaddikwürde umstrahlt zu sehen. Aber intelligente Eingeborne, die allenfalls die Ambition haben könnten, zn jener Würde zu gelangen, schicken sich auch erst seit Kurzem an, der Fahne des Chaßidismns zu folgen. R. Moses Dattelbaum erhob diese Fahne mit vielem Selbstvertrauen. Er durste es thun; denn er trat wirklich als eine eminente Persönlichkeit aus, und besaß alle Eigenschaften, die zur Verfolgung und Erreichung seines Zieles erforderlich waren. Der Masse imponirte seine hohe, herrliche, Ehrerbietung fordernde Gestalt, der durchdringende Blick, mit welchem er im Innern Aller, die ihn nahten, zu lesen schien, und das ruhevolle Selbstvertrauen, *) S. S- Heft S. 49 ff. Boihtaanja MS. IV. ■Üiilüi 10