Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 1 (1858)
- Issue
- 12 (1858)
- Date
- 1858-01-01
- Page
- – (sequence 55)
- Language
- German
- Belongs to
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nität begangen: heute Vormittags fand die feierliche Setzung des Grabmales statt, welches wirklich großartig genannt zu werden verdient. Dr. Schwab, Prediger Bach, die Rabbinats-Assessoren Wahrmann und Brill suchten der dankbaren Verehrung unseres unvergeßlichen Seclenhirten Wort und Ausdruck zu geben; Kantor Fried mann eröffnete und schloß die Feier, zu welcher sich Hnuderte von Verehrern des Verblichenen eingefnnden hatten, auf eine wahrhaft ergreifende Weise. Soll ich Ihnen nun noch über die gehaltenen Reden berichten? — Schwab's Worte waren überwältigend. Gs schien uns, als ruhete der Geist seines großen Vaters auf ihm, indem er zu uns sprach. Daß dieser Mann von entschiedenem Berufe sich von der jüdischen Theologie abgewendet hat, bedauern Viele mit Recht. Sehr wohl hat es uns gethan, von unserm Rabbinats- Assessor Brill nicht nur die Verdienste, sondern auch die Genialität unseres verewigten Rabbiners mit Geschick und Liebe gewürdiget zu sehen. Namentlich muß ich Hrn. Brill das Lob ertheilen, daß er es verstanden hat, den Derascha's Schwab's Gerechtigkeit widerfahren zu lassen. Wer Schwab nicht gehört hat, kann vielleicht dem Gedanken Raum geben, daß uns Schwab's Derascha's deshalb so sehr begeisterten, weil wir noch ״zurück" und für die Predigt noch nicht reif sind. Wer unfern verewigten Rabbiner gehört hat, wird uns besser verstehen. Schwab's Derascha's waren tief durchdachte, geistvoll disponirte, streng einheitliche, Licht und Wärme ausstralende Predigten, in denen eine meisterhafte Eregese die Stelle des oratorischen Schmuckes vertrat. Während sich alle Zu- Hörer durch dieselben erbaut fühlten, mußte in's Besondere der Kenner sich am Schluffe einer jeden Derascha gestehen: heute Hab' ich wieder was gelernt! Doch genug. Ich maße mir nicht an, die geistigen Schöpfungen des Verewigten auch nur nach einer Seite hin gebührend schildern zu können. Uns, feinen fleißigen Zuhörern, werden die Weihestunden, die er uns bereitete, unvergeßlich bleiben. Wir schau'n ihm nach, wir ahnen jenen Frieden, Den Gott in seinem Himmel ihm beschieden.