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Ben Chananja · 1858-01-01 · 12 (1858) · p. Seite 550

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
1 (1858)
Issue
12 (1858)
Date
1858-01-01
Page
Seite 550 (sequence 18)
Language
German
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550 — Den Lesern, für welche F. übersezte, hätte selbst nach den bescheidensten Ansprüchen der Wissenschaft der Boden gezeigt werden müssen, welchem die Philonischen Anschauungen entsprossen sind. Eben so erforderlich war es, über das Verhältniß Philo's zür thalmudischen und midraschischen Literatur, aus welcher F. Parallelstellen herbeizuziehen bemüht ist, klares Licht zu verbreiten. Allein jene Anforderung berückstchtigte F. gar nicht; über leztere finden stch in den Noten zum Leben Most's nur einige Andeutungen 34). Nach dem Vorgänge R. Asaria de Rosst's findet auch F. zwischen Philo und der spätem spanischen Schule einige Anknüpfungspunkte, ohne jedoch hierüber auf eine tiefere kritische Erörterung einzugehen. Bei der Liebe und Hingebung, mit welcher F. die Philonischen Studien betrieb, ist es natürlich, daß er selbst ein Freund des Allegoristrens wurde. In seinen biblisch-eregetischen Versuchen weiß er sich jedoch zu moderiren. Bei der Erklärung thalmndtscher Aussprüche, mit denen er oft auch Bibelstellen verbindet, läßt er dagegen der Phantasie freien Lauf, so daß er sich in die seitsamsten Deutungen verliert. Billige Beurtheiler werden trotz dieser Verirrungen die Verdienste Flesch's um die neuhebräische Literatur und um die Belebung wissenschaftlicher Studien zu würdigen wissen. Hat er auch die Resultate wissenschaftlicher Forschung nicht sehr bereichert, so hat er doch das Suchen und Erforschen besserer Erkenntniß mit reinem, uneigennützigem Eifer gefördert. Er stand, wie viele seiner Zeitgenossen, mit einem Fuße auf dem alten, mit einem auf dem neuen Standpunkte. Seine allegorisch - haggadischen Anschauungen geben davon Zeugniß. Diese Anschauungen werden bald bloß der Geschichte der thalmudischen Hermeneutik angehören. Aber Flesch's Streben war deshalb nicht fruchtlos und sein Andenken wird gesegnet bleiben! und der Prosetie. Philo's berühmtestes Werk in drei Büchern. 3. Von den zehn Geboten. 4. Von den Essenern und Therapeuten. Ans Philo's Schriften ״vom theoretischen Leben" und ״jeder Tugendhafte ist frei". Leztere Schriften erschienen 1938 in Prag in einem Bande. 34) Z. B. S. 75.

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