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Ben Chananja · 1858-01-01 · 9 (1858) · p. Seite 388

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
1 (1858)
Issue
9 (1858)
Date
1858-01-01
Page
Seite 388 (sequence 4)
Language
German
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— 388 — In der Vorrede zu seinem Koheleth-Kommentare erklärt Mendelssohn, daß er auch die Werke christlicher Schristforscher zu Rache zog. Auch hierin brach er Bahn. Seit Don Jsak Abravanel, welcher der Rathgeber von vier Souveränen und der Schriftsteller zweier Jahrhunderte war, und der nicht selten die Meinungen christlicher Gelehrten anführt, hatte kaum ein jüdischer Schriftansleger Sprachkenntnisse genug, um ein Gleiches thun zu können. Bekanntlich war Mendelssohn auch im Leben die philosophische Ruhe eigen, welche stch in seinem Koheleth-Kommentare ans eine wohlthuende Weise offenbart. Es brachte sein Gemüt nicht aus dem Gleichgewichte, als König Friedrich II. seinen Namen aus der Liste der Kandidaten strich, welche ihm die königliche Akademie der Wissenschaften unterbreitet hatte. Nicht so ruhig konnte er bei dem Lavaterischen Streite und bei den körperlichen Leiden bleibe», denen er von 1771 an so oft unterworfen war. In seiner Trostesbedürftigkeit griff er nach dem Buche, nach welchem nicht nur werkheilige, sondern auch wahrhaft fromme und trostesbedürftige Israeliten zu greifen pflegen: die Psalmen wurden sein Lieblingsbuch und blieben es zehn Jahre lang (1773—1783)! Die Frucht seiner Vorliebe für die heiligen Lieder ist seine Uebersetzung derselben. Seitdem dieselben erschienen, hat die Uebersetzungsknnst überhaupt und die Psalmenbearbeitnng in's Besondere einen außerordentlichen Aufschwung genommen. Allein die Psalmen Mendelssohn's haben noch immer manche ihnen eigenthümliche Reize behalten, und sind daher aller Beachtung würdig geblieben. Alerander v. Humboldt ist in seinen Psalmenzitaten ״der trefflichen Uebertragung von Moses Mendelssohn gefolgt '")". Während des Dezenniums, in welchem Mendelssohn seine Psalmenübersetzung vollendete, war er auch mit anderen biblischen Schriften vielfach beschäftigt. Im Jahre 1778 erschien in Amsterdam das Programm seiner Pentateuchansgabe; im Frühlinge des Jahres 1783 war dieselbe vollendet. Die Tendenz dieses Werkes ist bisher nicht klar genug erkannt worden. '0) Kosmos II. S. 119.

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