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Ben Chananja · 1858-01-01 · 9 (1858) · p. Seite 385

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
1 (1858)
Issue
9 (1858)
Date
1858-01-01
Page
Seite 385 (sequence 1)
Language
German
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— 385 — Moses Mendelssohn als Niketsorscher. Zum Geburtstage Mendelssohn's '). Schon in seinem frühen Jünglingsalter besaß Moses Mendelssohn eine in jener Zeit sehr seltene, genaue Kenntniß der heiligen Schrift. Jsak Euchel, der erste Biograf des edlen Weltweisen, versichert, von einem glaubwürdigen Jugendfreunde und Studiengenossen desselben gehört zu haben, daß Mendelssohn schon als Jüngling den Tert der 24 biblischen Bücher fast ganz auswendig zu rezitiren wußte fl). Zu dieser Bibelfestigkeit hatte er bereits in seinem elterlichen Hause den Grund gelegt. Mit der Sprache des göttlichen Wortes war er als zehnjähriger Knabe in so hohem Grade vertraut, daß er sich als hebräischer Dichter versuchen konnte 3). Diese Erscheinung könnte auffallen. Am wenigsten läßt sie sich aus der zu4jener Zeit üblichen Unterrichtsweise erklären. In der neuesten Labensgeschichte Mendelssohn's heißt es allerdings: ״Da das alte Testament hebräisch geschrieben ist, so war das Studium der hebrätschen Sprache das erste, welches die Kinder trieben, und von welchem sie zum Thalmnd und dessen Kommentatoren übergingen 4)". Dem Kundigen ist es aber hinlänglich bekannt, daßdies nicht der Fall war. Mendelssohn selbst ist, nach Euchel's authentischem Berichte, wie die meisten begabten Knaben seiner Zeit, schon im sechsten Lebensjahre zum Thalmubstudium angeleitet worden. Die Liebe zur Schrift wurde in dem geistreichen und wißbegierigen Kinde nicht von seinen Lehrern, sondern durch seinen Vater, angeregt. ') 6. September 1729. l) P. Sammler 1788. S. 118. Das. S. 117. ') G. B. Mendelssohn: M. M.s Lebensgesch. in 3 Abschnitten in M.s ges. Schr. Leipzig 1843. I. S. 4. Ben-Gbaoanja 1858. II. 25

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