Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 1 (1858)
- Issue
- 7 (1858)
- Date
- 1858-01-01
- Page
- Seite 302 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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— 302 — und wegen dessen trefflicher Kinder wurde er allgemein geachtet und beneidet; denn ste waren nicht nur allen körperlichen Arbeiten gewachsen, sondern auch mit vorzüglichen Verstandesfähigkeiten begabt. So sehr wachte die göttliche Vorsehung für sein Wohlergehen, daß selbst dem Anscheine nach ungünstige Ereignisse zu unbeschreiblichem Glücke für . ihn ansschlugeu. Durch ihn und durch seine Kinder wurde unseren Vorfahren der Auszug aus Egypten auf folgende Art vorbereitet: Josef, Rachel's Sohn, war schön und geistreich, er übertraf all seine Geschwister an Verstand; ihn liebte Jakob mehr als seine übrigen Söhne. Die Vorliebe des Vaters weckte den Neid und den Haß der Brüder. Diese Leidenschaften wurden durch die Auslegung der Träume gesteigert, welche Josef dem Vater und den Geschwistern erzählte, die sein künftiges Glück bezeichneten, das die Mißgunst sogar der nächsten Angehörigen erregte. Es waren Josef's Träume folgende: 2. Der Vater hätte ihn zur Erndtezeit die Frucht einzusammeln mit den Brüdern auf's Feld geschickt. Im Schlafe hatte er eine ungewöhnliche Erscheinung, die er beim Erwachen den Brüdern zur Deutung mittheilte. Er sagte: verflossene Nacht wäre ihm vorgekommen, seine Weizengarbe habe ans dem Platze, wo sie hingelegt wurde, sich erhoben; ihre Garben wären hinzugetreten und hätten ihr Ehrenbezeugungen, wie Untergebene ihrem Gebieter, erwiesen. Die Brüder merkten wohl, daß dieser Traum ihm Macht und Größe verkünde, und daß ste ihm untergeben werden sollten. Sie legten aber Josef den Traum nicht so ans, sie stellten sich auch, als verstünden sie ihn nicht; innerlich wünschten sie, daß dieser Traum nicht in Erfüllung gehe, und schrecklich entbrannte ihr Haß. 3. In ihrem Neide mißfielen ste jedoch Gott. Er ließ daher Josef eine Erscheinung werden, wunderbarer als die vorige. Ihm kam im Traume vor, als ließen sich Sonne und Mond nebst den Sternen zur Erde herab, ihn anzubeten. Er erzählte das arglos in der Brüder Gegenwart dem Vater, und bat ihn um die Dentung dieses Traumes^ Der Vater, sehr weislich die Zukunft errathend, freuete sich und sagte: mit göttlicher Hilfe werde die kom-