Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 1 (1858)
- Issue
- 7 (1858)
- Date
- 1858-01-01
- Page
- Seite 300 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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— 300 — zu seinem Wohnsitze Sair 1). Er herrschte in Jdumäa, das nach ihm diesen Namen führte. Man nannte ihn auch Adom, eine Be- Gange führt, der noch jezt zur Moschee dient. Alle Gräber der Patriarchen find mit reichen goldgewirkten Decken von grüner Seide belegt, die ihrer Frauen aber mit eben so gestickten rothen. Die Sultane von Koustantinopel liefern diese Decken, die von Zeit zu Zeit erueuert werden. Der Reisende Burckhard, der 1807 hier war, zählte deren auf dem Grabe Abraham's neun übereinander liegend. Die Gemächer selbst, welche die Gräber enthalten, find mit reichen Teppichen belegt. An dem Eingänge derselben befinden sich eiserne Thüren, und sodann hölzerne mit Silber beschlagen, Bolzen und Vorlegeschlöffer von demselben Metalle. Mehr als 100 Personen sind bei dem Tempeldienste beschäftigt, und sie bilden nebst den Verzierungen und der Pracht des Gebäudes einen auffallenden Kontrast mit dem Leben der ehrwürdigen Todten, zu deren Andenken es dienen soll".-Der jüdische Reisende Benjamin de Tudela, der zwischen 1201—2 in Chebron gewesen zu sein scheint, erzählt Folgendes: ״Das auf einer Anhöhe erbaute alte Chebron ist eine verlassene Ruine, und im Thale liegt das neue Chebron, wo sich einst eine jüdische Synagoge befand, aus deren Stelle ein Tempel erbaut wurde, in welchem man den Fremden, den man in die eigentliche Grabhöhle nicht lassen will, sechs Gräber zeigt, die für jene der Patriarchen ausgegeben werden. Man spendet hier Almosen. Dre Juden, welche durch Geschenke die Wächter zu gewinnen wissen, werden durch eine eiserne Thür in die wirkliche Gräberhöhle geführt. Mit einer Fackel gelangt man durch die erste und zweite Höhle, die nichts enthalten, zu einer dritten, in welcher die Gräber der Patriarchen eines dem andern gegenüber sich befinden. Sie sind mit Charakteren bezeichnet, als: Grab unseres Vaters Abraham, Friede sei mit ihm! Grab Sara's, Grab Jsaak's, Grab Lea's u. s. w. In dieser Höhle brennt Tag und Nacht eine Lampe, welche die Tempeldiener mit Oehl versehen. Es befinden sich auch hier Knochen, welche israelitische Familien von ihren Verstorbenen seit den ältesten Zeiten ln Fässern aufbewahren. Auch giebt es da Denkmäler des Hauses unseres Vaters Abraham, davor rieselt ein Quell; es wird aber Niemanden gestattet da ein Haus zu bauen, aus Ehrfurcht gegen Abraham". Aus diesem Berichte ist ersichtlich , daß die fanatischen Türken Niemandem als einem Mahomedaner oder Juden den Eintritt in die wirkliche Gräber- Höhle der Patriarchen gestatten. Das Sonderbarste ist, daß man Burckhard in dem Tempel auch das Grab Josef's zeigte, dessen irdische Reste, wie aus einer Bibelstelle bekannt ist, zu Sichem, Naplusa (שכם) beigesetzt wurden. ') Sair (TJW, ein bedeutender gebirgiger Landstrich im Süden Palästina's, der bis nach Egypten hin sich erstreckte. Die ältesten Einwohner dieses Berglandes waren die Choriten (5) (וזרים. B. M. Z( 13.). Sie waren die