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Ben Chananja · 1858-01-01 · 1 (1858) · p. Seite 24

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
1 (1858)
Issue
1 (1858)
Date
1858-01-01
Page
Seite 24 (sequence 30)
Language
German
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— 24 — von unserem Haupte genommen *)!" O wo gäbe es eine menschliche Zunge, die den unermeßlichen Verlust zu beschreiben vermöchte, den wir Alle bitter beweinen? Trostlos ringt die treue Lebensgefährtin die Hände. Sie steht das zarte Band zerrissen, welchem sie seit stebenunddreißig Jahren jede höhere Freude, jeden edlern Genuß, jeden glücklichen Tag, jede heitere Stunde verdankte. „Sie sucht den ihre fromme Seele schon in den Jahren der Kindheit liebte und ehrte; sie sucht ihn ach vergebens in der verödeten Wohnung 2)!" Um ihren zärtlichen Vater jammern die guten Kinder, um ihren redlichen Versorger, ihren weisen Erzieher, ihre einzige menschliche Stütze. Theuere Geschwister! in uns allen klingt wieder euer Klageruf: Verwaist und verlassen sind wir! Unser unaussprechlich geliebter Vater sinkt ach hinab in Tod und Grak>^)!" Verwaist und verlassen fühlt sich deine ganze Herde, edler Vollendeter! Ihr treuer Hirte, ihr gottbegeisterter Lehrer, ihr uneigennütziger Freund, ihr zuverlässiger Führer, ihr bewährter Rathgeber, ihr unermüdetr Fürsprecher, ihr einsichtsvoller Vermittler, ihr Friedenöherold, ihr Eintrachtshort, ihr Stolz und ihre Zierde, — ihr Schwab ist nicht mehr! Jn'ö Witwengewand hüllen sich trauernd deine Synagogen, thenre Gottesgemeinde. Denn nicht mehr wiederhallen werden ihre Mauern von des bewährten Meisters mächtigem Worte, daS seit einundzwanzig Jahren die Geister erleuchtete, den Willen heiligte, die Gesinnung veredelte, das Herz zu einer höher» Welt erhob, und gebeugten Seelen Trost und Erquickung zuwehte bei irdischer Noch und Beschwerde. Trauernd senkt euer künftiges Gotteshaus sein himmelan strebendes Haupt. Das Wort der Weihe wird nicht der darüber aus- ') Job. 19, 9. Hoheit. 3, 1. Klaget. 5, 3.

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