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Der Israelit · 1938-04-14 · Heft 15-16 (14.4.1938) · page 15

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Journal
Der Israelit
Volume
79 (1938)
Issue
Heft 15-16 (14.4.1938)
Date
1938-04-14
Page
– (sequence 15)
Language
German
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ERE Z ISRAEL Starke Zunahme der Mordtaten in Palästina. Jerusalem, 7. April. Nachdem in der vorigen Woche nicht weniger als 9 jüdische Todesopfer des arabischen Terrors zu verzeichnen waren, wovon der letzte der junge, agudistische Arbeiter Baer gewesen ist, wurden gestern zwei weitere jüdische Arbeiter Ephrajim Tiktin, 2i Jahre und Elias Korngold 21 Jahre, beide Angehörige einer amerikanischen Siedlung und. aus Amerika^ stammend, aus dem Hinterhalte erschossen. Die Bande, die den Ueberfall ausführte, entkam in der Dunkelheit. Die: jüdische Einwanderungsziffer für den Monat März betrug 2800. Im Irak-Parlament in Bagdad erklärt der Außenminister, daß die Regierung erneut im Interesse der palästinensischen Araber an die britische Regierung heranzutreten beabsichtige. Die zwei neuen Märtyrergräber. Jerusalem, 8. April. Der 21jährige Eliezer Krongold und der 24jährige Ephraim Tiktin, zwei kanadische Chaluzim aus\der' amerikanisch-jüdischen Siedlung Juara, nordwestlich von Dschenin, wurden am Abend vom Donnerstag, den 7. April, als sie von der Feldarbeit nach Juara zurückkehrten, von Terroristen erschossen. Der Ueberfall wurde in der Nähe des arabischen Dorfes. Rihania, ungefähr zwei Kilometer von dem jüdischen Dorf Ain Haschophet entfernt, ausgeübt, das zu Ehren von Richter Brandeis gegründet wurde. , Vier der Siedler befanden sich mit zwei Karren auf dem Heimweg, als eine ungefähr dreißig Mann starke Terroristenbande sie überfiel und ungefähr 200 Schüsse aus nächster Nähe auf sie feuerte. Den zwei Siedlern in dem ersten Karren gelang es, zu entkommen, während die beiden Insassen des zweiten Karrens söfort getötet wurden. Die Terroristen raubten Tiktins Revolver sowie seine Schuhe. Die Zugpferde der Karren rissen sich lös und liefen nach Juara, wodurch die Siedler von dem Vorfall benachrichtigt wurden und sich gleich auf die Suche begaben. Polizei sowie ein Flugzeug trafen in kürzester Zeit an der Uebef fallstelle "ein, jedoch hatten sich die Terroristen bereits zerstreut. Das Flugzeug wechselte Signale mit den Siedlern von Mischmar Haemek, um die Banditen ausfindig zu machen, jedoch konnte bis.jetzt noch keine Spur von^ ihnen entdeckt werden. Polizeihunde nehmen an den Nachforschungen nach der Bande teil. Krongold stammte aus Toronto, wahrend Tiktin, der eine Witwe in Juara hinterläßt, aus Detroit stammt. Das Begräbnis fand unter großer Beteiligung ' statt. Juden aus dem ganzen Land, besonders aus . dem Emek, nahmen an der Beisetzung teil. Die Eröffnung des Hafens von Tel Awiw für den Passagierverkehr. * London, 7, April. Der Kolonialsekretär erklärte im Unterhaus, daß die Vorbereitungen zur Eröffnung des Tel Awiwer Hafens für den Passagierverkehr gut fortschreiten und daß die Freigabe des Passagierdienstes binnen kurzem zu erwarten sei. Allerlei aus Erez Israel. Jerusalem, 10. April. Auf seiner Antrittsreise durch das Land besuchte der neue High Commissioner Sir Harald MacMichael u. a. auch T i b er i a s und die Kolonie Degania, In Tiberias besichtigte er das Ruthenbergwerk. In Degania sprach er sich begeistert über die Lage und die Blüte der Kolonie aus. In seinen Ansprachen betonte er, daß er seine erste Aufgabe darin sehe, Ruhe und Ordnung im Lande zu schaffen. Er wird aber auf diesem Gebiete noch viel zu schaffen haben, da die Terroristenbanden -keine-Ruhe, geben. Mehrere Angriffe bei Akko mußten die Polizisten mit Maschinengewehren zurückweisen, wobei es natürlich unter den Arabern viele Verluste gab. Die Ueberfälle richten sich nicht allein gegen jüdische Niederlassungen, (so zuletzt gegen Kirjath Amal), sondern auch gegen arabische Dörfer, von wo Araber von Arabern als Geiseln, verschleppt werden. Auch Attentate auf Eisenbahnlinien kamen in der vorigen Woche wieder vor, so daß der Nachtverkehr einiger Bahnstrecken eingestellt werden mußte. Den Schaden haben die jüdischen Siedler zu tragen, da dadurch der Transport der Zitrusfrüchte eingeschränkt wird. Das heldenhafte Verhalten der Siedler des jüngsten Kibbuz Chanutah beschäftigt immer noch alle Gemüter. Die zwei Opfer, die sie dabei brachten, spornen sie zur gesteigerten Arbeit an. Die von ihnen in Angriff genommenen Chausseearbeiten sind beendet. Die Mitglieder des zionistischen A. C. begaben sich unmittelbar nach ihrer Ankunft aus London in die neue Siedlung, um sie zu besichtigen und den Siedlern Mut und Anerkennung auszusprechen. Die jüdische Gemeinde in Safed an den High Commissioner. Jerusalem, 11. April. Rabbinat und Gemeindeverwaltung der alten Gemeinde in Safed haben dem High Commissioner folgendes Schreiben überreicht: „Die Safeder Judenheit hat vier Märtyrer zu Gr,abe getragen: eine alte Mutter samt ihrer jungen Tochter, einen jungen Vater und seinen einzigen zwölfjährigen Sohn. Sie alle wurden am hellichten Tage, zwei Kilometer von der Polizeistation entfernt, durch feige Mörder niedergemacht, die noch zwei andere Männer verschleppt haben( die zwei anderen Opfer wurden inzwischen ebenfalls als Leichen gefunden und zu Grabe gebracht). Der Jammer der. betroffenen Familien, in den die ganze Gemeinde' zu Safed einstimmt, steigt zum Himmel hinauf. Es ist für Safed das erste Mal, ^daß dort unschuldiges Blut von Kindern vergossen wird. Schon zwei Jahre lang, daß sich die Juden von Safed unter den Augen der Regierung von allen Seiten bedroht und einem Terror ausgesetzt fühlen, der kein Ende nimmt. Und immer und wieder schrecken nächtliche Schüsse Kinder aus dem Schlafe auf. . Die Juden von Safed fragen: Wie lange noch soll unser Blut Freibeute sein? Wie lange sollen wir noch solchen tragischen Zuständen ausgesetzt sein? Hat Eure Hoheit, als Vertreter des mächtigen Großbritannien, nicht die Autorität, das Leben unschuldiger Menschen zu schützen? Ist in Ihre Hand noch nicht die Macht gegeben, diesem ewigen Blutver- ' gießen Einhalt zu gebieten? Ist das der Schutz, den England ruhigen, friedlichen Menschen im. Lande seiner Verwaltung bietet? Wir verlangen vollen Schutz von Leben und Gut, da unsere Lage sich immer unerträglicher gestaltet." Es wird berichtet, daß der High Commissioner in den nächsten Tagen Safed einen Besuch abstattet und mit den Vorstehern der dortigen Gemeinde über den nötigen Schutz konferieren wird. In einem arabischen Dorf in der Nähe von Safed drangen arabische Terroristen in die Häuser arabischer Notabein ein. Ein Haus wurde von allen Seiten in Brand gesteckt. Jüdische Wächter aus der Umgegend eilten den Angegriffenen zu Hilfe, retteten eine ganze arabische Familie vor dem Verbren-, nungstode und jagten die Mordbrenner in die Flucht. Die Heldentat der Juden machte auf die Araber der Umgegend einen gewaltigen Eindruck. Aus der Agudas Jisroel-Bewegung. Aguda-Kundgebung in Paris. ' Die Leitung der Pariser Ortsgruppe der Agudas J i s r o e 1 veranstaltete am Sonntag, den 3. Azril, eine Kundgebung im großen Saale des Faubourg Poissonniere, bei der die in Paris anwesenden Mitglieder der Weltexekutive und des Direktoriums des Keren Hajischuw sprachen. Die Versammlung, die vor allem aus den ostjüdischen Kreisen außerordentlich stark besucht .war, wurde von dem Vorsitzenden der Ortsgruppe Paris, Herrn Mathieu Muller, eröffnet, der nach herzlichen Begrüßungswoften an die Gästeä Herrn Dr. Isaac Breuer das Wort erteilte, in nahezu einstündiger Rede entwickelte der Redner Ursprung; Wesen und Sinn der jüdischen Situation der Gegenwart und gab in -vollendeter Form das Bild der heutigen Diaspora und ihrer klargezeichneten Aufgaben wieder. Nach diesen mit dankbarem Beifall aufgenommenen Ausführungen sprachen die Herren Rabbiner Mosche Blau, Jacob Rosenheim und Dr. S, Ehrmann., die nach dem sich mehr auf das grundsätzliche gehaltene Referat Dr. Breuers den praktischen Weg zur Verwirklichung der jüdischen Aufgaben durch Agudas Jisroel und ihre Institutionen darlegten. Die beiden Rabbinen der unabhängigen orthodoxen Pariser Gemeinden, die Herren Rabbiner Langer und Münk, brachten den Willen des thoratreuen Judentums in Westeuropa und seine Pflicht zum Ausdruck, in der schweren Not des Tages und in dem Ringen der Thora um Zuflucht und Stärkung in erhöhtem Maße das seinige zu tun, um der jüdischen Idee neue Positionen zu schaffen und an der Sicherung der bestehenden mit der stärksten Kraftanstrengung zu arbeiten- Diese überaus eindrucksvolle Kundgebung des Pariser traditionellen Judentums war ein erneuter Beweis für den starken Widerhall, ,den die Idee des organisierten thoratreuen Judentums auf französischem Boden gefunden hat und für die großen Möglichkeiten, die sich durch sachgemäße und geduldige Arbeit auch in den bis jetzt noch wenig aufgeschlossenen Kreisen der französischen Hauptstadt ergeben können. Dr. Isaac Breuer in Munkacz. ) Zum Abschluß seiner Keren Hajischuw-Reise J durch die Tschechoslovakei besuchte Dr. Isaac i Breuer auch M ü nk a C Z und wurde dort mit j aller Herzlichkeit empfangen. Dieser Besuch und die Aufnahme erwecken darum überall das größte Interesse, als, wie bekannt, zu Lebzeiten des Gaon Spiro, des Schwiegervaters und Vorgängers des jetzigen Oberrabbiners, Munkacz das festeste Bollwerk gegen die Agudas Jisroel war. Man hatte seit dem Amtsantritt^von Rabbi Rabinowitz schon immer einen veränderten Kurs gegen die Aguda wahrgenommen und darf hoffen, daß bald auch die letzten Schranken fallen. (J. P. B.) _ In unser em Verlag e er Sellien: Tluchtm die fieimat Ein Dokument der Zeil von S. SCHACHNOWITZ Preis broscti. Jl 2__, geb. ^'3— Das Bum, 265 Seiten ftark, ift.ein Dokument der Zeit uon ergreifender Realität. £tn junger jüdifdter Menfdi aus einer areligiöfen, am Judentum uöllig desintereffierten Familie wird üom Sturm der Zeit erfaßt und auf jüdifthen Heimatboden gefegt. Wtf der Mamt der Jugend und der Überzeugung rei^t er am Ende audi die Eltern und feine ganze Umgebung mit zur jüdifthen Höhe. Jn ungemein anfmautimen Bildern entrollt fim uor dem Rüge das Leben der Hadifmarah, das neue Werden in £rez Israel, die Cntioidilung der erften orthodoxen Kibbuzim. Jüdifmes Geben öfttidierund taeftlidter Obferoanz kommen, uon auljen geftofjen, fim näher und finden fich noüends auf dem heiligen üäterboden, der zur Heimat der Jungen geworden ift.

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