Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 79 (1938)
- Issue
- Heft 6 (10.2.1938)
- Date
- 1938-02-10
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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lO.lFebruar 1938 'Der; Israelit Nr. 6 Seite 11 II Personalien. Antwerpen, 1. Febr. In der Jesode-Hat o r a,- S c h u 1 e in Antwerpen fand unter dem Vorsitz des Präsidenten, Herrn S. Richter, und 'in der Chewro-Schaß unter Leitung des Herrn Oberrabbiner. Rottenberg am 16. Schwat eine Gedenkfeier zu: Ehren von Rabbi Hirsch Krengel ^"si . anläßlich seines ersten Jahrzeitstages statt, Rabbi Hirsch .Krengel, der seine letzten Jahre im heiligen Lande Verbracht hat und dort voriges Jahr starbj' war in Antwerpen, wo er viele Jahre gelebt und gewirkt hat, eine besonders geliebte und geachtete Persönlichkeit. Fast alle Institutionen in Antwerpen, die auf Grundlage von Tauroh und Jiroh aufgebaut sind, sind mit dein Namen R. Hirsch Krendels innig verbunden. In der Gemeinde „Machsike- Hadaß" sowie in der Chewroh Kadischo dieser Gemeinde war er einer der hingebungsvollsten und treuesten Mitarbeiter. Er war einer der wenigen, der die Idee einer selbständigen orthodoxen Gemeinde in ihrer ganzen Tiefe und Bedeutung begriffen haben. Dieser Erkenntnis weihte er sein ganzes Leben. Bereits vor 32 Jahren wurde auf seine Initiative hin in Antwerpen eine Schule auf der Grundlage von Tauroh-im-Derech-Erez gegründet. Zu jener Zeit eine Seltenheit im ganzen Westen Europas. Diese Schule war und blieb sein ganzes Leben lang sein Lieblingswerk. Als langjähriger Präsident dieser Schule arbeitete er mit seiner ganzen Kraft für ihr Gedeihen. Ihm ist es zu danken, daß sie sich zu einer angesehenen und bedeutenden Institution, wo ca. 700 Kinder n"a einen intensiv jüdischen und profanen Unterricht genießen, entwickelt hat. Der größte Teil der Zöglinge der Jeschiwoh in Heide rekrutiert sich aus früheren Schülern dieser Schule. Den Segen dieser Werke Rabbi H. Krengels ^"st genießt die Antwerpener orthodoxe Judenheit und gedenkt .seiner mit Dank und Verehrung. Bei den genannten Gedenkfeiern ist diese Anhänglichkeit deutlich zum Ausdruck gekommen. rraxjin Aus der Agudas Jisroel- Bewegung- Ein Aufruf des Noar Agudati. Dar Noar Agudati richtet einen Appell an alle Eltern und Jugenderzieher, dem wir' folgendes entnehmen: Wenn heute der entschiedene Wille und die beitchtigte Absicht zur Berufsausbildung besteht, so »i\t es heute mehr denn je, unserer Jugend die Werte zu vermitteln,! die ihr Rückhalt im Leben :zu geben vermögen. Sie ,muß lernen,- ihre Stellung in der Welt und ihre Pflichten gegen Mensch, und G.'tt zu erkennen. Lernen, ihren Platz richtig zü sehen im jüdischen Volk. Lernen, die Aufgabe des jüdischen Volkes auf idieser Welt zu begreifen. Lernen, den Sinn des jüdischen Landes und der Hingabe für seinen Aufbau zu erkennen. * Die Institutionen des Noar Agudati basieren auf dieser Erkenntnis. In den Jahren der Hachschara ruchanit w'gufanit— der geistigen und fachlichen Ausbildung — in Jeschiwa, Bet Ghinnuch, Mittleren- Hachschara, Lehrwerkstätte, Mädchenseminar und Haushaltschule wird diese wichtige und grundlegende Arbeit geleistet. Bildung des Charakters, Schulung des Geistes, Erwerb der praktischen Berüfskenntnisse, Ertüchtigung; für die Gesamtheitsaufgabe sind die Erziehungsziele unserer Hachscharot und Institutionen. Gemeinschaft der Jugendlichen und erzie herische Arbeit ari ihnen wirken zusammen, um unseren Menschen den Weg in ein persönliches Berufsleben uitid in die jüdische Gesellschaft in Erez Jisrael zu weisen. Der Noar Agudati fordert die Eltern und Erzieher der Jugend auf, die Schulentlassenen ' ihm anzuvertrauen.' Die Institutionen des Noar Agudati stehen der religiösen jüdischen Jugend Deutschlands offen. Die Arbeit für diex Thora und die Verwirklichung der Thora in Erez Jisrael sollen dem Leben des jungen Juden wieder neuen Sinn und ihm selbst gesteigertes Selbstbewußtsein geben. Die Freude am Lernen und die Freude an der Arbeit werden ihm neue Kraft und seelischen Halt verleihen. Die Bundesleitung des Noar Agudati befindet sich in Berlin N 4, Artilleriestr. 31, 2. ' * * * Die soeben erschienenen.;Informationsblätter des Noar Agudati enthalten .folgende Aufsätze: Zur Situation, Mehaarez, Mikibbuze Hähachschara, Mädchen in 'der Berufsausbildung, Ueber die geistige Ausbildung der Mädchen, Halachische Hinweise für den Ole, Besprechungen, Mador Iwri, Im hebräischen Anhang befindet sich eine halachische Anweisung für Abhebung von Tru'ma linda a ß e r und ein A>uf satz -über das Verhältnis zwi-' sehen dem thoratreuen j Arbeitgeber und Arbeitneh-= mer von Gh.- M. Rosehthal. :: : ' Die Frankfurter Woche, Nette Etappen der jüdischen Wanderung, (Religiöse Veranstaltung der Agudas Jisroel Gruppe Frankfurt a. M.) Am Sonntagabend veranstaltet die Agudas Jisroel, Gruppe Frankfurt a. M., im Rahmen eines religiösen Abends der Gemeinde einen Vortrsg «her das Thema; „Neue Etappen der jüdischen Wanderung". Referent Herr S. Schachnowitz Der Vortrag findet für.Herren und Damen im Hörsaale der Synagoge Friedberger Anlage, 8.15' Uhr, statt.; ' Der Vortrag des Herrn Rabbiner in der Aula fällt diesen Sonntag aus. Dr. Felix Kauffmann 60 Jahre alt, Am 7. Februar d. J. vollendete Herr Dr. Felix Kauffmann sein 60. Lebensjahr. Dr. Kauffmann, als Inhaber des J. Kauffmann-Verlages weit bekannt, steht auch in vorderster Reihe des sozialen, kulturellen und Wohlfahrtslebens im jüdischen Frank fürt. Er ist Vorsitzender des Landesverbandes Südwestdeutschland im Reichsbunde jüdischer Frontsoldaten und seiner Frankfurter Gruppe, der Männer- und Frauenkrankenkasse Frankfurt a. M. und einer Reihe anderer Wohlfahrts Institutionen. Auf kulturellem Gebiete ist Dr. Kauft mann Vorsitzender der Gesellschaft zur Erforschung jüdischer Kunstdenkmäler und Vorstandsmitglied im J ü dischen Kulturbund Rhein-Main. Auch der Hilfsverein der Juden in Deutschland zählt ihn zum Mitglied seines Hauptvorstandes. Was der Verlag J Kauffmann nach Uebernahme der Firma Lehrberger unter Leitung Dr. Felix Kauffmanns der jüdischen Welt und Wissenschaft geschenkt hat, gehört der Geschichte an. Der Kauffmann-Verlag war der Schöpfer des schönen Gebetbuches, der „Rödelheimer Tefilloh". Erwähnt sei, daß der Hirsch-Kommentar, die „Gesammelten Schriften" von S. R. Hirsch, die ersten Teile der „Belehrung und Mahnung" von Rabbiner Dr. Salomon Breuer, aijpy 'fTW VOn Jacob Rosenheim u. v. a. im Kauffmann-Verlag erschienen sind. Wir wünschen dem rüstigen und unermüdlich im Dienste der jüdischen Allgemeinheit schaffenden Manne viele weitere Jahre ungetrübter Arbeitsfreude. sryiay Der jüdische Mädchenhort. Der jüdische Mädchenhort, eine Schöpfung der unvergeßlichen Frau Henriette Besthoff fry im Rahmen der Jüdischen Frauenvereinigung, kann demnächst auf sein 25jähriges Bestehen zurücksehen. In schwerer Zeit entstanden, da es galt, unbemittelten kinderreichen Familien das Leben ein wenig zu erleichtern, hat der Hort bis auf den heutigen Tag eine Aufgabe gelöst, die ihm keine andere Institution abnehmen kann, und er löst sie nach wie vor täglich, von neuem. 80 bis 100 Mädchen, alle Schülerinnen der Israelitischen Volksschule, verbringen ihre Nachmittage in den hellen heiteren Horträumen, erhalten unter sachkundiger Anleitung Nachhilfe, erfreuen sich bei Sport und Spiel, werden gut und reichlich bewirtet und kehren abends, gekräftigt an Körper und Seele, nach Hause, um oft genug in» das sorgenvolle Düster des Elternhauses noch einige Lichtstrahlen 'zu bringen. Es ist bekannt, wie der Hort in den Sommerferienmonaten täglich mit den Kindern in den Wald hinausfährt. Man kennt die gelegentlichen kleinen Feiern des Hortes, so an Chanukah usw. und man weiß, wie viel Segen dieses damals von der in der Wohltat geradezu erfinderischen Frau Henriette Besthoff geschaffene Haus ausströmt, wie viele junge Pflanzen hier in milder Sonne, wie wir hoffen, einer besseren Zukunft entgegenblühen. Der Betrieb des Hauses, die tägliche geistige Betreuung der Kinder, ihre Bewirtung, all das kostet Geld. Die Mittel sind aber erschöpft, und der Gedanke, diese Höhensonne einmal den Kindern entziehen zu müssen, ist so entsetzlich, daß wir ihn gar nicht .aufkommen lassen möchten. Im Gegenteil ho!- fen wir, daß die gesteigerte Not gesteigerte Leistungen, zeitigt. Wir sind es der Zeit, den Kindern und nicht zuletzt dem- Andenken von Frau Henriette Besthoff schuldig, das Haus weiter zu erhalten und dafür zu sorgen, daß es seine Aufgabe in bisheriger Weise lösen kann. Alle, die dieses mit uns einsehen, werden gebeten, mitzuhelfen. Spenden werden angenommen vor>. der derzeitigen Vorsitzenden des Mädchenhortes der Jüdischen Frauenvereinigung, Frau Dr. Paula Breuer geb. Besthoff, Postscheckkonto 6645. Frankfurter Vereinskalender. Synagogengemeinde Israelitische Religionsgesellschaft. Am Sonntag, 8,15. Uhr abends, Veranstaltung der Agudas Jisroel Gruppe Frankfurt a. M.' im Hörsaale der S y na g o g e Friedberger An-;'l a g e\; Vortrag des Herrn S. Schachnowitz-.'über ^„Neute Etappen der jüdischen Wanderung". (Herren und Damen.) ' ' V Verein Mekor Chajim. Freitag: «'abend nach! Schul Mikro, Herr Dr, Salomon Adler. 'Schabbos morgen nach Schluß der Synagoge; o'J*4! Herr Rabbinats-Assessor Dr. E. Posen. — nachm. 3.15 Uhr im Höfsaal: Chumisch mit Raschi, Herr Julius Lewin. — im Vereinslokal: 3p»' y>9 Herr Rabb. H. Mayer. Sonntag nachm. 5.15 Uhr fällt der Vortrag wegen der Veranstaltung der Agudas Jisroel (um 8,15 Uhr) aus. Sonntag und Mittwoch morgens nach Schul, fais tpY». Herr S. Schachnowitz. — vorm. 9 Uhr im Vereinslokal, oman pa; Herr Rabb. Dr. Schlesinger. — vorm. 9 Uhr im Vereinslokal, maa, Herr J. Soffer. Montag u. Donnerstag nach Schul im Hörsaal: iilBW Mitgliederlernen. — Montag abends 7 Uhr (auch Mittwoch) im Lokal: (r^in) /mna Herr Rabb .Dr. J .Breuer. Dienstag und Freitag morgens nach Schul, nitPB' Herr R.-A. Dr. E. Posen. Dienstag und Donnerstag abends 7 Uhr im Lokal: Gemoro, Herr R.-A. Dr. E. Posen. Der T'nachschiur an Mauze Schabbos fällt diese Woche aus. Jahrzeitsstiftungen. Sonntag, 13. Febr.: Jeanette Hirsch geb. Stern-Stiftg. Montag, 14. Febr.: Peppi Heidingsfeld geb. Sänger- Stiftung. Donnerstag, 17. Febr.: Heinrich J. Hanau-Stiftung. Donnerstag, 17. Febr.: Marianne Wallach-Stiftung. Liwjath Chen. Samstag nach Mincho im Hörsaale Friedberger Anlage, Vortrag des Herrn S. Schachnowitz „Das Wesentliche". Agudas Jisroel-Gruppe Frankfurt a. M. Thora und Mussar, Herr Rabbiner J. Horovitz, Fichtestr. 5, Sonntag 9-10 Uhr, Dienstag und Donnerstag 20-21 Uhr für Baalebatim r» tnaa. — Schabbos 11—12 Uhr n»n ms und 16—17 Uhr Mussar für Jugendliche. Herr B. Rachelsohn, mna mera Dienstag 20.30 Uhr, Sandweg 6 c. Herr Dozent J. Ehrentreu, swn mit o^is», Sonntag nach nnaa rüsn, Uhlandstr. 39.1. Herr R.-A. Dr. E. Posen nvn msa, Sonntag nach nnja Uhr, Wittelsbacher Allee 11. Herr J. Sofer, 'öl' tjf, täglich 12-13 Uhr am Sonntag 11-12 Uhr, Hans Handwerkstr. 18. I. Herr Rabb. Feuerwerker (f. Jugendl.), Sonntag20-30- 21.30 Uhr, Dienstag 21r22 Uhr, Schabbos 16-17 Uhr, t*y «im Agadische Abhandlungen aus rrus naoa. Für Jugendliche, Montag und Mittwoch 15-16 Uhr, ajrsa xaa, Fichtestr. 5. Herr Zuntz, o^n rm«, Sonntag nach rvnnp, Rabbinatszimmer Friedberger Anlage 4. Der Schiur vor n'in» unter Leitung des Herrn iZuntz (n:v 'na) finds^ün 615 Ubr, Montag bis Donnerstag im Hörsaal der I. R. G. siait Jüdische Frauen Vereinigung und Agudistische Frauenortsgruppe» Am Montag, den 14. Februar', 'abends 8.45 Uhr, wird Frau Dr. Edda Kruskal-Gradenwitz im Hörsaal der IRG. sprechen über „Erste Hilfe bei Unfällen"'. Gäste, Damen, willkommen. „Arbeitsgemeinschaft jüdischer Amateurphotographen" (angeschlossen dem Jüd. Kulturbund Rhein-Main.) Die Vorträge bezw.'Lehrkurse finden in der Regel alle 14 Tage statt. Für diese Woche heißt das Thema: „Photographische Fragen und Antworten". Donners-' tag, den 10. Februar, 20.30 Uhr, Cafe Esplanade. Gäste willkommen. Gebetzeiten. msn raw Freitag abend 5.05 Samstag naasrn 6.50 ■ Samstag morg. 8.00 Samstag nachm. 1.00 und 4.30 Samstag Abend 6 25 Wocheng'ttesdienst: Hauptminjan in der Synagoge 6.45 i; 2. Minjan 7.30. An G'ttesdienst anschließend: Lernen desD'm npa- Vereins im Hörsaal Nachmittags 5.00 Tefillinlegen am Morgen 6.45 Familien-Nachrichten« Geburten,: Ein Sohn, Ben Tobias und Frau Esther geb. Marcus, Kibbuz Machor in Hadar Post Tel Awiw. — Ein Sohn, Willy Adler und Frau Irma geb. Moses, Haifa. 9 4. Geburtstag: Frau Elise Strauß geb. Hamburger, Rod am Berg, Krs. Usingen, am 13. Febr. 7 0. Geburtstag: Herr Gottlieb Heß, früher Birstein, Kansas City, MO 3016 Askew. — Maier Sänger, Ffm., Uhlandstr. 46, 2. am 9. Adar. G e s t o r b e n : Herr Salomon Goldschmidt, früher Hochstadt,s,a. M., Ffm., Hanauerlandstr. 38 am 30. Januar. }•«'•'