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Der Israelit · 1937-10-21 · Heft 42 (21.10.1937) · page 16

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
78 (1937)
Issue
Heft 42 (21.10.1937)
Date
1937-10-21
Page
– (sequence 16)
Language
German
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Seite 64 Rabbi Elimelech kam einst in einen Ort, um dorten einen Vortrag zu halten. Er ging zu einem vornehmen Manne, gab sich nicht zu erkerinen und bat ihn um ein Nachtquartier. Der aber gab ihm barsch zur Antwort, er habe keine Herberge für Schnorrer. Nach einigen Monaten kam Rabbi Elimelech wieder in denselben Ort, aber in einer feinen Droschke mit eleganten Pferden/ Sogleich suchte ihn der Vornehme auf und bat ihn, sein Gast zu sein. „Ich kann dein Gast nicht sein, aber meinen Pferden gib einen Stall und Futter, denn diesen willst du doch T\2y erweisen," sagte Rabbi Elimelech. * * * Der große und fromme Gelehrte Rabbi Bär i-?"ÜT lebte mit seiner Familie in großer Not. Einmal kam zu ihm sein Weib ins Lehrhaus und weinte heftig, sie hatte nicht soviel Geld, den Kindern ein Stückchen Brot zu kaufen. Und die Kinder weinten, denn sie hatten Hunger. Da weinte auch R. Bär, wo sollte er Geld hernehmen, den Kindern Brot zu kaufen? Da hörte er eine Stimme vom Himmel, daß er sein oVltf tsan verloren. Da weinte er noch mehr. Plötzlich aber rief er freudig aus: „Jetzt werde ich erst recht O'ÖIP QWb G'tt dienen, da ich nicht hier und nicht dort eine. Belohnung zu erwarten habe." Da kam wieder eine- Stimme vpm Himmel, daß ihm sein Nt3n t&IJ? wiedergegeben sei. Und nie mehr hat er geweint, wenn er in Not war. Er wußte auch, daß G'tt ihm helfen werde. * * * Es war vor vielen Jahren. Mehrere Kaufleute gingen zusammen zur Messe, um gemeinschaftlich für ihre »Geschäfte Waren einzukaufen. Sie übernachteten in einem Gasthaus und schliefen allesamt in ein und demselben Zimmer. Als sie des Morgens aufstanden, war dem Aermsten unter ihnen sein Geld gestohlen. Nur einer von ihnen konnte der Dieb sein, aber jeder beteuerte seine Unschuld. Sie gingen zu dem damals berühmten Gaon Rabbi- Meschulom Salmon in Lublin und erzählten ihm alles. Das Weinen und Jammern des Bestohlenen ging ihm zu Herzen, und er dachte darüber nach, wie er den Dieb herausfinden könne. Er holte ein großes 130 und tat, als ob er darinnen lerne. Er schlug das ISO wieder zu und sagte; Ich werde JT?3p "»fl bV den Dieb feststellen. Nun ließ er sich einen schwarzen Hahn und eine Kiste bringen. Den Hahn färbte er noch einmal im Geheimen, so daß es niemand merkte, mit schwarzer Farbe. Dann steckte er den Hahn unter die Kiste und machte das Zimmer ganz dunkel. Dan» sagte er? „Jeder von Euch muß seine Hand unter die Kiste stecken und den Hahn fest anfassen. Sobald der Dieb den Hahn anfassen wird, wird der Hahn rufen 335 Einer nach dem andern tat so, wie der Rabbi es befohlen. Als der Dieb an die Reihe kam.i; zitterte er und dachte: Es ist dunkel,« keiner sieht es. Ich werde meine Hand unter die Kiste legen, aber den Hahn nicht berühren, darin wird er nicht schreien. Als sie nun sämtlich die Hände unter die Kiste gelegt hatten, wurde das Zimmer wieder erhellt. Der Rabbi rief; „Hände hoch!" Alle hatten schwarz beschmutzte Hände; nur der Dieb hatte saubere Hände: „Du bist der Dieb," sagte der Rabbi Meschulom, gib das Geld heraus." Alle lachten laut auf. Der Dieb bat um Verzeihung und gab das Geld heraus. (Wird fortgesetzt.) EMKA. Was man von Palästina wissen muß. x. .. Die Erscheinungen des Klimas. (Wärme, Niederschläge, Winde) in Palästina weichen .von unseren europäischen Klimäverhältnissen vollkommen ab. Dort folgen Frühling, Sommer," Herbst, und Winter nicht in der uns bekannten Weise aufeinander. Es handelt sich vielmehr eigentlich nur um zwei Jahreszeiten, um einen, sehr heißen^ regenlösen Sommer und eine kühlere . Zeit. mit Herbst- und Winterregen. Aber selbst auf der verhältnismäßig kleinen Fläche Palästinas haben nicht alle Gegenden das gleiche Klima, wenn auch für alle der trockene Sommer und die winterliche Regenzeit gilt. . Wer Par. lästina im Sommer besucht, merkt ganz gewaltig den Temperatur - Unterschied zwischen Tel Aviv mit seinen, dem Mitteleuropäer ungewohnten Hitzegraden und Jerusalem, wo gegen 17 Uhr eine merkliche Abkühlung eintritt. In Palästina schaltet man im Sommer bvm y>-ii»i min a'&a im Schemone Esre ein. Der Taubildung kommt dort eine ganz andere Bedeutung : zu als "bei uns. Die erhebliche -Niederschlägsmenge, die sie liefert, ersetzt in gewissem Maße den fehlenden Regen oder die künstliche Bewässerung, Auch in bezug auf die Taumenge zeigen sich große Verschiedenheiten. Die' Ostseite des Gebirgszuges nach dem Jordan zu und das Jordantal selbst sind tauarm. Am Westabhange des Gebirges, in der Küstenebene und im Emek ist sehr starker Tauf all zuverzeichnen, der den Nichteinheimischen manchmal in die Täuschung versetzen kann, als ob ein leichter Regen niedergegangen wäre. Die Regenzeit beginnt im Oktober und dauert bis in den April hinein. Man unterscheidet zwischen Frühregen (November), Hauptregen (Januar und Februar), Spätregen (März und April). Die Regentage sind von Sonnentagen unterbrochen. Wenn aber. Regengüsse sich einstellen,- dann stürzen gewaltige Wassermassen auf die ausgetrocknete Erde hinab. O. Lösung unseres Preisrätsels. A. hatte 3, B 2 Brote 15/3 Brote. Diese wurden unter 3 Personen verteilt. Es erhielt somit jeder 5/3 Brote. A. hatte 3 Brote 9/3 Brote, konnte daher 4/3 Brote, abgeben. B. hatte 2 Brote 6/3 Brote, konnte also nur 1/3 Brot abgeben. Dar sie 5 Gulden von C, erhielten, hatte A. 4 und B. 1 Gulden zu beanspruchen. Somit war die Entscheidung des Rabbiners richtig. Den Preis erhält : Berta Rosenkranz (11 J.), Dresden. V

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