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Der Israelit · 1937-09-02 · Heft 35 (2.9.1937) · page 14

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
78 (1937)
Issue
Heft 35 (2.9.1937)
Date
1937-09-02
Page
– (sequence 14)
Language
German
Belongs to
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Seite H Nr. 35 Der I s r a e1i t Die Frankfurter Woche- 2. September 1937 Berichterstattung über die Kenessio Gedaulo in Frankfurt a. M. . Viele Hunderte füllten am Dienstag abend die große Aula der Samson Raphael Hirsch-Schule, um den Bericht der Delegierten über die Kenessio Gedaulo entgegenzunehmen. Der Menschenandrang und die gespannte Aufmerksamkeit, mit der die Re ferate angehört wurden, zeugten von dem gewaltigen Interesse für Probleme der Aguda und ihr Parlament Die drei Redner des Abends, selber noch im Banue der Marienbader Tage, vermittelten in ihren Refera ten ein so treues Bild der Verhandlungstage, daß die Versammelten die Ereignisse im Großen wie im Ein zelnen fast miterlebten. Herr Rabbiner Dr. Schlesinger als erster Redner konnte wertvolle Auskunft geben über die Verhandlungen und Beschlüsse im Rabbinischen Rate wie in den Kommissionen für mn pirn und minn nssn an denen er selber regen Anteil nahm. Herr Schachnowitz bot in der ihm eigenen anschaulichen Art ein Gesamtbild über das Kenessothleben und über den Gang der Verhandlungen von der Er Öffnung bis zur Neiilostunde des Kongresses. Herr Dozent Ehrentreu als letzter Redner, wohl einer der eifrigsten Arbeiter im Hintergrunde der Kommis sionen, ergänzte die Referate mit Einzelheiten aus der Problematik der Aguda und der Kenessio und schloß mit einem wirksamen Appell an alle, in die Reihen der Aguda zu treten, damit die Aguda bald alle erfaßt, die ihr gesinnungsgemäß längst angehören. Zwischen den Referaten konnte man vortreffliche Filmbilder sehen, die von Arno Katz angefertigt und von Herrn Willi Neuberger erläutert wurden. Jedes bekannte Gesicht an der Wand löste einen Beifallssturm aus. Es war "nach Aufmachung, Beteiligung und Inhalt der Referate ein durchaus würdiger Abend und ein kraftvoller Nachhall der „Großen Versammlung" in Marienbad. Henry Stern b"21> Der Heimgang Henry Sterns hat neben der Familie einen weiten Kreis von treuen Freunden in tiefste Trauer versetzt. Sohn einer hoch angesehenen Altfrankfurter Familie, ging Stern, im Besitze einer gediegenen profanen und jüdischen Ausbildung, in jungen Jahren nach London, wo nicht zuletzt durch Berührung mit dem frisch pulsierenden jüdischen Leben in London-Ost sich seine Kenntnisse, seine Weltklugheit und seine jüdischen Impulse noch vertieften. Bald hatte er sich eine Stellung im Geschäftsleben wie in der Gesellschaft erworben, und eine gleichgeartete Gattin führte ihm das Haus als »y» VW wo Kinder als Träger des jüdischen Geistes und der guten Frankfurter Tradition heranblühten. Bei Ausbruch des Weltkrieges kehrte Henry Stern mit Familie nach seiner Heimatstadt Frankfurt zurück, und wir bewunderten den Mann, der mit so - reichen Schätzen an weltlichem und jüdischem Wissen wiederkam. Altfrankfurter Geist und Geist des Ostens, wie er ihnin London erkannte, hatten sich bei ihm zu einer herrlichen Synthese gefunden. Wer zu seinem intimen Freundeskreis gehörte, mußte immer wieder staunen, wie bewandert Henry Stern auf dem Gebiete der Geschichte, des Ritus, der jüdischen Lehre und auch des jüdischen Lebens in all seinen Ge- . bieten und Observanzen war. Es gab kaum ein jüdisch-wissenschaftliches Thema, auf das er nicht mit . der ihm eigenen, aus Sachkenntnis hervorquellenden Lebhaftigkeit einging. Englands Geschichte und die der englischen Judenheit lagen ihm so sehr am Herzen, wie er alle Geschichtsbücher aus dem alten Frankfurt und alle Werke, über die Familienkunde seiner Heimatstadt genau kannte. Ob es sich um die „Frankfurter Rabbinen", die Aufzeichnungen von Schudt, oder die Familienbücher von <piez handelte, Stern wußte immer Bescheid und konnte dem Suchenden auf den richtigen Weg helfen. Zu der Güte seines Herzens gesellte sich eine Bescheidenheit, die nach außen nicht merken ließ, welche Fülle von Wissen und Gemütswerten dieser Kaufmann besaß, die auch jedes Wort der Anerkennung am Grabe verhinderte. Auch während der langen Krankheit, die ihn ans Zimmer, zum Teil ans Bett gefesselt hielt, ruhte der rege Geist keinen Augenblick. Besucher staunten, mit welcher Lebhaftigkeit er auch vom .Krankenbette aus über die ihm am Herzen liegenden Dinge sprach, wie er durch stete geistige Beschäftigung sich selbst sein Leiden zu lindern vermochte. Daß er dabei nicht aufhörte, G'tt in Liebe- und Vertrauen zu dienen, muß nicht erst gesagt werden. Die edle Gattin, die in unsäglich aufopfernder Weise dem Manne beistand, der Sohn und die Töchter in England und hier, die ganz im Geiste des Vaters wandeln .und handeln, werden ihren Trost in der Mittrauer so Vieler um diesen herrlichen Menschen und Jehudi finden. """in Jüdischer Kulturbund Rhein,-Main. Der Jüdische Kulturbund Rhein-J^ain versendet ein Rundschreiben an seine Mitglieder und Freunde, aus dem folgendes hervorgeht: Es ist nach wie vor das Ziel des Bundes, beste Kunst auf allen ihm offenen Gebieten zu geben und : damit gleichzeitig den Verpflichtungen nachzukommen, die er alle den judischen schaffenden und nachschaffenden Kunstlern gegenüber hat. Die der Arbeit des Kulturbundes gesteckten Grenzen sind bekannt; sie liegen besonders in der Raumfrage, jedoch t hofft man, diese günstig gelöst zu haben. Auch in Zukunft' soll dem jüdischen' Publikum auf kulturellem Gebiet Hochwertiges geboten werden, wenn dem' Kulturbunde die dazu erforderlichtf finanzielle Unterstützung zuteil wird. Insbesondere ist beabsichtigt, das Orchester, dessen ausgezeichnete Leistungen bekannt sind, auch in der neuen Spielzeit sowohl in Frankfurt, als in Süd- und Westdeutschland konzertieren zu lassen. Seine Leitung wird wiederum in den Händen des Herrn Generalmusikdirektors Prof. Prüwer liegen. Als künstlerischer und organisatorischer Leiter wirkt Herr Dr. Heinrich Levinger, Köln, der seit vier Jahren mit großem Erfolg an der Spitze des Jüdischen Kulturbundes Rhein-Ruhr steht. Vorausgesetzt, daß die finanziellen Grundlagen hierzu geschaffen werden können, ist geplant, in der kommenden Spielzeit Orchesterkonzerte mit und ohne Solisten, Chorkonzerte mit Orchester und solche für Chor allein, Theateraufführungen im Rahmen der szenischen Möglichkeiten, Kammermusik, Solisten?- konzerte und Kleinkunstabende zu bringen. Um dem Kulturbunde die finanzielle Grundlage für seine hochwertige künstlerische Betätigung zu sichern, ist folgendes vorgesehen; In Zukunft muß sich jedes Mitglied für die Dauer eines ganzen Jahres zur Zahlung eines festen Monatsbeitrags verpflichten. Durch diese Zahlung erhält das Mitglied das Recht, zwei Veranstaltungen in jedem Monat zu besuchen, ohne ein weiteres Eintrittsgeld zu entrichten. Die Uebertragung der Eintrittskarte auf andere Personen, soweit sie die Ausweiskarte des Reichsverbandes besitzen und Juden sind, ist im Falle der Verhinderung, gestattet. Der monatliche Mitgliedsbeitrag beträgt für jedes Mitglied RM. 2.50, für junge Leute von 18—25 RM. 2.— und für Jugendliche unter 18 Jahren RM. 1.50. Denjenigen Mitgliedern, die entweder einen Monatsbeitrag von RM. \ 3.50 oder den gesamten Mitgliedsbeitrag für das ganze Jahr im Voraus zahlen;, steht das Recht zu, sich bestimmte Plätze auszuwählen. Daneben wird gehofft, daß diejenigen Förderer und Freunde, die dazu in der Lage sind, dem Bunde höhere Beitrage bewilligen; dafür steht ihnen ebenfalls die Wahl von zwei Plätzen für die Veranstaltungen zu. Bei entsprechendem Eingang von Zeichnungen behält sich die Leitung vor, Ermäßigungen der obigen Preise aus sozialen Gründen eintreten zu lassen. Die Adresse des Jüdischen Kulturbundes ist Oberlindau 7. * * Nachdem die Leitung des Jüdischen Kulturbunde? im neuen Programme, auch bei der Lösung der Raumfrage, das Bestreben zeigt, frühere, vom gesetzestreuen Teile der jüdischen Bevölkerung als Hemmungen empfundene Fehler abzustellen, darf man hoffen, daß sie tatkräftigste Unterstützung der gesamten Frankfurter Judenheit findet. Ausstellung der Sammlung Nauheim im Museum jüdischer Altertümer in Frankfurt« Im Museum jüdischer Altertümer in Frankfurt a. M. hat die Gesellschaft zur Erforschung jüdischer Kunstdenkmäler die Kultgeräte ausgestellt, die ihr nach dem Ableben von Siegmund Nauheim durch eine letztwillige Verfügung von ihm vermacht worden sind. Die Sammlung zeigt jüdische Kultgeräte besonders aus dem sephardischen Kultkreis, enthält aber auch wesentliche Bestandteile aus aschkenasischen Kultgebieten. Für israelitische Nerven- und Geisteskranke. Der Fürsorgeverein für israelitische Nerven- und Geisteskranke, Aschaffenburg, versendet einen Aufruf, dem folgendes zu entnehmen ist: „Wer ist der Arme? so fragen die Weisen und Sie antworten: „Der Kranke". Und die Aermsten unter den Armen sind die ihres geistigen Lichtes und ihrer geistigen Kraft Beraubten, die Geisteskranken Auf sie zu achten, für sie zu sorgen ist heilige PflicM ist verdienstliche Tat. Religiöse Vorstellungen und religiöse Instinkte haften am stärksten und nachhaltigsten in der Seele der Kranken; sie bilden auch für den Arzt zumeist die einzige Anknüpfung zur Erziehung von Beserung und Heilusng. Der Wunsch, dei* Gesetzen der Religion entsprechend verpflegt zu werden, wurzelt fest in der Seele des jüdischen Kranken. Diesen ihren Wunsc.h zu erfüllen und mit der Erfüllung dieses Wunsches Licht hineinzusenden in. ihr sonst lichtloses Dasein, das ist die Bestimmung unseres Vereins und da muß auch der Wunsch, aller Einsichtigen und für Religion und Menschenliebe, erglühenden Glaubensbrüder und Glaubensschwestern sein. Wir bitten darum herzlich, der Kranken in. Liebe zu gedenken und uns nicht zu verlassen:; in der Erfüllung der heiligen-, Pflicht,. füx. sie zu, sorgen Denn niclvt nur urrii Kranke schlechthin; handelt es sichJn der Mehrzahl der Fälle,sondern um zweifach unglückliche Mensehenr. bei denen zur Krankheit sich; Not und Armut gesellt." (Postscheckkonto. Nürn-. berg Nr! 3527.) Frankfurter Vereinskalender. Verein Mekor dhajün. Schabbos morgen nach Schluß der Synagoge: o'jvi Herr R.-A. Dr. E. Posen. — nachmittags 4.15 Uhr im Veeeinslokal, Mikro, Herr Rabb. H. Mayer. — nachrn 4.15 Uhr im Hörkal i Ghumiscb niit Kaschi, Her* Julius Lewin. Sonntag und Mittwoch morgens nach Schul,?öin nö,, Herr S. Schachnowitz. — vorm. 9 Uhr im Vereins lokal, oma« p», Herr R.A. Dr. Schlesinger. — vorm" 9 Uhr im Vereinslokal,Herr J, Soffer. Donnerstag) nach Schul im Hörsaal : aar»-Mitglieder, lernen. — abends 7 Uhr (auch Mittwoch) im Lokal' (r*m) rn», Herr Rabb. Dr. J. Breuer. Freitag) morgens nach Schul, niVü, Herr R.-A. Dr. E*-Posen«.' —1 -; abends . 7 Uhr (auch Donnerstag') Lokal, Herr R.-A- Dr- E. Posen. Jahrzeitsstiftungen. Schabbos, den 4. September: Abigail Springut-Stiftung. Sonntag, den 5 September: Esther Eschwege geb.Adler- Stiftung. Liwjath Chen. Nach Mincho 5.15 Uhr im Hörsaale Friedberger Anlage Vortrag des Herrn S. Schachnowitz über: „Zwischen Schofar und Schofar". Agndas Jisroel-Ortsgruppe. Thora und Mussar« Herr Rabbiner J. Horovitz, Fichtestr. 5, Sonntag 9-10 Uhr, Dienstag und Donnerstag 20-21 Uhr für Baalebatim T~y tnm — Schabbos 18-19 Uhr one?' rfroö für Erwachsene.— Schabbos 17-18 Uhr für Jugendliche, Q"n rsmao Schabbos 11-12 Uhr für Jugendliche m« Herr B. Rachelsohn, miia rmm Dienstag 20.30 Uhr, Sandweg 6 c. R.-A. Dr. M. Schlesinger, nap 'aa für Baalebatim, Mittwoch 20.30 Uhr und Schabbos nach Mincho Amtszimmer des Rabbinates, Friedberger Anlage 4. Herr Dozent J. Ehrentreu, wnin mit □'»«nfln, Sonntag 1 Stunde vor nmn ftVan, Uhlandstr. 39,1. Herr R.-A. Dr. E. Posen ovn mn, Schabbos 18-19 Uhr, Wittelsbacher Allee 11. (Alle Schiurim wie üblich.) Gebetzeiten. D'3S: H2V Freitag abend 6.35 Samstag n»awn 6.50 Samstag morg. 8;00 Samstag nachm. 1.00 und 5.00 Samstag Abend 7.50 Woeheng'ttesdienst' Sonntag Morgen 4.45 An G'ttesdienst anschließend: Lernen des D"n ipn- Vereins im Hörsaal naipn tfsn Sonntag abend 6.50 Montag u. Dienstag morg. 5.55, 1. Tag Predigt „ „ „ nachm. 4.30 H ,, abend 7.45 ">^7J( Ö152 Mittwoch morg. Fastenbeginn 3.53 „ „ Frühg'ttes dienst 5.15 „ ' nachm, 6.25. „ abend Fastenende 7.35 Wocheng'ttesdienst: Hauptminjan in der Synagoge 5.30 An G'ttesdienst anschließend: Lernen des D^n npo- Vereins im Hörsaal Nachmittags 6 00 Tefillinlegen am Morgen. 4.55 Familien-Nachrichten. Barmizwoth: David, Sohn des Herrn Moritz Klugmann und Frau Bertha geb. Eisemann, Nürnberg, Bleichstr. 12, "0»r«n nar. — Jakob, Sohn des Herrn Louis Gradmann u. Frau Rosa geb. Löwenstein, Köln, Pantaleonstr., 28, unsn nap. " 6 0. Geburtstag: Josef Metzger. Bocholtj.W- 30. 9. 37. G e s t o r b e n : Leo Michel, Fim.„ Ostendstr- 83,1. 8V2 Jahre- — Isachar Bär, Seniorchef der Weinhandung H. Bär, Ahrweiler, 79 Jahre. Berichtigung. Der- Direktor der Höheren . Israelitischen Schule in Leipzig, Herr Dr. W e i k e r s k e i m er , bittet uns unter Bezugnahme auf die Ausführungen in unserem BJätteüber Schekelaktion: in den jüdischen1 Schulenmitzuteilen, . 1. daß., er mit, der Sache gar nicht be* faßt wurde und 2. daß . er keinen ' Anlaß hatte, die Tätigkeit eines Teik . des Kollegiumsnach' dieser Seite.-hin zu inhibieren..

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