Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 78 (1937)
- Issue
- Heft 26 (1.7.1937)
- Date
- 1937-07-01
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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JWEJ« 1. Juli 1937 Erscheint monatlich 22. Tamaras 5697 .;' , OK •nnST»! f üyöa ns Opiüö Im letzten Abschnitt der „drei Wochen" — den „neun Tagen" — erfährt die nationale Trauer eine Steigerung. Man genießt außer am Sabbat kein Fleisch und keinen Wein. Auch das Baden ist verboten. Mit dem neunten Aw, an dem wir um den Verlust des Heiligtums" und unseres Landes trauern, erreichen die „drei; Wochen'- ihren. Höhepunkt. Da in diesem Jahre 3X2 ni7tfn auf nnjZ? fällt, fasten wir erst am 10. Aw. Nach dem "Anfangswort der Haftora, die in der Trauermelodie vorgetragen wird, trägt der Sabbat-vor dem Fasttage den Namen ]itn r~Dtf Vor dem „Einheben" wird „gememert" und D^örriri zum Gedenken der Märtyrer rezitiert. Beim Minchagebet wird dieses Mal py& j^plX' nicht gesagt? (Warum?) Am Vorabend des Fasttages wird das Maariwgebet mit klagender Stimme verrichtet und -das--'Klagelied flS'K nV»äbvorgetragen. In Schemone" Esre wird Hawdala eingeschaltet und vor beginn von n^K wird ffxn 'TiKa KTQ gesprochen. Aber die eigentliche Hawdala über den Becher — ohne die rD"Yl über Q'awa erfolgt erst am Ausgang des Fasttages.' Auch p^lJ und jflVi •fi fallen weg. Nach Beendigung des Abendgebetes geht man wie ein Trauernder nach Hause. Am Morgen des Fasttages beginnt der G'ttesdienst etwas früher als sonst. Tallis und Tefiiiin werden nicht angelegt. Es . entfallen verschiedene Sätze des Gebetes (welche?). Nach der Thoravorlesung (5. B. M. 4, 25—41) mit anschließender Haftara beginnt der Vortrag der Kinot. Wie bei ront setzt man sich nach Art der Trauernden nieder. Zum Minchagebet werden Tallis und Tefillin angelegt, die am Morgen ausgefallenen Gebetsstellen werden nachgeholt. Im übrigen gleicht das Minchagebet dem ah anderen Fasttagen, nur wird önj eingefügt. ' Nach der Trauer setzt nun der Trost ein. An den sieben dem am '0. folgenden Sabbaten werden aus den Weissagungen der Propheten Jesaja uns sieben Haftaroth 'des Trostes geboten. Der erste dieser Sabbate trägt nach dem Eingangswort des Prophetenabschnittes den Namen löm mW- In diesem Jahre geht dem lanlrQW der freudige Gedenktag aip ltt?57 nwan schon voraus. In Taanith IV werden als Gründe für die Auszeichnung dieses Tages angeführt: das Aufhören des Sterbens bei dem Wüstengeschlechte, die Erlaubnis der ehelichen Verbindung von Stamm zu Stamm, die bis dahin zum Schutze des .Stämmeseigeritums verboten war, die Wiederaufnahme des Stammes Benjamin in die Volksgemeinschaft nach vorausgegangener Verfeindung, die Abschaffung der Wachtposten, die Jerobeam eingesetzt hatte, um die Bewohner des Nordreiches von dem Hinaufziehen nach Jerusalem, zurückzuhalten, das Auf hören des Holzfällens für den Altar und die Freigabe der Erschlagenen von Bethar zur Beerdigung. Nach den Worten von R. Simon b. Gamliel feierte Israel an diesem Tage, eines seiner größten Feste. Die Töchter Jerusalems pflegten in geborgten weißen Gewändern in die Weinberge hinauszuziehen und Reigentänze aufzuführen. So wandeltsich das Leid der Trauerzeit in Trost, und der in gedrückter Stimmung begonnene Monat klingt in Freude aus; ■ ■: : - ./y . ■ ■ . - ■ ' o. .•