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Der Israelit · 1937-05-27 · Heft 21 (27.5.1937) · page 14

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Journal
Der Israelit
Volume
78 (1937)
Issue
Heft 21 (27.5.1937)
Date
1937-05-27
Page
– (sequence 14)
Language
German
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Seite 44 es daher nicht näher zu erklären. Die Zahl yin besagt: 400+200+10 + 3 613. Sie ist also eine Summe ihrer Ziffern, Nun nehmen wir die Zahl 613 und addieren ihre Ziffern. Was würden wir erhalten? 6+1+3 10, also etwas ganz anderes. Femer: Man kann die einzelnen Ziffern einer hebräischen Zahl gleichfalls wieder zerlegen, kann z. B, dadurch aus einer einstelligen. Zahl eine zwei- oder dreistellige machen. So kann man also statt y (70) schreiben ]" (10+10+50) und erhält dadurch das leicht zu merkende Wort jajin oder statt X (90) ü"»» und erhält das Wort majim. Vielleicht weiß der eine oder andere von Euch, wie ein bekannter jüdischer Dichter diese zwei Worte in anmutiger und witziger Weise in einem Tischlied verwertet hat. Noch ein Beispiel, wie man eine zweiziffrige Zahl in eine dreiziffrige verwandelt hat, um ein sinnreiches, leicht einprägsames Wort zu gewinnen. Die Zahl 210 ist normalerweise ">'/i(200+10) zu schreiben.Man findet sie aber oft in der Form m (200+4+6). Dadurch gewinnt man das Wort r'du; und welche Bewandtnis es mit diesem hat, ist Euch sicher allen bekannt. Ferner: Die Reihenfolge der Ziffern ist ganz gleichgültig. Man setzt wohl gewöhnlich zuerst die größere und steigt zu den kleineren ab, also, um bei einem früheren Beispiel zu bleiben, bei 613 zuerst 400, dann 200, dann 10, dann 3. Man konnte aber auch recht gut schreiben: 3*+200+400+10 und erhält dadurch das Wort TTU» auch bezüglich dieses Wortes wißt Ihr wahrscheinlich aus der mir) her Bescheid. Man benutzt solche Umstellungen besonders gerne, tun peinlichen und mißliebigen Worten aus dem Wege zu gehen. Lasset Euch z. B. den § 275 des Schulchan oruch zeigen. Dort findet Ihr nicht die' 'Ueberschrift H"*?"!' wie zu erwarten ist, sondern ,T"ltf' das ja gleichfalls 275 ergibt; denn iT'SH würde den Sinn Böses" haben und dem will man ausweichen. Der Hauptunterschied aber zwischen dem hebräischen Zahlensystem und dem jetzt allgemein gültigen liegt im folgenden. Die hebräische Ziffer behält immer den gleichen Wert, ob sie nun an erster Stelle steht oder an einer anderen, während bei uns der Wert der einzelnen Ziffer von der Stellung in der ganzen Zahl abhängt. Wir wollen dies an einem Beispiel klar -machen. 3 hat den Wert drei nur, wenn es an der Einerstelle steht; in 31 hat es Zehnerwert und gilt 30, in 311 gilt es 300 usw. Dagegen } bedeutet stets nur drei, einerlei wo es steht, also, d. h. 2 nebeneinanderstehende gimmel bedeuten nicht 33, sondern 3+3, also 6; 2 Dreier nebeneinandergestellt aber ergeben 33, die eine gilt dreißig und die andere drei. Für 33 müßte im hebräischen Zahlensystem hingegen yji? stehen (30+3). Man kann daher auch nicht die üblichen Rechnungsmethoden mit den hebräischen Zahlen vornehmen, etwa 2 übereinanderstehende Summanden nach der herkömmlichen Art addieren. Ich hoffe, daß Ihr dies Alles gut verstanden habt. Nun wollen wir es uns auch für ..das praktische Leben und auch zu unterhaltenden-Dingen etwas nützbar machen, wie ich Euch anfangs versprochen habe. Str. (Schluß folgt.) Was man von Palästina wissen muß. VIII. Das Gebirgsland von WestjordanieiT~zerfällt in der Richtung N-S in drei landschaftlich verschiedenartige Teile: das Bergland von Galiläa, das Bergland von Samaria und das Gebirge Judäa. Der Grundzug des letzteren ist streng und herb, zum großen Teil ist es -eine steinerne Gebirgswüste. Aus Kalk, Mergel und Dolomit aufgebaut, von dem der Humus abgeschwemmt ist, sinkt es steil nach, O, in breiten Terrassen gegen W ab. Infolge der Durchlässigkeit des Bodens ist es verkrustet und zeigt die Erscheinungsformen der meisten Kalkgebirge — Klüfte und Höhlenbildüng — in starkem Maße. Es ist durch Talschluchten gegliedert, die von O nach W durchziehenden unbedeutenden. Flüßchen versiegen meist in der heißen Jahreszeit, Nach S zu wird infolge der zunehmenden Regenarmut die Landschaft immer öder. Die Siedlungen liegen zumeist auf der Wasserscheide, Der Getreidebau hat wenig Bedeutung. Die Anbaumöglichkeit beschränkt sich auf zerstreute Flecken, Es werden vorzugsweise Oliven, Wein, ~ Mandeln, Feigen und Aprikosen gebaut, In der Nähe Jerusalems (800 m) finden wir große Terrassenanlagen mit Gemüsebeeten. Südlich von Hebron, der höchstgelegenen Stadt Palästinas (1027 m). deren Umgebung noch verhältnismäßig fruchtbar ist, verliert sich die Landschaft allmählich in eine wellige Steppe, den Negev, die in den" Wadis noch 'teilweise bebaut wird. Es ist aber "dort nicht sicher in jedem Jahre mit einer Ernte zu rechnen. Allmählich senkt sich das Land zu einer wüstenartigen Landschaft hinab, welche schon den nördlichen Teil der Sinai-Halbinsel bildet. O.

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