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Der Israelit · 1937-11-25 · Heft 47 (25.11.1937) · page 1

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Journal
Der Israelit
Volume
78 (1937)
Issue
Heft 47 (25.11.1937)
Date
1937-11-25
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
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Ein Centraiorgan für das orthodoxe Judentum / Begründet von Dr. Lehmann in Mains Frankfurt a. M. 25. November 1937 21. Kislew 5698 Nummer 47 ilitäroerichte in Jerusalem, 18. Nov. Die M i 1 i t ä r g e r i c h t s h ö f e begannen heute ihre Tätigkeit in Jerusalem und Haifa. Jeder Gerichtshof hat einen arabischen und einen hebräischen Dolmetscher. Das gesamte übrige Personal ist aus England gekommen. Im einzelnen sieht die Verordnung die Einrichtung von Militärgerichten vor, die jeweils aus einem Stabsoffizier als Präsidenten und zwei anderen Offizieren bestehen sollen. Von ihnen werden Fälle abgeurteilt werden, in denen Schüsse auf irgendwelche Personen abgegeben, Waffen oder Bomben getragen oder Sabotageakte verübt-werden und gewaltsame Beeinflussung versucht wird, In den beiden ersten Fällen, offenbar aber auch bei Sabotageakten und Fällen gewaltsamer Beeinflussung, kann die Todess t r a f e ausgesprochen werden. Jedoch können die Militärgerichte auch lebenslängliche Haft verhängen. In Fällen, in denen nur Waffenbesitz vorliegt, können die Gerichte bei mildernden Umständen von Strafe absehen. Der Oberkommandierende der britischen Streitkräfte in Palästina muß die Urteilssprüche bestätigen, gegen seine Entscheidung gibt es kein Rechtsmittel Nach einer Erklärung der Mandatstfejjjierung soll die Tätigkeit der ordentlichen Gerichte durch die Verordnung nicht eingeschränkt werden, Sie werden vielmehr weiterhin alle Straftaten-, die nicht vor die Militärgerichte gehören, aburteilen, auch soweit sie im Zusammenhang mit dem Terror stehen. Die Militärgerichte sind danach zur Ausrottung des Terrors bestimmt, um die Bevölkerung zu schützen. Die palästinensischen Zeitungen mußten die Mitteilung über die Einsetzung der Militärgerichtshöfe zwischen dem 11. und 18. November täglich veröffentlichen. Außerdem wurde sie durch den Rundfunk verbreitet. Das erste Todesurteil. Das erste Todes u-r t e i 1 nach Zusammentreten der Militärgerichte traf am Mittwoch in Haifa den Araber-Sche ich Farham S a a d e wegen terroristischer Umtriebe und unerlaubten W äffenbesitzes. In der Verhandlung wurde festgestellt, daß der Angeklagte bei seiner Verhaftung in einem kleinen Bergdorf bei Jenin im Besitz eines Revolvers und anderer Waffen gewesen sei. Der Angeklagte verteidigte sich nicht. Das Todesurteil bedarf noch der Zustimmung des englischen Oberbefehlshabers und des Oberkommissars Sir Arthur W a Ü c h o p e , der am Mittwoch in einem Militärflugzeug aus Port Said in Jerusalem ein- .getroffen ist— Und trotzdem Terror! Jerusalem, 21. Nov. Die ersten terroristischen Zwischenfälle seit der Einsetzung der Militärgerichte ereignete sich Freitag N a c h t, als auf den Polizeiinspektor P r i n g e 1 ein Schuß nahe beim Postamt abgegeben wurde. Der Schuß ging glücklicherweise fehl. Die Polizei umzingelte sofort das Postgebäude und die anstoßenden Häuser, ohne jedoch den Attentäter, zu finden. Heute wurde in Zusammenhang mit der Tat ein Araber verhaftet. Der erste Fall, mit dem sich das J e r u - salemer Militärgericht befassen wird, ist der eines Arabers, in dessen. Besitz eine Flinte und 20 Schußmunition gefunden wurde. Zwei Araber wurden heute unter dem Verdacht verhaftet, an der Ermordung des Distriktskommissars Andrews beteiligt gewesen zu sein. Fortsetzung siehe Seite 2. Aus dem Inhalt: Militärgerichte und Terror . . . Seite 1 u. 2 Ein neues Kabinett in Rumänien . . . Seite 2 Förderung der jüdischen Auswanderung durch Kapitaltransfer .....Seite 2 Wochenrundschau ......... Seite 3 Chanukah, Thora und Keren Hatorah. Seite 4 Der jüdische Staat. Von Dr. Ph. Biberfeld...... Seite 5 Seite 6 Ein politisches Frühstück in London. (Mit Bild) . . . . ,...... Seite 7 Seite 8 Aus der Agudas Jisroel-Bewegung . . Seite 9 Schwiegervater und Schwiegersohn . Seite 10 Wir lassen das Chanukalichtlein aufflammen und sprechen mit unseren Kindern vom Wunder des wachsenden -Lichtes, vom ewigen Siege des Geistes, des G'ttesfunkens über die Finsternis. Unsere Kinder hören und verstehen. Keine Problematik trübt das Verständnis, wo ein Tatsachen wunder' sich bis auf den letzten unserer Tage spürbar auswirkt. Gewiß, das Lichtwunder war Krönung schwer rer Kriege, blutiger Schlachten, deren Einzelheiten wir nicht kennten, uns auch nicht sonderlich interessieren. Einigpaar Episoden werden in den jüdischen Chroniken, auch in Talmud und Midrasch, herausgehoben, weil sie vom Heldentum der Männer und Frauen, der Mütter und Kinder zeugen. Ein Heldentum nur um des Heldentums willen feiert das Volk nicht, dem, nach den Worten des Propheten, nicht Macht und Masse, sondern Geist und Glaube als Waffe für seinen geschichtlichen Weg und seine geschichtliche Mission mitgegeben wurden. Das empfinden die Historiker und Chronisten des Chanukageschehens, die daraus „geschichtliche Probleme" machen, als Manko und müssen zu nichtjüdischen und unjüdischen Quellen greifen, zu Josephus Flavius, der seine Geschichte nicht für uns geschrieben hat, zum Kirchenvater A u g u s t i n oder zu den Büchern der „Makkabäer", die, wenn sie vielleicht auch von Juden abgefaßt sind, nicht zum jüdischen Kanon gehören. Elias Bickermann., der seinem 1935 bei Schocken erschienenen Buch ,,Die Makkabäer," nunmehr im gleichen Verlage ein zweites Buch über „den G'tt der Makkabäer" folgen läßt,*) ist es aber unbehaglich, ausschließlich aus fremden Brunnen zu schöpfen, so ernennt er, nach bekannten Mustern, kurzerhand das biblische Buch Daniel zu einem Makkabäerbuche, aus dem er allerlei über Motiv, Verlauf, Ausgang und Folgen der Makkabäerkämpfe herauszulesen sucht. Ohne uns darüber in eine Diskussion einzulassen, sei nur in Parenthese gesagt, daß diese Verlegung des Buches Daniel auf die nachmakkabäische Zeit, die nicht erst von Bickermann stammt, die Methoden auch der gemäßigten Bibelkritik, wie ihr B. zuneigt, in ihrer ganzen Hohlheit und Hinfälligkeit dartut. Wie wenn wir den Herrn verraten, daß bereits die Urmischna (Nach den unwiderleglichen Nachweisen Jizchak Halevys war sie schon lange vor der Makkabäerzeit bekannt) von Daniel als einem heiligen Buche spricht, aus dem dem Hohenpriester in der Jomkippurnacht zur Rüstung für den großen Tag, der seiner harrte, vorgelesen wurde? „ (Siehe (Fortsetzung siehe Seite 3.) *) „Der G'tt der Makkabäe r". Untersuchungen über Sinn und Ursprung der makkabäischen Erhebung von Elias Bickermann. Schocken-Verlag. Jüdischer Buchverlag, Berlin. .

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