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Der Israelit · 1937-03-04 · Heft 9 (4.3.1937) · page 6

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Journal
Der Israelit
Volume
78 (1937)
Issue
Heft 9 (4.3.1937)
Date
1937-03-04
Page
– (sequence 6)
Language
German
Belongs to
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Seite 6 Nr. 9 .Der Israelit (A: März 1937 P. K. spreche über die Köpfe seine« Publikums hinweg. Es sind eben vollständig ausgereifte Gedanken, die er wiedergibt, und so kommt es, daß entweder schnell mit=gedacht oder darüber sorgsam nachgedacht werden muß. Lessings Entschuldigung an die Schwester, sein Brief sei lang, weil zu einem kurzen die Zeit f«hle — zu dieser Entschuldigung kann esi bei P. K. nicht kommen. Seine Sätze in Unterhaltung, Reden, Schriften sind immer gemeißelt und knapp geformt, weil immer fertig ergründet und gesiebt. Mit dieser Geistesschärfe, mit weitreichendem Fernblick, mit der ethischen Größe ist ein unendlich starkes Friedens-Sehnen verbunden. Wo in unsrer weiten Gemeinschaft die Gegensätze auf einander platzen, flugs ist P. K. zur Stelle, um zu schlichten, zu versöhnen, Verständnis für' einander zu wecken. Die jüdische Welt ist nun einmal der Gegensätze voll, und darum ist P. K/s Reich (und sein Aschenbecher) die Welt. Andere Kreise haben ihren Wunder-Rabbi, wir haben unsere Wander* •Rabbi. Ein Sproß atts dem Hause Aharauns, prägte\ er das Leitwort: „Keinem, zu. Leide, jedem zu Liebe!" - Als Sproß aus, dem Hause Aharauns. „liebt?.r, den : Frieden, strebt er nach dem Frieden, liebt er die; ' Geschöpfe, bringt1 sie näher der' Tau^oh." ' : - Diese Tauroh begleitet ihn - auf 'seinen Zügen in Gestalt eines kleinen T'nach==Bandes. Was ist's mit; diesem Büchlein, wozu braucht es unser Wanderer,' der Meister der Tauroh-Wissenschaft, der . beschlagene\ Kenner der mündlichen Lehre mit'dem" errungenen, feinen Fingerspitzengefühl für jeden Einzelfall' "der i Halochoh? Der T'nac^-Band ist . dem, politischen, -so- { zialen, familiären Raigeber . hinreichend,, doch auch > erforderlich, um bei sich durch1-einen Blick hinein eine jede neue Zweifelsfrage.. zu klären, um sich; den ganzen dafür in Betracht kommenden Gedankenkomplex zu vergegenwärtigen. Menschliche Weisheit, menschliche Liebe, menschliche Hilfs- und Tatbereitschaft verführen andere. leicht zu menschlich klugen, selbst erdachten Schritten, Ein Blick in sein /f'nach aber, und P. K. weiß, ob solche Weisheit, Einsicht, solcher Ratschluß sich deckt mit G'ttes Lehre oder aber .'n ujd und darum abwegig ist, so daß das Unternehmen schließlich scheitern muß. (Das T'nach in unsres lieben Rabbi Händen i$t der: Regulator , seines Vorgehens, der untrügliche sWardein seines Gedankengoldes (und desjenigen der andern). Weisheit und Scharfsinn, an der,Tauroh erprobt, die Friedensliebe des Aharaun-Enkels, wundervolle Treue und Herzensgüte sind unserm Freunde zu eigen. Denken wir noch an P. K.'s schlichte Umgangsformen, seine Abneigung gegen Pose, seinen prachtvollen, einladenden Witz, so wird klar, wie wir es wagen können, den ehrwürdigen' Amtstaräger und Gej lehrten schlechthin P. K. zu.7nennen uild als.tUnsern Freund . anzusprechen. Es ist nicht. Mangel, an Ehr*! erbietüng, *es "ist Liebe,'"' i'* r? ■ ■ Was hätte' ref selber -gesagt; wäre ihm dieser Gruß vor: dem Abdrucke zu Gesich'ti gekommen? 'Er; hätte sich die. Veröff9ntli,chung verbeten min dern Leitsatz: Ihr werdet auch fiPurim .nix. maski«re,n{ Wa^. w^rd er " jetzt sagen? "b, wir wissen es alle;, er ruft: Kikeriki! •:''V;; ' ■ ' y-" "■<<"-■ ' "= Und soll es mit des Allmächtigen-' Beistand weiter \ rufen,., sorgenlos und froh, stark-und gesund in ferne Zeit als Jisroels und. unser Freund, .•. ,- : r^,,, . Wocherirundschäü- Was sollen unsere Schulentlassenen tun? — Die Diskussion üb er das Regierungsprogramm von Oberst Koc — Die jüngsten Ereignisse in Tiberias — Einbürgerung in Palästina — Separatismus in Holland —- Nach Polen Ungarn — Ein Appell und ein unberechtigter Vorwurf. Was sollen d i e' j ü di s c h enr S c httl - entlassenen t un, ist die Frage, die die jüdischen Eltern wie auch alle mit Jugendfragen sich .befassenden Organisationen lebhaft beschäftigt. Ueber einen Aufruf des Hechaluz haben ■wir kurz berichtet. Die Reichsvertretung, Abteilung Berufsbildung1 und Berufsumschichtung läßt durch die ,,ITA," eine ^Verlautbarung verbreitet, in der auf die für das neunte Schuljahr in Betracht .kommenden- Lehrstättefi i.und;iHachscharazentren für die männliche und weibliche Jugend hingewiesen wird. Die kritische Zeil erstreckt sich auf die ungefähr vierjährige Spanne zwischen der Schulentlassung bis zum Zeitpunkte, da der-jüdische junge: Mensch auswanderirrigsreif ist, da für ihn keine Möglichkeit bestehen wird, sich in irgend einer Weise beruflich in Deutschland einzuordnen, . ->. ■ Allein" gerade mit Rücksicht auf diese kritische Zeit gewinnt ein an anderer Stelle dieser Nummer unseres Blattes erscheinender Aufruf an die Eltern und Jtigenderzieher des Noar A g u d a t i emfmente: Bedeutung, Bei aller Sorge um die materielle Zukunft unserer Jugend £ilt es heute mehr' denn je, ihr auch -die geistigen und moralischen Werte des Judentums beizubringen; daß sie lerne, wo sie auöh ist und'welchem Berufe sie auch später angehören wird, ihre Stellung und ihre Pflichten gegen Menschen und G'tt zu erkennen, ihren Platz richtig zu sehen im jüdischen Volke, daß sie lerne, den Sinn des eigenen Landes und der Hingabe für seinen Aufbau für den Einzelnen und die Gesamtheit zu erkennen» Es ist aber auf der anderen Seite allbekannt, daß die Institutionen des Noar Agudati auf diesen Voraussetzungen basieren und der religiösen Jugend Deutschlands offenstehen. In Jeschiwa, Bäte: Chinnuch, Lehrwerkstätten und , Mädchenseminaren des N o ar A g u d a t i findet die" jüdische Jugend die materielle und -geistige Hachschara für .ihren' späteren Lebensberuf in Erez Israel, M^ weiß, wie gerade in dem ' jüdischen Gemeinschaftsleben dieser Lehrstätten den jungen Menschen der Anteil an der jüdischen Gesellschaft, an der Thora und an Erez Israel gesichert wird, ..." ' : s . . j . v; So glauben wir', auf di6 Frage, die in unseren Kreiseri nicht minder, aktuell ist als in allen anderen: „was sollen die jüdischen Schulentlassenen tun?" ani besten mit einem Hinweis auf den erwähnten Aufruf und einer Empfehlung all der Angaben des Aufrufes zur ernstlichen Beachtung antworten zu können. Der von 'Ö^er-^i'ltöc elitwiokelie' neue, rtegierün|splän in Prf$n^&0iedij$'jß&.'.eine. Seite so wehig wie die andere! Die Hatio'nal^enlokrateh,. die JJfh^t&t^ &u&dföei^g'<& an der'"Universität und auf, der Straße,'wissen mit der 'Koc'schen' Thes^ hichts Rechtfes anzufangen. Wie ' sollte -man den kulturellen Selbst- 'scHutzt'ünd die" ökon'o.mische Selbständigkeit der polnischen ßevölk.erung sichern, wenn man ,<iie- Juden so1 sanft anfaßt .und pnysische Gewalttaten unter allen/Ümständen. verbietet, fragt ganz offen das Organ der Nationaldemokratischen Partei „Warszawski Dziennik Narödowy". .Zumindest, meint das Blatt, konnte man erwarten,' daß an eirie Revidierung der. politischen und'Bürgerrechte der Juden herangetreten werde. Aber auch äie Organe der jüdischen ÖeffentlicÖceit sind weit davon entfernt, der Proklamation zuzujubeln. Im Gegenteil,/meinen manche ijüdische Zeitungen, man habe . damit die! Juden, die als Bürger erster Klasse ihre Pflicht erfüllen, zu Bürgern z w e i t e r .Klasse degradiert ' Der „Hajnt" wendet siph dagegen, daß man lediglich den Huliganismus nicht dulden wolle, aber den ökonomischen und kulturellen Kampf!'gegen die Juden sogar ermutige. Auch im Sejm hat sich die Stimmung bei den jüdischen Abgeordneten durch die Deklaration Koics nicht gebessert. Die'drei Abgeordneten des J ü d i s c"'fi e.n K 1 üb s haben zum Zeichen des Protestes g e £ e n das R e gi e r u n'g's bud^e t gestimmj, und zwar mit einer Erklärung, die direkt gegen die Radioansprache des Obersten Koc^Stellung nimmt, '•' "" Es ist dabei mit Genugtuung hervorzuheben, daß sowohl die orthodoxe Presse in Polenwie Kap. .37, V, 10. nnm im« dtibr a-w'sy -[nVsrn n« wyi ji»p »sm ViKKi iam „Er machte den Tisch aus» Akazienholz, zwei Ellen seine Länge, eine Elle seine Breite, und: eine Elle und eine halbe, seine Höhe." Das Pronomen des sowohl in diesem Satze als auch in den nächsten Versen enthaltenen Wortes »ri (37, 17 usw.; 38, 1, 38,. 8) nimmt auf Bezalel Bezug. So beginnt unser Kapitel mit den Worten n»f »5>'i „Bezalel machte die Lade." Nach Ansicht einiger Kommentatore wurden sämtliche Geräte von Bezalel persönlich angefertigt. Konseqüenterweise muß aber dann auch "Vinn nx us'i bedeuten: Bezalel persönlich machte den Vorhof (38, 9). Einleuchtender dürfte folgende Auffassung sein. Ausschließlich die Lade wurde mit Hinblick auf die ihr innewohnende Heiligkeit von Bezalel angefertigt. Hingegen die übrigen Gegenstände wie auch den Vorhof stellten die Kunstverständigen gemäß der ihnen von Bezalel gegebenen Anweisungen her. ]nbva nt? »yi will mithin besagen: Er, Bezalel nämlich, ließ den Tisch machen. Analogien bieten Iran JiH nftVtf ivi „Schelomo ließ das Haus /bauen" {Melachim I .6, 14), wie i -wn m in fron ^t)m. •fit?» bx '7i ior'i „G'tt sprach zu Mosche . . . und deinen Stab, mit dem du den Fluß geschlage'n," (Schemot 7, 19). Nicht Mpsche, sondern Aharon hatte den Fluß im Auftrage seines Bruders geschlagen.3) 3) Es ist aber nicht angängig; irforn nirtfsm auf das in 37, 8 erwähnte 2b Dan zu beziehen, da in einem späteren Verse (?7, 1) Bezalel als Subjekt angegeben ist. Wohl aber nimmt in 36, 11 und' den folgenden Versen auf Dan Bezug/ '• ' '■' Kleines 'Feuilleton. Marannen von heilte.! Unter dieser Ueberschrift erschien in /einer deT letzten Nummern des „Israelit" eine treffende, leider nur zu lebenswahre •;'Schilderung der Entwicklung eines großen Teiles der Juden in Deutschland.. : Wie die Entartung begann mit dem „DreirTage-Juden'-', sich fortsetzte bei der folgenden Generation; mit Mischehe und Taufe und wie schließlich fast* als1 logische Folge Enkel resultierten, die vielleicht schon zu Antisemiten sich entwickelten. ' Und nun fiel mir eine alte Nummer eines Kunstblattes in die Hände. Man kann noch nicht einmil sagen, durch Zufall. Denn - es ist doch so, daß man jetzt ständig unter alten Sachen kramt, immer mit dem Nebengedanken,; was als überflüssiger Baiast .wegzuwerfen wäre. Und da fand ich. folgenden Vierzeiler von Otto Erich Hartleb«n, eines seinerzeit vielgelesenen, Schriftstellers. Unheimlich fast die Uebereinstimmung. Ja, wer. die Augen .aufgemacht, dem .blieben die Krankheitserscheinungen am deutschen Judentum nicht verborgen.' Und an "warnenden .■ ■ ■ . ( '•'■!.■ ', ' f Stimmen hat .es .wahrlich jüdischerseits auch* nicht gefehlt/ 'Aber wie so' oft in der Geschichte unseres Volkes,; die eigenen Warner wurden -nicht gehört, immer war der Ring des Ahaschwerosch der bessere Erzieher. Und nun die, Verse:: -- Darwinistisches, der junge, Affe des „Hosenverkäufer der. Alte Giftbaums, Rechtsanwalt und Notar, Arzt oder Richter sogar, Heissa! Nun geht es ans Taufen! Man tut es-mit möglichster Sorgfalt — '•■••» Und aus dem Christen ersteht herrlich der -Anti» semit." . . Bleibt noch hinzuzufügen, daß dieses Gedicht erschienen ist im Jahre 1902. : ':J S. H. G. WoGhenkalender. -Vom 6.-13. März 193T / Vom 23. Adar bis. 1. Nissan 5.697 '73T "=p üima nns mpö: bnpx Samstag,- > .6 23 ';,..ny.... Sonntag; ■ 7 8 -r : / ' 24 ■nV . ■ '' x vim^piM Neumopd: Freitag nachm. Montag März 25 ■ 1 * ' 12 Uhr 9S/9|Min,. Dienstag 9 SlK 26 i> Mittwoch _/■■ 10 .!<[;• 27 nV :;:;'"• Donnerstag 11 28 : oV - |t3j? "niss üi1» , , 0 i ... . Freitag 12 ■ 29 '"»'■''' ■ ' '•''' ■ •' Samstag 13 1 ' «P ' ''; ein vm virm m-)!> xipn; ■:;»u '.'■:r^-: i.,

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