Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 78 (1937)
- Issue
- Heft 6 (11.2.1937)
- Date
- 1937-02-11
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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y.w<ü¥u-v Centraiorgan für das orthodoxe Judentum / Begründet von Dr. Lehmann in Mains Frankfurt a- M. 11. Februar 1937 30. Schebat 5697 Nummer 6 in London, 8. Februar. Wie nun feststeht, wird die Kgh Kommission Sjfur Palästina ihre erste öffentliche Sitzung in London am D p n hers t ä g , den 11. Februar, abhalten. Iii dieser ö f f e n 11 i c h en Sitzung wird die Kommission die Aussagen des Präsidenten der Neuzionistischen Organisation, "Wladimir J a b o t i n s k y , entgegennehmen. Außer ihm wird auch der. bekannte Abgeordnete Colone! Josiah W e d g e w o o d vernommen werden., '••;,;..;!. ö , . Dagegen wird weder Dr. Ghaim Weizmänh, der sich-entschlossen hat, nicht nach Amerika zu f eisefii; noch irgend ein Mitglied der Exekutive der Jewish Agency in London vor der Kommission erscheinen. Die Exekutive der Je-, wish Agency ist der Ansicht, daß sie bereits in Jerusalem alles gesagt hat, worüber sie sich zu äußern hatte.' High C o m m i s si o, n e r S i r Art hur W äuchöpe hat sich im Flugzeug nach Alexandrien begeben, von wo er nach England weiterreist, um dort einen mehrwöchigen Urlaub zu verbringen. ■ ■ : 'itV--. ' ständigen-Kommission zur Untersuchung von Einwanderungs- « r-. Genf, 7. Februar. Am 6.,Februar hat der Verwaltungsrat des Inj ternatio^alen Arbeitsamtes sich mit Auswande^ rungspiioblemen befaßt. Es wurde beschlossen/ unter Mitwirkung der 'Regierungen, der Mitglieds-;'! Staaten1 eine Sachverständigenkommission einzu>. setzen,: welche die in einzelnen Ländern vorhandenen : Ein wan derungsmögiiohkeiten untersuchen soll. Die Sachverständigenkommission soll den Bericht, über ihre Untersuchungen spätestens im Jahre 1938 vorlegen. Auf - Grund dieses »Berichtes sollen dann vom Internationalen Arbeitsamt positive Maßnahmen auf dem Gebiet der Auswanderung ge/tr.offen werden, i: Der polnische Delegierte Komarnicki wies 'tri.- der| Aussprache darauf hin, 'daß der Bevölkerurigsj, f Zuwachs Polens seit dem Ende des Weltkriege^ 7 Millionen Seelen ausmacht, somit größer sei' als die- Gesamtbevölkerung mancher Länder, z- B. größer als die Gesamtbevölkerung aller-1 baltischen Länder zusammengenommen. Polen i sei bereit, an einer internationalen Lösung des ' Auswanderungsproblems mitzuarbeiten, setze, hierbei aber voraus, daß es nicht bei grundsätzlichen Erörterungen bleibe, sondern zu praktischen Maßnahmen komme. Wenn man die Sachverständigenkommission nicht verpflichte, spätestens im Jahre 1938 ihren Bericht fertigzustellen, dann sei es besser, auf die. Schaffung einer solchen Kommission überhaupt zu verzichten; . . - Die Vertreter Brasiliens und Argentiniens erklärten, daß ihre Länder irn /gegenwärtigen Augenblick nur landwirtschaftliche ' Arbeiter als Einwanderer aufnehmen könnten. Für Angehörige anderer Berufe seien Einwanderungsmöglichkeiten leider nicht vorhanden. Die südamerikanischen Delegierten fügten jedoch Hinzu, daß auf der letzten in Buenos Aires abgehaltenen panamerikanischen Konferenz die teilnehmenden Staaten aufgefordert worden sind, auch die Möglichkeiten einer erhöhten Einwanderung verschiedener anderer Einwandererkategorien zu studieren. (Siehe auch Wochenrundschau.) Aus dem Inhalt: Amerikanische Hilfe für Polen . . . Seite 2 4% Millionen Drives in Amerika für Palästina Seite 2 Neue Richtlinien für den Karbetrieb in Baden-Baden .- .' . ... Seite 2 Wochenrundschau . . . . . . Seite 3 Der Einzelne und die Gemeinschaft. % Von Schalom ben Chorm, Jerusalem Seite 5 Zur Schmitto-Frage . . ... Seite 6 Aus den jüdischen Gemeinden, in Deutschlaad Seite 6 Warschauer Brief und Nachrichten aus Polen! , Seite 7 Abwehraktion gegen Judenhaß in England Seite 8 Die Führer des religiösen Lebens in Südafrika . . . . . Seite 8 Erez Israel .......... Seite 11 u. 12 Der Kleine Israelit Vor dem Semcsterschluß in der Frankfurter Jeschiwa. Jes c.hi w a ist heute das Losungswort einer Jugend, die zur Quelle des jüdischen Wissens drängt — weil sie eingesehen hat, daß eine Vorbereitung für das neue Leben, vorab in Palästina, ohne geistige Hächschara auf einer richtigen;."Thoralehranstalt, in der nach, alter Weise ,,ge-'; lernt" wird, schlechthin unmöglich ist. - Könnte " der kongeniale Nachfolger von Samson Raphael Hirsch IT'XT' als er vor über - vierzig Jahren auf dem Kulturboden der süddeutschen proßstadt unter bescheidenen Verhältnissen sein ij&ehrhaus gründete, es ahnen, w,elche Aufgäben einmal dieses Unternehmen in einer Zeit schwerer Uebergänge und allgemeiner Umschichtung zu lösen haben wird? x Damals i galt das intensive Thoralernen >n einem Thorazentrum, sofern man nicht von Beruf swegen lernen mußte, als extravaganter Luxus weltfremder junger Menschen, über die man den Kopf schüttelte. Und dennoch kamen r sie,' die jungen Menschen, aus weit und breit, um in der „Breuer-Jeschiwa" zu lernen, so daß ein bekannter ungarischer Raw, im Gedanken an äeri;^Frankfurter Bochur", der zu Beginn des 19. ii Jahrhunderts nach . Preßburg kam und dort der „Chktam Sofer" wurde, für den Rückstrom der ungarischen Bachurim nach Fr a n k - f u r t die Worte brauchte: n3H 1211ZP "»ym "im im Westen Es folgte in den vier Jahrzehnten Hörergeneration auf Hörergeneration in der Jeschiwa Schützenstraße und später Friedberger Anlage, und die Lehranstalt kann in einem Memorandum mit berechtigtem Stolze konstatieren; „Als jüdische Völkshochschule im wahrsten Sinne dieses Wortes, faßt sie Hörer aus den verschiedensten künftigen Berufsschichten zusammen. Die vielen Hunderte ihrer Schüler aus den verschiedenen Ländern West- und Osteuropas legen für ihre internationale Bedeutung beredtes Zeugnis äb. Unter ihnen zählt sie zahl r e iche R a b bin erdes In- und Auslandes , eine außerordentlich stattliche Zahl von Akademikern der verschiedenen Fakultäten und vor alleni in den verschiedenen Zweigen des "Erwerbslebens stehende Männer. Ihnen allen hat unsere Anstalt die innere Festigkeit undden inneren Stolz gegeben. Unter den augenblicklich schweren Zeitverhältnissen kommt der Lösung dieser Aufgaben erhöhte Bedeutung zu." ' Heute ist die ^Thoralehranstalt Jeschiwa unter Leitung, von Rabbiner Dr. Joseph Breuer, dem ein bewährter Dozentenstab zur Seite steht, geistige Nährmutter von ungefähr 150 jungen Menschen, die hier ihr Rüstzeug für ein neues Leben erhalten, das im Grunde das alte und älteste jüdische Leben ist, nachdem sich erwiesen (Fortsetzung siehe Seite 3.)