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Der Israelit · 1936-10-15 · Heft 41 (15.10.1936) · page 14

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Journal
Der Israelit
Volume
77 (1936)
Issue
Heft 41 (15.10.1936)
Date
1936-10-15
Page
– (sequence 14)
Language
German
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Seite 14 Nr. 41 D e r 1 s t a e Ii t 15. Oktober 1936 gen, schaffet ihr Existenzmöglichkeiten, entfaltet eure Initiative auf ■wirtschaftlichem Gebiet, dm Namen der Agudas Jisroel und durch Agudas Jisroel! Das Lager bleibe auf seinem Platze gebettet — denket daran, daß das jüdische Lager immer ein heiliges Lager bleibe, wisset, daß seine Reinheit die Schechino herbeizaubert, lasset Agudas Jisroel nicht vorbeigehen an diesen wichtigsten Fragen der jüdischen Zukunft! So hören wir die Stimmen uns> umtönen, die im Namen und im Geiste unseres Rabbi Beer ^"xi zu uns sprechen, mahnend, warnend und fordernd! Und weiter hören wir die Stimme Rabbis: „Nach dreißig Tagen beginnet wieder mit dem Lernen"! Unsere wahrhaft Großen wollen nicht, daß sie im Mittelpunkt unserer Gedanken- und Gefühlswelt stehen! Haben wir um ihren Verlust geklagt, dann sollen wir uns wieder der Leistung ihres Lebens zuwenden! Zum Lernen forderte Rabbi auf, unser Rabbi Beer ^"31, fordert uns auf, wieder an unsere, seine Arbeit zu gehen! Er ruft uns zu: Wendet euch wieder der Arbeit für die Agudas Jisroel zu, dies ist 'die Weise, in welcher ihr mir den Dank am herzlichsten bekunden, die Treue am echtesten bewahren, die Liebe am innigsten bezeugen könnt! d'öw cnsbl Das war 'die große Triebkraft seines Lebens: aus ihr floß seine Strenge im Geistigen und seine Milde im Menschlichen, aus ihr seine Wahrhaf* tigkeit im Größten wie im Kleinsten, aus ihr sein Mut, seine Willensstärke, seine Tatkraft, sie formte seine große und edle Persönlichkeit, die wir alle so ehrfurchtsvoll bewunderten! Wird auch unser Leben zu einem Dienst wisv üvb; dann lebte in unscrm Tun sein reines Wesen, seih reiches Wollen weiter, dann ist unser Dienst an der jüdischen Gesamtheit bwü/jmwj rorin msb^-' Wolf S. Jacobson. Rabbiner Dr. Freimatnn 70 Jahre alt. Berlin, 10. Okt. Der Vorsitzende des Berliner Rabbinatskollegiums, Gemeinderabbiner Dr. J. Freimann, vollendete, wie die ITA, berichtet, am Sch'mini Azeret sein 7 0. Lebensjahr. Zu Beginn des Weltkrieges wurde er Oberrabbiner in Posen, von wo aus er 1928 nach Berlin kam. Neben seiner rabbinischen Tätigkeit hat sich Dr, Freimann zahlreichen wissenschaftlichen Arbeiten gewidmet. Er ist Mitarbeiter an der Jüdischen Encyklopädie, dem Jüdischen Lexikon und hat viele mittelalterliche hebräische Kommentarschriften sowie lokalgeschichtliche Arbeiten der Juden in Mähren und Westdeutschland herausgegeben. Er hält Vorlesungen und Uebungen am Berliner Rabbinerseminar ab. Im „Berliner Jüdischen Gemeindeblatte" wird Herrn Rabbiner Dr. Freimann aus Berliner Kollegenkreisen ein Artikel gewidmet, in dem es zum Schlüsse heißt: „Unser Dr. Freimann ist der geborene Rabbiner. Scharf an Wissen, klar im Urteil, gütig und milde, nicht gern hervortretend und von edelster Bescheidenheit, immer zum Guten urteilend, weislicii abwägend! Ein Mann des Optimismus, unverzagt und hoffnungsstark, überaus bewandert auf dem weitverzweigten Gebiete der Thora und der jüdischen Gelehrsamkeit; gewährt er auch denen, die ihm weit nachstehen, Würdigung und Anerkennung und ist immer bemüht, auch schon den Hauch jüdischer Bestrebungen anzuerkennen und zu loben. Ausgeglichenheit, Lebensklugheit, Wohlwollen, Freundschaft sind seine Attribute, und seine von vielen anderen nicht erreichte Kunst besteht darin, Angenehmes zu sagen und den Ringenden Mut und Freude zu machen. Darum scharen sich die Rabbiner dankbar bewegt um einen Mann, der seinen unerschütterlichen religiösen Standpunkt mit großer Toleranz zu paaren weiß, und rufen ihm das Wort zu, das einst Tarfon zu Akiba gesprochen: „Rabbi b'chochmo alufi b'derech erez!" Bist du auch vor den Augen der Welt unser Kollege, an Weisheit wirst du immer unser Lehrer bleiben!" Hamburg, 12. Okt. Am 12. Oktober feierte Herr Lehrer Meier M a i b e r g , Oldenburg, seinen 70. Geburtstag. Herr Maiberg, eine der geachtetsten jüdischen'Persönlichkeiten in Norddeutschland, war eine Stütze des gesetzestreuen Judentums in Oldenburg und Umgebung. Nach gründlicher talmudischer und profaner Ausbildung wirkte er in jungen Jahren als Lehrer an verschiedenen Stellen und wurde 1902 nach Oldenburg berufen, wo er unter Rabbiner Dr. Mann* heimer und Dr. de Haas S»~XT als Kantor und Lehrer eine segensreiche Tätigkeit von annähernd 35 Jahren ausübte. Sein Haus in Oldenburg, das er mit einer gleichgearteten Gattin teilt, war stets eine Stätte abrahamitischer Gastfreundschaft und ein Bollwerk der G'ttesfurcht. So wurde ihm auch die Achtung und Liebe aller Schichten der' Gemeinde ohne Ausnahme zuteil. Seine Liebe zur Thora wirkte sich auch in seiner emsigen Arbeit für die Aguda und ihre- Fonds aus. Wir wünschen dein Altersjubilar einen heiteren Lebensabend an der Seite der Gattin und im Kreise der Kinder bei weiterer frischer Arbeit für Thora und Eniuna, vvia» Kempen, 6, Okt. Herr Simon' Winter, Kern* pen (Rhein), vollendet Schabbös m 's (17. Okt.) sein 9'2.,..L e b en © j a h r. Er ist n*a, körperlich und geastig sehr irisch und versäumt, keinen GHtesdaenst, Der: Greis erfreut sich großer Hochachtung und'. Beliebt-., heit. ETjnny Papenburg, 11. Okt. Am 15. September hauchte Frau Mathilde H es geb. Prag im 73. Lebensjahre ihre Seele aus. Von einem außergewöhnlichen G'tt vertrauen war 'ihr ganzes Leben ausgefüllt, was sich in ihren täglichen Tillimgebeten ausdrückte. Mit be sonderer Liebe unterstützte sie den Keren Hatorah Sie verstand, ihre große G'ttesfurcht auch auf ihre Kinder zu übertragen. Ihre beiden Söhne wirken in ihrem Sinne ehrenamtlich Hhon naioV- Schlicht und einfach in unverfälschter Natürlichkeit übte sie ihre Tätigkeit als Hausfrau aus. Ihrem Gatten war sie eine treue Lebensgefährtin, mit dem sie fast ein halbes Jahrhundert lang die Schickungen des Daseins trug. Möge '"tfn dem' kranken Gatten wie auch den Kindern reichlich Trost spenden. rraxin Der „Parissower Rabbi" gestorben. Warschau, 5. Okt. Im Alter von 66 Jahren ist in Otwock bei War* schau der unter dem /Namen „Parissower Rabbi" be kannte volkstümliche chassidische Rabbiner Jehoschua Ascher Rabdnowicz gestorben. An der Beisetzung haben große Massen von Chassidim teil genommen, die zum Teil viele Kilometer weit die Nacht durchgewandert waren, um ihrem Rabbi das letzte Geleit geben zu können. Unter den Trauer gasten befanden sich fast alle chassiddschen Rabbis Polens, sowie viele Rabbinen, unter ihnen eine Ab-^ Ordnung des Warschauer Rabbinats. Die Bahre, die aus dem Tisch des verstorbenen Rabbi angefertigt worden war, wurde von den Chassidim drei Kilometer weit zum Friedhof getragen. Nach der Beerdigung wurde der von den Rabbis zum Nachfolger seines Vaters bestimmte Sohn des verstorbenen „Parissowers", der 15jährige Meir Schalom, beglückwünscht, yr Frankfurter Vereinskalender. Verein Mekor Chajim. Freitag abend nach Schul im Hörsaal: Mikro-Vortrag Herr Dr. S- Ehrmann. Schabbos morgens nach Schluß der Synagoge: dw, Herr R.-A. Dr. E. Posen- — nachmittags 3 30 Uhr im Vereinslokal, apy Herr Rabb. H. Mayer. — nachm. 4- 15 Uhr im Hörsaal: Chumisch mit Raschi, Herr Julius Lewin. Sonntag und Mittwoch morgens nach Schul, föix ^DV. Herr S. Schachnowitz. — vorm. 9 Uhr im Vereinslokal, omaR pro, Herr R.A. Dr. Schlesinger. — vorm. 9 Uhr im Vereinslokal, mm, Herr J. Soff er. — abends 5- 30 Uhr im Hörsaal, Vortrag: „Nacht und Winter", Herr Rabb. Mayer. Montag (auch Donnerstag) nach Schul im Hörsaal: natPn- Mitgliederlernen. — abends 7 Uhr (auch Mittwoch) im Lokal: (p^in) >nnj, Herr Rabb. Dr. J. Breuer. Dienstag (auch Freitag) morgens nach Schul, nasm, Herr R.-A- Dr. E. Posen. — abends 7 Uhr (auch Donnerstag) im Lokal, K1»a, Herr R.-A- Dr. E. Posen- „Jüdisch-wissenschaftliche LehrkurSe". . Sonntag abend 8.30 Uhr im Vereinslokal: „Ausgewählte Stücke aus der Tefillo", Herr Studienrat Jos. Kaufmann. Jahrzeitsstiftungen. Sonntag, 18. Oktober: Benny Isidor Benjamin-Stiftung. Sonntag, 18. Oktober : Meier Selig Goldschmid-Stiftung. Liwjath Chen. Sabbat nach Mincho 415 Uhr im Hörsaale Friedberger Anlage, Vortrag des Herrn S. Schachrowitz: „Die noachidischen Gesetze und die Weltvölker". Agudas Jistotl-Ortsgruppe. Thora and Massar. Herr Gemeinderabbiner Josef Horövitz. T*3 'oa (für Baalebatim), Sonntag 9 Uhr, Dienstag und Donnerstag 19-20 Uhr, Fichtestr. 5. — Sabbat vorm. 11-12 Uhr (für Jugendliche) a«n niR, Fichtestr. 5. —Aus „Chofez Chajim" (für Jugendliche), mv 4.30 Uhr, ebenda. — Messilas Jeschorim. 5.30 Uhr. Herr Dozent J. Ehrentreu, »am mit o'snöa, Sonntag 18 Uhr, Uhlandstr. 39. Herr Rabbiner Mannes, 'n, Schabbos 4 Uhr Hans Handwerkstr. 38. Herr R-A. Dr. E. Posen nvn im», Schabbos 18-19 Uhr, Wittelsbacher Allee 11, Herr B. Rachelsohn, mra Tüvn Dienstag 20.30 Uhr, Sandweg 6 c. R.-A- Dr. M. Schlesinger, mv 'W für Baalebatim, Mittwoch 20.30 Uhr und Schabbos 17.30 Uhr, Rabbinatszimmer, Friedberger Anlage. Herr J. Sofer, 'öl' tp, täglich 12-13 Uhr am Sonntag 11-12 Uhr, jetzt Hans Handwerkstr. 18. Herr Zuntz, D«n nTiK, Sonntag nach nnnw, Rabbinatszimmer Friedberger Anlage 4. Herr M- Feuerwerker, T-y 'on maj (für Jugendliche) Sonntag und Dienstag 20.30 Uhr, Fichtestr. 5 mn für Jugendliche, Schabbos Vi* Uhr i*n WT'R Rias (für Baalebatim), Montag und Mittwoch 18-30- 19-30 Uhr ebenda. Der Sehiur vor fl»nn» unter Leitung des Herrn Feuerwerker (ft^ia» findet um 5 45 Uhr, Montag bis Donnerstag.im Hörsaal der.I. R. G. statt.. Agudas Jisroel-Mädcheugruppe. Schabhos vorniitt;IOY2 Ubr im JJeime, ScWanehstraße 12, Tnacn-Sbhiuf des Herrn Julius Lewin, «Das L Büch Samuel". Gaste willkommen. - | Die Presseschau in der Agudas Jisroel-Jugendgruppe. Am kommenden Mauzoe Schabbos, 1. Marcheschwan, 17. Ohtober, 20.30 Uhr, wird im Heim in der Schwanenstr. 12, die jüdische Presse der verschiedenen Länder besprochen und diskutiert werden. Damen und Herren sind dazu herzlich eingeladen. Jüdische Frauen-Vereinigung und Agudistische Frauen-Ortsgruppe. Montag 8.45 Uhr im Hörsaale Friedberger Anlage, Eröffnung des Wintersemesters mit Rezitationen aus Werken jüdischer Dichter. Gebetzeiten. na mip Freitag abend 5.05 Samstag nö3fi?n 6.50 Samstag morg. 8 00 Samstag nachm 1.00 und 4.00 Samstag abend 6.20 Wochengottesdienst: Hauptminjan in der Synagoge 6.30 Zweites Minjan 7.30 An G'ttesdienstanschließend: Lernen des ta»»n ipa- Vereins im Hörsaal Nachmittags 5.00 Tefillinlegen am Morgen 6.05 Briefkasten, AI. G. in K. Wohin sollte es führen, wenn wir über alle an den Feiertagen in den Gemeinden gehaltenen Predigten und Vorträge berichten wollten. Die Frankfurter Woche- Eröffnung des Wintersemesters des Mekor Chajim. Das Winterprogramm de® Mekor Chajim wurde am jüngsten Freitagabend mit dem Mikrovortrag eröffnet. Der Andrang zu dieser ersten Freitagajjendveranstaltung war so groß, daß auch die Stehplätze nicht ausreichten. Ueber das vorgeschriebene Thema hinaus baute sich der Vortrag zu einer programmatischen Darstellung der Winterarbeit des Mekor Chajim» aus. Es war Simchasthoraausklang und Semesterbeginn zugleich, und ist zu hoffen, daß die Thorafestklänge noch den ganzen Winter bei den Schiurim und Vorträgen nachhallen. Ueber den weiteren Arbeitsplan des Mekor Chajim in diesem. Winter wird uns berichtet: Zunächst finden wieder die beliebten und belehrenden Vorträge am Sonntagnachmittag um 6 Uhr statt, und zwar im Hörsaal, Friedberger Anlage. Zu diesen Vorträgen sind auch Damen zugelassen. Wir verweisen auf die jeweilige Veröffentlichung der Themen und Dozenten im Vereinskalender und Anschlag. Die Vortragsreihe wird eröffnet am Sonntag, den 18. Oktober, durch einen Vortrag des Herrn Rabb. H, Mayer über „Nacht und Winter". An den Samstagabenden sollen, wie auch am Sonntag Abend, als Neueinrichtung in kleinen Kreisen „Jüdisch* wissenschaftliche Le.hrkunsie durchgeführt werden. Zu diesen Arbeitsgemeinschaften haben wir bereits namhafte Leiter gewinnen können und zwar: die Herren Studienrat Jos. Kaufmann (Stücke aus der Tefillo), Direktor M. Elias< (Wendepunkt in der jüdischen Geschichte), Dozent Dr. Biberfeld (Einführung in das> jüdische Recht) Rabbiner H. Mayer (Grundlagen der religiösen Praxis)*, Dr. Arnold Merzbach (Medizinisches aus dem Talmud), Studienrat Max Münk (Ausi der Geschichte der Israelitischen Religionsgesellschaft), Herr Redakteur S. Schachnowitz (Präzedenzfälle in der Geschichte), Herr Dr. Jakob Rothschild, Herr Dr. Markus Lange. Andere Herren haben ihre Mitwirkung gleichfalls an Aussicht gestellt. — Die Zyklen finden in loser Reihenfolge nach Veröffentlichung an den beiden genannten Abenden statt. Zunächst beginnt diese Woche der TfillosZyklus unter Leitung des Herrn Studienrat Jos. Kaufmann Sonntag abend 8.30 Uhr im Vereinslokal. Weitere Veröffentlichungen jeweils im Vereinskalender. Außerdem sind weiter als Neuerung einige Kurse zum Selbstlernen vorgesehen, bei denen in zwangloser Form unter bewährter Leitung jedem die Möglichkeit gegeben werden soll, sich aktiv am Lernen zu beteiligen. Wenn diese neuen- Kurse die erwartete Beteiligung bringen, sollen -weitere ähnliche Veranstaltungen neu aufgenommen werden. Näheres wird noch bekanntgegeben. Das übrige Programm des Vereins' bleibt auch im Winterhalbjahr bestehen, so .insbesondere die belieb^ ten Gemorohschiurim usiw. Am Schabbosnachmi,ttag! wird Herr Rabb. Mayer je eine halbe Stunde'vor Minoho im Vereinslokal apy lernen. ' ,! ' Der Hafthaurosichiür fällt infolge" der Ansetzung d$r öffentlichen Lehrvorträge zunächst aus. Es?'soll dagegen zu, geeigneter Zeit ein anderer Newiimschiur aufgenommen werden, worüber noch zu gegebener Zeit Bekänhtmachüng: erfölgt.;.

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