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Der Israelit · 1936-09-03 · Heft 36 (3.9.1936) · page 14

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
77 (1936)
Issue
Heft 36 (3.9.1936)
Date
1936-09-03
Page
– (sequence 14)
Language
German
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yv * —;^^5?^^^^^?^^: Seite 14 Nr. 36 D e Israelit 3.-September 1936> Oberregieruiagsrat Freudiger von Obuda 70 Jahre alt. Budapest, 30. Aug. - Einer der Führer der Budapester Orthodoxie, Oberregierungsrat Leopold Freudiger von Obuda, wurde 70 Jahre alt. Er ist durch sein Wirken im öffentlichen und im jüdischen Leben, sowie durch seine philanthropische Tätigkeit weit über dein Kreis der Orthodoxie hinaus im ungarischen Judentum maßgebend. Aus dem Anlaß seines Geburtstages wurde Oberregierungsrat Freudiger von Obuda von allen Seiten geehrt. vsvxf Vermischtes. Berlin, 25. Aug. Ein früherer jüdischer Angestellter der Stadt Oberhausen, der seit Januar 1920 bei der Stadt beschäftigt gewesen war, im November 1935 zum 30. Juni 1936 aber gekündigt worden war, hatte, wie „Der Neue Tag" in Oberhausen mitteilt, die Stadt Oberhausen auf Widerruf der Entlassung und Zahlung dies Gehalts bezw, einer Pen* sion verklagt. 'Da« Gericht kam zu einer Ahweisu n g der 'Klage. In der Urteilsbegründung wird ausgeführt, daß die Ansicht des Klägers, weil er Frontkämpfer sei, könne er überhaupt nicht gekündigt werden, unrichtig sei. In der Tatsache, daß der Kläger Jude sei, liege ein wichtiger Grund, der die Klägerin zur Kündigung dies Dlienstvertrages nach den vereinbarten Bedingungen berechtige. Die Beklagte sei verpflichtet gewesen, und dieser Verpflichtung sei sie nachgekommen, 'die vereinbarte Kündigungs» frist zu wahren. Wenn in der Ersten Verordnung zum Reichsbürgergesetz auch nur von Beamten .gesprochen werde, so sei doch darin der Wille des Gesetz* gebers zu erblicken,, daß nichtarisclie Dienstverpflichtete öffentlicher Betriebe von ihrer Tätigkeit zu entbinden seien. Berlin, 27. Aug. Der Hilfsverein der Juden in Deutschland e. V. teilt mit: Da® bereite für einen früheren Zeitpunkt angekündigte Korrespondenzblatt „Jüdische Auswanderung" erscheint nunmehr im September d. J. — noch vor den jüdischen Feiertagen — und ist von der Auslieferungsstelle in Berlin SW. 68, Schützenstr. 52 zu beziehen. Das Heft behandelt ausführlich sämtliche südamerikanische Länder und bringt außerdem einige Aufsätze allgemeinen Inhalts. ' Wiesbaden, 26. Aug. Eine ehrfurchtsvolle Stille, die über der ganzen Veranstaltung schwebte, herrschte im großen Saale des Hotel Kronprinz, als der Leiter der Veranstaltung,. Herr Lehrer Grünbaum, dasi Jahrzeitlicht zu Ehren von Oberrabbiner Kuk ^>"St unter passenden hebräischen Versen entzündete.. Sodann sangen die Herren Grün bäum und S z a f i r das Lewando wski'sche ed"tk pi» "i> worauf der Bachad-Sprechchor das cpl'n pip'*i anstimmte und ein von B. Grünbaum gedichtetes Lied von Arnold Czinowitz hebräisch und von Nelli Ebbe ■deutsch vorgetragen wurde. Anschließend fand das Schlußlernen der Talmud-Traktate ru'an und |t3j?U>lö statt, die während des ganzen Trauerjahres von einem Verehrerkreis des Rabbi Kuk ^*st unter Leitung des Herrn Lehrer XJrüribaum gelernt wurden. Nach dem Kaddisch hielt Herr Rabbiner Dr. Neuha^us- Frankfurt a. M., eine fesselnde Gedenkrede, in der er den großen Rabbi Kuk '"T'st als Gelehrten und Menschen mit zu Herzen gehenden Worten feierte. s£?fc Aus der Agudas Jisroel- Bewegung. Der Noar Agudati. (Folgender Aufsatz samt Bildern sind der soeben in der Hermon-Druckerei hergestellten Broschüre „Der Weg unserer Jugend" entnommen.) «•**■1 vir il Der religiöse Chaluzimbund „.Noar Agudati" hat es sich zum Ziel gesetzt, daran mitzuwirken, daß im werdenden jüdischen Gemeinwesen in Erez Jisrael der Stimme der Tora Geltung verschafft wird. Aus allen Teilen Deutschlands kommen die juns gen jüdischen Menschen schon von der Schulbank weg zu uns in den Chaluzimbund. Die Institutionen des Bundes haben die Aufgabe, den jungen jüdischen Menschen für seinen späteren Lebensweg zu ertüchtigen. So wird der Chaluzimbund vornehmr lieh zur Erziehungs- und Hachschara-Organisation. Die Schulung seiner Menschen geschieht aber nicht nach dem Maßstab des egoistischen Fortkommens, sondern der Ertüchtigung für die Gesamtaufgabe. Die geistige und praktische Hachschara müssen sich ergänzen. Bildung des Charakters, Schulung des Geistes und Erwerb der praktischen Berufskenntnisse sind die Erziehungsziele. Jeschiwa, Bet- Chinnuch, Mädchen=Seiminar, Mittleren-Haehschara, Aelteren-Hachschara, Ghaluzim-Semioar, sind die Lehr- und Arbeitestätten unserer Jugend. Der religiöse Kibbuz in Erez Jisrael ist der Raum, in dem die Verbindung von Arbeit und Toralernen und die Verwirklichung der Ideale des Chaluzimbundes angestrebt werden. Der Noar Agudati, Bund gesetzestreuer chalu- . zisoher Jugend, steht mit seiner Nachwuchsbewe: gung, dem Jugendbund Esra-Pirche Agudas Jisroel in enger Zusammenarbeit und umfaßt daher nur die auf dem Wege nach Erez Jisrael befindliche Jugend. Er wurde im Jahre 1933 begründet durch den Zusammenschluß der agudistischen Hachscharot in Holland, Elsaß und Jugoslavien und der ausdem Esra und der A ,J. J. O. hervorgegangenen Snifim für geistige Arbeit in Würzburg, Frankfurt und Fulda. Im Sommer 1934 wurde die Hachschara Mergentheim errichtet und die Hachschara Siegburg dem Bund angeschloss>en. (Die Hachscharot im Elsaß und in Jugoslavien konnten nicht gehalten werden, jedoch wurde die Hachschara Enschede (Holland) in neuer Besetzung weitergeführt. In dieselbe Zeit fällt die Erweiterung des Lernzentrums auf der Jeschiwa in Frankfurt a. M., die Festigung der Organisation, Bildung neuer Snifim und die Errichtung des Bet-Chaluz in Frankfurt zur Zusammenfassung der Chawerim auf Jeschiwa, Handwerk und Gärtnerei. Im Winter 1934/35 schufen wir das Mädchen* Seminar Hamburg und im darauffolgenden Frühjahr das Bet-Chinnuch I in Frankfurt. Der Herbst 1935 brachte die Mittleren-Haehschara Darmstadt und anstelle der bisherigen Hachschara Mergentheim die Hachschara Halberstadt. Im Laufe des Winters 1935/36 wurde die agudUstische Hachschara Heide (Belgien) dem Noar Agudati angegliedert und das Mädchen-Seminar Berlin neben dem in Hamburg errichtet. Seit Beginn deö Sommerseinestersi 1936 wurde die Zahl der Bote-Chinnuch in Frankfurt auf drei gebracht und zur selben Zeit da® Bet-Chinnuch in Berlin eröffnet. Die Ausbildung der Mädchen. t

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