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Der Israelit · 1936-08-07 · Heft 32 (7.8.1936) · page 4

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Journal
Der Israelit
Volume
77 (1936)
Issue
Heft 32 (7.8.1936)
Date
1936-08-07
Page
– (sequence 4)
Language
German
Belongs to
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Seite 4 Nr. 32 Oer Israelit 7. August 1936 schon der Präsident in seiner Rede zum Berichte getan hat, für das hebräische Organ laavt- Es folgen weitere Diskussionsreden. Ch. J. E i ß, Zürich, wendet sich scharf gegen das geplante Abkommen. Sejmabgeordneter D u b i n , Riga, geißelt schonungslos den Mangel an Opferbereitschaft in den vermögenden jüdischen Kreisen. Der Präsident der Warschauer Kehiüa, M a s u r , und Sejmabgeordneter Minzberg parieren Angriffe Dubins. Herr Rabbiner Klein, Nürnberg, spricht seine Meinung dahin aus, daß die geplante Abmachung eine rein religiöse Angelegenheit sei, die vor das Forum des Rabbinischen Rates gehöre und daher die ausgedehnte Diskussion nicht rechtfertige. Mittwoch nachmittag wird die Generaldebatte fortgesetzt. Aus dem Berichte der Exekutive. Die erste Arbeitsplenarsitzung am Dienstag nachmittag in den Räumen des Hotel National be- . ginnt mit dem Bericht der Exekutive. Das umfangreiche Expose behandelt zunächst Fragen der Organisation, Propaganda und Finanzen und betont auch die bekannten Widerstände, die sich vorerst der geplanten Einberufung der Kenessio in Jerusalern in den Weg stellten, mit denen sich die zur Kenessio Mechino ausgebaute Zentralratssitzung zu befassen haben wird. Es wird berichtet über die Arbeiten des Waad Hapoel und die Herbeiführung einer öfteren und besseren Zusammenarbeit des Rabbi5 n i s c h e n Rates. Dank wird der agudistischen Presse ausgesprochen. Ein kleines, aber hochwichtiges Kapitel im Berichte bilden die drei Sonderverbände: Jugendorganisation, Poale Agudas Jisroel und Bnoth Agudas Jisroel. Der Bericht über die einzelnen Landesorganxsationen umfaßt zehn Länder, Nach Angaben über die Finanzlage geht der Bericht auf die politischen und religiösen Angelegenheiten über. „Der Gedanke der Souveränität der Thora mit seinen vollen Konsequenzen auf organisatorischem Gebiete wird ganz allein von der Agudas Jisroel vertreten." Die Stellung zum Jüdischen Weltkongresse wird negativ präzisiert, jedoch unter Aufweisung einer anderen Möglichkeit für eine Zusammenarbeit der großen Organisationen in vitalen jüdischen Fragen. Es werden ferner die Kompetenzgrenzen der einzelnen Organisationssteilen erörtert. Die Jewish Agency lehne bislang noch ein Zusammengehen in Dingen, wo gemeinsame Arbeit möglich wäre, ab. Das Abkommen über die Agudozertifikate wird e rwähnt. Mit Misrachi schweben Verhandlungen, doch bestehe, auch ohne Bindung durch feste Abkommen, die Möglichkeit einer wirtschaftlichen Zusammenarbeit. Zum Auswanderungsproblem wird darauf hingewiesen, daß bereits auf der Kattowitzer Gründungsversammlung diese Frage auf der Tagesordnung stand und auch jetzt die Aguda beschäftigt. Leider erlauben ihr die finanziellen Mittel nicht, entscheidend auf diesem Gebiete zu wirken. In dem vom Völkerbunde gebildeten Auswanderungsbeirat an der Seite des Hochkommissars ist auch die Agudas Jisroel vertreten. Die Arbeiten der Deutschen Landesorganisation in dieser Beziehung werden hervorgeht)* ben. Der Herbert Samuel-Aktion für die auswan5 dernden deutschen Juden wird Erwähnung getan und der Hoffnung Ausdruck gegeben, daß die Forderungen der Orthodoxie sich auch hier einmal Gehör verschaffen. In der hochwichtigen Angelegenheit der Erziehung jüdischer Kinder aus Deutschland im Auslande arbeitet die Agudas Jisroel in Gemeinschaft mit dem Zentralausschuß für Hilfe und Aufbau in Berlin, Großen Platz nimmt Erez Jisroel im Berichte ein, alle Probleme des Heiligen Landes umfassend. Die im Berichte enthaltenen Angaben über K e - ren Hathora und Beth Jakow decken sich mit denen des Spezialberichtes durch Herrn Rabb. Wolf S. Jacobson, Kopenhagen, den wir an anderer Stelle veröffentlichen. Ueber 'die während der Berichtsperiode ausgeübte soziale Arbeit der Agudas Jisroel bietet ein dem Berichte angefügtes Memorandum eine klare Gesamübersicht. Insbesondere wird über .die veranstaltete Hilfsaktion für die Opfer der arabischen Unruhen in Erez Israel berichtet. Man habe sich zunächst in dieser Sache durch Vermittlung eines Parlamentsabgeordneten an das Colonial Office gewendet, aber als Antwort nur eine Sympathieerklärung der englischen Regierung erhalten. Man habe sich danach vergeblich bemüht, eine gemeinsame Aktion mit der Jewish Agency herzustellen, und es gelang leider auch nicht, die 1929 für diese Zwecke gesammelten Gelder dafür zur Verfügung zu bekommen.. So war die Aguda zu selbständigem Vorgehen gezwungen. Ueber ähnliche Verhandlungen und Versuche in J e r u s a 1 e m , die auch dort am Ende zu einer selbständigen Aktion der Agudas Jisroel führten, wurde in der Oeffentlichkeit genügend berichtet. Aus dem Ere2: Jisroel-Referai. Der von Dr. S. Ehr mann der Zentralratssitzung vorgelegte Bericht der Palästina-Zentrale der Agudas Jisroel ist eine umfangreiche Arbeit, in der die Leistung der Palästina-Zentrale von drei Jahren niedergelegt ist. Er registriert nicht die Gesamtarbeiten in und für Erez Jisroel, sondern beschränkt sich auf dasjenige, was durch die deutsche Palästina-Zentrale der Agudas Jisroel im 'Rahmen der Gesamtorganisation in Erez Jisroel geleistet wurde. In seiner Gesamtheit spiegelt der Bericht das ganze Auf und Ab in der Wandlung, die das. deutsche Judentum, vorab das orthodoxe Judentum, in den letzten drei Jahren des Umbruchs in seiner Einstellung zu Erez Jisroel erlebte. In Sachen der Zertifikate wurde mit der Jewish Agency und der Reichsvertretung der Juden in Deutschland verhandelt. Der Bericht schildert die Schwierigkeiten der Propaganda und wie sie überwunden wurden. Von der Keren Hajischuw-Zentrale in Frankfurt a. M. aus wurden in der Berichtsperiode die folgenden Länder, zum Teil mit erstaunlichem Erfolge, behandelt: Litauen, Belgien, Frankreich,' Rumänien, Ungarn, Holland, Slovakei und die Schweiz. Mit anderen Ländern blieb der Keren Hajischuw. auf dem Korrespondenzwege in dauerndem Kontakt. Eine Reihe organisatorischer Erweiterungen erwiesen sich als erforderlich und wurden auch durchgeführt. Neben Frankfurt a, M. wurde ein Büro in Berlin eingerichtet, dem auch die Z e r t i f i k a t«nb e a r b e i t un g obliegt. Referent legt^einen in allen Details ausgearbeiteten Organisationsplan schriftlich vor. Die Mitarbeit des NoarA gu d a t i an den Bestrebungen der Palästina-Zentrale wird besonders hervorgehoben. Auch Nichtagudisten wunden vielr fach für den Keren Hajisohuw gewönnen, da auch außerhalb der Aguda eine von dem Zionis* mus losgelöste Palästinaarbeit viel Verständnis findet Einzelheiten werden auch im Bericht über 'die der Propaganda dienenden Mittel und Schriften mitgeteilt. Zu diesen 'gehören u. a. die „Drei-Wochen- Aktion", „Adar-Aktion", „Sekunden-Aktion" und „Omer-Aktion". Dem „Israelit" wird Dank ausgesprochen, daß er sich bei jeder Gelegenheit dein Keren Hajischuw zur Verfügung stellte, so (daß der „Israelit" als sein eigentliches. Publikationsorgan gelten konnte. In der Zeit vom i. April 1935 bis 30. Juni 1936 wurden 111 Zertifikate ausgegeben, darunter für 59 Mädchen und 16 Ehepaare. Seit 1933 im Ganzen 487 Zertifikate für Deutschland und 1609 für die gesamte Aguda. Hachscharazentren befinden sich in: Mergentheim, Siegburg, Frankfurt a. M. (Beth Chaluz), Darmstadt, Halberstadt, Enschede (Holland), Heide und Borsbeck (Belgien) neben vielen Einzel^ ausbildungsstätten. Eine geistige Hachschara in bestem Sinne ist das Frankfurter Beth Chinnuch, Von .dieser Arbeit in der Gola für Erez Jisroel geht der Bericht zu der Arbeit in Erez Jisroel über und erwähnt auch alle Gegenstände der politischen Betätigung der Aguda- Vertretung in Jerusalem. Für den ag u dis ti s c h e n Kibbüz in Kfar S a b a wurden .etwas über 20 Dunam Boden erworben, ein eigenes Kapitel wird dem Chawurath Chofez Chajim in Gedera, die eine starke orthodoxe Position im Lande ist, gewidmet, ebenso dem Kibbuz in Machaiie Jisroel neben weiteren 11 Gruppen der Poale Agudas JisroeL die sich zum Teile heute noch in schwerem Ringen um ihr Existenzminimum befinden. Daneben bestehen eigene Chuigim wie: „Chug Schamschon Rafael Hirsch" und „Chatham Sofer". Mit der Wahl von Dr. Isaac Breuer zum Präsidenten der Poale Agudas Jisroel Jiat diese Organisation einen neuen Auftrieb erhalten. Der polnische und deutsche Keren Hajis schuw haben gemeinsam in den letzten zwei Jahren für Machane Jisroel (Hausbau, lebendes und totes Inventar, Bewirtschaftung) Lst.. 5 2 9 4.— verausgabt. Durch Erez Jisroel-Reisen von Mitgliedern der Palästina=Zentrale wunde im letzten Jahre die Verbindung mit den Olim aufrecht erhalten. Auf dem Gebiete des Cbinnuch kann nun der Keren Hajischuw auf 22 Erziehungsanstalten in Palästina hinweisen, unter denen die C h o r e b - schule in Jerusalem mit 113 Kindern eine besons dere Stellung einnimmt. 57 Proz. dieser Kinder stammen aus Deutschland. Ueber die Zusammensetzung des Lehrerkollegiums und das Lehrprogramm der Schule «wird in dem Berichte Auskunft gegeben. Die Kindergärten in Jerusalem danken ihr Entstehen der Initiativ« von Frau Jetta Neuberger- Betrachtung zu den Sidraus. Von Rabbiner Dr. M. Lewin in Hamburg. Mosche steht am Ziele seiner Sendung, Sein Leben ist erfüllt und seine Aufgabe vollbracht. Israel, das Volk seiner Weide, steht da geweiht und geläutert, um einzuziehen in des heiligen Landes lachende Gefilde. Auch er, der Menschen (größter und g'ttähnlichster, teilt Menschenlos und Menschehschicksal. Sein Sehnen bleibt ungestillt, und unwiderruflich ist G'ttes Wort, das an sein Ohr schlägt und das Herz ihm aufwühlt: „iV an Genug für dich". Und hier offenbart sich neu Mosches einmalige Größe. Frei von Resignation und Verzweiflung versagt auch jetzt nicht seine Kraft und leuchtet auch im Niedergehen, der Sonne gleich, die bei ihrem Untergange ihren vollen Glanz zur Entfaltung bringt. All' seine Liebe und Begeisterung legt er hinein in seine Worte, die sein Vermächtnis an Israel sein und bleiben sollen, Da senkt er als Grundstein ein in das Fundament von Israels Glauben und Bekennen den Satz, der uns trägt und hält durch alle Zeiten und Geschlechter, über alle Fährnisse und Wandlungen unserer Geschichte hinweg: in« n n bxiw yntf „Höre Israel, der Ewige unser G'tt ist der Ewige, der einzig Eine", Dieser Satz ist die Lichtsaat des Moschegeistes geblieben, das erste Wort, das die Lippe des jüdischen Kindes weiht und das letzte, mit dem die Seele aus dem nach Ruhe verlangenden jüdischen Menschen sich zum Himmel emporschwingt, unser Losungsruf, mit dem wir unser Tagewerk beginnen und schließen und sabbatliche und festtägliche Weihe ihre Verklärung findet. Er ist 'die goldene Inschrift auf der Standarte unseres Volkes., die unsern Kämpfer- und Duldermut entflammt, daß wir allen Gefahren und Nöten getrotzt und geblieben G'ttes Volk, dem des Herrn Liebe das Ehrenzeugnis geprägt des ptta in* ^la des einen unvergleichlichen Volkes auf Erden. Was wir glauben, und hoffen, wofür wir zu leben und zu sterben bereit sind, alles Große und Schöne, was sich an den Namen Israel knüpft und an seine Vergangenheit und Zukunft gebunden ist, das wurzelt und blüht und treibt Frucht aus. dem in seiner Wesensfülle und in seinem Gedankenreich1 tum nicht zu erschöpfenden jüdischen Bekenntnis y»67- Und das ist®, was unsere hehrer sagen: ]mp ons» saw nsnp s>s rma dsös? j»k i$»sk „Würde euch auch, cn'a D'ioaa om }»k n>a*i»i rpv.wa kein Gebot mehr heilig sein, so ihr das Glaubensbekenntnis nicht vergessen und Morgens und Abends das y»P leset, so bleibt ihr — trotz Druck und Feindschaft/" Unsere Alten vertrauen der Kraft jüdischer Glaubenstreue. Sie führt zur Bejahung des Juden* tums und schließlich zu seiner Erfüllung. Der rechte Glaube weckt Begeisterung und . entflammt zur le*ben.- wirkenden Tat. Unsere1 Weisen lassen G'tt sprechen: d^wji mm mx ma^i nan. psi dw mit »aaRa »ntnär na ^>a>aa «an nbytm mn „Alles, was ich geschaffen, habe ich .gepaart ins Dar sein gerufen: Himmel und Erde, Sonne und Mond, Adam und Eva, Diesseits und Jenseits> "ins »Tjab Sa« wpöi. Ich aber stehe da als der Einzig einer". Das Licht und die Finsternis; Ta}g und Nacht, .die, Freude und die Trauer kommen von der einen und gleichen Hand G'ttes, der in allem und jedem 'die Liebe und Gerechtigkeit in einem ist. Diese Ueberzeugung muß unser ganzes Leben beherrschen und unser Sein und Wollen durchdringen, dann siegt und triumphiert auch in uns das bx-iw> yar- Was können die Nöte und Leiden des Daseins uns anfechten, wenn wir sie aus •G'ttes gütiger Vaterhand entgegennehmen? Unsere große Geschichte und Vergangenheit ist ein einziges großes Zeugnis für unser b&-\v> ynv> das nun auch unsere düstere Gegenwart von ihren Schatten befreien soll, um uns den Trost zu bringen, nach dem unsere jüdische Seele verlangt. G'tt schlägt Wuns den und sein« Hände heilen wieder — das ist unser Glaube und unsere Hoffnung, die Wurzel unserer Kraft und der Quell unserer Zuversicht. Kleines Feuilleton, Der „langweilige Sommerschabbos"» Von A. Mannheimer in Dettelbach. Langweile ist die Tochter der Interesselosigkeit^ Diese wiederum" nennt die Unkenntnis ihre Sämgainmel Langweile ist, richtig und allseitig betrachtet^;, nicht nur ein unangenehmer Zustand, sie ist meist ei& Armutszeugnis. Wenn ein versäumter Zug'4 den Reisenden lange auf der Station liegen läßt, so ist das ein Aergernis1.' Die kostbare Geschäftszeit schwindet ungenützt dahin. Es lag nicht im Reiseplan^.' Unge* düld stellt sich ein, macht eigentliche-LamgweüeV Eine

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