Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 77 (1936)
- Issue
- Heft 3 (16.1.1936)
- Date
- 1936-01-16
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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16. Januar 1936 Der Israelit Nr. 3 Seite 5 deihliches Ergebnis nur dann erzielt werden kann, wenn die Großmächte gewillt sind, nicht nur ihre 'besten Köpfe, sondern auch s t a a 11 i c ih e Finanzmittel evtl. auf dem Wege der Anleihe-Garantie, für einen e in h e i tlich aufgezogenen Auswand'eriingsu nd U m. s i e d 1 u n g s p 1 a n einzusetzen. Wenn England dankenswerterweise für die unglücklichen Assyrer eine Summe von Lst. 250.000 zur Verfügung gestellt hat und auch Frankreich sich an der Finanzierung dieser humanitären Hilfsaktion mit gewissen Beträgen beteiligte, so sollte es grundsätzlich nicht unmöglich sein, für. das Schicksal all der Hunderttausende, die in ihren Heimatländern nun. einrttal aus politischen oder wirtschaftlichen Gründen unter keinen Umständen bleiben können, ein Asyl irgendwo auf der Erde zu finden, das zweifellos, wenn auch nicht von heute auf morgen, so doch im Laufe der Jahre und Jahrzehnte sich als eine gewaltige ökonomische und kulturelle Stärkung für das Territorium erweisen würde, auf dessen Boden es errichtet werden wird. Was Heribert Samuel, Lord Bearstedt und Simon Marks, drei Persönlichkeiten allerersten Ranges in der englisch-jüdischen Gesellschaft,, nach Amerika führt, ist bereits Gegenstand der Pressepolemik geworden. Die drei Herren haben, nachdem diese Polemik bereits ziemlich verwirrende Formen angenommen hatte, offiziell verlautbaren lassen, daß sie lediglich zu informatorischen Zwecken nach Amerika gingen, um festzustellen, ob und wie es möglich sei, große Summen zur Unterstützung der aus Deutschland auswandernden Juden nach der bisherigen Methode aufzubringen. Indessen darf man dieser beschwichtigenden offiziösen Aeußerufig keine entscheidende Bedeutung beimessen. Es kann keinem Zweifel 'Unterliegen, daß es sich um weit mehr handelt als um eine bloße Informationsreise. Man darf mit Recht vermuten, daß die Mission Herbert Samuels und sedner Begleiter in engstem Zusammenhang steht mit den von Dr. Ruppin vor der Sachverständigenkommission des Völkerbundes vorgetragenen Pläne, und daß eine der Grundlagen dieser von der englischen Delegation in Amerika zu erörternden Pläne zweifellos Verhandlungen mit der deutschen Regierung sind, die auf die Errichtung-einer internationalen Liquidationsbank für die Vermögenswerte auswandernder deutscher Juden hinzielen. Es ist begreiflich, daß die Boykottenthusiasten in England und Amerika in solchen vernünftigen Absichten eine Art Hochverrat am jüdischen Volke erblicken und daß der sofort in der Presse gegen diese aus fremden Sprachen der hebräischen Literatur euv zuverleiben, die das Judentum gar nicht benötigt, ja, es gibt auch solche unter ihnen, die geradezu •dem Geist -des Judentums widersprechen. „Dieser Schönheit aber, die im Staube welkt", wendet niemand sein Herz zu. Dieser Aufsatz über die fünf Cbanukoth unseres klassischen Altertums gehören zu den ©chönsien Aufsätzen in den Schriften Rabbiner Hirschs, und doch welken sie schon seit Jahrzehnten auf fremdsprachlichem Boden! Daher raffte ich mich auf und faßte Miut, um denselben mit ins Hebräische zu übersetzen und zu veröffentlichen, trotzdem daß solches nicht mein Beruf ist--—" „O, wenn sich doch d^ku für die großen Werke Rabbiner Hirschs s. A. fänden, um diese in unsere heilige Sprache zu übertragen! Wie z. B. seinen großen und wunderbaren Kommentar zum Pentateuch, setine ausführliche Erklärung zum Psalmenbuch, seine Gesiammelten Schriften, von denen bereits sechs große Bände erschienen sind und noch andere Werke von ihm. In der neuen hebräischen Literatur befindet sich nichts, das ihnen gleich wäre an geschmackvollem Stil, Schönheit und genader Denkungsart, und : doch kann die große Masse des Volkesi Israel dieselben nicht genießen." „In meinem Buche *VJ»to» lai"' das ich in Tel Awiw 5691 herausgegeben habe, bringe ich viele herrliche und sehr schöne Dinge aus den Büchern Hirschs. aber . dies alles ist *"ir wie ein Tropfen aus dem Meere im Verhältnisse "zu seinen vielen und gewaltigen . Werken und Aufsätzen, die wertvoller als Kostbarkeiten sind." Von Rabbiner Mikikowsky ist i. J. 5691 auch 'unter dein Titel rö? any eine hebräische Bearbeitung der klassischen Aufsätze Hirschs über den Sabbat erschienen. Pläne einsetzende Lärm den Befürwortern des Planes nicht gerade angenehm war, so daß ein sorgfältig stilisiertes Dementi erfolgte. Denn es ist klar, daß jeder positive Plan, um bei einer Auswanderung deutscher Juden großen. Stiles die Vermögenswerte der Auswandernden zu retten, ähnlich konstruiert sein muß wie das Transferabkommen betreffend Palästina, und man kann darüber hinaus auch begreifen, daß angesichts der deutschen Devisenlage die Regienungsinstanzen darauf bestehen würden, bei einer Erweiterung dieses Abkommens auf andere Länder mindestens einen Teil der. Erlöse aus deutschen Ex- In unverändertem Maße sind die Augen der deutschen Juden auf Erez Jisrael gerichtet. Ein großer Teil der religiösen jüdischen Jugend kommt zu uns auf Jeschiwa, Hachscharaih und Chaluzimseminar. Unser Aufgabengebiet ist im Laufe der Zeit mit der Vergrößerung unseres Bundes in bedeutendem Maße gewachsen. Die Oeffentliehkeit hat daher ein Recht darauf, laufend über die Vorgänge in unserer Arbeit unterrichtet zu werden. Wir beginnen heute die Reihe unserer Informationen mit einem Bericht über Kundgebungen, Mittleren-Hachscharah, Alijah und die letzte Pegischa. Kundgebungen: Am 17. Dezember luden wir die Gemeinde Darmstadt zu Liedern, Sprechchören, dargeboten von Chawerim des Beth-Chaluz Frankfurt, und einigen Ansprachen. Chawer Fredi Lustig gab ein Bild der inneren und äußeren Lage der jüdischen Jugend Deutschlands von heute und der besonderen Verfassung, in der sich die religiös-ohaluzische Jugend durch Tradition und eigenen Willen befindet. Es kommt darauf an, die neue Beziehung zum Land und zum lebendigen jüdischen Volk aus den alten Ideen des jüdischen Schrifttums heraus zu bejahen. Dr. Isaak Breuer bezeichnete die Stimmung unserer Chaluzim als eine freudige und forderte von uns, geistige Menschen inmitten der Arbeit zu bleiben. Die Existenzberechtigung des Nationalheims ruht in der Schaffung einer eigenartigen jüdischen Kultur, deren Quellen in der jüdischen Geschichte und Lehre liegen. Der Darmstädter Raw, Dr. Merzbach, sprach von den Wagen, die die Bretter zum Bau des Heiligtums fahren. Nicht alle können das Heiligtum selbst bauen. Aber Sidra-Anleitung für die Esra-Pirche Agudas Jisroel. mm: K. 3. Mosche hütet zufällig die Schafe seines Schwiegervaters. ">a-ra ist nicht das unfruchtbare Land, sondern eine zur Viehzucht geeignete Gegend (*n*i Hirsch) achte darauf, daß der Choreib bereits als d^Vkh "in bezeichnet wird. (Vergleiche die einzelnen Stellen, an denen der Ghoreb im Tnach vorkommt.,) Aus der Parallele zu D'Tn K. 5, 20 ergibt sich, daß das Feuer im Dornbusch brannte und nicht dieser selber. Achte darauf, daß G'tt sich öfter im Feuer oder in der Begleiterscheinung von Feuer dem Menschen offenbart. Das «3 dm S. 3 drückt 'die Ueberwindung Moschehsi aus, sich der wunderbaren Erscheinung zu nähern. Ihn Esra und Ramban sprechen darüber, daß zuerst steht 'ft 1**a und dann O'pVs vbm mp'v Das '33n drückt die Bereitschaft einer Anrufung gegenüber aus, von der man eine Aufgabe zu erwarten hat. Ramban sagt, daß Moscheh damalsi noch nicht so weit war, wie am Sinai. Deshalb mußte er fern von dem Orte der g'ttlichen Offenbarung stehen bleiben. Siehe zu vns 'p^R die Erklärung der einzelnen Mephoraschim. Achte auch darauf, daß wicht steht as»jn pnx> orna« >pVs, sondern bei jedem extra. Wolf erklärt dazu, daß sich hierin die absolute Beherrschung des wie auch immer gestalteten Einzelschicksals ausdrückt. n»ap>n bezeichnet Jisroel bereits als sein Volk.' In S. 8 wird Mosch eh das als der Wille G'ttes verkündet, was ihn seit seiner Jugend b'ewegt, die Befreiung Jisroels aus der Knechtschaft. G'tt steigt von seiner Höhe porten in Valuta zu erhalten und nicht, wie es beim Haavara-Abkommen der Fall ist, lediglich in Inlandsmark. Es würde u. E. einen gewaltigen Fortschritt in der Richtung einer wirklichen Lösung des Auswanderungsproblems bedeuten, wenn Männer wie Herbert Samuel und seine Genossen stark und mutig genug wären, um dem Boykottsturm der öffentlichen Meinung in Amerika und in den östlichen Ländern Trotz zu bieten und ruhig den Weg zu gehen, den der gesunde Menschenverstand und die praktischen Erwägungen vorschreiben. die Fürsten haben einst die Wagen bereit gestellt. — Lieder, Chöre, Worte und schließlich unsere Chawerim selbst gaben den zahlreichen Menschen ein Bild unserer Arbeit. Das ostjüdische Hannover versammelte sich am 29. Dezember, um 30 Chawerim unseres Bundes zu begrüßen. Chawer ^inchas Wollmann sprach über die Bedeutung der hebräischen Sprache für das gesetzestreue Judentum. Chawer Fredi Lustig forderte von den Chaluzim, die einen religiösen Einfluß in Erez Jisrael ausüben wollen, die Aufstellung strenger Forderungen an Wissen, Arbeitsfreude und Charakterbildung an sich selbst. Chawer F. Gelernter legte die Notwendigkeit klar, einen eigenen Weg zu gehen, außerhalb der zionistischen Organisation. Unsere ostjüdischen Freunde in Hannover hörten an diesem Abend zum ersten Mal in hebräischer, deutscher und jiddischer Sprache von uns selbst, wie, warum und unter welchen Schwierigkeiten wir zu arbeiten haben. Mittleren-Hachschara: Mehr und mehr fällt die Verantwortung für die Gesamtausbildung unserer Jugendlichen dem Ghaluzimbund zu. Mit 14 Jahren kommen unsere jüngsten Chawerim heute zu uns auf die Jeschiwa. Das Alter des Uebergangs Jn Hachscharah erniedrigt sich auf 15 und 16 Jahre. Mittleren-Hachscharah: Die erste Gruppe, zum großen Teil von der Jeschiwa kommend, arbeitet in Darmstadt in einer von uns errichteten erstklassigen Schreinerei und Gärtnerei unter der Leitung eines eigenen Meisters. Chawer David Farkas hat die Führung dieser Jüngeren- Hachscharah inne, in geistiger, menschlicher und jüdischer Beziehung. Die einfachen und sauberen Räume bilden den Rahmen für eine thoratreue herab (n«) und führt Jisroel zu sich 'hinauf (mbsnb)- Das fruchtbare Erez Jisroel, * ohne jede übertragene Bedeutung aufzufassen, wird als Ziel der Befreiung aus der Knechtschaft verkündet. Das Volk schreit in subjektiver Klage zu G'tt empor, .der objektiv beurteilt und ihre Klage als berechtigt anerkennt. Das Volk will erlöst werden, G'tt will es erlösen. Moscheh sieht also von beiden Seiten Einwilligtmg zu seinem alten Plan. Wa6 liegt also näher, als daß er die Aufgabe des Führers übernimmt? Kleines Feuilleton- Geschichte und Geschichtliches. In der Inflation der jüdischen Neuerscheinungen, wie wir sie in letzterer Zeit erlebten, treiben an sichtbarer Stelle auch einige Geschichtsbücher und Bücher geschichtlichen Inhalts. Ihrer einige wurden bereits angezeigt und besprochen, andere seien hier registriert. „Der Weg in die jüdische Neuzeit" nennt sich das Geschichtsbuch von S. Müller, das offensichtlich als Schulbuch gedacht ist und den Zweck hat, dem jungen an Geschichte interessierten Leser den Weg von Moses Mendelssohn bis zur neuesten Zeit zu zeigen. (Verlag Jüdische Schulzeitung, Ludwigshafen am Rhein). Dreiundzwänzig Geschichtsbilder wollen die 150 Jahre umfassende Epoche samt Vom Noar Agudali.