Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 76 (1935)
- Issue
- Heft 47 (21.11.1935)
- Date
- 1935-11-21
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2446951-2450858-2450903--81711-2539637- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
- Haifa 1× ep/1047930
- Tunis 1× ep/1048155
OCR text
21. November 1935 Der Israelit Nr. 47 Seite 11 Die Frankfurter Woche- Intensivwoche der Agudas Jisroel-Jugendgruppe. Am zweiten Abend sprach Herr Gemeinderabbiner Jos. Horowitz über „Die aguidistisohe Jugendarbeit". Der Redner führte ungefähr aus: Man spricht heute viel von jüdischer Solidarität, wir sehen große Organisationen in verschiedenen Ländern, die das Interesse der Juden wahrnehmen wollen. Mit dieser Solidarität allein kann man der alten und immer neuen jüdischen Aufgaben nicht gerecht werden. Ein Prophetenwort schildert die ewige Aufgabe des „iEwed Haschern"; er ist bekleidet mit dem jüdischen Recht wie mit einem Panzer, der zusammengesetzt ist aus einzelnen kleinen Gliedern. Wenn nur ein einziges Stück davon fehlt, kann gerade .durch diese Lücke der Pfeil durchschlagen — und tödlich wirken. Man kann keine Ehrung des Schabbos durchführen, wenn man nicht die ganz e Tauroh ehrt. Die Grundlage muß die Emunoh sein! Ist aber die Agudoh dazu bestimmt, die jüdische Aufgabe total zu lösen, was hat denn noch eine Jugendorganisation neben der Hauptorganisation zu tun? Den Kern der Aufgabe, der der jüdischen Jugend gestellt ist, finden wir in jedem Wort der Tauroh. Wir sehen an den zehn .Prüfungen, die Abraham zu bestehen hatte, daß alles Erleben ein prophetisches Vorleben ^dessen ist, was die späteren Geschlechter erleben werden. Warum ist Abraham nicht der Träger der Offenbarung gewesen? Er hat die Aufgabe, der Welt die G'tteiSerkeontnis zu vermitteln. Die Menschheit war noch nicht reif für diese Erkenntnisi. J i z c h o k zog sich auf sich selber zurück, und wir sehen bei Jaakauw, daß auch er seine besonderen Wege gegangen ist. Jedes Geschlecht erhält seine besonderen Aufgaben zugewiesen, und was wir von den Vätern erhalten, das dient alsi Grundlage für die Eigenarbeit, die wir zu verrichten haben. Ohne „Mesirass Hanefesch" des Einzelnen kann keine Anstrengung des K 1 a 11 gelingen. Nur dann kann unsre Aufgabe zu. jeder Zeit erfüllt werden, wenn alles auf dem Boden der Tauroh zu einer Einheit zusammengeschmolzen wird. Dazu brauchen wir die Begeisterung der Jugend. Der Jugend obliegt heute die Pflicht, sich ganz mit Tauroh auszufüllen, mutig und unverdrossen immer wieder die praktische Arbeit des Tages zu fördern. , Herr Rabbinatsassessor Dr. Elieser Posen machte die Jugend am dritten Abend der Vortragswoche gründlich vertraut mit dem Fragenkomplex und dem historischen Werden der unabhängigen Orthodoxie sowie -ihren speziellen Aufgaben in unsrer Epoche. Die orthodoxe Jugend empfindet mit Groll die vielfach angetroffene sogenannte bürgerliche Sattheit weiter Kreise der älteren Generation. Gewii3 wurden dabei auch Dinge und Werte, die rein geschichtlich zu verstehen waren, als wertlos abgetan. Das sei nicht gutzuheißen, aber man dürfe dabei nicht die Erfolge vergessen, die die Erziehungsarbeit der gesetzestreuen Bünde gezeitigt habe. Die vielfach anzutreffende Scheu vor der „Politik" und vor der Beschäftigung mit den halachischen Grundlagen der Selbständigkeit derv Gesetzestreuen trug dazu bei, Die Winterhilfe berät Spender und Bedachte! j Jüdische Winterhilfe, Fahrgasse 146. dies Eigenleben der Thocratreuen unpopulär, ja sogar unbeliebt zu machen. Die Frage der Selbständigkeit der Orthodoxie ist keine Frage der Anerkennung allein. Es ist die Frage, ob eine unüberbrückbare Kluft besteht, oder ob die Unterschiede zwischen dem Sinai-Judentum und solchem der Willkür nur gradueller Natur sind. In den letzten 15 Jahren hat sich gezeigt, daß schon eine organisatorische Bindung an den Abfall, den wir aus halachischen Gründen immer verworfen haben, nicht nur organisatorisch bleibt. Wo das neutrale Judentum den Anspruch einer geistigen Gemeinschaft erhebt, gehe es letzten Endes auf eine Leugnung der Tauroh hinaus. Durch die wirtschaftlichen Nöte ist die Organisation der selbständigen Orthodoxie schwerster Prüfung ausgesetzt. In edlem Ernst ist es die Aufgabe der Jugend, ihr Bestes zu tun zur Erhaltung und Festigung. Ueber die weiteren Veranstaltungen der Intensivwoche wird noch berichtet. Freitagabendveranstaltungen der Israelitischen Religionsgesellschait. Dieken Freitagabend, den 22. November, abends 20.30 Uhr, im Hörsaal, Friedbergeranlage 5, ist die Untersekunda der Samson Raphael Hirsch- Schule, unter Leitung ihres Direktors Dr. Markus E I i a s , die Trägerin der Veranstaltung. Agudas Jisroel-Jugendgruppe. Wir teilen unseren Mitgliedern mit, daß Sonntag, den 24. November, die Mitgliederversammlung stattfindet. Tagesordnung: Tätigkeitsbericht, Kassenbericht der letzten zwei Jahre, Entlastung des Vorstandes, Neufassung der Statuten, Besprechung der Winterarbeit, Neuwahl des Vorstandes. In Anbetracht der Wichtigkeit der zu besprechenden Fragen bitten wir dringend um zahlreiches Erscheinen. Italienisches Konzert. Drei bekannte Frankfurter Künstler: Frl. Käte Ettlinger, der Bariton Hans Assenheim und der Geiger Theo Ratner geben am Samstag, den 23. November, abends 20.15 Uhr, im großen Saal des Vereinshauses, Eschersheknerlandstraße 27, einen Abend italienischer Musik. Am Flu; gel: Dr. Willy Salomon. Zur Aufführung gelangen Arien von Caldara, Durante, Rossini, Boito, Verdi und Giordano; Werke für Violine und Klavier von Pugnani und Tartini sowie das Violinkonzert von Paganini. Karten in den bekannten Vorverkaufsstellen und an der Abendkasse. Aus Rödelheim. Im Zuge der Straßenumbenennüngen erhielt nun die Lehrberger-Straße den Namen Ganerben- Die Lehrberg er gründeten bereits 1796 ihre Druckerei- und Verlagsfirma in Rödelheim und hatten als Verbreiter der iH e i d e n h e i m ' s< c h e n Gebetbücher den größten Anteil an den Schöpfungen dieses großen Gebetekommentators und ihrer Popularisierung. Von Rödelheim aus trat die „Rödelheimer Tefilloh" ihren Weg durch die ganze Welt an. Die Rödelheimer Druckerei ist später auf die Firma I. Kauffmann, Frankfurt a. M. übergegangen. Ein Ruf aus Tunis. Der Freien Vereinigung für die Interessen des orthodoxen Judentums geht ein Schreiben aus Tunis zu, dessen Inhalt hiermit zur Kenntnis der Les«r gebracht und zur Beachtung empfohlen werden soll. In Tunis haben sich nämlich Juden aus verschiedenen Ländern Europas, besonders auch aus Deutschland zusammengefunden, die sich genötigt sehen, einen eigenen G'ttesdienst einzurichten, weil der Ritus in Tunis von dem europäischen wesentlich abweicht, Ein geeigneter Raum zur Abhaltung des G'ttesdienstes konnte gefunden, werden, es mangelt jedoch an den nötigsten Gegenständen, wie Tho rarollen, Ta- Iesim, Tefillin, Gebetbüchern, Mesusot.h usw. In Anbetracht dessen, daß sich manche Landgemeinden auflösen, wäre es angebracht, daß solche Kehilloth, die um die Reinhaltung und die weitere Benutzung ihrer heiligen Utensilien besorgt sind, •dieselben für Tunis überlassen. Die Freie Vereinigung, Frankfurt a. M., Rechneigrabenstr. 10, ist bereit, Thorarollen wie die anderen hier genannten Gegenstände in Empfang zu nehmen und sie ihrem Zwecke in Tunis zuzuführen. Familien-Nachrichten. Geburten: Ein Sohn, Gerson Schnerb u. Frau, Petach Tikwah, P- O- B. 43. Barmizwoh: Emil, Sohn des Herrn Samuel Baer, Halberstadt, Spiegelstr. 6, rrbw JO», 30. 11. 35. Verlobte: Dora Katzenstein, Fulda, Jakob Oppenheim, Fulda (Rhina). Goldene Hochzeit: Isaae Stern und Frau Auguste geb. Roßmann, Berlin, Wullenweberstraße 11, früher Gießen, 23. 11. JIM ra. — Jakob Lomnitz und Frau Ernestine geb. Sulzbacher, Eiterfeld, 27.11. "ftoa.rrn. Briefkasten. S. F. Saarbrücken. Es liegen vom "pn aus keine Bedenken vor. Z. B. in Berlin. Ihre Zuschrift erledigt sich mit einer Bemerkung in der vorigen Nummer des „Israelit", Zum Abdruck eignet sich Ihr Brief schon wegen seines schroffen Tones nicht. ÖSttV Wir nehmen gern zur Kenntnis, daß im alten Schrifttum nicht „Erez", sondern p«n stets gebraucht wird. Dr. M. in H. Es ist uns nicht möglich, auch über auswärtige Kulturbundveranstaltungen laufend zu berichten, nachdem schon die Frankfurter Konzerte ein gut Teil unserer lokalen Beilage beanspruchen A. Klein / S. Meyer. Wir bitten um ganaue Angabe, wofür die übersandten M. 4.20 bestimmt sind. Wegen des bürgerlichen Feiertages am Mittwoch mußtei eine Reihe von Artikeln und Nachrichten zurückgestellt werden. HANS MARCUS TREUHÄNDER FACHBERATER FÜR STEUER¬ UNDDEVISE N RECHT GOETHE STR. 5 TELEFON28561 R. REISNER X Holz- und Kohlenhandlung Ffm.v Rappstraße 1 Tel. 56S16 - Gutscheine vom Winterhilfsw. werd. angenomm. Wir suchen für Ende Dezember oder früher E jud. Hausangestellte gegen hohen Lohn. Jüdisches Altersheim Gailingen (Friedrichsheim). Angaben erbeten an den Vorsitzenden; Freibnrg i. Br., Rempartstr. 8. Für älteren Herrn zur Führung seines kleinen einfachen streng rit. Haushalts Alleinmädchen das bürgerlich kochen kann sowie alle Hausarbeit versteht, gesucht. Bewerberinnen, dieKenntnisse in Pflege haben, bevorzugt. Offerten unt. 2543 a. Exp. LerirerswMwe sucht strengjfromme ■» ■ bevorzugt Ostend, nur ptr. PPnClflll oder *■ Stock, Off.m.Preis- I UIIOIUII angäbe unt. 2548c a. Exp. 1935 ionB 30Jatire 1 905 MAss ARBEIT HEISST VERTRAUEN AA. BAUMANNA Feine Maß-Schneiderei Schäfergasse 17 Telefon 22125 la Referenzen i^-Verarbeitung Tüchtig, zuverlässig. Mädchen i. rit. Haush. p.1.1.36 gesucht. Off.2556 Exp 3;;^. Zimmer mit Vollpension l.Et., i. strengfr.Haus Ia Verpfleg., zu verm. Auch wrd. n.Gäste zu Mittag u. Abendüsch angenommen, Oslenctslr. 15,1 Für str. orth, gebild. Mädchen aus gutem Hause, längere Zeit als Erzieherin tätig, passenden GättöH nicht unter 32 Jahr. Akädem. od. Lehrer im In- oder Ausland bevorzugt. Offerten unter 2539c a.d. Exp. Neue n?3ft preiswert zu verkaufen. Off. 339c an die Exp. Für str. orth. 32 jähr, jung. Mann, aus erst, bek. Fam.m.sehrgut. Gesch. im nah. Ausl. u. eig. Vetmog., wird hbsch. Mädchen aus ebenfalls str. fr. Hause m. gr.Vermög. ges. Off.u.2355cExp. Für orthod. Mädchen hübsch, 21 Jahre alt, im Haush.u.Geschäft tüchtig, aus sehr gut. Familie, mit Rm.8000 Mitgift, wird passend. Partie gesucht Gefl. Off. unt. 2544c an die Exp. erbeten Ruhe, Erholung, dann BADEN WEILER im südlichen Schwarzwald Kurholel BELLE VUE Tel. 208. Für Dauergäste bes. günst., ganzjähr, geöffn., Komf., Diätküche, Liegekuren. — Besitzer J. LEVI MAGER —— Hotel Paradiso S Russia SAN-REMO aller Komfort, bekannt beste Küche, jede Diät, mäßige Preise, zentral am Meer gelegen, angenehmer Aufenthalt f Helbergs Restaurant 1 I HAIFA, Hadar Hacarmel I I 3 Rechow Arlosoroff | ^^^^p^e^teföjW^tnrt^^at^^ufs.^^ Hotel Bristol Spiiidlermühle c.s.r. Aufsicht Rabbiner Sfransky, Nachod Einziges jüdisch.Haus am Platze. Telefon 47 Ganzjährig geöffnet. Emil Siein Es ist ausschließlich Sache der Leser, die Inseratenteil enthalten. Empfehlungen ritueller Waren oder sonstige Angaben reiigionsgesetzlich. Charakters auf ihre Zuverlässigkeit zu prüfen 66600? Frankfurtmain ■ Das Poslsch.- Komto der Jud. Winterhilfe! Auswanderer! Schreibmaschinen in all. Sprachen auch in HEBRÄISCH frei jeder Station Fabr.-Weltgarantie. A. Hirschberg Rhönstr.5, Tel. 47709 lästina Die kürzeste und bequemste Verbindung über Triesf mit den 8000 BRT. (12000 Tonnen Wasserverdrängung) großen, vollständig neu eingerichteten Schnelldampfern Gerusalemme Galilea Palestina Erste Klasse und Touristenklasse Fahrpreise ab Triest nach Jaffa oder Haifa ab 1.12. 35 Klasse RM 310.00 inkl. Taxen Tour.-kl. RM 115.00 inkl. Taxen Auf Wunsch rituelle Verpflegung Abfahrten von Triest jeden Mittwoch und jeden zweiten Freitag, 13 Uhr Auskünfte, Buchungen durch LLOYD TRIESTINOffir £h Frankfurt/M., KaÄ20' sowie alle bedeutenden Reisebüros r