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Der Israelit · 1935-07-25 · Heft 30 (25.7.1935) · page 7

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Journal
Der Israelit
Volume
76 (1935)
Issue
Heft 30 (25.7.1935)
Date
1935-07-25
Page
– (sequence 7)
Language
German
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25. Juli KQ5 •D er* I.-s. r ae. l i-1 Nr. 30 Seite 7 der nationalsozialistischen Rassengesetzgebung auch Personen nichtarischer Abstammung"»' ^Nur von; den erstgenannten „Wehrunwürdigen", nicht -aber den Nichtariern, heißt "es, daß sie durch das Gesetz „zu» Staatsangehörigen mit minderen Rechten" Verden. | Lehrertortbildungskurs in Würzbiirg. ... Wür zb ür g ,'22.-Juli;* Ander Israelitischen Lehrerbildungs-Anstalt zu Würzburg begann am 21. Juli ein Fortbildungskurs für Lehrer, dervier Tage dauern wird und zu dem fast 150 Lehrer, aus Süddeutschland und' aus anderen Teilen des Reiches erschienen sind. Der Kurs, der vom Jüdischen Lehrerverein, Tn Bayern^mit Unterstützung der Reichsvertretung der deutschen «Juden, des Verbandes Bayerischer Israelitischer Gemeinden' und der Mittels.telle.;für jüdische Erwachsenenbildung veranstaltet wird, umfaßt die verschiedensten' pädagogischen-und wissenschaftlichen Fragen. Beider Eroffnungsieier sprachen nach dem 1. Vereins Vorsitzenden, Ob.erJ.eH.rer Rosenfeld München in Vertretung des '' \ '! i l ' ' ' ' ' Bayerischen. Landesverbandes und der Israelitischen Kultusgemeinde Würzburg, deren Vorsitzender: Justizrat Dr. Haas und namens der Lehrerfortbildungsanstalt Studiendirektor Stoll, Würzburg. Mit dem Kurs verbunden ist die Tagung des Jüdischen,Lehrervereins für Bayern. Holland. Hachscharah-Fragen auf einer Tagung der holländischen Agudas JisroeL Amsterdam, 17. Juli. Im Haag fand die J a h r e s v e r s a m m l u n g d e r ho 1-1 än dis chen A g u d ä s Jisroel statt. Auf ihr wurde bekanntgegeben, daß der Jugenidvef^ band der Aguda jetzt 334 Mitglieder zähle. Für die Hachscharah in Enschede wurde ein Betrag von 3400 holländischen Gulden ausgegeben. Die erste Gruppe von 10 Chaluzim ist .bereits von. dort nach Palästina abgereist., 25. neue Chaluzim^ sind auf die Hachscharah gekommen. Gegenwärtig befinden sich in Enschede 31 Jugendliche, davon 19 Jungens und 12 Mädchen. Zum Präsidenten der Exekutiye wurde Oberrabbiner S. "J. ^Hi r s c h wiedergewählt, als Mitglieder Dr. D. H ausd o r f f ,. Rotterdam, Dr. A. de H a.a,s.„ .Ut* recht und Rabbiner J. V re d e n b u r g Amsterdam.; . . '. •■ b. / J •1 ''. . -v In einer von der Versammlung angenommenen Entschließung werden die jüdischen Arbeitgeber aufgefordert, die Zahl der bei ihnen-beschäftigten jüdischen jüdischen Angestellten nicht zu vermindern, sondern im Gegenteil soviel als möglich zu vergrößern. . Die Aguda betrachte es als" ihre; Auf gäbe, jüdischen Arbeitslosea*.zu helfen, und zwar sowohl in materieller-' als auch in ideeller Beziehung. Polen, Dritte Landeskonferenz der Poale Agudas Jisroel / in Polen. Lodz, 19. Juli. Von Sonntag bis Dienstag voriger Woche fand hier in Anwesenheit von 300 Delegierten aus 200 Städten und vielen Tausenden Yon Gästen die d r i 11 e L andeskonferenz der Poale Agudas Jisroel i n P o 1 e n statt. Von Seiten des Geschäftsausschusses der Welt-Agudo war Dr. Isaac B r e u e r aus Frankfurt a. M. erschienen, während der Präsident der polr nischen. Agudas Jisroel, Herr J. M, Lewin, der . durch eine Familienfeier am Erscheinen verhindert war, von A. S. Friedmann, Warschau vertreten wurde. Der große Saal war überfüllt, als die Tagung am Sonntag nachmittag von: dem Vorsitzenden der Poale Agudas Jisroel, L. Fromm, mit warmen Begrüßungsworten an die Delegierten und Gäste. eröffnet wurde; Namens der Lddzer'Gemeinde ergriff deren Präses, Sejmdeputat L. M f n z b e r g das Wort zu einer Ansprache, in der er die Toale' A. J. als ein Werkzeug der Erziehung zur sozialen -Sittlichkeit feierte. Es sei von besonderer ■ Bedeutung]' daß die Konferenz'in der-Industriestadt Lodz tage,wo die allgemeine Arbeiterschaft sich von jeher1 durch einen starken ■ Radikalismus ausgezeichnet habe und wo das ( Erstehen ünH Ersftärken emör' Organisation von Arbeitern tief religiöser Gesinnung vbri historischer Be- Die Woche. London« Auf verschiedene Anfragen - antwortete Kolonialminister Macdonald im Unterhaus, daß von jetzt an größere Summen zur Verbesserung des palästinensischen Eisenbahnwesens ausgeworfen werden' würden; das ,Jahr 1934/35 erbrachte ein Nettodefizit vqjrLst. 88,000 bei den Eisenbahnen. Tel Awiw. Die Stadtverwaltung Tel Awiw hat ein umfangreiches Buch veröffentlicht, : das reich illustriert ist und die Tätigkeit der Stadtverwaltung im Jahre 1934/35 behandelt. Warschau. Bei der Einweihung von zwei jüdischen Schulgebäuden hielt der Erzie- hungsdirektor der Stadtverwaltung eine Ansprache, in der er mitteilte, daß die Stadt die Talmud Thora-Schulen nicht mehr subventionieren werde. (?) Athen. Die Behörden kündigen"an/daß die. griechische Regierung .für den Ausbau und die Erneuerung des Juderiyiertels in Saloniki einen "Betrag von 10 Millionen Drachmen zur Verfügung stellen, werde. Dresden. Wie der „Angriff" meldet, sind seit ' Ende 1934 in- Sachsen 14 .Frauen und 1 Mann wegen rassenschänderischer Beziehungen mit Juden in Schutzhaft genommen worden. Jerusalem. Ein englischer Sergeant verhaftete: 8 Juden, darunter 2 Frauen, die ohne Visum nach Palästina gekommen waren. Tf Die Palästina-Regierung hat* die Registrierung der jüdischen Staatspartei verweigert, es sei denn, daß die Partei aus ihrem Statut' die Ausdrücke „jüdische Majorität" und „innerhalb der historischen Grenzen Palästinas" streiche. — Die arabische und die ausländische Presse veröffentlichen eine Menge unkontrollierbarer Gerüchte über eine Veränderung der Haltung der englischen Regierung in der Frage des Legislative Council und in Bezug auf die Gestaltung des Councils selbst. Innerhalb der arabischen Parteien ist eine stärkere Aktivität wahrzunehmen. — Die Bau- ~i .Unternehmer drohen mit der Einstellung jeder Baüarbeit in Jerusalem,.falls die strengen Bauvorschriften nicht gemildert würden. Breslau. Von der Geheimen Staatspolizei Breslau wurde am Sonntag Abend wa£~u Rassenschande in Verbindung mit «^mittelbarer Gefährdung der qffe»**lcken Sicherheit und Ordnung sp**« männliche Juden und sechs „sogenannte deutsche Frauen" in Schutzhaft; : genommen. Diese sehen ihrer Ueberführung in ein Konzentrationslager entgegen. Berlin. Das Reichsgesetz über den Widerruf von Einbürgerungen ist" bis ziihi 31. Dezember 1935 verlängert worden. Breslau. - Avch.-die 'Synagogengemeinde Breslau hat eine. Fleischverbilligungsaktion für kinderreiche und bedürftige Familien beschlossen. Die Ermäßigung beträgt 25 Pfg. pro Pfund, außerdem gewähren die Fleischer von sich aus eine weitere Ermäßigung von 10 Pfg. - Jerusalem. „Falastin" behauptet, es sei in Dörfern in der Nähe der Kolonie Hartow Goldsand "gefunden worden. Der Sand ent- - halte -3 Proz. GokL Frühere Gerüchte über derartige Funde haben sich immer als gegenstandslos erwiesen, weil die Ausbeute unwirtschaftlich ist im Hinblick auf die für die Goldgewinnung erforderlichen großen Wassermengen. Tel Awiw. Der Stadtrat von Tel Awiw hat beschlossen, eine Straße nach dem verstorbenen Oberstleutnant Alfred Dreyfus zu benennen. Berlin. Der Preußische Landesverband jüdischer ..Gemeinden fordert zu Meldungen für eine während des Herbstes und Winter in Berlin einzurichtenden Fortbildungskurs für Lehrer und Lehrerinnen in zwei Sektionen auf. Die Kurse beginnen am 12. August. Istambul. Die türkischen Behörden haben der Leitung des ICA-Büros verboten, türkische Juden nach Palästina zu befördern. Es darf lediglich Ausländer Betreuen. Jerusalem. Die von der Regierung eingesetzte Kommission hat beschlossen, der Regierung vorzuschlagen, Petach Tikwah zur' Stadtgemeinde zu erheben, ferner ist beabsichtigt, die Vorstadt von Jerusalem, Talpijoth, zu. seiner, eigenen .Stadtgemöindc zu machen. Sofia. Die bulgarische Regierung beabsichtigt ein*neues Gesetz, durch das die jüdischen Gemeinden einen ausschließlich religiösen Charakter erhalten sollen, wogegen das Zentralkonsistorium sich um die Erhaltung des national-kulturellen Charakters der jüdischen Gemeinden bemüht. Jerusalem. Der ' High ' Commissioner hat 180 jüdische- Siedler aus dem ganzen Lande in das Regier \ rungsgebäude in Jerusalem zum Lunch eingeladen^ 'Eine ähnliche Einladung" erging im ' vorigen Sommer an arabische Siedler".'1 ' deutung sei, A, S, Friedmann -betonte insbesondere die Verbundenheit der Poalim-Bewegung mit der Agudo-Organisation und empfahl eine energische Beteiligung der Poalimorganisation an der Produktivierungsarbeit in Polen. Naanens der jüdischen Ratsmänner im Lodzer Stadtrat begrüßte Advokat R e i c hmann, namens der Zeiirim Herr Jacob B e r I i n e r, für die Schomre Schabbos Rabbiner Weintraub. Zahlreiche Begrüßungstelegramme, auch ein solches von Seiten der Zentrale der Agudas Jisroel-Weltorganisation, waren eingegangen. Nach einigen Chorgesängen hielt Dr. Isaac Breuer, Frankfurt a. M. sein mit Spannung erwartetes Referat über die ideologischen Grundlagen und das? praktische Arbeitsprogramm der Poale Agudas Jisroel. Der formvollendete Vortrag, der zwei Stunden dauerte und durch Begeisterungsstürme wiederholt unterbrochen wurde, kann in seinem Gedankengange innerhalb des Rahmens eines Berichtes nicht gewürdigt werden und es bleibt darüber ein besonderes Referat vorbehalten. Nach der Minchopause erstattete Herr P. Landenberg den Bericht der nach. Erez Jisroel entsandten Poalim-Delegation, dem sich Herr L. Fromm^als Korreferent anschloß. Beide Referenten sind von der gewaltigen geschichtlichen Aufgabe ergriffen, die gerade auf dem Boden von Erez Jisroel.^den agudistischen Arbeitern heute gestellt ist, xf»&er auch von den in der Gola niemals möglich .gewesenen Aussichten, gerade in Erez Jisroel die^ozialen Thoraideale im Leben der Arbeit zu verwirklichen. Der zweite Referent; Fromm, very^te insbesondere bei den Gefahren der geistid^n Lage im heiligen Lande, die. reinem erschütternden Geg©n©a*e ot«h^ zu der das Ökonomisohe -eben beherrschenden Prosperity. Scharf wendet s»-n Redner gegen die Klassenkampftheorien der a^ememen Arbeiterorganisation. Die Idee des Klassenkampfes muß die nationale Existenz ruinieren und nur auf dem Boden der Thora lasse sieh an die Stelle dieser selbstmörderischen Klassenkamp flosungen die soziale Zusammenarbeit von Kapitalisten und Arbeitern auf gesunder Grundlage herstellen. Interessante Einzelheiten'weiß der Referent mitzuteilen über die rührende menschliehe Solidarität in den Kibbuzim der agudistischen Arbeiter. Zwischen zwei Fronten ständen die Poale A. J. im heiligen Lande^ auf, der einen Seite gälte es der Leugnung und der Zuchtlosigkeit unter den Arbeitern entgegen zu treten, auf der anderen Seite gegenüber bürgerlichen Vorurteilen und Verantwortungslosigkeiten die Interessen der arbeitenden Menschen zu wahren. Das Schlußwort der ersten Sitzung erhielt Rabibner Meyersohn. In der Montagsitzung wurde nach einer großen Reihe weiterer Begrüßungen eine Permanenzzkommission sowie Fachkommissionen für Chinnuch, Jugendarbeit, Presse und Literatur, Erez Jisroel und Politik gewählt. Die Sitzung brachte alsdann den großen Geschäftsbericht des Leiters der Poale A. J.¬ Bewegung in Polen, P. Landenberg. Der Bericht schildert die systematische Arbeit der vor zwei Jahren in Lodz neugewählten Leitung, ihre Bemühungen um Erweiterung" des Mitgliederkreises auch in den Kressen und in Galizien, die Gründung von Jugendgruppen, den Kampf für da$ Recht auf Arbeit bei Juden, wobei die jüdische Presse nicht in genügender Rücksichtslosigkeit für die elementaren Interessen der thoratreuen: Arbeiter in die Schranken getreten sei, und schildert dann die Beziehungen zu den Organen der Agudas Jisroel selbst. Es sei dabei viel Positives zu verzeichnen, aber auch mancherlei Anlaß su berechtigter Kritik vorhanden. An das Referat schließt sich eine kurze Diskussion, worauf Meir Alter ein Spezialreferat erstattete über die Arbeit und die Entwicklung der Poale A. J. in Erez Jisroel. Redner bezeichnet die einjährige Hachschara für Erez Jisroel als ungenügend. Eine gründlichere Erziehung der zur Alijah zuzulassenden jugendlichen Elemente im Poale-agudistischen Geiste sei eine unbedingte Notwendigkeit. . . , . \ In der dritten Sitzung referierte Herr David B o - m a t z über die politischen und ökonomi-; . i sehen Aufgaben der Poale A. J, Er erörterte zuerst die durch die neue Wahlordnung zum Sejm geschaffene Situation und das besondere Interesse, das die Poalim-Organisation an der künftigen Gestal-, tung der Stadträte, der Kehillaverwaltüngen und der Kfankenkässenverwalttingen hat.

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