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Der Israelit · 1935-06-27 · Heft 26 (27.6.1935) · page 10

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
76 (1935)
Issue
Heft 26 (27.6.1935)
Date
1935-06-27
Page
– (sequence 10)
Language
German
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Seite 10 Nfi* 26 M D r a ^e 1 i t 27< jTjiju 1935 .f daß die Forderung nach erhöhter Einwanderung be rechtigt ist, und wird nachgiebiger. Die Exekutive ist weit entfernt davon, auf ihren Erfolgen , auszuruhen Sie sorgt nicht nur für das unmittelbare Morgen, sondern auch für die kommenden Monate und Jahre, für das fernere große Ziel des jüdischen Aufbaus Palästi nas. Der Arbeiterbedarf der Industrie ist im vergangenen Jahre um 30 Proz. gewachsen, die Produktion und das Kapital haben sich verhältnismäßig noch stärker erhöht. Dies alles aber geschieht in der Stadt; das langsamere Tempo der landwirtschaftlichen Entwicklung erweckt Sorge und Befürchtungen.. In diesem Jahre konnten wir nicht mehr als 100.000 Dunam Boden neu erwerben, während der Jischuw sich um 50.000 Einwanderer vergrößert hat. Kaplan glaubt, daß Palästina jährlich ohne Schwie rigkeiten 100.000 jüdische Einwanderer absorbieren kann. Viel hänge von der Stärkung des Keren Hajes sod und des Keren Kajemeth durch die breiten jüdi sehen Masseh ab. Nur vier Juden im künftigen polnischen Sejm. Warschau, 18, Juni. Zur „Beruhigung" der über „jüdische. Privilegien" klagenden Nationaldemokraten teilte der Referent für die neue Wahlordnung, Podoski, im Verfassungsausschuß des Sejm mit, daß die Juden im zukünftigen Sejm nur mit vier, Mandaten, davon zwei aus Warschau, rechnen können. Im besten Fall könne ihnen ein fünftes Mandat zufallen. Von der Allgemeinzionistischen Weltkonferenz« Krak au . 20. Juni. In . den letzten Stunden vor Abschluß der Konferenz herrschte auf ihr eine gespannte. Atmosphäre. Um 4 Uhr morgens kam es in der Gruppe, B zü einer erregten Aussprache, in deren Verlauf Dr. Schwarzb a r t den Vorsitz des Weltverbandes der Allgemeinen Zionisten niederl e g t e. Hierauf wurde . das Plenum der Konferenz einberufen. Dr. Schmorak schilderte sodann in längeren Ausführungen die Schwierigkeiten der Verhandlungen zwischen , den Gruppen A, und B, hauptsächlich in der Frage des Irgun, und stellte fest, daß alle Vermittlungsvorschläge abgelehnt wurden. Er erklärte, die Gruppe B sei :für die Entstehung; des Irgun nicht verantwortlich..!Mit. Seinem Bestehen müsse aber als mit einer Tatsache gerechnet werden. Wenn eine Gruppe allgemein-zionistischer Arbeiter beschlossen habe, auf alle Vorteile zu verzichten, die sie in der allgemeinen Histadruth Haowdim genoß, um sich eine selbständige Organisation zu schaffen, dann müsse sie hierin von den Allgemeinen Zionisten unterstützt werden. Da aber Permanenzkommission und Kommission für Arbeiter-, fragen eine einheitliche Stellungnahme nicht erzielt und der Konferenz keine Vorschläge gemacht hätten, schließe er die Konferenz. Dr. Meyer, Berlin stellte fest, daß der Vorsitzende nicht berechtigt sei, die Konferenz zu schließen. Dr. Schmorak brachte die Frage zur Abstimmung. 32 Delegierte stimmten dafür, 8 dagegen. Dr. Meyer erklärte im Namen seiner Freunde, daß diese an der Abstimmung nicht teilnehmen, und verließ mit ihnen den Beratungssaal. In diesem Augenblick schloß Dr. Schmorak die Konferenz. Jugoslawen. Aguda-Gruppen-Tagung in Jugoslavien, Z a g r e b , 18. Juni. Zu einer machtvollen Kundgebung gestaltete sich, die am 8, und 9. Siwan seitens der jugoslavischen Landesorganisation der Ägudas Jisroel (Orts- und Jugendgruppen) veranstaltete Pegischa in Senta, ,die; sich eines Besuches von etwa 150 Mitgliedern erfreute. Die feierliche Eröffnung erfolgte am. Sonntag, den 8. Siwän, vormittags 11 Uhr durch den Landespräsidenten Lipot K1 e i n in den von Herrn Nachmen Klein liebenswürdiger Weise zur Verfügung gestellten Räumen. Herr Klein begrüßte die zahlreich Erschienenen aus dem ganzen Lande, die Vertreter der, Orts- und Jugendgruppen Suboticä, Zagreb, Petrovo- I Die Woche. Berlin. Der Vorsitzende des Gemeindevorstandes hat nach einer Besprechung mit dem.S;R abbinerverband Veranlassung genommen, Herrn Dr. Prinz in dem zwischen ihm und dem Gemeindevorstand vereinbarten : .Umfange erneut im Predigtamt tätig sein zu lassen. Darmstadt. Der Ge-; meinderat von Auerbach a. d. Bergstraße,;; hat (ähnlich wie vor kurzem der Gemeinde-1; rat von Nidda) beschlossen, nur noch diejenigen Handwerker, Fuhrleute und Geschäftsleute mit Arbeiten und Lieferungen für die Gemeinde zu berücksichtigen, r die der Bürgermeisterei gegenüber eine e i d e s s t ä 111 i c h e Erklärung,, abgeben, (daß sie und ihre Familienangehörigen mit Juden und N i c h t a r i e r n keine- Geschäfte tätigen. Wien. Auf dem Semmering wurde die erste jüdisch e Schutzhütte im österreichischen Alpengebiet, errichtet. Die Initiative ging . vom; jüdischen Sportklub „Hakoah." aus. Wa ir - * schau. Ein Autobus mit Makkäbimitgliedern; aus Chelm, der sich von einem Sportfeste auf dem Heimweg befand, yeruhglückt.e, wobei einer'.der jungen Leute .ums Leben kam und elf Mitglieder schwer verletzt wurden. - — Die Warschauer Jüdische Gemeinde läßt zum Andenken an die gefallenen 247 jüdischen Soldaten, die bei der Verteidigung Warschaus gegen die Bolschewiken im Jahre 1920 gefallen sind, ein ~H e/j den d en k m ä 1 errichten, das im Vorhof des Warschauer jüdischen Friedhofes aufgestellt werden soll. — Im Alter von 67 Jahren ist hier der bekannte polnisch-jüdischen Historiker Simon' Aschkenazy gestorben. Auf wissenschaftlichemGebiete hatte er große Ver-?• dienste, im'j.jüdischeri \-I^eBen hatte er -aber durch seihe." starke assimilatorische EinsteJ.-: ' lung' schärfste/ Gegnerschaft bei der Ortho-; doxie sowohl , wie fyei den Nationalen hers vorgerufen. Riga, Die . Schuldirektion in Lettland hat beschlossen, daß die' Schü- - ler d,er jüdischen Volksschulen von, nun ab verpflichtet seien, am jüdischen Ge-*; m e in d e g'11 es d i e n s t t e i 1 z ü n e h - ' men. Der R e 1 i g i o;n s u n t e r r i c h t gilt seit vorigem Jahre.» in allen Schulen .' als Pflichtgegenstand}r Prag. In den Verlas - s uh g s r e c h H i c;h e n;^ Aus s c h u ß ^es neugewählten Ts c h e c hos 1 o vak ir: s c h e n P ar l a m e nt e s wurde auch der;: jüdische Abgeordnete Dr. Angeld Go\l«d:rr: s tjei,n gewählt, Belgrad. Der ju go sla - vi'-s c h e Prinz reg ent erklärte in einem Gespräche mit Dr. Bukic P i j ade, einer-; der führenden Persönlichkeiten des jugo^la-;;: vischen Judentums, zwischen den Juden und;; der übrigen, Bevölkerung des Landes.*dürfe es in Sachen des Bürgerrechtes keinen Unterschied geben. Paris. Hier wurde jpinneues Haus für die Werkstätten und Fach- . kurse des Verbandes zur Förderung von . Ländwirtschaft, Handwerk und Industrie un-, , ter den Juden (Ort) feierlich eingeweiht. ■-J'Wie mitgeteilt wird, waren 450,000 'jüdische Frontkämpfer auf der W e 11 k o n f er , renz der jüdischen F r o n tk ä mp •-; ferverbande in Paris vertreten. —; In : einer Erklärung an die ITA. protestiert ... Henri Bergson kategorisch gegen die Ausstreuungen ausländischer Zeitungen,... er;; sei zum Katholizismus übergetreten. Amst'er- . dam. Bei der Neuwahl; des Haager Stadtv rates' Wurden - von den früheren vier jüdischen Stadtverordneten nur z w e i wieder- . . gewählt, und zwar Z. Stokvies und .Prot n. A.. C. Jitta. Prof. Jitta ist, wie verlautet^, für; den Posten des Minist ers für_so-U; z f;a 1 e. A n Gelegenheiten ausersehen/-: . ' Jerusalem. Die Palästinaregierung . hat diei! , jüdische Arbeiterorganisation, der-Histadruth, mit dem Bau eines neuen Wasserreservoirs für Jerusalem beauftragt. — Eine, neue Gesellschaft hat sich in Jerusalem gegründet . mit der, Aufgabe, Palästinareisen aus. Europa. .und Amerika zu. organisieren. Mit dehy Bauarbeiten für die Bahnstrecke am Jaffaer \ Häfen ■* wurde begonnen/.. Jüdische Arbeiter v sind dabei nicht beschäftigt.: — Einem offi- ' ■>'■' ziellen'Bericht der Regierung ist zu entneh-' ' men, daß seit 1926 rund . 59.000 palastin?n-, :; sische Pässe .ausgiegeben wurden. Tel Awiw. : . Seit einigen Tagen, wird; mit Scheinwerfern'!. vom Aerdplane aus in der Nacht das Küsten- , gebiet ibei Tel Awiw abgesucht, wie man einnimmt^f um nach „illegalen: Einwanderern" . zu, f ah Aden. ' ■- " .;; s m sello, Ada und Sombor und gab schließlich seiner Freude^ darüber Ausdruck, '<laß man - alsTagungsort - Senta gewählt habe, die Kehillo, in der sich erst vor kurzer Zeit eine bereits* starke Orts-- und Jugendgruppe "konstituiert habe. Redner bedauert nur, •daß gewisse orthodoxe Kreise vorläufigder Aguda* noch fernbleiben, er - wünscht keinesfalls den Kampf mit ihnen, vielmehr ihre1 friedliche Mitarbeit im'.-Sinne der Tauroh. , ' •, ■■ . . : ' Alsdann folgten weitere Begrüßungsanspraqhen. Herr Leopold, Senta befaßte sich in kurzen Ausführungen mit Aguda-Problemen. Der Höhepunkt! der Vormittagssitzung war ein vom Präsidenten des Xandesarbeitsausschusses, Herrn Dr. Milan Engelsr a t h, Zagreb gehaltenes Referat über „Ideologie der Aguda". Redner unterstreicht die Wichtigkeit der Agüdaorganisation, die die. Herrschaft! der Tauroh über Jisroel anstrebt und die. vor allen /Dingen aber auch kräftig zu arbeiten bestrebt ist!;für 'den Aufbau von Erez Jisroel im Sinne von' tauroseinu häkdauscho. . . ' :l. .'■ Der Nachmittag brächte uns zuerst ein Referat von Dow Kg h n Petrovesello über E r e z J i sroe 1. In einer ausführlichen Darlegung weist der Referent auf die. Aufgaben hin, die Unser dorten harren und er fordert ..tätkräftige Mitarbeit. Eine lebhafte Diskussion schließt Sich diesen Ausführungen an, an der der inzwischen aus Subotica eingetroffene Herr Rabbiner Samuel D eul s c h , der geistige Vater der jugor slayischen Agüdaorganisation, sich ebenfalls -beteiligt. Die Prinzipien der Aguda sind so alt wie die tauro häkdauscho selbst und es ist nicht an der Zeit, die- Arbeit der Aguda; als Fernstehender zu kritisieren. Wenn uns von Seiten der Chassidim zum Vorwurf gemacht wird,- daß unserr'Fübrermäterial an Qualität zii wünschen! übrig läßt; dann mögen'vsje-. selbst uns Führer zur Verfügung stellen, die unsere;,Ideale verwirklichen helfen. —; Auf Erez. Jisroel zu sprechen kommend, fordert Redner vor allen Dingen die Alija leschem mizwas jischuw-hoorez und nicht, lediglich aus'materiellen Gründen .Erez Jisroel darf kein zweites Amerika für uns 'sein. Dr. E n g e 1 s r a t h spricht einer ländwirtschaftlichen Hachschara in Senta, dem jüdisch-geistigen Zentrum Jugoslaviens, das. Wort. Sein diesbezüglich eirigereichter Antrag wird mit Begeisterung angenommen und .es wird sofort ein Komitee nominiert,: dem Vertreter aus allen einzelnen Gruppen angehören. Zur Einrichtung der Hachschara werden die bisher in G.jurgj«vac verwendeten Einrichtüngsgegenstände zur Verfügung ^gestellt. Diesonstigen. Kosten werden von . den Gruppen entsprechend ihrer. Teilnehmerzahl anteilsmäßig getragen werden. Starkes Interesse fand ein Referat "des Landespräsidenten Lipot K le i n über Chinuehfragen. Redner unterschätzt in keiner Weise: die in Senta bestehenden Talmud-Thora- und chedorim-Einrichtungen, bemängelt aber den nicht, immer vorhandenen derecherez. Seine Forderung geht nach tälmud-tauro im derech-erez. Im Verlaufe seines Referats weist Redner auf die bisher noch im Argen liegende jüdische Töchtererziehung hin und. seine Ausführungen;: gipfeln 4n dem Antrag, eine/ pädagogisch" gebildete Beth-Jaakow-Lehrerih zu berufen, ein Antrag,;;der'..ebenfalls , einstimmige Annahme findet. Herif ^Pr^ Engtelsrath . jehanideit noch K«ren-hajisehüwfe!ageti1.ü^ die damit in Verbindung stehende, jetzt" wieder; einsetzende Ser kundenaktiöii. Die jugpslavische Lähdeszentr^ile-■ will •; alles däranj '^ei'ieti, diesmal eine Stunde'.?yer|?gufefy.: Zagreb . allein übernimmt 1500 Sekunden. 'Der Erlös der Keren-hajischuw-Gelder soll' größtenteils für die Alijah jugoslavischer Olim verwendet werden. — Der an Arbeit reiche, mit Referaten und Diskussionen gut ausgefüllte Tag fand seihen harmonischen Ausklang in' einer am Abend veranstalteteh SijtimtFeier auf Gemoro beizo. Auch ^ei dieser. '^ rahmten schöne diwre-täüro -die wohl^elüngene Feier. . Der nächste Tag galt ini iwesentlichen prak|ischer Arbeit zwecks Durchführung der gefaßten Beschlüsse. ■ ' Die Tage, in Sehtä-waren ein voller Erfölg-unserer Bemühungen und*'sie werden üns in. unserer yreiteren Tätigkeit nur Ansporn sein. (Weiteref Kofrespönd^nzön. si^Üe ..Seite: 141)'

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