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Der Israelit · 1935-04-11 · Heft 15 (11.4.1935) · page 14

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Journal
Der Israelit
Volume
76 (1935)
Issue
Heft 15 (11.4.1935)
Date
1935-04-11
Page
– (sequence 14)
Language
German
Belongs to
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Seite 14 Nr, 15 D er 1 s p a e 1 i t 11. April 1935 Personalien* Fulda, 31. März. In einem Klassenraume der jülischen Elementarschule fand heute Vormittag um 10 Jhr die Abschiedsfeier für Herrn Lehrer Sonn, der nit dem 1. April in den Ruhestand tritt, in einfacher, würdiger Weise statt. Gleichzeitig war mit dieser 'eier die des 25jährigen Ortsjubiläums des Herrn -ehrer M ö 11 e r verbunden. Den Auftakt zu dieser Doppelfeier bildete die Predigt unseres Herrn Provin zialrabbiners Dr. Cahn am Vinn 'o p~v der in seiner i^ede einige Gedankengänge einzuflechten wußte, die las Wirken und Schaffen verdienstvoller Männer im iiigemeinen schilderte und durch seine andeutenden Worte "Wl mi3 O'b'DPTrm die Gemeinde auf die Feier des nächsten Tages vorbereitete. Da diese der Zeit entsprechend sich nur in engstem Rahmen bewegen sollte, waren nur wenige Einladungen ergangen. Außer den G^emeinderabbinern, den Gemeindeältesten, den Mitgliedern des Vorsteheramtes, den Gemeindereprä sentanten, Lehrern, den Jubilaren und Familien war der größte Teil der Schüler versammelt. Unter der >ewährten Leitung des Oberlehrers, Herrn Dr. R o t fach i 1 d , wurde die Feier durch Vorträge der Schüler angenehm umrahmt. Zunächst betrat Herr Dr, ahn das Rednerpult und schilderte die segensreiche Wirksamkeit der beiden Lehrer in Schule und Geleinde. Der Gemeindeälteste, Herr Mendel W e r teim dankte.im Namen der Gemeinde und des Vorsteheramtes den beiden Lehrern für ihre aufopfernde Hingebung für Schule und Gemeinde und überreichte ihnen als Anerkennung eine Ehrengabe. Im Auftrage der abgehenden Schüler dankte ein Schüler (Bachenheimer) dem geliebten und verehrten Lehrer Sonn für seine Mühe und aufopfernde Tätigkeit und übergab ihm ein Abschiedsgeschenk. Auch die Religionsschüler der Realschule ließen durch einen Schüler ihren Dank zum Ausdruck bringen und übergaben ein Geschenk. Eine Schülerin hielt eine herzliche Ansprache an Herrn Möller und überreichte ihm ein Geschenk. In sehr bewegten Worten erwiderte nun 'zunächst Herr Sonn und dankte für die Feier, die man ihm und seinem Kollegen zu Ehren veranstaltet habe. Herr Möller dankte gerührt dem treuen "Kollegen und Freund und hob hervor, daß während der 16j ährigen Tätigkeit des Herrn Sonn kein Mißton das innige Verhältnis, das zwischen ihnen herrschte, getrübt habe. Herr Dr. Cahn widmete ein Abschiedswort Herrn Dr. Rothschild, der schon nach einjähriger Lehrtätigkeit einem Rufe nach Frankfurt folge, dessen Scheiden allgemein bedauert werde, da er trotz der kurzen Tätigkeit sich die Herzen der' Jugend gewonnen habe und so viel Segen ausgestreut habe. Zum Schlüsse wurde ein Schreiben der Staatsregierung an Herrn Sonn verlesen, durch welches die Anerkennung der Regierung ausgedrückt wurde. Ein ähnliches Schreiben war auch von dem Stadtschulrat Dr, Hämmacher eingetroffen. Nach einer Stunde war die schlichte, eindrucksvolle Feier beendet. Altenkunstadt, 8. April. Frau Philippine He 11m a n n geb. Freudenthal, Vorstandsdame ^es hiesigen Israelitischen Frauenvereins feiert ihren 7 0. G e burtstag. »Tins SprechsaaL Das Datum der Rambamfeier. Die Redaktion des „Israelit" hat mit Recht getadelt, daß man an vielen Orten die Rambamfeiern am 30. März abgehalten hat. Dabei entspricht dieser Tag für unseren gegenwärtigen bürgerlichen Kalender gar nicht dem Erew Peßach 4895. Diesen Tag im jüdischen Kalender hat man erst in neuerer Zeit in das christliche Datum: 30. März 1135 des j u 1 i a n i 5 C h e n Kalenders umgewandelt, welcher in unserem Jahrhundert 13 Tage später, auf den 12. April, fällt. St. Die Frankfurter Woche. Haggadavorträge. Im Liwjath Chen setzt diesen Sabbat nach Mincho, 4,45 Uhr, im Hörsaale Friedbergeranlage Herr S. S c h a c h n o w i t z seine Haggadävortrage fort. Im gleichen Räume findet Samstag eine Stunde vor Nacht ein Haggadavprtrag des M e k o r C h a j i m statt. Redner ist Herr Rabb. H, Meye r. Im Rahmen der r\yo -Naohmittags Veranstaltungen der Israelitischen Religionsgesellschaft spricht in Fortsetzung der beiden bisherigen Vorträge Herr Rabbiner M. F e u e r w e rk.er am nos bv fwan dt» nachmittags, über die nun Genaue Zeit der Veranstaltungwird an dieser;Stelle noch.smitgeteilt werden. Halachissher- Vortrag >attf :de<>,: Jeschiwaii1 In*, der Thoralehranstalt Jeschiwa, Friedbergeranj lagert, hält der Rosch Jeschiwäy^Hefr Rabbiner- Dr* JpsäJB r e u e, r diesen Sabbat nachm. nach Mincho s^mte»h afeä'öhrs oh en»»V b r tf.a'g.!. ■ Jugend-Schi'urim. Sonntag und Dienstag von 20.30—22,00 Uhr Gemoro: Herr Gemeinderabbiner Josef J Horovitz, — Schab Kos abend 21.00 Uhr D i n i m und M u s s a r : Herr Rabbiner Feuer Werker, — Beide Schümm finden im Hause des Herrn Gemeinderäbbiners, Fichtestraße 5, statt. Ein neues Rambambuch. Unter dem Titel „Rabbi Mosche ben Maimon; Ein Lebenswerk für G'tt, Israel und Thora" erscheint zu Pessach im Verlage von Joel Sänger, Frankfurt a. M., ein Büchlein von S. Scnachnowitz, in dem das Leben und Lehren von Rambam, sowie die Auswirkungen dieses Lehr- und Lebenswerkes in den letzten 800 Jahren in populärer und anschaulicher Weise dargestellt werden. Das Buch ist auch beson ders geeignet, als Material und Anweisung all denen zu dienen, die in kleinen oder größeren Gemeinden am Pessachfeste, das dieses Jahr im Zeichen Rambams steht, Vorträge über Maimonides zu halten haben. Das Werk ist beim genannten Verlag, Herderstraße 30 zum Preise von RM. 1.50 (in Leinwand gebunden) zu beziehen. Charosses aus Erez Jisroel. Wer Wert darauf legt, ein Liebeszeichen aus Erez Jisroel auf seinem Sedertische zu haben, der beziehe auch dieses Jahr Charosses aus Erez Jis r o e 1, das die Palästina-Zentrale der Agudas Jisroel (Schwanenstraße 12) zum Preise von 50 Pig. per Päck chen abgibt. Kulturbund deutscher Juden. Das Berichtsheft des Kulturbundes für April 1935 zeigt eine reiche Kunsternte im vergangenen Winter, Artur Holde referiert über die Wege im zweiten Arbeitsjahre und Hedwig Levi-Michel-über das im ersten Jahre Erreichte. Im weiteren wird in Wort und Bild die Arbeit des Kulturbundes veranschaulicht. Für die kommenden Tage werden. eine „Heitere Veranstaltung" für Samstag, den 13. April und die Opernaufführung „Die Entführung aus dem Serail" für Sonntag, Montag und Dienstag, den 28., 29. und 30. April angekündigt. Auch das Maiprogramm zeigt eine reiche Fülle an Kunstattraktionen, u. a. auch eine Gedächtnisausstellung: Max Liebermann. Ein Hausfrauennachmittag. Eine gute Idee, liegt der Veranstaltung zugrunde. Eine Art Modeschau, aber ohne jedes gesellschaftliche Gepränge, sondern zu dem ausgesprochenen Zwecke, jüdischen Handwerkern und Gewerbetreibenden Gelegenheit zu geben, die Produkte ihrer Arbeit in gefälliger Weise auszustellen und in Begleitung von theatralischen und anderen Kunst-Darbietungen dem Publikum sinnfällig vor Augen zu führen. Was sich uns am Sonntagnachmittag und Sonntag abend im Vereinshause darbot, war ein Ehrenzeugnis für das jüdische Handwerk und das jüdische Gewerbe in Frankfurt a. M. "Es war aber auch eine gesellschaftliche Veranstaltung, die der großen Besucherzahl recht, vergnügte Stunden bereitete. Das Jüdische Lehrlingsheim. Das Jüdische'Lehrlingskeim, das bereits seit längeren Jahren die Förderung von Lehrlingen, insbesondere Handwerkslehrlihgen und der hier bestehenden Anlernwerkstätten zu seiner Aufgabe gemacht hat, kann in dem Heim Rückertstraße 49 dahier, einer Reihe von Lehrlingen, insbesondere Handwerkslehrlingen, technischen Lehrlingen, aber auch kaufmännischen Lehrlingen zu einem Monatssatz von Mk. 65.— Aufnahme gewähren. Die Leitung des Heims werden gleich nach den Pessachfeiertagen Herr und Frau Lehrer M. H e s übernehmen. Meldungen werden mit möglichster Beschleunigung an das Vorstandsmitglied Herrn Rechtsanwalt und Notar-Dr. Julius Meyer, dahier, Kaiserstraße 14, erbeten. Technische Lehrerinnen. Unter Mitwirkung der Reichsvertretung der Deutschen Juden und des Jüdischen Frauenbundes beginnt am 1. Mai in der Jüdischen H a u s h a 11 u n g sschul e, Frankfurt a. M., Königswarterstr. 20 ein Lehrgang für technische Lehrerinnen. Der Lehrgang soll, auf der Ausbildung der wissenschaftlichen oder Volksschullehrerin aufbauen (Zulassung von anders Vorgebildeten, wie Kindergärtnerinnen, Hortnerinnen, Gymnastiklehrerinnen usw. wird nach Antrag entschieden). Dauer des Lehrgangs ein Jahr, mit kurzer Ferienunterbrechung im Herbst. Ziel des Lehrgangs ist die Befähigung zur Erteilung von Hauswirtschafts- und Handarbeitsunterricht an jüdischen Schulen und in hauswirtschaftlichen Betrieben. Die Kosten betragen für Schulgeld Mk. 25.— monatlich; für Wohnung und Verpflegung in der Frankfurter Haushaltüngsschule Mk. 60.— monatlich. Anmeldungen sind zu richten an die Jüdische Häüshaltungsschule, - Frankfurt. a. M-, Königswarterstr. 20 oder an den Jüdischen Frauenbund, B erlin-Charlottenburg, -Kantstr. 158?" Beizufügen sind; ein amtsärzt-. liches Attest, selbstgeschriebener Lebenslauf und! .schön vorliegende Zeugnisse*.: Ueber. die Auswahl der;Be^erb^rinhe«:Werden noch nähere Angahett^erfölg^ii; * Ve1teitfv iur^^ Bürgerstochter E.' V. L. Der seit 179'Cb^ •hiesige*- israelitischer- Bürgerstöchter hat am . 5. d.. M.'* seine diesjährige ordentliche Mitgliederversammlung abgehalten. Der Mitgliedsbeitrag .für 1933 wurde wieder auf RM. 9.— festgesetzt. Bei der Verlosung von zwei Aussteuern erster Klasse aus 1934 von je RM, 3000.— wurden die Nummern 61 und 202 gezogen; Den Mitgliedern,' die diese Beteiligungsmimmern besitzen, steht das Recht zu, den. genannten Betrag als Mitgift einem Mädchen zuzuweisen, das den satzungsgemäßen Bedingungen entspricht. Ferner hat der Vorstand in seiner auch am 5. d. M. stättgefundenen Sitzung beschlossen, acht Aussteuern zweiter Klasse von je RM. 400.— am 28. Mai d. J. zur Vergebung zu bringen. Zur Bewerbung um diese' Aussteuern zweiter Klasse ist jedes jüdische " Mädchen, das den Bedingungen der Satzung genügt, ohne irgend eine Zahlung zugelassen. .Anmeldungen haben von den Bewerberinnen bezw. ihren Eltern oder Vormündern bis zum 23. April d. J. bei Herrn Wolfgang Auerbach, Gervinusstr. 10, vorm. 8—9 Uhr zu geschehen. Der Verein lädt auch hiermit zur Erneuerung bezw. Erwerbung der "Mitgliedschaft ein und bittet, ihm den Jahresbeitrag von RM. 9.— auf sein Postscheckkonto Nr. 50338 zu überweisen. Jedes Mitglied erhält mit der Quittung über den Jahresbeitrag seine Beteiligüngsnummer für die Verlosung der Aussteuern erster Klasse aus. 1935, die in der ordentlichen Mitgliederversammlung des nächsten Jahres erfolgen wird. Die Verlosung der Aussteuern erster Klasse bietet den Mitgliedern eine ganz besondere Chance. Während nämlich bei jeder anderen Verlosung nur ein Teil der eingezahlten Beiträge verlost wird, übersteigt der Betrag der Aussteuern erster Klasse wesentlich die Summe der Mitgliederbeiträge, da der Verein einen bedeutenden Betrag aus den Zinsen seines Kapitalvermögens hinzufügt. Freilich erhält das gewinnende Mitglied nicht den Betrag der Aussteuer für .sich selbst, sondern nur das Recht, ihn einem minderbemittelten Mädchen, das auch mit ihm verwandt sein darf, als Mitgift zu überweisen. Den Vorstand bilden zurzeit die Herren Alfred Schwarzschild, Vorsitzender, Wolfgang Auerbach, Ludwig Groedel, Abraham Horovitz, Dr. Ernst Kirchheim, Dr. Julius Sichel und Fritz Stern, Exemplare der Satzung werden auf Anfordern (Anschrift Gervinusstr, 10) zugesandt. Erholungsheim für israelitische Frauen in Baden-Baden. Am 18. März fand die Mitgliederversammlung und Verwaltungsausschuß-Sitzung des Vereins „Erholungsheim für Israelitische Frauen Baden-Baden E. V." in Frankfurt a. M. statt. Der Be.trieb wurde im vergangenen ,Iahre aufrecht erhalten und zeigte außerordentlich günstige Erfolge. Die Notwendigkeit des Heims hat sich in dem vergangenen, für die deutsche Judenheit so schweren Jahr besonders bewährt. Etwa 150 Erholungsbedürftige konnten im- Vorjahre aufgenommen werden. Iii der Versammlung kam der besondere Dank gegenüber den Leitern des Heims, Frau R. Cohn und Frau Thekla Isaacsohn, sowie gegenüber den Damen und Herren, die sich allerorten für das Heim einsetzten, zum Ausdruck. . Im übrigen fand Wiederwahl des Verwaltungsausschusses statt. Meldungen für den gleich nadh den Festtagen wieder beginnenden Betrieb sind an Frau R, Cohn, Frankfurt a. M., Pfingstweidstraße 4, -zu richten. , , ' Spenden und Mitgliederanmeldüngen nehmen die gesamten Mitglieder der Verwaltung entgegen. Mitgliederversammlung des Israelitischen Frauenheims Bad Nauheim. Der Vorsitzende erstattet den Bericht über den Kurbetrieb des Heims im Jahre 1934. Es wurde unter lebhafter freudiger Zustimmung aller Anwesenden konstatiert, daß das Heim im Jahr 1934 eine viel hö^ here Frequenz aufwies als im Jahre 1933, Im Ganzen wurden 150 Kürbedürftige in dem Heim verpflegt. Die Kurperiode für jeden einzelnen Patienten dauerte, wie in früheren Jahren, einen Monat. Im Jahre 1934 wurden auch zum ersten Male, da das Haus des Israelitischen Männerheims anderweitig benötigt wurde, Män- - ner in dem Israelitischen Frauenheim verpflegt; dies hat sich gut bewährt. Es wurde einstimmig beschlos-; sen, den Kurbetrieb für die Saison 1935 in gleicher Weise wie im Vorjahr wieder aufzunehmn. Der Preis : für den Kuraufenthalt soH für diese- Saison, auf RM, 110.—- per Monat festgesetzt werden. Es wurde außerdem beschlossen, verschiedene Reparaturen an den Häusern vorzunehmen, um den Patienten den Aufenthalt so angenehm wie möglich zu .; gestalten. Berichtigung. In dem auf Seite 3 der letzten Nummer yeröf- ' fentlichten Beginn der Artikelreihe „Die Hebräische1? Sprache und das gesetzestreue Judentum" heißt esX. ,Di;e'?hesJSrä^ an eiüef ebendige und/gespröchene Sprache war, ist seif faJßzf i\„Die hebräjscherSpX&chfy.ist von -Anbeginn an, seiif •de'itt^i^?yör- ^a"s^30X|flr/ JäliVin eine lebendige und ge^f sBrÖche'ner; ^wär$£vieM&H Heilige ^Sptäc^^ä&w^e^ß^l' ' . ■ : ~.r ..;<5. w..~-.. .-iu. ,-. ■ .. ... .^Im.

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